Wiedersehen in Hannesford Court

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • dtv, 2012, Titel: 'The Year After', Originalausgabe

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Almut Oetjen
Ein britischer Landsitz: Vor und nach dem Großen Krieg

Buch-Rezension von Almut Oetjen Nov 2013

Kurzgefasst:

London, 1919. Der junge Hauptmann Tom Allen erhält für die Weihnachtstage eine Einladung nach Hannesford Court, dem Landsitz der Familie Stansbury, wo er vor dem Krieg unbeschwerte Zeiten verlebt hat. Zugleich bittet ihn ein Freund, einer alten, nie aufgeklärten Geschichte nachzugehen: Kurz vor Ausbruch des Krieges ist ein deutscher Arzt auf Hannesford Court an einem Herzinfarkt gestorben - so schien es jedenfalls. Doch der Arzt hatte in seinem letzten Brief an seinen Sohn von merkwürdigen Dingen geschrieben, die dort vorgingen. Bevor er jemandem Genaueres sagen konnte, starb er - oder wurde dabei nachgeholfen? Tom beginnt, die Fäden der Vorkriegsgeschichte wieder aufzurollen ...

 

London 1919: Der junge Hauptmann Tom Allen wird von der Familie Stansbury für die Weihnachtsfeiertage auf ihr Anwesen Hannesford Court in Devon eingeladen. Dort hatte er vor dem Krieg unbeschwerte Zeiten mit legendären Picknicks und rauschenden Partys verlebt. Im Mittelpunkt standen stets die beiden ältesten Stansbury-Kinder, Harry und Margot, die eine magische Anziehungskraft ausübten und ihre drei jüngeren Geschwister Reggie, Susan und Bill sowie ihre Freundesschar überstrahlten. Wie alle Männer hatte auch Tom damals nur Augen für Margot, weshalb er nicht bemerkte, dass Anne Gregory, Lady Stansburys Gesellschafterin, in ihn verliebt war. Zu Toms maßloser Enttäuschung entschied sich Margot für Harrys Freund Julian Trevelyan.

Seit Toms letztem Besuch vor fünf Jahren hat sich auf Hannesford vieles verändert. Harry ist im Krieg gefallen. Der Zweitgeborene Reggie wird Hannesford erben. Reggie, vor dem Krieg ein übellauniger Einzelgänger, ist schwer versehrt heimgekehrt, noch schwieriger als früher und hasst jeden, vor allem den als Kriegshelden verehrten Harry. Margot hat nie geheiratet, denn Julian starb vor zwei Jahren an den schweren Kriegsverletzungen.

Von Harrys alten Freunden haben nur Freddie Masters und Tom den Krieg überlebt. Freddie bittet Tom, einer nie aufgeklärten Geschichte nachzugehen. Vor Ausbruch des Krieges, auf dem letzten der berühmten Rosenbälle, starb der deutsche Arzt Professor Schmidt auf Hannesford an Herzversagen. Die Umstände wurden nie geklärt, doch ist Harry zufällig in den Besitz eines Briefes gelangt, den Schmidt drei Tage vor seinem Tod an seinen Sohn in Deutschland schrieb. Darin erwähnt Professor Schmidt ein Verbrechen, das auf Hannesford geschah.

Zwei Romanzen und zwei Todesfälle

Martin Davies' Landhaus-Roman Wiedersehen in Hannesford Court spielt auf zwei Zeitebenen. Er erzählt die Gegenwartshandlung weiter, die Ereignisse zwischen Weihnachten und Neujahr 1919/20, und geht zurück in die Zeit kurz vor Kriegsausbruch. Der Protagonist Tom Allen schwor sich, Margot nie wieder freiwillig unter die Augen treten, doch fünf Jahre und der Krieg haben alles verändert. Auf Hannesford wird er wieder mit Margot und Anne konfrontiert. Was sich als romantisches Klischee anbahnt - ein Mann zwischen zwei Frauen -, wird zu einer subtilen Auseinandersetzung dreier Menschen mit echten und eingebildeten Gefühlen. Der Krieg hat auch die Frauen verändert, ob sie zu Hause geblieben sind wie Margot oder als Krankenschwestern an der Front waren wie Anne. Es herrscht ein eklatanter Mangel an Männern im heiratsfähigen Alter, und was vor dem Krieg undenkbar war, gilt jetzt nicht mehr. Tom bemerkt die Veränderungen an den Frauen und muss zugleich eingestehen, dass er sich früher völlig falsche Vorstellungen von ihnen gemacht hatte. Als Hobbyfotograf hat er ein gutes Auge, aber seine Realitätswahrnehmung war zumindest damals verstellt.

Tom ist nicht nur gezwungen, sein Bild von Margot und Anne zu revidieren. Als Freddie ihm den inkriminierenden Brief des Professors an seinen Sohn zeigt, kann er sich nicht vorstellen, dass ein Mitglied der vornehmen Oberschicht eine Grausamkeit begangen haben oder auf dem idyllischen Hannesford ein Verbrechen geschehen sein könnte. Doch Freddie hat selbst gehört, wie der Professor kurz vor dessen Tod im Streit geschlagen wurde. Wobei es ging und wer der Schläger war, weiß er jedoch nicht. Bei seinen Nachforschungen stößt Tom auf einen weiteren mysteriösen Todesfall. Kurz nach Kriegsbeginn wurde die junge Verwalterstochter Julia Woodward ertrunken im See von Hannesford aufgefunden. Tom vermutet einen Zusammenhang.

Je tiefer er zur Wahrheit vordringt, desto mehr begreift er, dass er nicht nur von Margot und Anne ein falsches Bild hatte. Seine Rekonstruktion der Vergangenheit führt zur Demontage der Vorkriegsidylle, die weit über die Grenzen von Hannesford hinausgeht.

Das Englischsein

Wiedersehen in Hannesford Court ist ein dunkler, verschlungener, eleganter Roman in der Art von Julian Fellowes' (Downton Abbey) über die Zeit vor und nach dem Ersten Weltkrieg, der das Englischsein, das Klassensystem und die Veränderungen der politischen und gesellschaftlichen Landschaft thematisiert, der gründlich mit dem Vorkriegsmythos aufräumt und der zeigt, dass England als Sieger aus dem Krieg hervorgegangen ist und trotzdem verloren hat.

Wiedersehen in Hannesford Court

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