Hoffnung ist ein weites Feld

Erschienen: Januar 2000

Bibliographische Angaben

Kurzgefasst:

Das belgische Gallien, 54 v. Chr. Nachdem Caesar Gallien mit Krieg überzogen hat, glaubt er die Könige und Stammesführer auf seiner Seite. Doch im Winter brechen die Könige ihr Wort. Fürsten verschwören sich gegen die Legionen, und Krieger ziehen gegen die Winterlager. Ambiorix, König der Eburonen, und Indutiomaro von den Treverern sehen eine letzte Chance, Roms Herrschaft über Gallien zu brechen, und wagen den Aufstand. Arist, Ambiorix' Sohn, und sein Ziehbruder Acco sind dem Knabenalter gerade entwachsen und leben als Geiseln beim benachbarten Stamm der Aduatucer. Als sie von den Legaten der vierzehnten Legion in der Hoffnung auf Frieden ausgelöst werden, müssen sie ihre Rollen im Plan eines Verräters einnehmen.

 

54 v. Chr. - Belgisches Gallien. Arist und Acco, Sohn und Ziehsohn von Ambiorix, König der Eburonen, werden durch Cotta, Legat der XIV. Legion, von dem Stamm der Aduatucer, wo sie als deren Geiseln leben, gekauft und anschließend an Ambiorix übergeben. Legat Cotta erhofft sich hierdurch, den brüchigen Frieden zwischen Römern und Galliern festigen zu können; zumindest mit dem mächtigen Volk der Eiben. Ambiorix erweist sich als dankbar und bietet den Römern für den nahenden Winter eine Zuflucht in einer ihrer von einem Felshang geschützten Fliehburg, in der es zudem reichliche Nahrungsvorräte gibt. Aber Ambiorix spielt mit gefälschten Karten, denn schnell zeigt sich, dass sein Wort und seine Ehre wenig wert sind. Ihm ist dies egal, denn er möchte lieber in Freiheit sterben als langsam in römischer Unterwerfung. So versucht er gemeinsam mit Indutiomaro, König der Treverer, die gallischen Stämme zu einen und einen Aufstand gegen die Römer zu wagen. Aber nicht alle sind von diesem Plan begeistert, so ist vor allem Cingetorix, Zweitkönig der Treverer, ein ausdrücklicher "Freund" der Römer.

 

Dein Vater hat deine Schwester nach mir benannt. Du hast meine Tochter geheiratet. Was ist mit Cäsar? Wann hast du beschlossen, sein Sohn zu sein, sein Bruder? Sein Bett zu teilen? Als du in Rom warst, haben sie dich da zu einem Bettenwärmer erzogen?

Während der Streit im Lager der Treverer zu eskalieren droht, rüstet Ambiorix mit seinem Stamm zum Kampf gegen die XIV. Legion und bietet Legat Cotta nach einem ersten Kräftemessen ein Geschäft an. Freier Abzug und keine Kampfhandlungen seitens der Eburonen. Lediglich Übergriffe der Treverer und der Aduatucer seien zu befürchten, diese seien aber noch weit weg. Die Römer gehen auf das vergiftete Angebot ein und werden, dem freien Feld schutzlos ausgeliefert, von den Eburonen vernichtend geschlagen.

 

In der Schlachtreihe, die Kameraden zur Linken und zur Rechten, blickten seine Leute diesem Schrecken ohne Furcht ins Antlitz. Und die Disziplin der Legion hatte sich in diesem Krieg als überlegene Waffe gegen die Tobsucht der Gallier herausgestellt. Doch was für eine offene Feldschlacht galt, galt noch lang nicht für einen düsteren Wald am Rande der Welt, in dem Tiergötter umgingen und Geister lauerten.

Nur wenige Römer, darunter Valerius, ein Centurio der XIV. Legion, schaffen es, das Lager von Cicero zu erreichen, von wo aus er sich nach Samarobriva zu Galliens Prokonsul Cäsar durchschlägt. Dieser will die erlittene Schmach rächen und entsendet mehrere Legionen. Ein blutiges Gemetzel droht, aber noch ist völlig unklar, wem es gelingen wird, die gallischen Stämme sowie die kampfstarken germanischen Sueben auf seine Seite zu ziehen ...

 

"Er ... verhandelt", flüsterte Valerius.

"Du bist ein guter Mann, Princeps Prior. Du solltest dir angewöhnen, die Dinge beim Namen zu nennen. Sabinus läuft weg - und möge es ihm vergönnt sein, am Leben zu bleiben, um seine Feigheit Cäsar selbst zu beichten."

Schwertbrüder ist der erste historische Roman von Judith und Christian Vogt, der im Ammianus-Verlag erschienen ist. Dieser brachte bereits von Michael Kuhn die Marcus- sowie die Marcellus-Trilogie auf den Markt und so ist - nicht ganz überraschend - Schwertbrüder der erste Teil des "Eburonenliedes", welcher mit "Verbranntes Land" dereinst seine Fortsetzung und gleichzeitig seinen Abschluss finden wird. Folgerichtig endet der Roman nach 315 Seiten mit den Worten "Sequetur altera pars - Fortsetzung folgt". Darauf folgt zunächst aber noch ein 25 Seiten langer Anhang mit vielen Informationen über den geschichtlichen Hintergrund, über den es - wie die Autoren bereits einleitend bemerken - nur wenige Quellen gibt. "Das Volk der Eibe", jene rätselhaften Eburonen, gebe noch heute viele Rätsel auf.

Im Roman selber hat man das Problem, die zahlreichen Personen und Stämme auseinander zu halten, was durch deren fremdartige Namen nicht gerade erleichtert wird. Dennoch ist der Handlungsaufbau und Schreibstil der Autoren derart angelegt, dass einem der Einstieg relativ gut gelingt, zumal man notfalls im Anhang nachschlagen kann. Neben den bereits erwähnten Stämmen der Eburonen, Aduatucer und Treverer gibt es noch die Carnuten, Senonen und Suessionen (falls jetzt keiner vergessen wurde). Die rechtsrheinischen Stämme lassen wir einfach mal weg (von wegen der Übersichtlichkeit) und erwähnen auch nicht die mitwirkenden römischen Legionen und deren diverse Anführer. Es sei nur der Hinweis gestattet, dass Cicero, Legat der IX. Legion, nicht der berühmte Redner ist, sondern dessen jüngerer Bruder Quintus Tullius. Man muss Judith und Christian Vogt ein großes Lob zollen, dass sie hier den Überblick behalten haben und daran ihre Leser teilhaben lassen.

Kurzweiliges und bildgewaltiges Schlachtenepos

In den zahlreichen Kapiteln wechseln sich die Perspektiven häufig ab, so dass man die Abläufe in den einzelnen Stämmen / Legionen erfährt und die Gedankengänge der wichtigsten Figuren gut nachvollziehen kann. Allerdings beschränkt sich der Roman im Wesentlichen auf die kriegerischen Auseinandersetzungen und bietet ein bildgewaltiges Schlachtenepos mit zahlreichen bluttriefenden Details. Hier wird nichts geschönt, sondern die Brutalität der Kampfhandlungen realistisch dargestellt. Wird einmal nicht gekämpft, so erfahren wir, wer wie über das weitere taktische Vorgehen denkt oder von wo nach wo welche Einheiten verschoben werden, um Nahrungsvorräte zu sichern oder neue Bündnispartner zu finden. Dies alles ist kurzweilig und plastisch dargestellt, so dass dieses Buch für alle empfehlenswert ist, die sich für das Römische Reich (sowie für ein kleines, aufmüpfiges Volk namens Gallier) oder für militärische Kriegsführung - einschließlich der damit einhergehenden Intrigen und Machtspiele - interessieren, auch wenn es ja "nur" ein Aufstand ist. Doch allein die Vernichtung der XIV. Legion zu Beginn es Romans kostet nahezu zehntausend römische Soldaten das Leben. Wir warten gespannt auf die Fortsetzung!

Couch-Wertung:

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Annette Gloser
Out of Hungerstorf

Buch-Rezension von Annette Gloser Sep 2013

Kurzgefasst:

Die mecklenburgischen Landarbeiter Marie und Hans Sievers wandern im Sommer 1881 mit ihren Kindern in der Hoffnung auf ein besseres Leben nach Amerika aus. Sie gehören zu den vielen deutschen Auswanderern, die von der US-Regierung kostenloses Ackerland in den Weiten Nord-Dakotas erhalten. Doch der Anfang in der neuen Umgebung ist schwerer als gedacht: Das Wetter ist unberechenbar und die Felder der Neuankömmlinge werden von Feuer und Heuschrecken heimgesucht. Einige der anderen Siedler schrecken zudem vor nichts zurück, um ihre Ziele zu erreichen oder alte Rechnungen zu begleichen.

 

Man schreibt das Jahr 1881, als sich die Familie Sievers entschließt, das mecklenburgische Hungerstorf zu verlassen und nach Amerika auszuwandern. Die große Reise endet dort, wo die Eisenbahn mangels Schienen nicht mehr weiter fährt: in Watertown, Nord- Dakota. Allerdings muß die Familie noch ein Stück weiter fahren, in einen Ort mit dem vielversprechenden Namen Himmelsfeld. Dort werden Hans, Marie und ihre drei Kinder bereits von Karl Wolter erwartet, einem Onkel der Familie und seines Zeichens Inhaber des Gemischtwarenladens von Himmelsfeld.
Aber ansonsten ist das Städtchen eine Enttäuschung, denn es besteht nur aus vier oder fünf Häusern mit viel Prärie drum herum.

Auch die Familie Sievers wird mitten in der Prärie siedeln. Großzügig verteilt die US-Regierung Land an deutsche Einwanderer. Die kommen nicht nur aus Mecklenburg, sondern aus ganz Deutschland. Sogar ein ganzes Dorf Wolgadeutscher ist gemeinsam nach Amerika ausgewandert, um der repressiven Politik des Zaren zu entgehen. Und wie alle anderen auch, wird Hans Sievers zunächst eine Erdhütte aus ausgestochenen Grassoden errichten, damit seine Familie über den Winter kommt.

Unterstützt wird er von Onkel Karl. Allerdings hat dieser auch seine eigenen Probleme, denn Max Kaufmann, der Besitzer des Hotels, ist unerwartet verstorben. Nun ist sein Neffe Christian nach Himmelsfeld gekommen und lässt keinen Zweifel daran, daß er das Amt des Bürgermeisters anstrebt. Allerdings sah Karl Wolter dieses Amt eigentlich für sich reserviert. Und so liefern sich Karl Wolter und Christian Kaufmann ein Wettrennen der Wohltätigkeit für Himmelsfeld. Karl gründet eine Zeitung, Kaufmann dagegen eine Schule, beide in der festen Überzeugung, daß die Himmelsfelder Einwohnerschaft am Wahltag ihren Namen ankreuzen wird. Als Kaufmann ermordet wird, sind sich die Himmelsfelder einig: Das kann nur Karl Wolter getan haben! Allerdings wäre es für viele Neusiedler ein Vorteil, wenn Wolter verschwinden würde. Fast alle haben Schulden bei ihm und er zögert nicht, sie immer wieder daran zu erinnern. Für den Mord an Kaufmann allerdings hat er ein Alibi. Dann aber kommt der Heiligabend 1881 und Wolters Laden brennt lichterloh!

Völlig unromantisch

Kai Blum schickt seine Leser auf direktem Wege in die Prärie. So einfach und geradlinig die Sprache in diesem Roman auch ist, was hier so lakonisch erzählt wird, zieht den Leser in den Bann. Wenn man das Buch aufschlägt, dann landet man mitten im Jahr 1881, in weiter, endlos scheinender Graslandschaft. Man erlebt glühende Sonne und Tornados, den Neueinwanderern völlig unbekannte Naturphänomene. Gerade die schnörkellose Erzählweise holt die Leser schnell mit ins Boot - oder vielmehr nach Himmelsfeld. Dabei wird deutlich, mit welchen Schwierigkeiten die Siedler zu kämpfen hatten. Die Selbstverständlichkeit, mit der diese Probleme benannt und geschildert werden, macht den Roman um so eindringlicher. Keine Spur von Plantagenromantik. Hier kämpfen Menschen hart um ihr Überleben.

Da sind die Russlanddeutschen, die als ganzes Dorf ausgewandert sind, die immer in enger Gemeinschaft gelebt haben, sich gegenseitig stützten und halfen, und die nun weit voneinander entfernt siedeln müssen. Es gibt den Getreideaufkäufer, der mitten im Winter die Preise in die Höhe treibt und es gibt den Arzt, der sich stundenlang durch die meterhoch verschneite Prärie zu seinen Patienten kämpft. Fast alle der Siedler sind Deutsche, aus den verschiedensten Gegenden Deutschlands zusammengekommen. Aber wenn dann gleich am Anfang des Buches gefragt wird, ob denn in Mecklenburg überhaupt noch Leute übrig sind, dann wird schnell klar, woher der größte Teil der Siedler in dieser Gegend kam. Angelockt durch die Landvergabe, mit der Hoffnung auf ein besseres Leben als in der Heimat, völlig unvorbereitet auf die Probleme, mit denen sie nun zu kämpfen haben.

Man spürt, daß Kai Blum sein Metier genau kennt. Er schildert den Bau einer Grassodenhütte ebenso plastisch wie die dramatische Rettung der Schulkinder aus einem Blizzard. Nur ein paar Zeilen im Roman nimmt die erste Begegnung des Sheriffs mit Hans Sievers ein, und doch wird hier sofort klar, welche grundlegende Veränderung das Leben in diesem neuen Land mit sich bringt: Ein gewählter Polizist! Für Hans, der aus einem Land der Junker und Gutsverwalter kommt, eine gewöhnungsbedürftige Angelegenheit.

Als Krimi eher zahm

Kai Blums Protagonisten decken die gesamte Bandbreite der Neueinwanderer ab. Da ist Karl Wolter, der bereits anderswo erfolgreich eine Farm betrieb und gewinnbringend verkaufte, um nun in Nord Dakota mit einem Laden seinen Unterhalt zu verdienen. Da sind der hoffnungsvolle Hans Sievers mit seiner Familie, aber auch der undurchsichtige Wanderpfarrer Gottfried Seidel und die junge, schwarze Lehrerin Mary Bayne, die Russlanddeutschen, ein paar Skandinavier, Sheriff Hunfield als Sohn einer deutschen Mutter. Es gibt die ehrlichen Menschen genauso wie die Geschäftemacher und die Ganoven. Zwischen den neu entstehenden Örtchen herrscht Konkurrenz und selbst im kleinsten Nest wohnen Machtkampf und Profitgier mit ein. Karl Wolter gerät dabei wohl zur vielschichtigsten Gestalt in diesem Roman, denn obwohl er immer auf seinen Gewinn bedacht ist, obwohl ihn viele der Siedler nicht mögen, versucht er doch, zu helfen und Mitmenschlichkeit ist ihm nicht fremd.

Generell beruht die Spannung in Hoffnung ist ein weites Feld eher auf diesem Miteinander und Gegeneinander der Protagonisten, auf der Schilderung der Lebensumstände und dem Entwurf eines Neuanfangs. Der auf dem Cover versprochene "Auswandererkrimi" hält sich in überschaubaren Grenzen und findet überhaupt erst ab Seite 123 statt, also im letzten Drittel des Romans. Auch den "Detektiv" gibt es hier nicht, die Lösung ergibt sich letztendlich aus der Handlung und dem Agieren des Personals.

Gelungener Start

Hoffnung ist ein weites Feld ist der gelungene Start eine Romanreihe, die das Leben der Familie Sievers von 1881 bis in die vierziger Jahre des 20. Jahrhunderts zum Thema haben soll. Dies ist gewiß ein ehrgeiziges Projekt, dem man nur die Daumen drücken kann. Der Einstieg ist jedenfalls gelungen. Auch wenn das Buch kein Geheimtipp für Freunde des finsteren Thrillers ist, so ist es als Auswandererroman kurzweilig, spannend und sehr informativ. Der Roman ist mit 174 Seiten nicht sehr umfangreich und liest sich flott weg. Plant man für den Urlaub, sollte man ein paar Bücher mehr mitnehmen. Aber für ein Wochenende oder einen langen Winterabend genau das Richtige, um sich in andere Zeiten entführen zu lassen.

Der Folgeband Man erntet, was man sät soll demnächst erscheinen.

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Letzte Kommentare:
27.12.2016 21:25:03
PMelittaM

Nord-Dakota, 1881: Hans Sievers ist mit Frau und Kindern gerade von Mecklenburg in die USA ausgewandert, weg vom Gutsherrn, hin zu eigenem Land. Die Sievers' haben es ein bisschen leichter als andere Auswanderer, denn Hans Onkel, Karl Wolter, hat sich bereits etabliert und betreibt in der Ortschaft Himmelsfeld, in dessen Nähe sich die Sievers ansiedeln werden, einen Laden. Man hofft, dass die geplante Eisenbahnerweiterung durch Himmelsfeld gehen wird und dem kleinen Ort zu – nicht nur – wirtschaftlichem Aufschwung verhelfen wird. Die Einwanderer, die sich rundum angesiedelt haben, arbeiten hart und haben mit den m unvorhersehbaren Wetterverhältnissen zu kämpfen, doch die Hilfsbereitschaft untereinander ist groß. Hinter den Kulissen aber gibt es Geheimnisse und schließlich einen Todesfall, der nach Mord aussieht …

Mir hat der Roman überraschend gut gefallen und mich auch schnell gepackt. Kai Blum gelingt es gut, dem Leser nahe zu bringen, warum die Menschen aus ihren Heimatländern ausgewandert sind und die Verhältnisse aufzuzeigen, unter denen sie zunächst in der neuen Heimat leben mussten. Und auch die schon länger Ansässigen haben ihre Probleme, wie etwa das Hoffen auf die Eisenbahnlinie.

„Auswanderer-Krimi“ steht auf dem Cover, doch zumindest in diesem ersten Teil nimmt der Kriminalfall nur wenig Raum ein und wird leider auch nicht aufgeklärt, am Ende gibt es außer (vielfältigen) Spekulationen nur die Hoffnung auf den nächsten Teil, der hoffentlich die Lösung bringt. In meinen Augen hätte es gar keinen Kriminalfall geben müssen, die Probleme der Einwanderer sind vielfältig und interessant genug und auch die Frage, wohin die Eisenbahn ihre Strecke erweitern wird, gibt zusätzlich Stoff. Mir waren es auf einmal zu viele Stränge, die mögliche Lösungen anbieten. Da dieser erste Band weniger als 200 Seiten hat, wirkt die Trennung zudem etwas sehr willkürlich.

Lesen werde ich den zweiten Band natürlich trotzdem, ich will ja wissen, wie es mit den Menschen weitergeht und auch auf die Auflösung des Falls bin ich neugierig. Mittlerweile ist auch ein dritter Band angekündigt, die Reihe soll die Geschichte der Familie Sievers bis zum Zweiten Weltkrieg erzählen, man darf gespannt sein.

Neben Hans Sievers und Karl Wolter gibt es eine ganze Reihe weiterer Charaktere, deren Hintergründe, aber auch Hoffnungen, Ambitionen und Geheimnisse der Autor beleuchtet, mir gefällt gut, wie nahe der Autor sie dem Leser bringt. Der Roman lässt sich leicht und flüssig lesen und man ist viel zu schnell am Ende angelangt.

Ich habe diesen ersten Band gerne gelesen und mich nur ungern wieder von den Charakteren und der Geschichte getrennt. Von mir gibt es 4 Sterne und eine Leseempfehlung für alle, die sich für die Geschichte der amerikanischen Siedler interessieren.

15.02.2015 10:17:27
wampy

„Hoffnung ist ein weites Feld“ ist ein historischer Roman von Kai Blum, der 2013 im Booquel Verlag als Taschenbuch erschienen ist. Als Zugabe ist der Code für eine kostenlose E-Book-Version enthalten.
Die Geschichte spielt im Jahr 1881 im kleinen Dorf Himmelsfeld in Nord-Dakota. Die Auswandererfamilie Sievers aus Mecklenburg hat hier ein Stück Land in der weiten Prärie zugewiesen bekommen und versucht nun, die Grundlagen für eine dauerhafte Besiedlung zu schaffen.
Dem Autor gelingt es sehr gut, die Motivation der Siedler wie auch ihre Hoffnungen und Probleme zu schildern. So ganz nebenbei habe ich eine Menge über die rechtlichen Grundlagen dieser Besiedlung erfahren. Besonders eindringlich empfand ich die Schilderung der Naturgewalten wie zum Beispiel eines Blizzard, die die Siedler völlig unvorbereitet trafen und viele Opfer forderten. Die Sprache ist schnörkellos und direkt und passt sehr gut. Ja und dann gibt es noch einen Mord, den das Buch nicht gebraucht hätte und der mehr stört als nutzt. Die Stärken des Buches liegen in der Schilderung des alltäglichen Überlebenskampfes der Siedler und der Beschreibung der Entwicklung des Ortes. Meine Wertung 80 von 100 Punkten.

06.03.2014 20:51:52
tassieteufel

Im Sommer 1881 wandert der Landarbeiter Hans Sievers mit Frau und Kindern nach Nord Dakota aus. Sein Onkel Karl Wolters, der in der neuen Heimat bereits Fuß gefaßt hat, hat für den Neffen bereits ein Stück Land ausgesucht, dass die Regierung den Neusiedlern kostenlos zur Verfügung stellt. Der Anreiz auf ein besseres Leben lockt viele nach Amerika, doch die Auswanderer erkennen schnell, dass der Neuanfang alles andere als leicht ist. Widrige und unberechenbare Wetterverhältnisse machen den Bauern das Leben schwer, Konkurrenzstreben untereinander und alte Rivalitäten treiben zudem einen Keil zwischen die Siedler, der in einem Mord endet.

Spannend und vor allem sehr informativ und interessant beschreibt Kai Blum das Leben der Siedler gegen Ende des 19. Jahrhunderts in den endlosen Weiten Amerikas. Den Bau der ersten Grasodenhütte, das Urbarmachen des Landes und die vielen Rückschläge durch das unberechenbare Wetter und unvorhergesehene Naturkatastrophen schildert der Autor plastisch und bildhaft und vermittelt dem Leser somit einen gelungenen Einblick in diese Zeit jenseits jeder Wildwestromantik. Auch seine Figuren hat Kai Blum sehr glaubhaft geschildert, es gibt Gewinner und Verlierer, sympathische und weniger nette Zeitgenossen und so ist die Reihe der Verdächtigen im Mordfall recht breit gefächert. Hier hat der Leser die Möglichkeit selbst zu spekulieren und auf Mördersuche zu gehen, denn einen „richtigen“ Ermittler gibt es in diesem ersten Teil der Reihe nicht, das Ende ist recht offen und die Spannung des Buches bezieht sich mehr aus den widrigen und schweren Lebensumständen und den Beziehungen und Verflechtungen der Protagonisten untereinander als aus dem Krimifall, der hier ehr Rahmenhandlung ist.
Kai Blums Schreibstil ist einfach und schnörkellos, paßt aber sehr gut zum Stil des Buches und so lassen sich die knapp 180 Seiten flott und flüssig lesen! Der Krimiteil hält sich hier in diesem ersten Band in Grenzen, reine Krimileser könnten also enttäuscht sein, im 2. Band der Reihe wird aber mehr ermittelt und auch einige Fragen aus dem ersten werden Band geklärt, so dass man am besten gleich den Folgeband im Anschluß liest.
Sehr ansprechend ist auch das Cover gestaltet, das wie der Titel sehr gut zum Inhalt passt! Lobenswert erwähnt werden sollte auch, dass der Verlag beim Kauf des Buches einen Code zur Verfügung stellt, mit dem man das kostenlose e-Book herunter laden kann, hier können sich renommierte Verlage eine Scheibe abschneiden!!

Danke nochmal an Kai für das kompetente begleiten der LR mit vielen interessanten Hintergrundinfos!

28.02.2014 13:19:24
Sagota

Das cover ist ansprechend gestaltet und passend zum Inhalt, auch gibt es im blog des Autors zahlreiche Hintergrundinfos, Bilder etc. zum Handlungsort. Ein weiteres Plus: Das Buch enthält einen Code, mit dem es als kostenlose e-book-Version downzuloaden ist.
Der (historische) Auswanderer-Krimi entführt den Leser (1881) nach Amerika, Dakota und handelt von Siedlern, die von der amerikan. Regierung Land, das sie 5 Jahre lang bebauen und darauf leben müssen, erhalten (Werber waren in der alten Heimat unterwegs). Das bedeutete eine große Umstellung für die Familien, die fortan ein hartes, karges Leben führen sollten, das nicht mehr viel von der Gemeinschaft in den früheren Dörfern in D, Skandinavien und Russland gemein hatte und in denen sie auch mächtigen Naturgewalten wie Tornados und Blizzards ausgesetzt waren, die sie zuvor nicht kannten.
Karl Wolters, der seinen Neffen Hans Sievers mit der Familie "nachkommen" ließ, führt den einzigen Laden in Himmelsfeld und ist gewissermaßen durch seine Machtstellung Kontrahent des Hotelbesitzers C. Kaufmann - hier nimmt das Unglück seinen Lauf....
Stilistisch ist das Buch in kurzen, klaren und einfachen Sätzen geschrieben, die jedoch zur Handlung (besonders den Dialogen) passen und die neue Heimat, sowohl die Landbebauung als auch das persönliche Leben der Protagonisten, die Nachbarschaft beschreiben. So ist es möglich, in die Figuren einzutauchen und auch Konflikte und aufkommende Rivalitäten hautnah mitzuerleben. Im Prolog gibt es einen Mord, der zum Ende des Buches aufgeklärt wird: Hier wird die Handlung etwas "holprig" und diffus - jedoch handelt es sich um das Debut von Kai Blum, der bereits die Fortsetzung veröffentlichte und sich im 2. Band (Man erntet, was man sät) doch so einiges klärt.
Mir hat das Buch recht gut gefallen, jedoch nimmt die eigentliche Krimihandlung einen geringen Teil ein, dafür erfährt der Leser vieles über frühe Siedler aus den europäischen o.g. Ländern.
Fazit:
Interessant, informativ und lesenswert für alle, die sich mit dem (zeitlosen) Thema Auswandern beschäftigen und dessen Historie bzgl. USA interessiert. Die Einfachheit der Sprache macht ein flüssiges Lesen möglich, das mir hier gewollt erscheint und auch zum Inhalt passte. Ich wünsche Kai Blum, dass er weitere "Folgebände" eines Tages "sein eigen" nennen kann - und viele interessierte Leser auch!
Lesenswert - und eine spezielle "Nische" mit interessanten historischen Hintergründen im Histo-Krimi Genre!

26.02.2014 15:08:24
Derfel

Folgendes Endfazit ziehe ich, welches ich auch so als Rezi hier veröffentliche:

Das Buch ist ideal als Lektüre für eine längere Bahnfahrt oder einem verregneten Urlaubstag, an dem man nicht an den Strand kann.
In leicht zu lesenden Kapiteln erleben wir eine sich neuentwickelte Siedlung in Dakota.
Ungewohnt für die Einwanderer aus Europa sind die extremen Wetterbedingungen sowie der Bau der ersten Unterkunft. Geld ist knapp und muss erst noch auf dem zur Verfügung gestellten Land erwirtschaftet werden.
Und wie es sich für ein Buch, das im wilden Westen spielt, gehört, passiert ein Mord.
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Wer kurzweilige leichte Unterhaltung sucht, ist mit diesem Buch bestens bedient.
Wer jedoch ein "echtes" Auswandererbuch mit all den Sorgen, Nöten und Hoffnungen lesen möchte, der wird enttäuscht sein.