Vom Schicksal des Johann Rieder

Erschienen: Januar 1974

Bibliographische Angaben

  • Rosenheimer, 1974, Titel: 'Vom Schicksal des Johann Rieder', Originalausgabe

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Birgit Stöckel
Nicht ganz überzeugende Verknüpfung von Roman und Biographie

Buch-Rezension von Birgit Stöckel Sep 2013

Über dreiundsechzig Jahre spannt sich Carl Oskar Renners Geschichte über den Schiffmeister Johann Rieder – von dessen 18. Lebensjahr bis zu seinem Tod im Jahre 1715. Ursprünglich aus Tirol stammend, weigert er sich, die väterliche Brauerei zu übernehmen und versucht sein Glück als Flößermeister. Er befährt Inn, Iller und Donau, baut sich ein Handelsunternehmen auf, wird erster Hof- und Leibschiffmeister des Kurfürstentüm Bayerns, lässt sich in Rosenheim nieder und wird dort ein geachteter und respektierter Bürger. Das alles liest sich natürlich wesentlich einfacher, als es sich abgespielt hat und von diesem langen Weg und den zu überwindenden Hindernissen erzählt Vom Schicksal des Johann Rieder.

Zu nüchterner und trockener Erzählstil

Carl Oskar Renner versucht eine Biographie in einen Roman einzubetten, was ihm allerdings nur bedingt gelingt. Gerade an in der ersten Hälfte der Geschichte geht es recht gemütlich zu, die einzelnen Stationen von Johann Rieders Leben werden berichtet, aber man fragt sich, wo das Ganze hinführt, warum der Autor uns eigentlich die (bis dato nicht so spannende) Lebensgeschichte erzählt.

Verstärkt wird das Ganze noch durch die neutrale Erzählweise. Man erfährt nur die Außenperspektive, Gedanken und Gefühle werden fast völlig ausgeblendet. Höchstens durch seltene Äußerungen Johann Rieders kann man erahnen, wie es in seinem Inneren aussieht. Somit bleibt er dem Leser fremd, nicht wirklich fassbar und der Wille, ihn weiter zu begleiten schwindet mit jeder Seite. Es beschleicht einen nach und nach das Gefühl, der Autor hätte es lieber mit einem Sachbuch versuchen sollen. Dieser Erzählstil mag auch der Tatsache geschuldet sein, dass das Buch in der Originalausgabe bereits 1974 erschien, doch heutzutage fesselt diese Erzählart kaum noch.

Erst nach ungefähr der Hälfte nimmt die Geschichte Fahrt auf, als Johann Rieder gesellschaftlich aufsteigt und auch die politischen Ereignisse mehr Raum einnehmen. Da geht es dann um die Türkenkriege, das Leben am kurfürstlichen Hof, die diplomatischen und dann auch kriegerischen Auseinandersetzungen mit dem Kaiser, die bitteren Folgen (und speziell für Rosenheim), das alles wird thematisiert – und Johann Rieder mittendrin. Nun gewinnt man auch einen besseren Eindruck von seinem Wesen und Charakter, da jetzt seine Taten – vor allem in Konfliktsituationen – ein deutlicheres Bild zeichnen. Außerdem wird die Geschichte insgesamt komplexer und damit spannender und mit mehr Tiefgang versehen.

Eine Menge lokale(r) Geschichte(n)

Auf jeden Fall enthält der Roman viel Lokalkolorit. Wer aus Rosenheim und Umgebung stammt oder sich dort auskennt, wird viel Freude an der Beschreibung der Örtlichkeiten haben und natürlich viel wiedererkennen. Die Schilderungen der Schiffahrt, der verschiedenen Landungsstellen, so wie den damit verbundenen Orten sind sehr interessant und informativ, besonders natürlich, wenn man schon selber einmal dort war und somit Vergleiche zur heutigen Situation anstellen kann. Auch trifft man auf Namen, die heute in Rosenheim noch ein Begriff sind, wie zum Beispiel Stockhammer, Stöckl oder eben auch Rieder.

Insgesamt ist Das Schicksal des Johann Rieder ein informatives und interessantes Buch, das besonders – aber nicht nur – Rosenheimern und Kennern der Stadt Freude bereiten kann. Vorausgesetzt, man kämpft sich durch die recht zähe und teilweise sehr trockene erste Hälfte.

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