Die Pestmagd

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • Diana, 2013, Titel: 'Die Pestmagd', Originalausgabe

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Karin Speck
Liebe, Leid und die Pest

Buch-Rezension von Karin Speck Okt 2013

Mitte des 16. Jahrhunderts ist die Pest in Europa weit verbreitet. Der jungen Witwe Johanna Arnheim wird dies fast zum Verhängnis. Sie wird beschuldigt, ihren Mann getötet zu haben. Doch statt zum Tode verurteilt zu werden, schafft es der Arzt Vincent, dass sie freigesprochen wird, aber fortan muss sie in einem Pesthaus als Magd arbeiten. Hier hat sie ständig den Tod vor Augen. Vincent aber sieht auch die Chance auf ein Leben mit Johanna, denn er hat tiefe Gefühle für die Witwe.

Ein altes Kinderlied gibt den Ton an

Wer fürchtet sich vorm schwarzen Mann? Niemand? Wenn er aber kommt? Mit diesen alten Zeilen eines Kinderliedes beziehungsweise Spieles beginnt Die Pestmagd. Diese ersten Zeilen aus dem alten Kinderlied, wer kennt sie nicht. Auch die Antwort auf die Frage ist bekannt: Dann laufen wir davon... Wer weiß heute noch, dass hinter diesem einfachen Lied so viel echtes Leid steckt, denn mit dem schwarzen Mann ist niemand anderer gemeint als die Pest, auch Schwarzer Tod genannt. Wie vor einer Krankheit davon laufen? Diese Frage stellt sich nun auch Johanna. Sie muss in einem Pesthaus, also genau an dem Ort, an dem die Kranken liegen und auf Hilfe hoffen, arbeiten. Davon, wie sie mit diesem Leben fertig wird, handelt die Geschichte.

Seiten, die nur so dahin fliegen

Der Erzählstil von Brigitte Riebe, ist dabei leicht und flüssig zu lesen. Irgendwie blättern die Seiten sich von allein. Sie erzählt scheinbar mühelos von dem Leben der Johanna Arnheim. Von ihrem Leben als Witwe, von ihren Ängsten, Sorgen und Nöten, aber auch davon, wie Johanna ihr Leben meistern konnte. Mit Johanna kann der Leser aber auch in diese Zeit abtauchen und so einiges erfahren. Vor allem darüber wie die Menschen damals gerade mit dieser Krankheit umgingen, an was sie glaubten, und wie sie versuchten sich zu schützen. Das Leben in der Mitte des 16. Jahrhunderts hat Riebe wunderbar eingefangen und verarbeitet.

Viele Geheimnisse und eine heimliche Liebe

Der Medicus Vincent, versucht alles um ihr beizustehen, obwohl Johanna ihn immer wieder von sich weist. So nach und nach wird dem Leser klar, dass die beiden noch etwas anderes verbindet. Ein Geheimnis aus lang vergangen Tagen verbindet sie. Vor allem Johanna fällt es schwer, sich dieser Vergangenheit zu stellen, zumal sie auch in ihrem jetzigen Leben genug Schwierigkeiten hat. Johanna muss nun nicht nur gegen die Krankheit kämpfen, sondern auch gegen Menschen ihrer realen Umwelt, die ihr nicht wohl gesonnen sind. Ein ganz klein wenig unglaubwürdig ist vielleicht der Teil aus der Vergangenheit von Johanna. Sie konnte mithilfe ihres verstorbenen Mannes in Köln ein völlig neues Leben beginnen, aber ihr altes Leben war eben nicht das, was die Menschen damals als anständig bezeichneten. So verwundert es dann eben, dass sie in Köln als eine völlig andere Frau auftreten konnte. Aber vermutlich waren nur so die Schwierigkeiten, die sie bekommen sollte, machbar. Den Lesegenuss stört es aber nicht unbedingt, und da die Menschen damals eben auch nicht ständig auf Reisen waren, konnte man sich sicher gut mit einer neuen Identität in einer anderen Stadt verstecken.

Die Pest hat alles im Griff

Die Autorin hat hier jeden Falls wunderbar ihre fiktiven Protagonisten in einer Zeit lebendig werden lassen, die ziemlich düster war. Die Pest hatte eben alles im Griff. Trotz der Düsternis ist es ihr aber gelungen, eine Geschichte zu schreiben, die auch voller Hoffnung ist. Vielleicht gerade weil hier ganz wunderbar die Liebesgeschichte von Johanna und dem Medicus eingearbeitet ist, Johanna es ihm aber nicht leicht macht und es somit auch einige Wendungen gibt, die nicht unbedingt vorhersehbar waren. Es macht einfach Spaß aus dem Leben von Johanna Arnheim zu lesen.

Ein ausführliches Nachwort klärt den interessierten Leser über Fiktion und Wahrheit auf. Und wer mag, kann auch gleich mit dem zweiten Band Die Versuchung der Pestmagd weiterlesen.

Die Pestmagd

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Letzte Kommentare:
05.01.2016 17:16:11
Laura Juhas

Ich will es kurz fassen: das Buch war gut, ich fand es toll dass es bis zum Ende recht spannend blieb wobei das zeitweise ein bisschen hingezogen war zu lessen. Was sehr gut war, ist dass es eigentlich erst kurz vor Schluss die Antwort auf so viele Fragen gab. Wobei ich mir bei ein paar Charakteren eine genauere Erklärung gewünscht hätte (der Epilog war wichtig, aber es hätte ruhig noch ein bisschen detaillierter sein können, aber ich will nicht zu viel verraten!). Auch die Pest Epidemie selbst war gut beschrieben und wie manche Leute wirklich den Verstand verloren haben angesichts der Angst, aber ich finde man hätte hier ruhig noch mehr medizinische Hintergründe liefern können, ich finde ja die "Medizin" oder die medizinischen Methoden der damaligen Zeit immer sehr interessant (und viele auch skurril). Ich weiß nicht ob es einen Band 2 gibt oder geben wird, aber wenn ja würde ich ihn sofort kaufen. Also ja, empfehlenswert! Ich würde ihm 4 von 5 Sternen geben.

14.02.2014 14:46:54
LettersFromJuliet

Meine Meinung

Ich habe schon viel Gutes über die Bücher von Brigitte Riebe gehört und war nun ganz gespannt auf “Die Pestmagd”.
Ich lese sehr gerne historische Romane die im Mittelalter spielen und vor allem die Pest finde ich dabei recht spannend. Gerade im Vergleich zur heutigen Zeit ist der Unterschied sehr groß was die Religion und die Strafen betrifft. Damals waren die Menschen viel gläubiger und haben dies teilweise sogar zu weit betrieben. So was man damals davon überzeugt, dass die Pest eine Strafe eines Gottes wäre.
Der Schreibstil war am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig für mich. Die Autorin verwendet viele mittelalterliche Begriffe, die mir teilweise noch neu waren. So etwas stört dann natürlich den Lesefluss, macht die Handlung allerdings auch authentischer. Wenn man aber einmal in der Geschichte drin ist, dann kommt man auch besser voran und letztendlich fand ich den Schreibstil wirklich gut. Das Buch liest sich recht schnell weg, trotz seiner über 500 Seiten, da es durchgehend spannend ist. Man fiebert mit Johanna mit und möchte wissen was es mit dem Geheimnis aus ihrer Vergangenheit auf sich hat.
Die Geschichte wird aus verschiedenen Sichtweisen erzählt, wobei Johanna Arnheim eindeutig im Vordergrund steht. Sie ist eine starke Frau, die weiß was sie will, doch gleichzeitig hat sie eine Verletzlichkeit an sich, dass man die ganze Zeit hofft, dass sie jemand beschützt. Wie gut, dass ein alter Bekannter von ihr, der Medicus Vincent de Vries, auftaucht. Auch wenn sie das beide nicht wahrhaben wollen, so merkt man direkt, dass sie sich zueinander hingezogen fühlen. Beide Charaktere waren mir direkt sympathisch, ganz im Gegenteil zu Johannas Schwager und seiner neuen Gespielin, die Johanna ebenfalls aus ihrer Zeit in Freiburg kennt.
Man erhält in diesem Buch viele historische Informationen, über Köln und über die Pest. Das Mittelalter wird genauso dargestellt wie es war – eine dunkle Zeit voller Willkür, wo alleine die Kirche und der Adel die Macht hatten.

Fazit

Der schwarze Tod wütet im mittelalterlichen Köln. Ein gut recherchierter historischer Roman mit einer starken Protagonistin.

23.12.2013 01:22:01
Martina R.

Was mir an "Die Pestmagd" sehr positiv aufgefallen ist, war die Hauptperson. Johanna ist kein makelloser Engel, sondern weiss sehr wohl was sie will und nimmt es sich auch.
Auch die anderen Charaktere sind sehr lebendig und anschaulich beschrieben. Z. Bsp. Johannas Schwager.
Was mich ein wenig gestört hat (Aber wirklich nur minimal.), waren Ausdrücke wie Potpourri, welche im Deutschland der damaligen Zeit wohl kaum jemand benutzt haben wird.
Ansonsten- Ein spannender und flüssig zu lesender Roman, der mich neugierig auf weitere Bücher von Frau Riebe gemacht hat.

21.10.2013 12:39:13
Barbara

Die Pestmagd ist ein Buch, dass ich in kürzester Zeit verschlungen habe. Wie so oft schreibt Brigitte Riebe anschaulich über die gefährliche Rolle der Frau in dieser Zeit. Aber auch das Gefüge in dem sich diese Frau bewegt ist so real beschrieben, dass man sich selbst in diese Zeit versetzt fühlt. Die Ängste und Nöte einer Witwe waren wohl unvorstellbar. Die Rolle des Ehemannes als Geschäftsmann als Frau weiterzuführen ist unwahrscheinlich anstrengend und aufreibend gewesen. Vor allem wenn man sich gegen alle möglichen Widersacher wehren muss. Ich finde, dass das Buch sehr spannend geworden ist und keinerlei Längen aufweist. Neben der eindringlichen Schilderungen der Landschaft und Örtlichkeiten, kommen vor allem die Charaktere wieder einmal besonders gut zum Vorschein. Der widerliche Schwager ist zum Greifen gut geschrieben. Aber auch die Spannungen mit dem Erlebten mit Vincent sind wunderbar dargestellt. Ich freue mich schon auf Nachschub....

20.10.2013 16:05:21
Hedwig

Wieder ein toller Roman von Frau Riebe, bereits von der ersten Seite an wird der Leser nicht mehr losgelassen, in dem Roman stimmt für mich einfach alles, die Story selbst, der Schreibstil, aber auch die Spannung hält bis ganz zum Schluss.
Zu den Protagonisten fühlt man sich sofort hingezogen, die Geschichte ist der Zeit entsprechend nachvollziehbar und sehr realistisch beschrieben, die Gefahr für Frauen extrem hoch, ist man unliebsam oder hat sonstige Feinde, reicht ein Hinweis auf Hexerei aus und schon ist man seines Lebens nicht mehr sicher.
Dieser Roman reiht sich in eine ganze Reihe von sehr anspruchsvollen Romanen dieser Autorin ein, wobei er zu meinen absoluten Favoriten gehört.
Wer Spannung liebt und einen anspruchsvollen historischen Roman sucht, findet beides.
Ich habe den Roman schon als Clubausgabe gelesen, konnte aber erst jetzt hier darüber berichten.
Ende Oktober erscheint der nächste historische Roman von Frau Riebe,"Die geheime Braut" und darauf bin ich schon sehr gespannt.
Liebe Frau Riebe, machen Sie weiter so, jeder Roman ist für mich eine neue Freude und Lesevergnügen pur!
LG Hedwig