Sturmwolken am Horizont

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • Gerth Medien, 2013, Titel: 'Sturmwolken am Horizont', Originalausgabe

Couch-Wertung:

88

Leser-Wertung

-
Zum Bewerten, einfach Säule klicken.
1 50 100

Zum Bewerten, einfach Säule klicken.

Bitte bestätige - als Deine Wertung.

Gebe bitte nur eine Bewertung pro Buch ab, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Danke!

0 x 91-100
1 x 81-90
0 x 71-80
0 x 61-70
0 x 51-60
0 x 41-50
0 x 31-40
0 x 21-30
0 x 11-20
0 x 1-10
B:89
V:0
W:{"1":0,"2":0,"3":0,"4":0,"5":0,"6":0,"7":0,"8":0,"9":0,"10":0,"11":0,"12":0,"13":0,"14":0,"15":0,"16":0,"17":0,"18":0,"19":0,"20":0,"21":0,"22":0,"23":0,"24":0,"25":0,"26":0,"27":0,"28":0,"29":0,"30":0,"31":0,"32":0,"33":0,"34":0,"35":0,"36":0,"37":0,"38":0,"39":0,"40":0,"41":0,"42":0,"43":0,"44":0,"45":0,"46":0,"47":0,"48":0,"49":0,"50":0,"51":0,"52":0,"53":0,"54":0,"55":0,"56":0,"57":0,"58":0,"59":0,"60":0,"61":0,"62":0,"63":0,"64":0,"65":0,"66":0,"67":0,"68":0,"69":0,"70":0,"71":0,"72":0,"73":0,"74":0,"75":0,"76":0,"77":0,"78":0,"79":0,"80":0,"81":0,"82":0,"83":0,"84":0,"85":0,"86":0,"87":0,"88":0,"89":1,"90":0,"91":0,"92":0,"93":0,"94":0,"95":0,"96":0,"97":0,"98":0,"99":0,"100":0}
Daniela Loisl
Wahrheiten, Offenbarungen und die Grausamkeit des Krieges

Buch-Rezension von Daniela Loisl Sep 2013

Berlin und St. Petersburg zu Beginn des Ersten Weltkrieges. Anki van Campen, die in St. Petersburg bei der Familie Chabenski lebt, verliebt sich in den jungen Arzt Robert Busch. Doch die junge Liebe wird überschattet. Zur gleichen Zeit ist in Berlin ihre Schwester Demi zu einer jungen Frau herangewachsen, die nach wie vor ihren Dickkopf hat. Aber nun stehen alle vor ganz anderen Problemen, denn der Krieg steht vor der Tür...

Wiedersehen mit alten Bekannten

Ob Demi, ihre Schwestern Tilla und Anki, alle aus der Familie Meindorff und natürlich auch Demis Freunde und Bekannte, man trifft sie alle wieder. Wenngleich es auch möglich ist, diesen zweiten Band zu lesen, ohne den ersten zu kennen, so sei es dennoch angeraten, dies nicht zu tun, da einem vieles im Zusammenhang entgeht. Elisabeth Büchle schafft es, dass ihre Figuren sich weiterentwickeln, und auch erzählerisch kann der zweite Band mit dem ersten sehr gut mithalten, was bei Mehrteilern ja nicht immer der Fall ist.

Geschickt platzierter Perspektivenwechsel

Wie schon im ersten Band wechseln auch hier die Schauplätze von Berlin, Paris über St. Petersburg und auch in die Niederlande. Durch diese geschickt gesetzten Szenenwechsel kommen nie Längen auf und kaum meint der Leser, hier etwas Spannendes zu erfahren, wechselt der Schauplatz, was den Leser vermeintlich veranlasst, schneller zu lesen, um wieder in die andere Szene zu wechseln was allerdings dieselbe Empfindung dann im aktuellen Schauplatz hervorruft.

Im Grunde findet jeder Leser Figuren, mit denen er sich identifizieren kann, denn alle sind mit viel Akribie geschaffen und wirken lebendig. Steht Demi zwar immer im Zentrum des Geschehens, so sind dennoch alle anderen Figuren und deren Handlungen mit genauso viel Liebe zum Detail gezeichnet und es wird ihnen mehr Raum geboten als im ersten Band. Nicht nur die Familie Meindorff ist groß und hat dementsprechend viele Darsteller, auch jede Menge Nebenfiguren tummeln sich auf den Schauplätzen, aber die Übersicht verliert man nie.

Die dunklen Seiten des Krieges

Der Erste Weltkrieg brachte große Umbrüche und somit auch jede Menge Leid mit sich. Ob auf dem Schlachtfeld oder auch zu Hause, alle Menschen litten unter der Situation. Elisabeth Büchle beschönigt nichts, gleitet aber auch nicht ab ins unnötig Grausame. Gut vermittelt werden Ängste und Schmerzen, Hunger und Hoffnungslosigkeit.

Die Autorin lässt Demi sehr viel Mitgefühl und soziale Kompetenz angedeihen, denn sie ist es, die viele Hungerleidende mit aufnimmt und ohne das Wissen des Patriarchen in seinem Haus durchfüttert. Dass es solche altruistische Menschen wirklich gegeben hat, belegen Augenzeugenberichte.

Natürlich kommen auch die Gefühle nicht zu kurz und im Hause der Meindorffs geht es turbulent zu. Demi wird wieder zwangsverlobt, Anki verliebt sich und die unglückliche Tilla hat Demi so einiges mitzuteilen. Auch Hannes und seine Edith begleitet man auf ihrem Weg und Philippe darf natürlich auch nicht fehlen, hat er doch einen schweren Schicksalsschlag erlitten.

Sturmwolken am Horizont ist tempo- und ereignisreicher als der erste Teil Himmel über fremdem Land, und man darf auf den finalen dritten Band Hoffnung eines neuen Tages gespannt sein!

Sturmwolken am Horizont

Sturmwolken am Horizont

Deine Meinung zu »Sturmwolken am Horizont«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
26.06.2015 21:52:26
histo_freak

Den Inhalt will ich nicht widergeben, dass haben andere schon getan und die Beschreibung des Verlagstextes reicht auch.

Elisabeth Büchle ist ein spannendes Werk über den 1. Weltkrieg gelungen. Ich habe alle drei Bände gelesen und empfehle sie auch alle in der Reihenfolge zu lesen.

Es ist ein Famlienroman. Hier geht es weiter mit der Geschichte um die Meindorffs und van Campens. Die Geschichte wird wieder aufgenommen. Leider sind einige Wiederholungen von Nöten, da die Geschichte wohl auch einzeln lesbar sein sollte. Das macht es für den Leser der Trilogie etwas mühsam.

Die Geschichte ist sehr interessant und spannend. Die Sprache etwas zu blumig. Es werden sehr viele teils merkwürdige Vergleiche gezogen. Auch gibt es meines Erachtens zu viel Gefühldusselei. Seitenweise wird erörtet wer, was warum wie fühlte. Das hätte man deutlich kürzen können.

Die Geschichte wird fortgeführt. Wieder bleiben die Schauplätze interessant und abwechselnd. Die Umbrüche in Russland (Novemberrevolution) und in Europa werden ausführlich geschildert.

Schön finde ich das Nachwort der Autorin, die zahlreichen Fußnoten und die Liste der historischen Personen.

Sprache = 65 %
Historizität* = 90 %
Spannung = 75 %

Ich vergebe gute 80 %.


* Soweit ich das beurteilen kann

15.02.2015 14:55:55
wampy

„Sturmwolken am Horizont“ ist ein historischer Roman von Elisabeth Büchle, der 2013 bei Lübbe als Hardcover erschienen ist. Es ist der zweite Band der dreiteiligen Meindorff-Saga. Dieser Roman ist auch ohne Kenntnis des ersten Bandes „Himmel über fremdem Land“ gut verständlich. Trotzdem empfehle ich nach Möglichkeit den ersten Band vorweg zu lesen.
Wieder stehen die Söhne der Meindorff-Familie und die van Campen Schwestern im Mittelpunkt der Geschichte. Dieser Teil der Trilogie spielt in den ersten Jahren des ersten Weltkriegs. Ein Schwerpunkt liegt diesmal in St. Petersburg, wo Anki van Campen als Kindermädchen in einer russischen Offiziersfamilie tätig ist. Sie verliebt sich dort in den Arzt Robert Busch und begegnet auch Rasputin. Das Hauptaugenmerk liegt aber auf dem Berliner Part der Geschichte. Die Meindorff-Söhne sind in den Krieg gezogen, das Familienoberhaupt schwächelt und Demy übernimmt die Verantwortung für den Haushalt. Die Weiterentwicklung der Figuren hat mich sehr beeindruckt. In schon aus dem ersten Band gewohnter Weise beleuchtet die Autorin diverse Themen, ohne das die eigentliche Geschichte darunter leidet. Durch viele Perspektivwechsel wird die Spannung noch erhöht und man liest immer weiter. Auch Nebenfiguren sind mit viel Aufwand und Akribie gekennzeichnet und die Handlung nimmt manchen unerwarteten Pfad. Ein absoluter Sympathieträger sind Anki und Demy van Campen, die sich als sehr junge aber auch sehr starke Frauen erweisen. Allein noch offen bleibt die Frage, wer Demys Herz erobern wird. Ich warte schon voller Ungeduld auf die Lektüre des abschließenden Bandes „Hoffnung eines neuen Tages“. Das van Campen Universum lässt mich nicht mehr los!

08.10.2014 15:52:39
LettersFromJuliet

Meine Meinung

Nachdem ich den ersten Teil richtig gut fand, habe ich mich schon sehr darauf gefreut endlich zu erfahren, wie denn die Geschichte weitergeht.
Im ersten Band drehte sich die Geschichte vor allem um Demy, Philippe und Hannes. Ankis Zeit in Russland wurde nur ein paar Mal mit einbezogen, wobei sie jetzt zu einer wichtigen Nebenhandlung wird, was mich sehr gefreut hat. So bekommt man den ersten Weltkrieg nicht nur aus der Sicht der Deutschen mit, sondern man erfährt auch was in Russland los war. Rasputin, der Aufstand gegen den Adel und den Zar, die verschiedenen Bewegungen der Bürger usw., dies erfährt man alles aus der Sicht eines niederländischen Kindermädchens, was im Dienst einer Adelsfamilie steht. Allerdings geht es auch die deutsch-französische Front und nach Berlin, wo sich die Menschen versuchen durchzuschlagen, trotz schwindender Essensvorräte.

Elisabeth Büchle hat wahnsinnig viel recherchiert, sonst könnte sie die Geschichte nicht aus so vielen Blickwinkeln erzählen. Respekt! Gerade da einige Politiker und bekannte reale Persönlichkeiten auftauchen, kann sie die Handlung nicht so gestalten wie sie gerade will. Das muss natürlich historisch korrekt sein und sie verpackt die vielen Informationen so geschickt in der Handlung, das ich teilweise das Gefühl hatte live dabei zu sein. Dazu kommen die vielen liebenswürdigen Charaktere (na ja, Rasputin war wohl nicht so liebenswürdig) und man kann gar nicht aufhören zu lesen, denn man muss einfach wissen wie es weitergeht.

Auch wenn die Sichtweisen recht häufig wechseln, man kommt trotzdem nicht aus den einzelnen Handlungssträngen raus. Ganz im Gegenteil, man möchte durch den ständigen Wechsel eher noch weiterlesen, schließlich geht die Geschichte ja an mehreren Stellen weiter und man muss mit den Charakteren mitfiebern.

Die Autorin hat einen tollen Schreibstil und man merkt gar nicht, wie schnell die Zeit beim Lesen vergeht. Man schlägt das Buch auf und schon wird man wieder in die Geschichte hineingezogen.

Die Meindorff-Saga umfasst eine Spanne von ca. 10 Jahren und gerade im Gegensatz zum ersten Band, kann man hier eine Entwicklung von vielen Charakteren feststellen. Hannes ist zum sorgenden Familienvater und Soldat geworden, Demy hat zwar keine Flausen mehr im Kopf, aber ihr Temperament hat sie Gott sei Dank beibehalten und Philippe ist für mich immer noch der klassische Held der Geschichte. Selbst der alte Meindorff hat es geschafft, dass ich ihn plötzlich mag.

Auch wenn das Buch voller historischer Informationen und einige Schreckensbilder des Kriegs vorkommen, so hat es auch seine gefühlvollen Seiten. Anki lernt den deutschen Arzt Robert Busch kennen und dass es zwischen Demy und Philippe knistert, das konnte man schon am Anfang des 1. Bandes merken. So hat das Buch für mich genau die richtige Mischung und ich kann es nur jedem empfehlen!

Fazit

Sehr gelungene Fortsetzung des ersten Bandes! Elisabeth Büchle hat eine hervorragende Recherchearbeit geleistet und entführt den Leser gekonnt in den 1. Weltkrieg mit Spannung, Liebe und Schmerz.

20.04.2014 14:43:15
unclethom

Der Autorin ist es auch mit dem zweiten Band ihrer Familiensaga gelingen mich in ihren Bann zu ziehen. Und wieder ist es ein Buch zum Genießen geworden. Die Liebe und die Politik der damaligen Zeiten halten sich hier geschickt die Waage, so dass sowohl diejenigen Leser die das Buch der Liebe wegen, als auch diejenigen die auf einen historischen, gut recherchierten Roman hoffen, beide voll auf ihre Kosten kommen.
Wie gewohnt ist der Schreibstil wieder so schön, so fesselnd, dass es wirklich schwer fällt das Buch beiseite zu legen. Sehr detailliert beschreibt sie ihre Protagonisten und Schauplätze, so dass es nicht lange dauert und das Kopfkino beginnt zu rattern. Es war als würde man alte Bekannte wieder treffen.
Für dieses zauberhafte Buch spreche ich eine Leseempfehlung aus und, wie könnte es anders sein, 5 von 5 Sternen.

24.02.2014 13:12:16
Spatzi79

"Sturmwolken am Horizont" ist der zweite Teil einer Trilogie, die mit "Himmel über fremdem Land" begonnen hat. Ich kannte den ersten Teil nicht, bin aber dennoch gut in die Geschichte hineingekommen. Natürlich merkt man an einigen Stellen, dass es eine Vorgeschichte gibt, es wird aber genug erklärt, so dass man auch ohne Vorkenntnisse problemlos einsteigen kann.

Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Der wichtigste Handlungsstrang handelt von Anki van Campen, einer jungen Niederländerin, die als Kindermädchen bei einer reichen russischen Adelsfamilie in Sankt Petersburg tätig ist. Kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs spitzt sich die politische Lage in Russland immer weiter zu. Der unheimliche Rasputin spielt eine bedrohliche Rolle in Ankis Leben und dem ihrer adligen Freundinnen. Anki verliebt sich in den jungen Arzt Robert, doch der ausbrechende Krieg überschattet ihr junges Glück und stellt ihre Liebe auf eine harte Probe.

Ein weiterer Teil der Handlung spielt in Berlin, wo Ankis Schwester Demi (um die es im ersten Band der Reihe hauptsächlich ging) versucht, den Haushalt ihrer älteren Halbschwester Tilla trotz aller Widerstände des Schwiegervaters am Laufen zu halten und sich gleichzeitig mit einer erneuten unfreiwilligen Zwangsverlobung - diesmal mit Philippe Meindorff - auseinanderzusetzen.

Die Schrecken des Krieges werden geschildert durch Hannes Meindorff, der als Soldat in Frankreich stationiert ist und das Grauen dieses furchtbaren Gemetzels an jungen Männern hautnah miterlebt.

Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen und ich werde auf jeden Fall noch den ersten Band lesen, bevor der dritte und abschließende Teil erscheint. Die liebenswerten und gut gezeichneten Figuren tragen viel dazu bei, aber der Autorin gelingt vor allem auch sehr gut, die Stimmungen und Eindrücke dieser Zeit einzufangen und wiederzugeben, egal ob es sich um das noch zaristische Russland handelt oder um die anfängliche Kriegseuphorie im Kaiserreich oder eben um das Grauen an der Westfront, wo ganze Jahrgänge ihr Leben in den Schützengräben lassen mussten.

Ich freue mich darauf, wie im letzten Teil die verschiedenen Schicksale weitergeführt werden und hoffentlich alle ihr glückliches Ende finden werden!

23.02.2014 16:57:15
-LENA-

Der zweite Band der Trilogie spielt zu Beginn des 1.Weltkrieges.
Schnell taucht man in das Geschehen um die Meindorff's und van Campen's ein, fiebert mit den Protagonisten mit.

Historische Ereignisse wurden in die fiktive Geschichte sehr gut eingebunden. Man erlebt die vorrevolutionäre Zeit in St.Petersburg, den Krieg mit all seiner Grausamkeit und erste Schritte der Fliegerei im Krieg.
Sehr gut wird zu Beginn nochmals die Ursache, die zum Ausbruch des
1.Weltkrieges führte, erläutert.

Die Autorin hat hier wieder einen spannenden Roman mit viel Atmosphäre geschrieben, der Lust auf mehr macht.

21.02.2014 09:24:17
Orange

Nachdem ich den ersten Teil „Himmel über fremdem Land“ mit großer Begeisterung verschlungen habe, hatte ich natürlich große Erwartungen an den zweiten Teil.
Doch auch mit „Sturmwolken am Horizont“ hat mir die Autorin wieder sehr schöne Lesestunden beschert.
Sehr schnell ist man wieder drin im Geschehen und fühlt und bangt mit dem lieb gewonnen Personen.
Der Krieg hat begonnen, aber noch hoffen alle auf ein schnelles Ende. Philippe und Demy treffen sich zufällig 1914 in Frankreich wieder. Da Demy dort in Gefahr ist, verhilft ihr Philippe, der bei Flugzeugbauer Fokker arbeitet, zur Ausreise.
Wieder in Berlin zwingt Meindorff sen. die beiden zur Verlobung.
Da sich die Brüder Meindorff im Krieg befinden und Demy´s Schwester Tilla ihrer Rolle als Hausherrin nicht nachkommt, nimmt Demy diese langsam ein. Hinter dem Rücken des Hausherren bietet Demy hungernden Kinder eine Zufluchtsstätte, hat aber mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen. Aber sie verliert darüber nie die Zuversicht und reift an dieser Aufgabe.
Der zweite Handlungsstrang spielt in Russland. Anki arbeitet als Kindermädchen bei einer Fürstenfamilie und bewegt sich durch diese und ihre Freunde in Adelskreisen. Zudem verliebt sie sich in den Deutschen Robert Busch. Auf Grund der politischen Verhältnisse werden beide getrennt. Denn auch in Russland brodelt es.
Hannes ist an der Front. Er erlebt die Kriegsgrauen am eigenen Leib .
Die Unterschiede zwischen der hungernden Bevölkerung und der Dekadenz des Adels werden von der Autorin sehr bildhaft beschrieben. Ihr gelingt es hervorragend die Stimmung dieser Zeit einzufangen und wiederzugeben. Auch die Kriegsgrauen sind davon nicht ausgenommen.
Sehr geschickt verwebt sie die verschiedenen Handlungsstränge und lässt so ein Bild dieser Zeit entstehen.
Es kommt nie Langeweile auf und die Seiten fliegen viel zu schnell dahin.
Auf Grund der Vielzahl der handelnden Personen haben mir die Personenregister (eins vorn für die fiktiven Personen, hinten eins für reale) einen großen Dienst erwiesen.

Meiner Meinung nach sollte man die Trilogie in der richtigen Reihenfolge lesen, da nur so Handlungen und Entscheidungen der Personen nachvollzogen werden können.

20.02.2014 00:02:59
Sagota

Das Cover dieses 2. Bandes der Trilogie ist sehr ansprechend, toll gestaltet und weist bereits auf die Inhalte hin, die in diesem Roman verortet sind. Auch die Anmerkungen und Beschreibungen der historischen Personen im Anhang sind sehr gut und akribisch dargestellt.
Inhalt:
Die Lebenswege der van-Campen-Schwestern mit Demy als Hauptprotagonistin, die eng mit der schicksalhaften Zeit des 1. Weltkrieges verbunden sind, werden in Bd. 2 weiterverfolgt. Auch das Leben der Fam. Meindorff, besonders der Söhne sowie dem "Ziehsohn" - heute würde man Pfegesohn sagen - Philippe, kurz vor und nach Ausbruch des 1. Weltkrieges spielt eine große Rolle . Alle persönlichen Entscheidungen dieser Figuren sind vom Kriege mitbeeinflusst und die Probleme, die dieser unfassbare Krieg und seine Dauer mit sich brachten, bringt die Autorin anhand der Familiensaga dem Leser sehr nahe. Der Roman führt das gesellschaftliche und soziale Klima, das Auseinanderklaffen der Lebensrealität zwischen Arm und Reich in dieser Zeit dem interessierten Leser vor Augen. Spielt der Roman häufig in Adels- oder zumindest sehr begüterten Kreisen, so wird im Gegensatz hierzu auch das Elend und die Armut der Arbeiterklasse vor 100 Jahren sehr detailliert und zutreffend beschrieben. Band 2 endet im Jahre 1916 - also noch vor Kriegsende und lässt auf den 3. Band sehr gespannt sein!
Die Charaktere sind sehr authentisch beschrieben und lassen den Leser mitfühlen, was ein Leben in dieser Zeit bedeutete. Da die Orte immer wieder wechseln, sind auch "Atempausen" nach Beschreibungen von Gefechts- und Kampfplätzen erkennbar, die die Grausamkeit des WW I zumutbar machen.
Fazit:
Trotz düsterem Hintergrund von WW I ist es der Autorin durch ihren sehr guten und anspruchsvollen Schreibstil, der Erzähldichte und Intensität der Handlung gelungen, an Band 1 anzuknüpfen und den Leser zu begeistern. Danke für viele interessante und lehrreiche tolle Lesestunden und :
eine absolute Leseempfehlung!

19.02.2014 12:58:18
Mohnblume

Philippe begegnet auf einem Ball überraschend Demy von Campen in
Frankreich , die zu einer jungen hübschen Frau heran gereift ist.
Der 1. Weltkrieg bricht aus und Demy muss aus Frankreich fliehen, mit
Philippe an ihrer Seite . Eine waghalsige und Abenteuerliche Flucht
beginnt.

Auch Anki im fernen St. Petersburg ist von dem Krieg betroffen.
Sie

hat sich in den jungen Arzt Robert Busch verliebt , aber über
ihrem jungen Glück ziehen dunkle Wolken auf. Das Leben in Russland
ist gefährlich geworden.

Auch im Hause Meindorff geht es seit dem Ausbruch des Krieges
drunter und drüber. Die Söhne sind im Krieg und der Alte Patriarch
erkrankt schwer. Demy wie immer Tatkräftig übernimmt die Führung ,
sie nimmt Kriegswaisen auf . Die Lebensmittel sind Knapp und es
herrscht große Not in Berlin. Aber irgendwie schafft sie es , auch
Dank der Unterstützung des Personals im Hause, die sie Tatkräftig
unterstützen.

Das Geständnis ihrer sterbenden Schwester Tilla , über ihren
Vater , öffnet ihr die Augen. Sie weiß nun endlich warum sie und
Anika aus dem Haus mussten. Sie ist sehr erschüttert , auch über
Tillas Tod.

Aber das Leben muss weiter gehen . Wie viel Unheil , Leid und
Trauer der Krieg noch bringen wird , ahnt noch keiner von ihnen, noch
sind alle voll Hoffnung auf einen baldigen Frieden.....







Die Autorin E. Büchle schafft es wieder einen in den Bann der
Familiensaga zu ziehen.

Spannend , fesselnd und facettenreich erzählt sie von Freud ,Leid
und den Schicksalen,

der Menschen des Hauses Meindorrfs und den übrigen Menschen im 1.
Weltkrieg.

Die Protagonisten wirken sehr lebendig und man wird eins mit
ihnen. Auch die Hintergründe der Handlung sind sehr gut
rescheschiert.


Eine gelungene , bewegende Familiensaga . Menschen die um ihr Leben kämpfen und ihre Liebe. Ein starke Geschichte voller Gefühle. Die einem nicht kalt lässt.

Zeitpunkt.
Menschen, Schicksale und Ereignisse.

Wir schauen auf einen Zeitpunkte unserer Weltgeschichte und nennen Euch passende historische Romane.

mehr erfahren