Sturmwolken am Horizont

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • Gerth Medien, 2013, Titel: 'Sturmwolken am Horizont', Originalausgabe

Couch-Wertung:

88
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Daniela Loisl
Wahrheiten, Offenbarungen und die Grausamkeit des Krieges

Buch-Rezension von Daniela Loisl Sep 2013

Berlin und St. Petersburg zu Beginn des Ersten Weltkrieges. Anki van Campen, die in St. Petersburg bei der Familie Chabenski lebt, verliebt sich in den jungen Arzt Robert Busch. Doch die junge Liebe wird überschattet. Zur gleichen Zeit ist in Berlin ihre Schwester Demi zu einer jungen Frau herangewachsen, die nach wie vor ihren Dickkopf hat. Aber nun stehen alle vor ganz anderen Problemen, denn der Krieg steht vor der Tür...

Wiedersehen mit alten Bekannten

Ob Demi, ihre Schwestern Tilla und Anki, alle aus der Familie Meindorff und natürlich auch Demis Freunde und Bekannte, man trifft sie alle wieder. Wenngleich es auch möglich ist, diesen zweiten Band zu lesen, ohne den ersten zu kennen, so sei es dennoch angeraten, dies nicht zu tun, da einem vieles im Zusammenhang entgeht. Elisabeth Büchle schafft es, dass ihre Figuren sich weiterentwickeln, und auch erzählerisch kann der zweite Band mit dem ersten sehr gut mithalten, was bei Mehrteilern ja nicht immer der Fall ist.

Geschickt platzierter Perspektivenwechsel

Wie schon im ersten Band wechseln auch hier die Schauplätze von Berlin, Paris über St. Petersburg und auch in die Niederlande. Durch diese geschickt gesetzten Szenenwechsel kommen nie Längen auf und kaum meint der Leser, hier etwas Spannendes zu erfahren, wechselt der Schauplatz, was den Leser vermeintlich veranlasst, schneller zu lesen, um wieder in die andere Szene zu wechseln was allerdings dieselbe Empfindung dann im aktuellen Schauplatz hervorruft.

Im Grunde findet jeder Leser Figuren, mit denen er sich identifizieren kann, denn alle sind mit viel Akribie geschaffen und wirken lebendig. Steht Demi zwar immer im Zentrum des Geschehens, so sind dennoch alle anderen Figuren und deren Handlungen mit genauso viel Liebe zum Detail gezeichnet und es wird ihnen mehr Raum geboten als im ersten Band. Nicht nur die Familie Meindorff ist groß und hat dementsprechend viele Darsteller, auch jede Menge Nebenfiguren tummeln sich auf den Schauplätzen, aber die Übersicht verliert man nie.

Die dunklen Seiten des Krieges

Der Erste Weltkrieg brachte große Umbrüche und somit auch jede Menge Leid mit sich. Ob auf dem Schlachtfeld oder auch zu Hause, alle Menschen litten unter der Situation. Elisabeth Büchle beschönigt nichts, gleitet aber auch nicht ab ins unnötig Grausame. Gut vermittelt werden Ängste und Schmerzen, Hunger und Hoffnungslosigkeit.

Die Autorin lässt Demi sehr viel Mitgefühl und soziale Kompetenz angedeihen, denn sie ist es, die viele Hungerleidende mit aufnimmt und ohne das Wissen des Patriarchen in seinem Haus durchfüttert. Dass es solche altruistische Menschen wirklich gegeben hat, belegen Augenzeugenberichte.

Natürlich kommen auch die Gefühle nicht zu kurz und im Hause der Meindorffs geht es turbulent zu. Demi wird wieder zwangsverlobt, Anki verliebt sich und die unglückliche Tilla hat Demi so einiges mitzuteilen. Auch Hannes und seine Edith begleitet man auf ihrem Weg und Philippe darf natürlich auch nicht fehlen, hat er doch einen schweren Schicksalsschlag erlitten.

Sturmwolken am Horizont ist tempo- und ereignisreicher als der erste Teil Himmel über fremdem Land, und man darf auf den finalen dritten Band Hoffnung eines neuen Tages gespannt sein!

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