Die Champagnerkönigin

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • List, 2013, Titel: 'Die Champagnerkönigin', Originalausgabe

Couch-Wertung:

83

Leser-Wertung

-
Zum Bewerten, einfach Säule klicken.
1 50 100

Zum Bewerten, einfach Säule klicken.

Bitte bestätige - als Deine Wertung.

Gebe bitte nur eine Bewertung pro Buch ab, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Danke!

0 x 91-100
2 x 81-90
0 x 71-80
0 x 61-70
0 x 51-60
0 x 41-50
0 x 31-40
0 x 21-30
0 x 11-20
0 x 1-10
B:86.5
V:1
W:{"1":0,"2":0,"3":0,"4":0,"5":0,"6":0,"7":0,"8":0,"9":0,"10":0,"11":0,"12":0,"13":0,"14":0,"15":0,"16":0,"17":0,"18":0,"19":0,"20":0,"21":0,"22":0,"23":0,"24":0,"25":0,"26":0,"27":0,"28":0,"29":0,"30":0,"31":0,"32":0,"33":0,"34":0,"35":0,"36":0,"37":0,"38":0,"39":0,"40":0,"41":0,"42":0,"43":0,"44":0,"45":0,"46":0,"47":0,"48":0,"49":0,"50":0,"51":0,"52":0,"53":0,"54":0,"55":0,"56":0,"57":0,"58":0,"59":0,"60":0,"61":0,"62":0,"63":0,"64":0,"65":0,"66":0,"67":0,"68":0,"69":0,"70":0,"71":0,"72":0,"73":0,"74":0,"75":0,"76":0,"77":0,"78":0,"79":0,"80":0,"81":0,"82":0,"83":0,"84":0,"85":1,"86":0,"87":0,"88":1,"89":0,"90":0,"91":0,"92":0,"93":0,"94":0,"95":0,"96":0,"97":0,"98":0,"99":0,"100":0}
Daniela Loisl
Eine Reminiszenz an den Champagner

Buch-Rezension von Daniela Loisl Sep 2013

Die Pfalz im ausgehenden 19. Jahrhundert. Isabelle hat sich durchgesetzt und gegen den Willen ihrer wohlhabenden Eltern den Radrennfahrer Leon Feininger geheiratet. Als ihr Mann unerwartet ein Gut in der Champagne erbt, machen sich beide frohen Mutes und voller Zuversicht auf den Weg nach Hautville. Doch alles kommt anders als erwartet und bald steht Isabelle vor dem Scherbenhaufen ihres Lebens und ihr Wille am Leben scheint erloschen. Trotz vieler Schicksalsschläge und großer Unterstützung treuer Freunde, rafft sie sich letztendlich aber dennoch auf, um ihre Zukunft zu sichern und ihren Traum zu verwirklichen.

Süffiges Leseerlebnis

Schon im ersten Band der "Jahrhundertwind-Trilogie" veranschaulichte die Autorin ein ganz spezielles Thema, nämlich den Beginn des Fahrradsports. Nun gewährt sie dem Leser Einblicke in die Produktion des Champagners und entführt ihn gemeinsam mit ihrer Protagonistin Isabelle nach Frankreich in das Anbaugebiet des weltberühmten Getränks.

Petra Durst-Benning ist eine begnadete Erzählerin und schafft es auch diesmal wieder, die Schauplätze ihrer Geschichte bunt, vielfältig und greifbar authentisch zu präsentieren, sodass man sich sofort mitten im Geschehen wähnt. Als Isabell mit ihrem Mann Leon in die Champagne reist, spürt man regelrecht die warmen Sonnenstrahlen, sieht die Hänge der Weinberge vor sich und betritt mit den Figuren das Weingut, das die beiden Eheleute von Leons verstorbenem Onkel übernehmen. Bildhaft und mit viel Liebe zum Detail malt Durst-Benning auf impressionistische Weise die Umgebung, die Bühne für ihre Figuren. Ob die Umgebung des kleinen Ortes, in dem die Protagonisten leben, Berlin oder Wien, in das die Autorin ihre Figuren und somit auch den Leser entführt, die lebendigen, plastischen und greifbaren Darstellungen sind der Autorin hervorragend gelungen und zweifelsfrei die Stärke dieses Buches.

Bekannte Figuren?

Bei Isabelle bekommt man schnell das Gefühl, diese Figur schon zu kennen. Dies ist auch nicht verwunderlich, denn die Autorin greift zu einem altbekannten Klischee: Junge Frau erleidet Schicksalsschlag und muss sich ihren Status hart erkämpfen; herbeigeeilt kommen gütige und hilfreiche Menschen, die sie unterstützen und letztendlich schafft die kämpferische, mutige und schöne Frau das was sie sich vorgenommen hat – und trifft auch noch auf einen ihr zur Seite stehenden Mann, der noch dazu sehr attraktiv ist.

Die Figur Isabells ist also sicher nicht innovativ angelegt, gewinnt aber dennoch die Sympathie des Lesers. Um es der Protagonistin nicht allzu leicht zu machen, hält Durst-Benning für sie jede Menge Stolpersteine parat, die diese natürlich mit Bravour meistert.

Darsteller gibt es jede Menge und jedem einzelnen widmete sich die Autorin mit Hingabe, sodass einem die Personen sehr realistisch erscheinen und man meint, ihnen selbst schon begegnet zu sein. Dass jede Figur schon von vornherein ihren zugeteilten Platz hat, erkennt man schnell, sodass es keine Überraschungen gibt. Auch Begegnungen mit Josefine und Clara, die man bereits im ersten Teil kennenlernte und in dem Clara die zentrale Figur war, hat die Autorin geschickt in die Erzählung mit eingebaut, sodass diese beiden nicht in Vergessenheit geraten.

Liebevolle Aufmachung

Wie schon im ersten Band der Trilogie – wobei man den ersten Band nicht gelesen haben muss, um der Geschichte folgen zu können – sind auch in diesem Buch wieder Zeichnung und zeitgenössische Illustrationen zu finden, die das Eintauchen in die Epoche des ausgehenden 19. Jahrhunderts noch einmal bereichern und unterstreichen. Ganz nebenbei gibt es auch noch eine Begegnung mit Auguste Renoir, um die so mancher Leser die Protagonistin wohl beneiden wird.

Wie bei Petra Durst-Benning üblich ist auch dieses Buch flüssig und leicht zu lesen und man ist von Beginn an bis zum Schluss mitten im Geschehen. Gute und kurzweilige Unterhaltung werden auf jeden Fall geboten, wenngleich man den einen oder anderen Abstrich bei der Glaubhaftigkeit von Isabells Talenten wohl machen wird. So darf man sich nun auf den dritten und letzten Band freuen, in dem wohl Josefine die Hauptrolle der drei Freundinnen spielen wird, freuen.

Die Champagnerkönigin

Die Champagnerkönigin

Deine Meinung zu »Die Champagnerkönigin«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
19.02.2015 09:58:54
Mohnblume

m Jahre 1898 hat sich Isabelle dem Willen ihrer Eltern wieder setzt und ist mit ihrem Freund Leon

aus Berlin geflohen. Die beiden haben heimlich geheiratet und sind zu Leons Eltern in die Pfalz gezogen. Isabelle ist enttäuscht von dem Weingut , es ist alt und klein und sie fühlt sich dort nicht wohl, Leon ist mit seinem Fahrrad

nur Unterwegs , und die Eltern lehnen Isabelle ab. Doch dann eines Tages, kommt ein Brief und Leon macht eine unerwartete Erbschaft. Er hat ein Weingut , in der Champagne von seinem Onkel Jakob Feinininger geerbt. Beide machen sich freudig auf den Weg, beide bauen schon Luftschlösser , sie wollen einen Jahrhundert Champagner kreieren.

Sie glauben dort ihre große Träume und Wünsche zu erfüllen.

Aber Jäh , platzen ihre Seifen platzen und sie kehren auf den Boden der Tatsachen zurück. Das Weingut ist zwar imposant , aber vieles liegt im Argen , es fehlt an Geld und der Kellermeister ist eine Katastrophe , das Weingut auf Vordermann zubringen ist gar nicht so einfach....

Wäre da nicht die schreckliche und hinterlistige Weingutsbesitzerin Henriette Trubert, die sich gerne das Weingut einverleiben möchte. Sie bereitet den beiden Schikanen wo sie nur kann , Isabels und Leons Kellermeister , scheint mit ihr unter einer Decke zu stecken.

Das Schicksal schlägt erbarmungslos zu , Leon stirbt nach einem Fahrradunfall. Isabelle ertrinkt in ihrem Kummer und Sorgen , obendrein ist sie auch noch Schwanger...

Wo sind ihre Energie , Freude und Interesse an dem Weingut geblieben, an dem sie so hängt, und wo sie sich so sehr für den Weinbau und die Herstellung des Champagners interessierter hat, sie hat sich doch förmlich dort reingekniet.

Das fragen sich ihre Freundinnen aus dem Ort und auch Daniel , der Kellermeister der Truberts.

Wie rettende Engel erscheinen Clara und Josefine , Isabels Freundinnen aus Berlin. Sie reißen sie mühevoll aus ihrer Lethargie. Auch Daniel erweist sich als großer Freund in Not ersteht heimlich auf Isabels Seite. Auch der Champagnerhändler Raymont Doupont , unterstützt sie tatkräftig , kurbelt ihren Verkauf des Champagners an , gibt ihr Tipps und Ratschläge.

Doch da ist noch ein Wehmutstropfen , Isabels Tochter die zur Welt kommt ist krank.....

Alle Menschen um Isabelle , bemühen sich um sie , sie nimmt es Dankbar an , auch Raymont und Daniel bemühen sich um sie zwei Rivale treffen aufeinander auch wenn sie es nach außen hin nicht zeigen....

Es sind nun zwei Männer in Isabels Leben getreten , die manches durcheinander bringen,

für wenn wird sie sich am Schluss entscheiden , für den Reichen Raymond der ihr ein Leben in Luxus bieten wird , oder für Daniel , der mit dem Weingut verwachsen zu sein scheint und der es an die Spitze bringen könnte. Aber für Sie viel Arbeit bedeuten würde.....

Wie es ausgeht , wer weiß …...



Die Autorin , entführt den Leser in ihrem 2. Band , in die Welt der Champagne , mit ihrer Landschaft , den Weinbergen und den Kellereien und der Herstellung des Champagners.

Sehr detailreich , mit Liebe und ausführlich ist alles beschrieben. Auch die vielen schönen Lithographien , ergänzen das ganze Perfekt.

Isabels Liebe zu dem Weingut , dem Land ihr bemühen, alles über die Führung, den Anbau und die Herstellung des Champagners zu lernen.Man sieht alles förmlich vor seinem Inneren Auge ablaufen. Die Protagonisten haben einen fesselnden Charakter man kann sich in sie hinein versetzen, sie sind lebendig....

Ihr Schreibstil ist fesselnd , facettenreich , Klar und Kraftvoll , sie weiß wie sie den Leser in den Bann ziehen muss.

Der Roman ist wie eine Liebkosung und auch eine Hommage an die Champagne und der starken Frauen.


„ Der Roman liest sich spritzig , leicht und prickelnd wie Champagner „


Ich freue mich schon auf den 3. Teil der Trilogie „ Bela Clara“ der März 2015 erscheint.

19.02.2015 08:14:22
venatrix

Der mit Spannung erwartete zweite Teil der Trilogie hat meine Erwartungen erfüllt. Hinreißend erzählt die Autorin den Kampf von „L’Allemende“ um das Weingut in der Champagne. Die Selbstzweifel, die vielen Grabenkämpfe mit der Konkurrenz erfüllen das Buch mit Leben. Das Geheimnis um Leons Herkunft böte (für mein Empfinden) noch weiteren Konfliktstoff.
Sachte wird die Leserschaft in die Herstellung des Champagners eingeführt. Man bekommt Lust, mehr über dieses prickelnde Getränk zu erfahren.
Freue mich auf Band 3, der im März 2015 erscheinen wird!

11.11.2013 00:38:31
Martina R.

Wenn Frau Durst- Benning etwas beherrscht, dann ist es, die Figuren, die Atmosphäre, die Landschaften und die Hintergründe (In diesem Fall die Herstellung von Champagner.) so fesselnd und detailgenau zu beschreiben, dass ich unweigerlich in den Bann der Geschichte gezogen werde.
Besonders faszinierend fand ich, wie sich die Hauptfigur Isabelle im Laufe des Romans entwickelt, reifer und erwachsener wird.
Für mich ein rundherum gelungenes Buch!

14.09.2013 19:05:51
€nigma

Allgemeines
Erschienen am 13.09.2013 als Hardcover bei List, 528 Seiten
Zweiter Band der "Jahrhundertwind"-Trilogie über drei junge Frauen zur Zeit der vorletzten Jahrhundertwende (1898/1899)
Erzählung in der dritten Person aus der Perspektive der Protagonistin Isabelle Feininger
42 Kapitel und Anmerkungen der Autorin

Zum Inhalt
"Die Champagnerkönigin" schließt inhaltlich an den ersten Band der Trilogie, "Solang die Welt noch schläft" an. Die privilegierte Fabrikantentochter Isabelle Herrenhus hatte gegen Ende des Vorgängerromans gegen den Willen ihrer Eltern den Radrennfahrer Leon Feininger geheiratet und war ihm in die Pfalz gefolgt. Das vermeintliche "Weingut" seiner Eltern hat sich zu ihrem Entsetzen als eine Art von Bauernhof entpuppt und Isabelle ist in dem kleinen Dorf, in dem es kein gesellschaftliches Leben gibt, sehr unzufrieden. Da kommt es ihr gerade recht, dass Leon von seinem verstorbenen Onkel Johann/Jacques Feininger, der in die Champagne ausgewandert war, ein Weingut, das diese Bezeichnung wirklich verdient, erbt. Hoffnungsvoll macht sich das junge Ehepaar auf den Weg, doch schon bald sehen sich die Eheleute unerwarteten Problemen gegenüber. Leon würde das Gut am liebsten verkaufen und sich vollkommen dem Radrennsport widmen, doch Isabelle ist vom Prozess der Champagnerherstellung fasziniert und arbeitet sich in die Materie ein. Die unterschiedlichen Pläne führen zu Konflikten zwischen Isabelle und Leon. Als Isabelle von einem harten Schicksalsschlag getroffen wird, ist sie auf sich selbst gestellt. Sie hat sich im Dorf zwar einige Freunde gemacht, auf die sie zählen kann, und auch ihre beiden Jugendfreundinnen Josefine und Clara aus Berlin unterstützen sie nach ihren Möglichkeiten, aber sie hat in der Chefin des Guts Trubert, der intriganten Henriette Trubert, eine mächtige Konkurrentin, die nichts unversucht lässt, um das Feininger´sche Weingut in ihren Besitz zu bringen, selbst vor der Einschleusung eines Saboteurs schreckt sie nicht zurück...

Persönliche Beurteilung
Nachdem sich der erste Band der Trilogie mit Josefine als Protagonistin der Thematik des Einstiegs von Damen in den Radrennsport befasste, steht hier eine Frau (Isabelle) als Besitzerin und Geschäftsführerin eines Weinguts in der Champagne im Mittelpunkt.
Die Autorin hat vor Ort intensiv recherchiert, dadurch ist sie in der Lage, sehr viele detaillierte und äußerst interessante Informationen über die Arbeit auf einem Weingut und den langwierigen Prozess der Champagnerherstellung einzuflechten. Darüber hinaus erwartet den Leser eine fesselnde Erzählung über ein Frauenschicksal, das von Höhen, aber auch von Schicksalsschlägen und Tiefen geprägt ist. Die Charakterisierung der Protagonistin ist gelungen: Sie ist keine perfekte Superheldin, sondern hat auch menschliche Schwächen. Nach dem ersten Schicksalsschlag gibt sie sich ungehemmt dem Selbstmitleid hin. Erst ihren beiden Berliner Freundinnen gelingt es, sie aus ihrem Elend zu holen und sie wieder für ihr ehrgeiziges Ziel, die Kreierung eines unübertrefflichen Champagners für die Feier zur Jahrhundertwende 1899/1900, zu motivieren. Dieses (relativ kurze) Wiedersehen mit Josefine und Clara ist sehr erfreulich, der Leser erinnert sich an die Vorgeschichte und in Bezug auf Claras Leben deutet sich eine Veränderung an, die Vorfreude und Spannung auf den dritten Band (geplanter Erscheinungstermin im Frühjahr 2015) weckt.
Sprachlich ist dieser Roman - wie auch die bisherigen Bücher der Autorin - sehr flüssig zu lesen, der Erzählstil ist anschaulich und vermittelt dem Leser ein lebhaftes "Kopfkino".
In den "Anmerkungen" zählt die Autorin einige bedeutende Winzerinnen des 19. und 20. Jahrhunderts auf, die als Witwen eigenständig und sehr erfolgreich Weingüter leiteten und sich in der Champagner-Produktion einen Namen machten. Diesen tatkräftigen Frauen ist der Roman gewidmet.
Schließlich sollte die sehr geschmackvolle Gestaltung des Romans gewürdigt werden: Im vorderen und hinteren Einband sind Weinranken und Trauben abgebildet, der Fließtext ist wiederholt mit thematisch angepassten Illustrationen aus dem späten 19. und beginnenden 20. Jahrhundert versehen.

Fazit
"Die Champagnerkönigin" ist ein fesselnder Roman wie ein süffiger Champagner, sehr ansprechend aufgemacht und weckt Vorfreude auf den abschließenden Band der Trilogie. Ein Muss für die Leser/innen, denen der erste Band gefallen hat! Die Kenntnis des Vorgängerbandes ist nicht zwingend erforderlich, aber von Vorteil.

Zeitpunkt.
Menschen, Schicksale und Ereignisse.

Wir schauen auf einen Zeitpunkte unserer Weltgeschichte und nennen Euch passende historische Romane.

mehr erfahren