Im Auge der Sonne

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • Fischer, 2013, Titel: 'The Serpent and the Staff', Originalausgabe

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Annette Gloser
Wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt...

Buch-Rezension von Annette Gloser Okt 2013

Ägypten. Es ist nicht Leahs Schuld, daß die Hochzeit mit dem reichen Schiffbauer Jotham nicht zustande kommt. Und doch glaubt sie, alles falsch gemacht zu haben. Schließlich hat sie den zukünftigen Verlobten einfach sitzen lassen, als sie ihre Mutter hinter dem Wandschirm schreien hörte. An diesem Abend kommt das Unheil über Leahs angesehene Familie. Die Mutter erleidet eine Frühgeburt, bei der das Kind, der lang ersehnte Sohn, stirbt. Jotham und seine Schwester verlassen beleidigt das Haus und geben fortan keine Ruhe, um die vermeintliche Kränkung zu rächen. Leahs Vater, ein angesehener Winzer in der Stadt Ugarit, sieht seine Existenz unter dem bösartigen Einfluß Jothams zusammenbrechen. Kein Mann findet sich, der die hübsche Leah noch heiraten will. Auch Leahs Schwester Tamar findet keinen Ehemann. Nur einen Lichtblick gibt es: David, den jungen Schreiber, der neu ins Haus kam und nun versucht, der Familie in ihrer Notlage zu helfen. Leah verliebt sich in den gut aussehenden jungen Mann, aber sie ist sicher, daß ihre Zuneigung keine Chance hat. Niemals würde Elias seine älteste Tochter dem Schreiber zur Frau geben. Und überhaupt scheint sich David gar nicht für Leah zu interessieren.

Als jedoch aus dem fernen Damaska ein Ehemann für Leah auftaucht, da erkennt auch David, wie viel ihm Leah bedeutet. Leah aber ist an den Willen der Familie gebunden. Sie wird Caleb heiraten, den Mann aus Damaska, denn sie ist eine gehorsame Tochter. Nur ist Caleb nicht der Mann, für den er sich ausgibt. Als ihm die heißblütige Tamar verlockende Angebote macht, geht Leahs Mann gerne darauf ein. Gemeinsam mit Tamar und dem gesamten Geld der Familie verschwindet er und lässt Leah zurück.

David, der sich um die Aufnahme in die Bruderschaft der Schreiber bemüht, sieht sich dort mit Jothams Neffen Yehuda konfrontiert, der nur zu gerne der nächste König von Ugarit sein möchte. Unterstützt wird Yehuda von seiner Mutter Zira, die im Hintergrund die Fäden zieht und vor keiner Schandtat zurück schreckt. Als Leah dem König von Ugarit das Leben rettet, lässt Yehuda die junge Frau von Ägyptern entführen. Für David steht fest, was er tun muß: Er muß Leah retten, denn sie ist die einzige Frau, die er liebt!

Das Spiel mit Macht und Geld

Barbara Woods Roman führt zurück in die Zeit von Königin Hatschepsut und Pharao Thutmosis III.. Dabei ist fraglich, inwieweit dem historischen Rahmen zu trauen ist, den die Autorin hier abgesteckt hat. Historisch belegt ist die Invasion des Pharaos Thutmosis III. in Kanaan, historisch belegt ist auch das Buchstaben-Alphabet, welches im Roman eine wichtige Rolle spielt. Zudem hat sich die Autorin themenmäßig mittlerweile oft genug in etwa dieser Zeit und in etwa dieser Gegend der Erde bewegt, um auch den Lebensalltag der Menschen ohne grobe Fehler darzustellen. So stolpert man zwar beim Lesen gelegentlich über Merkwürdigkeiten, z.B. wenn Wein auf Flaschen gezogen werden soll, und vermerkt für sich, daß dies vor etwa 3500 Jahren wohl doch eher nicht anzunehmen war. Solche Ausrutscher könnten aber auch Übersetzungsfehler sein und ansonsten kann man durchaus davon ausgehen, daß Barbara Wood weiß, wovon sie schreibt. Das Leben der Kanaaniter ist recht gut erforscht und die Autorin hat ihre Hausaufgaben gemacht.

Schwierig wird es allerdings mit der von der Autorin aufgestellten These bezüglich Hatschepsut und Thutmosis. Zwar äußert sich die Autorin in ihrem Nachwort dazu, wirklich schlüssig sind ihre Gedankengänge jedoch leider nicht. Um jedoch die Spannung nicht zu nehmen, soll hier nicht mehr verraten werden. Schließlich ist davon auszugehen, daß jeder Leser sich selbst ein Urteil bilden kann. Ganz sicher real und so zeitlos wie Haß oder Liebe ist das Spiel mit Macht und Geld, das sich im Hintergrund entfaltet und die Familie des Elias in den Abgrund zu reißen droht.

Das Märchen vom schönen Prinzen

Letztendlich ist der Roman angelegt wie ein Märchen. Es gibt die Guten und die Bösen – mit dem entsprechenden Ausgang am Ende für die jeweiligen Charaktere. Die unschuldigen Guten müssen schreckliches Leid erleben und in tiefste Tiefen sinken bevor das Schicksal sich dramatisch wendet. Auch der rettende Prinz (Tatsächlich! Ein Prinz!) muß harte Proben bestehen. Trotzdem punktet die Geschichte mit starken und interessanten Charakteren, sympathischen Nebenrollen und liebenswerten Hauptdarstellern. Insbesondere Leahs Großmutter Avigail ist eine hochinteressante Persönlichkeit, die der Leser mit all ihren Ecken und Kanten schnell ins Herz schließen kann. Dazu kommt Urgroßtante Rachel, die mit ihrer liebenswürdigen senilen Demenz einen ganz besonderen Reiz hat.

So wird das Buch über weite Strecken spannend, selbst wenn der auslösende Konflikt für das Drama uns heutigen Menschen eher nichtig erscheint. Für modern denkende Leser ist eine Schuld Leahs tatsächlich nicht erkennbar. Das Zerwürfnis zwischen dem Bräutigam und der Familie der Braut verdeutlicht jedoch das Funktionieren einer Gesellschaft mit fest gefügten patriarchalischen Strukturen.

Barbara Wood beherrscht ihr Metier, sie schreibt ohne große Schnörkel, erzählt ihre Geschichte und hat die Leser auf ihrer Seite. Leider zieht sich die Story etwas und der Spannungsbogen flacht zum Schluß deutlich ab, obwohl sich die Autorin wirklich sehr um Dramatik und atemlose Spannung bemüht hat. Möglicherweise ein wenig zuviel. Vielleicht liegt es auch einfach nur daran, daß man ja irgendwie schon weiß, wie es enden wird - egal, welcher Schurke jetzt noch auftaucht.

Entspannung garantiert

Der Krüger Verlag hat einen Roman heraus gebracht, der sicher ein breites Lesepublikum finden wird. Kein herausragender Roman, solide geschrieben und ansprechend verpackt im Hardcover mit einer sinnlich in der Landschaft stehenden Jungfrau auf dem Schutzumschlag. Was die äußere Gestaltung der Romane von Barbara Wood angeht, so zieht der Verlag sein Konzept durch: Landschaft mit Dame.

Auch beim Klappentext bleibt der Verlag sich treu. Wieder einmal liest sich der Klappentext, als hätte der Autor jener Zeilen das Buch nie in der Hand gehabt. Schade, das Buch hätte es verdient gehabt. Im Auge der Sonne ist ein Buch, das man gut mit in den Urlaub nehmen kann, oder auch nach einem stressigen Tag mit auf die Couch. Ein Buch zum Abschalten. Was will man mehr?

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