Falkenschwur

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • Fischer, 2012, Titel: 'Cromwell's Blessing', Originalausgabe

Couch-Wertung:

72

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Carsten Jaehner
Mäßige Fortsetzung um Englands Lordprotektorat

Buch-Rezension von Carsten Jaehner Okt 2013

England, 1647. Der Bürgerkrieg ist beendet, das Parlament hat gegen König Charles I. gesiegt, kann aber ohne ihn nicht regieren. Tom Neave, Drucker und inzwischen von seinem Großvater Lord Stonehouse als Erbe anerkannt, hat immer noch Schwierigkeiten, ob er als Tom Neave oder Thomas Stonehouse auftreten soll je nachdem, welcher Name besser gewisse Türen öffnet. Er selbst ist Anhänger des Parlaments mit Oliver Cromwell an der Spitze, ebenso wie sein Großvater.

Sein Vater Richard hingegen ist sein Feind, Anhänger des Königs und hat bereits versucht, Tom zu töten. Tom lebt mit seiner Familie in London und ist in steter Gefahr um ihr Leben, so sehr, dass Tom und seine Frau Anne sich auseinanderleben. Da taucht Richard bei Tom auf und bittet ihn, ihm zu helfen. Doch kann Tom seinem Vater trauen?

Ein politisches Ränkespiel läuft ab, bei dem nie klar ist, wer auf wessen Seite steht und wer wem vertrauen kann. Und lässt der König alles mit sich machen? Eine brisante Situation, in der es vermeintlich keinen Gewinner geben kann.

Wenige Spannungsmomente

Peter Ransley setzt mit Falkenschwur seine Cromwell-Trilogie fort, die mit Pestsiegel begann. Konnte er mit dem ersten sprachlich und stilistisch noch nicht überzeugen, kann man dem Autor mit der Fortsetzung zumindest Besserung attestieren, wenngleich die Handlung wie im ersten Teil wirr und teilweise unverständlich bleibt.

Dabei ist die Sprache klar, und es mag auch nicht an der Übersetzung liegen, dass man dem Roman nicht immer folgen kann. Diesem Manko begegnet man bereits im ersten Teil: Es gibt wenige Spannungsmomente. Der Autor lässt Gelegenheiten aus, einen eigenen Stil zu pflegen und gewisse vorhandene Stärken auszuspielen. Ob man nun dem König beim Bowl-Spiel begleitet, der König entführt wird, ein Haus niederbrennt oder ein bedeutender Mann stirbt, alles ist irgendwie gleich formuliert, irgendwie distanziert und egal, obwohl sich der Autor sichtlich Mühe gibt. Allein, Ransley gelingt es nicht, den Leser zu packen.

Eine Richtung fehlt

Es gibt Romane, die man liest und bei denen man am Ende trotzdem nicht sagen kann, worum es denn überhaupt ging. So sehr man sich auch bemüht und konzentriert, zwischen einigen Absätzen und Kapitel Zusammenhänge herzustellen, kommt man irgendwann an einen Punkt, wo man nicht mehr weiß, was denn die Ausgangssituation war, wer wer ist und wer auf welcher Seite steht.

Immerhin lässt die Grundkonstellation erkennen, dass Tom, respektive Thomas, nicht genau weiß auf wessen Seite er steht, ob auf seines Vaters oder seines Großvaters, des Königs oder Cromwells mit dem Parlament. Hin- und hergerissen und immer wieder von seinen Zweifeln geplagt, muss ihm erst ein zwielichtiger Freund den Weg weisen: Steh auf deiner eigenen Seite. Und ab diesem Moment wächst Tom zu Thomas heran, wird aus dem unsicheren Jungen nach und nach ein Erwachsener, der Pläne hat und der einen eigenen Charakter entwickelt. Das ist das, was den beiden Romanen bis dahin gefehlt hat: Eine Richtung. Ab diesem Zeitpunkt bekommt der Roman auch mehr Struktur und ist sogar ansatzweise spannend.

Toms Vater Richard bleibt bis zum Ende undurchsichtig und sein Charakter wird nie richtig aufgeklärt. Der alte Lord Stonehouse hat nur wenige Szenen, in denen er brillieren kann, hingegen nimmt Toms Frau Anne mehr Platz ein und auch sein Sohn Luke, doch leider nicht den, den er sich vielleicht erhofft hat. An Toms Seite ist Scogman, den er einst vor dem Galgen rettet und der zwar eine zwielichtige Gestalt bleibt, aber letztlich einen erkennbareren Weg einschlägt.

Oliver Cromwell gegen Charles I.

Und Oliver Cromwell? Für jemanden, der die Fäden ziehen will, taucht er recht selten auf, schwebt aber irgendwie immer über allem Geschehen. Dass er letztlich scheitern wird und sein Sohn Richard das Amt übernehmen wird, dürfte wohl Inhalt des dritten Teils der Trilogie sein, der 2015 in England erschienen ist. Da begegnet man tatsächlich öfters König Charles I., der ein unrühmliches Ende unter dem Fallbeil nehmen wird. Sollte übrigens der jetzige Thronfolger Charles tatsächlich seine Mutter Elizabeth II. überleben und König von England werden, dürfte fraglich sein, ob er seinen Geburtsnamen Charles behält. Seine beiden Namensvorgänger Charles I. und Charles II. gaben beide kein rühmliches Bild ab, und so wird es wohl keinen Charles III. geben, der sich unweigerlich mit seinen Namensvorgängern vergleichen lassen müsste. Aber das nur am Rande.

Mit Falkenschwur hat Peter Ransley einen zweiten Teil einer Romantrilogie vorgelegt, der über weite Strecken sprachlich nicht überzeugen kann und der genauso wirr formuliert ist wie seine Handlung ist. Eine Karte Englands und ein lesenswertes historisches Nachwort ergänzen den Roman, der es schwer macht, sich auf den Abschlußteil zu freuen. Die Chronistenpflicht wird ihn wohl trotzdem zur Lektüre machen. Schade, das Thema Cromwell und das Lordprotektorat sind selten genug Gegenstand historischer Romane. Hier hätte mehr Spannung dem Gesamtprojekt gut getan.

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