Geigenholz

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • , 2013, Titel: 'Geigenholz', Originalausgabe

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Carsten Jaehner
Ein Schwarzwälder auf Reisen

Buch-Rezension von Carsten Jaehner Okt 2013

Der schwarzwälder Geigenbauer Simon Straub hat nach den Spanischen Erbfolgekriegen Schwierigkeiten, seine Geigen an den Mann zu bringen. Es ist der Beginn des 18. Jahrhunderts, und da er nicht viel Geld hat, lebt er mit seiner Frau Agathe und seinen Kindern bei seinem Bruder Michael, einem Bauern mit einigem Gesinde. Simon verspricht, etwas zum Unterhalt beizutragen und nimmt seine beiden besten Geigen mit, um nach zusätzlichen Verkaufsmöglichkeiten zu suchen und verlässt den Schwarzwald. Sein Ziel ist Cremona, wo der berühmte Geigenbauer Jakob Stainer tätig sein soll.

Derweil bleibt Agathe zu Hause im Schwarzwald und wartet auf Simons Rückkehr. Doch die lässt auf sich warten. Ebenso wartet Simons Bruder Michael darauf, dass seine Frau ihm endlich einen Sohn gebiert, dem er den Hof einst vermachen kann, da er selber bislang nur Töchter gezeugt hat. Da kommt Michael auf Agathe zu und bietet ihr an, mit ihr zusammen einen Sohn zu zeugen. Agathe ist entsetzt und vertraut sich der ungeliebten Schwiegermutter Catharina an. Zudem bekommt sie keine Nachrichten von Simon und hadert mit der Situation. Wird es ein glückliches Ende geben?

Über den Urahn

Die Autorin Birgit Hermann erzählt in ihrem insgesamt dritten Roman Geigenholz und stellt bei ihren Recherchen fest, dass sie die Urururururgroßnichte von Simon Straub ist. Somit wurde der Roman ihr auch zu einer Art Herzensangelegenheit, was auch an einigen Stellen zu merken ist.

Der Geigenbauer Simon Straub lebt im Schwarzwald und hat nach dem Krieg Absatzschwierigkeiten für seine Geigen, da niemand für Musik Geld hat. Er bringt seine Frau und seine Kinder bei seinem Bruder Michael unter und macht sich auf die Reise Richtung Cremona in Italien, wo der berühmte Geigenbauer Jakob Stainer leben soll, der die derzeit besten Geigen baut und von wo auch das am besten geeignete Geigenholz stammen soll.

Unterwegs macht er verschiedene Bekanntschaften und verliebt sich auch in eine junge Frau, die er jedoch nur einmal in einem Wirtshaus sieht, die ihm jedoch nicht aus dem Kopf geht. Und zu Hause wartet seine Frau auf Nachricht von ihm, die jedoch nicht kommt. Natürlich war es seinerzeit nicht einfach, mal eben eine Nachricht zu schicken, aber man fragt sich doch des öfteren während des Romans, warum er sich wirklich gar nicht meldet, um zumindest mal ein Lebenszeichen von sich zu geben. Doch wenn es aus seiner Sicht nichts zu erzählen gibt, tut er das auch nicht, und so wartet seine Familie im Schwarzwald vergeblich.

Nicht genutztes Konfliktpotenzial

Birgit Hermann erzählt die Geschichte in der Hauptsache aus den Blickwinkeln von Simon einerseits und von seiner Frau Agathe andererseits. Naturgemäß nimmt die Erzählung von Simon mehr Raum ein, und man erfährt tatsächlich einiges über den Geigenbau und die Eignung bestimmten Holzes dafür. Zudem erfährt der Leser viel Lokalkolorit aus dem Schwarzwald, wird aber auch mitgenommen in die weite Welt.

Die Charaktere werden nett entwickelt, soweit man davon sprechen kann, aber leider bleiben sie letztlich an der Oberfläche. In einem Roman, der letztlich nur 210 Seiten hat, ist vielleicht auch kein besonderer Tiefgang zu erwarten, aber dennoch hätten die Personen und vor allem die sich entwickelnden Konflikte mehr Potenzial zu Tiefgang und spannender Handlung gehabt. So bleibt letztlich auch das Mitleid mit Agathe, die sich nicht recht zu helfen weiß, gering. Zwar stellt ihr Michael nach, doch wäre hier mehr Brisanz und Dramaturgie drin gewesen, die sich aber so letztlich in Luft auflöst.

So ist der Roman flott zu lesen und auch mitunter interessant und lehrreich, und besonders Schwarzwälder dürften hier auf ihre Kosten kommen. Die Figuren, gerade auch Nebenfiguren wie Agathes Schwiegermutter oder Michael, hätten Potenzial zu mehr gehabt. Simon macht in seinen Abenteuern einiges durch, von Verhaftungen bis Schlägereien, aber letztlich löst sich alles in Wohlgefallen auf.

Unnötige Rahmenhandlung

Dass das Ende ein bisschen vor sich hinplätschert, ist auch der Rahmenhandlung geschuldet, die die Autorin um die Geschichte um Simon bettet. Die Geschichte des vierjährigen autistischen stummen Jungen Maxi, der in heutiger Zeit eine Geige findet und dadurch auch zum sprechen animiert wird, ist von der Autorin frei erfunden. Sie ist rührend und beeindruckend, allerdings fehlt letztlich der feste Zusammenhang mit Simons Geschichte, und diese ist auch ohne den Rahmen fertig erzählt. Eine spannendere Dramaturgie ergibt sich dadurch jedoch nicht.

Geigenholz ist ein Roman, in dem es um einen Geigenbauer geht, der auf der Suche nach geeignetem Holz viel mehr findet, als er sich vorstellen kann, und vor allem weniger, als sich sein Bruder vorgestellt hat. Das besagte Holz spielt streckenweise nur eine, wenn überhaupt, untergeordnete Rolle, und Simon verliert sich, wie auch stellenweise die Autorin, in Dingen, die nichts mit dem Plot zu tun haben. Des öfteren vertappt sich der Leser, dass er darüber nachdenkt, wohin das alles führen soll, was das mit Geigen zu tun hat und warum Simon seiner Frau nicht schreibt. Leider bleibt die Autorin die Antworten teilweise schuldig.

Auch wenn der Roman gut geschrieben ist und streckenweise begeistern kann, kratzt er letztlich nur an der Oberfläche und lässt auch wegen dem unscheinbaren Ende beim Leser ein leicht unbefriedigtes Gefühl zurück. Ein fünfseitiges Nachwort erklärt nicht nur die Figur des realen Simon Straub, sondern enthält auch warme Dankesworte. Insgesamt nette Unterhaltung für zwischendurch, nicht mehr und nicht weniger.

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