Die Champagnerkönigin

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • List, 2013, Titel: 'Die Champagnerkönigin', Originalausgabe

Couch-Wertung:

83
Wertung wird geladen
Daniela Loisl
Eine Reminiszenz an den Champagner

Buch-Rezension von Daniela Loisl Sep 2013

Die Pfalz im ausgehenden 19. Jahrhundert. Isabelle hat sich durchgesetzt und gegen den Willen ihrer wohlhabenden Eltern den Radrennfahrer Leon Feininger geheiratet. Als ihr Mann unerwartet ein Gut in der Champagne erbt, machen sich beide frohen Mutes und voller Zuversicht auf den Weg nach Hautville. Doch alles kommt anders als erwartet und bald steht Isabelle vor dem Scherbenhaufen ihres Lebens und ihr Wille am Leben scheint erloschen. Trotz vieler Schicksalsschläge und großer Unterstützung treuer Freunde, rafft sie sich letztendlich aber dennoch auf, um ihre Zukunft zu sichern und ihren Traum zu verwirklichen.

Süffiges Leseerlebnis

Schon im ersten Band der "Jahrhundertwind-Trilogie" veranschaulichte die Autorin ein ganz spezielles Thema, nämlich den Beginn des Fahrradsports. Nun gewährt sie dem Leser Einblicke in die Produktion des Champagners und entführt ihn gemeinsam mit ihrer Protagonistin Isabelle nach Frankreich in das Anbaugebiet des weltberühmten Getränks.

Petra Durst-Benning ist eine begnadete Erzählerin und schafft es auch diesmal wieder, die Schauplätze ihrer Geschichte bunt, vielfältig und greifbar authentisch zu präsentieren, sodass man sich sofort mitten im Geschehen wähnt. Als Isabell mit ihrem Mann Leon in die Champagne reist, spürt man regelrecht die warmen Sonnenstrahlen, sieht die Hänge der Weinberge vor sich und betritt mit den Figuren das Weingut, das die beiden Eheleute von Leons verstorbenem Onkel übernehmen. Bildhaft und mit viel Liebe zum Detail malt Durst-Benning auf impressionistische Weise die Umgebung, die Bühne für ihre Figuren. Ob die Umgebung des kleinen Ortes, in dem die Protagonisten leben, Berlin oder Wien, in das die Autorin ihre Figuren und somit auch den Leser entführt, die lebendigen, plastischen und greifbaren Darstellungen sind der Autorin hervorragend gelungen und zweifelsfrei die Stärke dieses Buches.

Bekannte Figuren?

Bei Isabelle bekommt man schnell das Gefühl, diese Figur schon zu kennen. Dies ist auch nicht verwunderlich, denn die Autorin greift zu einem altbekannten Klischee: Junge Frau erleidet Schicksalsschlag und muss sich ihren Status hart erkämpfen; herbeigeeilt kommen gütige und hilfreiche Menschen, die sie unterstützen und letztendlich schafft die kämpferische, mutige und schöne Frau das was sie sich vorgenommen hat – und trifft auch noch auf einen ihr zur Seite stehenden Mann, der noch dazu sehr attraktiv ist.

Die Figur Isabells ist also sicher nicht innovativ angelegt, gewinnt aber dennoch die Sympathie des Lesers. Um es der Protagonistin nicht allzu leicht zu machen, hält Durst-Benning für sie jede Menge Stolpersteine parat, die diese natürlich mit Bravour meistert.

Darsteller gibt es jede Menge und jedem einzelnen widmete sich die Autorin mit Hingabe, sodass einem die Personen sehr realistisch erscheinen und man meint, ihnen selbst schon begegnet zu sein. Dass jede Figur schon von vornherein ihren zugeteilten Platz hat, erkennt man schnell, sodass es keine Überraschungen gibt. Auch Begegnungen mit Josefine und Clara, die man bereits im ersten Teil kennenlernte und in dem Clara die zentrale Figur war, hat die Autorin geschickt in die Erzählung mit eingebaut, sodass diese beiden nicht in Vergessenheit geraten.

Liebevolle Aufmachung

Wie schon im ersten Band der Trilogie – wobei man den ersten Band nicht gelesen haben muss, um der Geschichte folgen zu können – sind auch in diesem Buch wieder Zeichnung und zeitgenössische Illustrationen zu finden, die das Eintauchen in die Epoche des ausgehenden 19. Jahrhunderts noch einmal bereichern und unterstreichen. Ganz nebenbei gibt es auch noch eine Begegnung mit Auguste Renoir, um die so mancher Leser die Protagonistin wohl beneiden wird.

Wie bei Petra Durst-Benning üblich ist auch dieses Buch flüssig und leicht zu lesen und man ist von Beginn an bis zum Schluss mitten im Geschehen. Gute und kurzweilige Unterhaltung werden auf jeden Fall geboten, wenngleich man den einen oder anderen Abstrich bei der Glaubhaftigkeit von Isabells Talenten wohl machen wird. So darf man sich nun auf den dritten und letzten Band freuen, in dem wohl Josefine die Hauptrolle der drei Freundinnen spielen wird, freuen.

Die Champagnerkönigin

Die Champagnerkönigin

Deine Meinung zu »Die Champagnerkönigin«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
Loading
Loading
Letzte Kommentare:
Loading
Loading

Zeitpunkt.
Menschen, Schicksale und Ereignisse.

Wir schauen auf einen Zeitpunkte unserer Weltgeschichte und nennen Euch passende historische Romane.

mehr erfahren