Die Burg der Könige

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • List, 2013, Titel: 'Die Burg der Könige', Originalausgabe

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1524. Die deutschen Lande werden von den Bauernkriegen zerrissen. Dem Adel droht der Verlust der Macht, dem Volk Hunger und Tod. Die Herrschaft Kaiser Karls V. ist in Gefahr. Da stoßen Agnes, die Herrin der mächtigen Burg Trifels, und Mathis, der Sohn des Burgschmieds, auf ein Geheimnis, das über die Zukunft der Krone entscheiden wird.

 

Die Burg der Könige

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Letzte Kommentare:
11.08.2020 12:03:11
weiß ich nich

Ja, das mit dem Löwen hab ich auch bemerkt ... Der Adler war das Wappen der Staufer und wie ich bin, habe ich das mit dem Bleistift korrigiert in meinem Buch!

Das Buch gefällt mir trotzdem, es ist flüssig, könnte vielleicht einen etwas ausgearbeiteteren Antagonisten gebrauchen, aber, nun ja ...
Man merkt dem Schreibstil an, dass Oliver Pötzsch auch schon Filme geschienen hat. Seine Sprache ist bildhaft und er erschafft zum Teil ein paar sehr gute Actionszenen (Sturm der Ramburg, Brand der Bibliothek von St Goar ...).
Eigentlich nicht schlecht!
Ich hoffe, dass dieser Roman mal verfilmt wird, aber bitte nicht mit solchen Gestalten als Raubritter wie in ''Götz von Berlichingen'' und bitte in der weiblichen Hauptrolle keine Person die viel zu alt für die Rolle ist, wie es bei Die Wanderhure passiert ist ...

21.05.2020 12:22:50
Xx 606

Kaum ein Buch hat mich je zwiegespaltener zurückgelassen.
Zum Einen ein Meisterwerk, von der anderen Seite betrachtet Schrott.

Ein Punkt in Richtung Schrott: Der Löwe als Wappentier der Staufer!
Das steht da echt drin!!!
Da krieg ich SO einen Hals ... MANN, DER A D L E R WAR DAS WAPPENTIER DER STAUFER !!!!!!!
Das muss Oliver Pötzsch wissen, sonst denkt man, er hat keine Ahnung von Geschichte !

Störend fand ich zudem Agnes' Visionen, die dem Buch etwas surreales geben und die ich zu überlesen versuchte.
Außerdem fand ich die Beweggründe ihres verrückten Ehemannes Graf Friedrich doch sehr lapidar und unüberlegt, irgendwie in ein Jugendbuch passend ... Von den Antagonisten ist sowieso nur die Figur des Schäfer - Jockel wirklich gelungen.

Der Handlungsstrang um den Bauernkrieg ist gelungen, dieses düstere Kapitel der deutschen Geschichte wird wirklich lebendig, genau wie Mathis als Bezugsperson dazu.
Darum kann ich das Buch nicht misslungen nennen, der Schreibstil ist zudem flüssig und bildhaft.

Zu kurz kommt mir die geistige Ebene.
Wir befinden uns 1524 schließlich zur Zeit des größten deutschen Theologen, den es je gab, Luther.
Das Thema Luther und die Reformation finden leider kaum Erwähnung, schade!
Stattdessen füllt Herr Pötzsch leider Seiten mit einem Abgesang auf das Mittelalter und speziell die Staufer, was so gar nicht ins 16. Jahrhundert passt.
Renaissance -- damals sehnte sich keiner nach dem Mittelalter!
Vielmehr enthält das Buch damit die lamentierende These: Früher war alles besser.

Darum. Leider kann ich keine Leseempfehlung geben!

01.08.2014 11:23:13
Nuigurumi

Auf dem Trifels, der legendären Burg der Staufer, kennen sich Agnes, die Tochter des Burgvogts, und Mathis, der Sohn des Burgschmieds, seit ihrer Kindheit und sehen keinen Grund, als Erwachsene getrennte Wege zu gehen, auch wenn die gesellschaftlichen Konventionen im 16. Jahrhundert das vorschreiben. Agnes kommt zufällig in den Besitz eines Rings, woraufhin sie Träume und Visionen bekommt, deren Ursache sie auf den Grund gehen möchte. Mathis schließt sich den Aufständischen an, da er von Gerechtigkeit träumt, und wird plötzlich als Aufrührer gesucht. Gemeinsam fliehen sie vom Trifels und machen sich auf die Suche nach der Geschichte des Rings, die gleichzeitig auch Agnes' eigene Geschichte ist…

Ich mag historische Romane und dieser hier sah so vielversprechend aus mit der schönen Gestaltung und geschrieben von einem namhaften Autor historischer Bücher. Leider hat mich das Buch ziemlich enttäuscht. Es ist zwar gut recherchiert, die Beschreibungen sind alle sehr schön, und man merkt, dass es mit viel Leidenschaft geschrieben wurde, aber das war es auch schon. Die Geschichte zieht sich ohne jede Spannung über fast 1000 Seiten. Die Handlung an sich ist zwar sehr weit hergeholt und mit Agnes' "Visionen" wahrscheinlich nicht jedermanns Sache, aber das ist nicht das Hauptproblem. Irgendwie ist alles sehr vorhersehbar und die meisten kommenden Ereignisse werden durch Gedanken der Figuren oder durch Dialoge ganz offen angekündigt, so dass überhaupt keine Spannung aufkommt. Normalerweise lese ich solche Schmöker in einem Rutsch in zwei Tagen und Nächten durch, aber dieses Buch habe ich immer wieder nach 20-30 Seiten zur Seite gelegt, weil es mich nicht genug gefesselt hat. Ich habe es zu Ende gelesen, weil es im Großen und Ganzen ganz nett war, aber überzeugt hat es mich nicht.

Das war das erste Buch des Autors, das ich gelesen habe, und es wird ganz sicher auch das letzte sein, da ich den Stil schlecht und unangemessen für einen historischen Roman fand. Von der viel zu modernen Wortwahl in den Dialogen abgesehen, hat mir vor allem der inflationäre Gebrauch des grauenhaften neudeutschen Ausdrucks "einmal mehr" die Freude am Lesen verdorben. Ob mittelalterliche Grafen im 16. Jahrhundert wohl tatsächlich zu ihren Frauen gesagt haben: "Halt den Mund! Sonst lasse ich dich einmal mehr in deine Kammer einsperren!"? Ich hoffe doch, dass es nicht einmal moderne Grafen gibt, deren Sprachniveau so tief gesunken ist…

01.08.2014 11:21:38
Nuigurumi

Auf dem Trifels, der legendären Burg der Staufer, kennen sich Agnes, die Tochter des Burgvogts, und Mathis, der Sohn des Burgschmieds, seit ihrer Kindheit und sehen keinen Grund, als Erwachsene getrennte Wege zu gehen, auch wenn die gesellschaftlichen Konventionen im 16. Jahrhundert das vorschreiben. Agnes kommt zufällig in den Besitz eines Rings, woraufhin sie Träume und Visionen bekommt, deren Ursache sie auf den Grund gehen möchte. Mathis schließt sich den Aufständischen an, da er von Gerechtigkeit träumt, und wird plötzlich als Aufrührer gesucht. Gemeinsam fliehen sie vom Trifels und machen sich auf die Suche nach der Geschichte des Rings, die gleichzeitig auch Agnes' eigene Geschichte ist…

Ich mag historische Romane und dieser hier sah so vielversprechend aus mit der schönen Gestaltung und geschrieben von einem namhaften Autor historischer Bücher. Leider hat mich das Buch ziemlich enttäuscht. Es ist zwar gut recherchiert, die Beschreibungen sind alle sehr schön, und man merkt, dass es mit viel Leidenschaft geschrieben wurde, aber das war es auch schon. Die Geschichte zieht sich ohne jede Spannung über fast 1000 Seiten. Die Handlung an sich ist zwar sehr weit hergeholt und mit Agnes' "Visionen" wahrscheinlich nicht jedermanns Sache, aber das ist nicht das Hauptproblem. Irgendwie ist alles sehr vorhersehbar und die meisten kommenden Ereignisse werden durch Gedanken der Figuren oder durch Dialoge ganz offen angekündigt, so dass überhaupt keine Spannung aufkommt. Normalerweise lese ich solche Schmöker in einem Rutsch in zwei Tagen und Nächten durch, aber dieses Buch habe ich immer wieder nach 20-30 Seiten zur Seite gelegt, weil es mich nicht genug gefesselt hat. Ich habe es zu Ende gelesen, weil es im Großen und Ganzen ganz nett war, aber überzeugt hat es mich nicht.

Das war das erste Buch des Autors, das ich gelesen habe, und es wird ganz sicher auch das letzte sein, da ich den Stil schlecht und unangemessen für einen historischen Roman fand. Von der viel zu modernen Wortwahl in den Dialogen abgesehen, hat mir vor allem der inflationäre Gebrauch des grauenhaften neudeutschen Ausdrucks "einmal mehr" die Freude am Lesen verdorben. Ob mittelalterliche Grafen im 16. Jahrhundert wohl tatsächlich zu ihren Frauen gesagt haben: "Halt den Mund! Sonst lasse ich dich einmal mehr in deine Kammer einsperren!"? Ich hoffe doch, dass es nicht einmal moderne Grafen gibt, deren Sprachniveau so tief gesunken ist…

12.01.2014 19:15:57
Malchatun

Ich bin durch ein Zufall auf Oliver Pötzsch gestossen und habe mir zu Weihnachten das Buch gegönnt--ich bin rundrum begeistert trotz einiger Schwächen-- habe drei Tage vorher den neuen Rebecca Gable - -das Haupt der Welt - -gelesen---hat mich auch sehr in den Bann gezogen--Fazit:Pötzsch hat noch Potentzial--Freue mich schon auf ein Neues!

08.12.2013 20:05:49
hinterwald

ich möchte hier keine dieser offensichtlich unbedingt notwendigen fleissarbeiten liefern, die offensichtlich notwendig sind, damit der inhalt eines buches schulmäßig drei oder vier mal nacherzählt wird - her kurz in einen kleinen jubel ausbrechen. pötsch ging mir - nach den eigentlich durchaus gelungenen ersten beiden büchern - mit seiner henkerstochterreihe zunehmend auf den wecker und wurde immer schwächer. ich hatte schon angefangen, ihn "abzuschreiben".

jetzt sitze ich da, höre die lesung seines neues buches und muss mich ab und an fragen "was, ich bin erst bei einem viertel???" und dabei ist so viel passiert bis hier ...

ein rundum tolles buch, voller gut gezeichneter personen, flüssig erzählt, "action-reich" und unterhaltsam. wer wie ich ein bißchen das vertrauen in pötsch verloren haben sollte: das ist das beste, was er bisher zu papier gebracht hat.

was in dem buch passiert kann man ja den obigen aufsätzen entnehmen ;-)

21.11.2013 09:29:02
unclethom

Selten habe ich einen historischen Roman gelesen, wo die Meinungen so auseinander gehen. Die einen meinen es sei ein Meisterwerk, andere finden das Buch allenfalls durchschnittlich. Ich gehöre zur ersten Gruppe, ich finde dass der Autor mit dem Buch sein Meisterstück abgeliefert hat.
Die gewohnt flüssige Schreibweise macht es zu einem Genuss dieses Buch zu lesen. Ich kam schnell in die Story hinein und auch durch die plastische Erzählweise, fiel es leicht dass das Kopfkino recht schnell zu rattern begann, als säße man im Kino.
Nicht zuletzt durch die ausgezeichnete Recherche des Autors war das Buch nicht nur eine Geschichte, es war gelebte Geschichte. Ich konnte das Buch jederzeit genießen, und das trotz der Länge von mehr als 900 Seiten ohne irgendwelchen unangenehmen längen.
Von mir die volle Punktzahl 5 von 5 Sternen, plus Leseempfehlung

18.10.2013 13:58:24
PMelittaM

Sowohl Kaiser Karl V als auch Franz I, König von Frankreich senden Agenten in den deutschen Wasgau, die dort nach etwas suchen sollen, von dem sie denken, dass es das ganze Reich erschüttern könnte, käme es in die falschen Hände.

Im Wasgau selbst geht es der Bevölkerung immer schlechter, die Lehnsherren pressen das Volk bis aufs Blut aus, auch einige der Ritter kämpfen um ihr Dasein. Schließlich schließen sich die Bauern der Gegend den schon in anderen Gebieten blühenden Aufständen an. Agnes, die Tochter des Trifelser Burgvogts und Mathis, Sohn des Burgschmieds und Agnes‘ Jugendfreund geraten mitten hinein in Chaos, Verrat und blutige Kämpfe.

Oliver Pötzsch erzählt vom Niedergang des Rittertums und von den Bauernaufständen des 16. Jhdt. und verwebt historische Tatsachen gekonnt mit bekannten Legenden (z. B. über Kaiser Barbarossa) und fiktiven Schicksalen. Seine Charaktere sind gut durchdacht und überzeugen und auch die mitspielenden historischen Persönlichkeiten fügen sich gut ein. Besonders Mathis gefiel mir gut, zumal er auch eine gut nachvollziehbare Entwicklung erfährt. Agnes bleibt dagegen eher blass. Auf der Antagonistenseite gibt es einen Charakter, der schön ambivalent ist: Caspar, der schon allein durch sein Äußeres auffällt und aneckt und bei mir durchaus nicht nur Antipathie geweckt hat. Im Grunde ist er einer der interesssantesten Charaktere und ich hätte gerne mehr über seinen Hintergrund erfahren.

Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt und zwar nicht nur die der fiktiven Charaktere sondern auch die von Karl V und Franz I, das gibt zusätzliche Dynamik und Spannung und der Leser wird dazu aufgefordert, das Rätsel mitzulösen. Wer jedoch aufmerksam liest und ein bisschen Wissen mitbringt, wird keine wirklichen Überraschungen erleben, ich habe nicht nur die Lösung sondern auch so ziemlich alle Wendungen vorausgeahnt. Die Geschichte ist aber trotzdem interessant und spannend und lässt sich außerdem sehr gut lesen.

Für historisch Interessierte bietet der Roman genug Inspiration, die Hintergründe weiter zu erforschen, das mag ich. Besonders gelungen ist dabei das Nachwort des Autors, in dem er erklärt, was Wahrheit und Fiktion ist, Lesetipps gibt und einen „Burgen- und Reiseführer“ sowie einer Chronik des deutschen Bauernkriegs bietet. Abgerundet wird das Ganze durch eine Karte auf den inneren Buchdeckeln mit den Orten der Handlung sowie einem Personenverzeichnis. Auch optisch macht das Buch einiges her, das Cover ist ein richtiger Eyecatcher, die Farbe und die erhabenen Buchstaben wirken edel, jedes Kapitel beginnt mit einer schön gestalteten roten Initiale.

Ein solider und spannender historischer Roman, der mich gut unterhalten hat, dem aber das gewisse Etwas fehlt und der daher von mir „nur“ 4 von 5 Sternen erhält. Genre-Fans, die auch vor dicken Romanen nicht zurückschrecken, können bedenkenlos zugreifen.

14.10.2013 07:16:06
Orange

Nach der „Henkerstochter-Reihe“ ist Oliver Pötzsch hier wieder ein großartiger Roman gelungen.
Es ist die Zeit der Bauernkriege, Martin Luther – die Anfänge der Reformation.
Agnes, einzige Tochter des verarmten Burgvogts des Trifels und Mathis, Sohn des Burgschmiedes kennen sich seit frühester Kindheit. Dabei ist Agnes keineswegs das vornehme Burgfräulein. Sie geht lieber mit ihren Falken auf Jagd und liest in der Bibliothek der Burg. Vor allem die alten Sagengeschichten um den Trifels, die legendäre Burg der Staufer, haben es ihr angetan. Angeblich lies Heinrich VI nach der Eroberung Siziliens den „Normannenschatz“ auf den Trifels bringen.
Als dann noch ihr Falke mit einen mysteriösen Siegelring aus Zeiten Barbarossas zurückgekehrt, sie von seltsamen Träumen geplagt wird und ihr Vater unerwartet stirbt, gerät ihr Leben aus den Fugen.
Sie muss den Trifels verlassen und eine Ehe eingehen, die sie nicht will.
Mathis unterdessen wird als Aufrührer und Mörder gesucht. Deshalb schließt er sich den Aufständigen an und zieht in den Krieg. Dabei verlieren sich die beiden nie aus den Augen.

Auch der französische König Franz I und Karl V, Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, sind auf der Spur eines Geheimnissen, welches sich um den Trifels rankt. Diese verschiedenen Erzählstränge verwebt Oliver Pötzsch geschickt zu einen großen Finale.

Der Roman ist in 25 Kapitel aufgeteilt, wobei jeden Ort und Datum vorangestellt sind.
Er erstreckt sich auf die Jahre 1524 bis 1526. und endet mit einem Epilog.
Eine Umgebungskarte, ein Personenregister, ein ausführliches Nachwort, eine Chronologie der Bauernaufstände sowie ein Burgenführer runden das Buch perfekt ab.

Wer also einen historischen Roman sucht, der hervorragend recherchiert ist, in dem man so ganz nebenbei einen bedeutenden Teil der deutschen Geschichte vermittelt bekommt, wo Abenteuer, Mystik und auch die Liebe nicht zu kurz kommen, hält mit „Die Burg der Könige“ genau das richtige Buch in den Händen.

10.10.2013 18:41:54
€nigma

Aufbau
Verzeichnis der fiktiven und historischen Romanfiguren
Prolog, Hauptteil: 25 Kapitel auf zwei "Bücher" verteilt, Epilog
Autorennachwort, Skizzen der Protagonisten, Burgenführer mit Wandertipps des Autors, Chronik der Deutschen Bauernkriege

Zum Inhalt
Die Handlung des Romans spielt sich während der Jahre 1524 bis 1526 ab, kursiv gedruckte Träume und Erinnerungen der Protagonistin lassen im Rückblick das ausgehende 13.Jahrhundert (Zeit der Staufer) lebendig werden.
Die Protagonistin Agnes wächst als Tochter des alternden Ritters Philipp von Erfenstein auf der heruntergekommenen Burg Trifels, einst Zentrum des Deutschen Reiches, auf. Vom Glanz der Stauferzeiten ist nichts geblieben, die Erfensteins sind verarmt und können ihre Schulden beim Herzog nicht bezahlen. Deshalb sucht Agnes´ Vater einen wohlhabenden Ehemann aus dem höheren Adel für sie. Ihre Liebe zu ihrem Jugendfreund Mathis, dem Sohn des Schmieds der Burg, erregt den Unwillen des Vaters und hat keine Zukunft, zumal Mathis sich nicht mit seinem Platz im Leben abfinden will, sich für neumodische Feuerwaffen interessiert und mit den einfachen Leuten sympathisiert, die sich anschicken, gegen ihre klerikalen und adeligen Ausbeuter aufzubegehren.
Auch Agnes, die dem alten Pater Tristan als Heilerin zur Hand geht, erlebt das Elend der einfachen Dorfbevölkerung hautnah mit und kann sich in die verzweifelte Lage der Bauern einfühlen. Im Verlauf des Romans erleben Agnes und Mathis teil gemeinsam, teils getrennt eine Menge Abenteuer, die sie kreuz und quer durch das von den erbitterten Kämpfen zwischen aufständischen Bauern und äußerst gewaltbereiten Landsknechten zerrissene Land führen.
Parallel zur Handlung um Agnes und Mathis beschäftigt sich ein weiterer Erzählstrang mit einer seltsamen Verschwörung. Sowohl der Habsburger Kaiser Karl V als auch der französische König Franz suchen - aus unterschiedlichen Motiven - etwas, das auf dem Trifels verborgen sein soll. Ihre jeweiligen Agenten gehen dabei ebenso hinterlistig wie auch gewalttätig vor und zögern nicht, Menschenleben zu opfern, wenn es um ihre Ziele geht. Nicht nur durch diese Agenten gerät Agnes in Gefahr, auch ihr eigener, ihr aufgezwungener ungeliebter Ehemann, Graf Friedrich von Löwenstein-Scharfeneck, der sie geheiratet hat, weil er auf der Burg Trifels einen sagenhaften Normannenschatz vermutet, von dem er besessen ist, wird ihr gefährlich...

Persönliche Beurteilung
"Die Burg der Könige" ist ein äußerst komplexer, sehr unterhaltsamer Roman, der die Protagonisten und den Leser kaum zur Ruhe kommen lässt. Anschaulich und ohne grausige Details auszusparen, beschreibt der Autor das Elend der Landbevölkerung des frühen 16.Jahrhunderts und die Gräuel der sogenannten Bauernkriege. Neben vielen fiktiven Figuren, wie z.B. dem exemplarisch für einen Anführer eines "Haufens" (Gruppe aufständischer Bauern) stehenden Schäfer-Jockel treten historische Persönlichkeiten (Götz von Berlichingen, Florian Geyer) auf.
Auch die Rückblicke auf die Stauferzeit und den Mythos um Kaiser Barbarossa, deren Zusammenhang mit den Geschehnissen im 16. Jahrhundert erst nach und nach verständlich wird, sind sehr interessant. Im Nachwort erläutert der Autor, wie sich historische Fakten und Fiktion im Roman verteilen.
Der Schreibstil ist sehr farbenprächtig und flüssig zu lesen, sodass es trotz des beachtlichen Umfangs von mehr als 900 Seiten nicht zu gefühlten Längen kommt. Die Charakterisierung der Figuren ist größtenteils glaubhaft, lediglich die beiden Protagonisten sind ein wenig zu "gut" geraten und in ihrer Leidensfähigkeit unübertroffen. Was Agnes erlebt, hätte eine normale Frau wohl ins Grab gebracht.
Der umfangreiche Anhang mit seinem Nachwort, den Porträts der Hauptfiguren und den Ausflugstipps für Burgen und Klöster ist sehr bereichernd, auch die Landkarte Süddeutschland im vorderen und hinteren Einband ist für den Leser zur Orientierung sehr hilfreich.

Fazit
Ein informativer historischer Roman, der vor dem Hintergrund der Bauernkriege Elemente eines Abenteuerromans mit einer Prise "Verschwörung" à la Dan Brown würzt!

Zeitpunkt.
Menschen, Schicksale und Ereignisse.

Wir schauen auf einen Zeitpunkte unserer Weltgeschichte und nennen Euch passende historische Romane.

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