Wölfe im Ginster

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • , 2013, Titel: 'Wölfe im Ginster', Originalausgabe

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Annette Gloser
Sturm auf der grünen Insel

Buch-Rezension von Annette Gloser Okt 2013

Man schreibt das Jahr 1169. In England regiert Henry Plantagenet, während auf der grünen Insel Irland noch immer ein Hochkönig über viele kleine Königreiche herrscht. Schon lange hat Henry damit geliebäugelt, seine Herrschaft auf Irland auszudehnen. Bisher hatte er jedoch den Feldzug nach Irland gescheut. Als aber Dermot MacMurrough, der verbannte König von Leinster, um Hilfe bittet, stellen sich ihm Ritter und Bogenschützen zur Verfügung – auch gegen den Willen von König Henry. Die römische Kirche unterstützt den Feldzug ebenfalls, denn die alte irische Kirche ist Rom schon lange ein Dorn im Auge.

MacMurrough hat viele alte Rechnungen offen, mit dem Hochkönig und vor allem mit Tiernan O’Rourke, dem Herrscher von Breifne. Mit seiner Streitmacht fällt Dermot MacMurrough in Irland ein, schließt Verträge und bricht sie, gibt Versprechen und hält sie nicht. Not und Tod kommen über die Insel. Und schon bald ist auch MacMurrough ein Spielball jener Machtinteressen, welche die normannischen Ritter in diesen Krieg getrieben haben.

Im uralten Kloster Durrow jedoch wachsen Setanta MacRoich und seine Ziehbrüder Fionn und Finbar heran. Jeder von ihnen hat ganz besondere, großartige Eigenschaften. Setanta ist ein wilder Krieger, Finbar ein Barde, Fionn ein Gelehrter. Gemeinsam mit ihrem Vater Fergus versuchen Finbar und Fionn, das alte Erbe der Druiden zu bewahren und mit dem Christentum zu vereinen. Als nun die Normannen in Irland einfallen, ziehen Setanta und Finbar in den Krieg. Der Sieg scheint den Iren gewiß gegen die eher geringe Zahl der Normannen. Aber die Kriegsgöttin Morrígan hat den Hochkönig und seine Truppen verraten. Immer weiter rücken die Normannen vor.

Tragisch und grausam, romantisch und zart

Wölfe im Ginster erzählt von einem tragischen Kapitel der irischen Geschichte, dem ersten Eroberungszug der Normannen. Tragisch auch deshalb, weil die Normannen durch einen verbannten irischen König ins Land gerufen wurden. Die in viele kleine Königreiche zersplitterten Iren, ohne kluge militärische Führung, hatten trotz zahlenmäßiger Überlegenheit zunächst wenig entgegen zu setzen. Oliver Steinke verbrämt das Kriegsgeschehen auch nicht mit schönen Worten und schont seine Leser nicht. Schlachten werden teilweise sehr detailliert beschrieben, da sollte man nicht allzu zart besaitet sein.

Gleichzeitig findet der Autor jedoch auch wunderbar poetische Worte, wenn er das Leben seiner Protagonisten schildert. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf Finbar und auf der geheimnisvollen Danu, jener Frau, der Finbar im Wald begegnet und in die er sich verliebt. Aber auch andere Protagonisten werden sehr genau ausgelotet und als Leser bekommt man eine gute Vorstellung davon, was diesen Menschen wichtig ist und welcher Charakter sich in ihnen verbirgt. Steinke hat für sie Geschichten gefunden / erfunden, die interessant und teilweise auch spannungsvoll sind.

Ein wichtiges Augenmerk liegt dabei auf den alten irischen Traditionen, auf dem Rechtssystem und dem Wissen der Druiden. Dabei entwickelt der Autor viel Fingerspitzengefühl für die Naturverbundenheit, mit der sich gerade die alte Religion Irlands auszeichnete und die lange Zeit auch im Christentum auf der Insel mit schwang und so eine Überlebenschance bekam.

Intensiv recherchiert, grammatikalisch ein Problemfall

Praktisch auf jeder Seite spürt man als Leser, wie viel Wert Oliver Steinke auf seine Recherche legte. Dabei erwähnt er selbst in einem Vorwort an seine Leser, welche Geschichtswerke hier als Quelle dienten. Leider ist es dem Autor nicht gelungen, den Inhalt dieser Chroniken und Bücher zu straffen, evtl. auch das handelnde Personal zu reduzieren. So hat der Leser mit einer Menge Namen zu kämpfen, die wohl gerade für das deutschsprachige Publikum zum einen nicht unkompliziert, zum anderen aber durch die vielen O’ und Mac recht unübersichtlich sind. Da helfen weder die Vorwarnung im Vorwort noch die Namensliste, irgendwann hat man sich gnadenlos verheddert.

Und dies tut der Spannung im Roman nicht sonderlich gut, zumal Steinke selbst inhaltlich im Wesentlichen dem Kriegsverlauf folgt und keinen anderen roten Faden hat, an dem er seine Protagonisten entlang handeln lässt. Und so ist es mit der Spannung in diesem Buch wie im Krieg: Sie flammt auf und ebbt wieder ab, flackert erneut und verschwindet wieder. Das ist nicht ganz einfach durchzuhalten.

Eines der größten Probleme allerdings ist in diesem Roman die Grammatik. Der Dativ scheint ein unbekannter Fall zu sein. Immer wieder stockt man beim Lesen, stellt fest, dass es hier nicht "den" sondern "dem" heißen müsste, liest weiter und stolpert über die nächste Grammatikhürde. Es ist nicht klar, ob hier der Autor ein Sprachproblem hat oder ob sich diese vielen, vielen Fehler beim Druck eingeschlichen haben. Ein engagiertes Lektorat hätte  jedoch viel Schlimmes verhindern können. Im jetzigen Zustand allerdings ist man beim Lesen irgendwann einfach nur noch genervt.

Ein sehr spezielles Buch

Wölfe im Ginster ist ein Roman, der sehr viele und sehr spezielle Informationen zur irischen Geschichte weitergibt. Die Recherche erscheint, zumindest aus der Perspektive des Laien, sehr umfangreich und akribisch und hat ihren Niederschlag im Roman gefunden. Nicht alle Illustrationen passen zu der Zeit, in welcher der Roman spielt. Dabei können sie jedoch die Gedankengänge der Leser unterstützen. Die Covergestaltung ist interessant und vielversprechend, dafür scheint der Dutschke Verlag ein Händchen zu haben.

Ein Buch, das sich nicht einfach so weg liest. Und ein Roman, der vielleicht nicht für jeden Leser gemacht ist. Aber wer sich für irische Geschichte interessiert, der sollte dieses Buch im Regal haben, unbedingt.

Wölfe im Ginster

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