Die Suche nach dem goldenen Tod

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • Emons, 2013, Titel: 'Die Suche nach dem goldenen Tod', Originalausgabe

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Christina Wohlgemuth
Ein Ausnahmeroman mit großem Tiefgang

Buch-Rezension von Christina Wohlgemuth Sep 2013

Sterkrade, Deutschland, in der Mitte des 18. Jahrhunderts: der Bauernsohn Jakob Sander, der im örtlichen Kloster arbeitet, erhält von seiner Äbtissin den Auftrag ein verloren gegangenes Tödlein – eine Wachsfigur in einem kleinen Sarg – zurück zum Kloster zu bringen. Was als einfache Aufgabe beginnt, führt Jakob nicht nur aus seiner vertrauten Umgebung hinaus, sondern wird für ihn eine kleine Weltreise: er macht die unterschiedlichsten Bekanntschaften, durchgequert halb Deutschland. Doch die Reise wird für Jakob weit mehr als nur die Erledigung eines Auftrages ...

Eine unaufgeregte Geschichte mit viel Lokalkolorit

Ein Buch, das mit einem unschuldigen Klappentext daherkommt: ein junger Mann muss für seine Äbtissin ein Tödlein – eine Wachsfigur, die einen Leichnam darstellt – zurückbringen, das versehentlich verkauft wurde. Der junge Mann durchquert dabei Deutschland. So weit, so ruhig. Keine Ankündigung großer Geheimnisse, keine reißerischer Hinweis auf tödliche Verwicklungen. Peter Kersken erzählt eine ruhige Geschichte, die ohne Brutalität oder dramatische Wendungen auskommt.

Dennoch ist die Geschichte alles andere als langweilig: gemeinsam mit Jakob Sander entdeckt der Leser das Deutschland in der Mitte des 18. Jahrhunderts. Und dabei vor allem die Städte entlang von Ruhr und Lippe, auf deren Darstellung der Autor besondere Sorgfalt verwendet. Während man das Gefühl hat, dass in vielen "Regio-Krimis" die Beschreibung der Ortschaft Mittel zum Zweck ist, scheint die Darstellung der Städte und Landschaften in diesem Roman ausgefeilt wie eine Charakterisierung. Die Bezeichnung als "Lokalkolorit" ist daher beinahe eine Untertreibung. Selbst wenn man keine der Städte je gesehen hat, entstehen diese vor dem geistigen Auge wie von Zauberhand erbaut.

Vielschichtige Charaktere und ein ganz besonderer Stil

Kerskens Charaktere sind ein weiterer Bonus. Angefangen bei der Hauptfigur Jakob Sander über seinen Begleiter Carl Arnold Kortum bis hin zu scheinbar unbedeutenden Nebenfiguren: der Autor führt jeden Charakter liebevoll ein, gibt ihm Gesicht und Geist, lässt ihn zum Leben erwachen. Auch wenn der Leser sie meist nur kurz trifft, brennt sich die Begegnung doch ins Gedächtnis ein.

Der größte Wurf gelingt dem Autor jedoch in seiner Kombination aus Stil und Erzählung: die Suche nach dem Tödlein gerät sehr schnell in den Hintergrund. Jakobs Reise wird zu einer Reise zu sich selbst, ins Innerste, und gleichzeitig weit über alle Grenzen hinaus. Der Hauptcharakter wächst an dieser Reise, sein Geist entfaltet sich, und dies lässt der Autor den Leser auf jeder Seite mit seinem eindrucksvollen Stil miterleben und mitspüren.

Die Suche nach dem goldenen Tod ist ein Kleinod, das unscheinbar daherkommt und sich dann zu einem eindrucksvollen Sittengemälde und einer intensiven Suche nach dem Leben und dessen Sinn wandelt. Wer in seinem Roman keine großen Actionszenen braucht und auch aus ruhigen Szenen Spannung ziehen kann, ist bei Peter Kersken genau richtig.

Die Suche nach dem goldenen Tod

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Letzte Kommentare:
23.01.2014 07:51:11
Philipp Cuck

Ausgezeichnt recherschiert!
Man merkt dem Autor an, dass er sich auskennt und dass er sich auskennen will.
Manchmal hat man das Bedürfnis,
sich bei dem Klostergehilfen einzuhaken und einfach mit ihm zu gehen.
Ein Buch zum geniessen, das aber auch Neugier weckt, mal in die beschriebenen Städte zu reisen.
Ich habe es gerne gelesen und verschenke es gerne!