Die geheimen Talente des Piet Barol

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • C. Bertelsmann, 2011, Titel: 'History of a Pleasure Seeker', Originalausgabe

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Rita Dell'Agnese
Erfrischende Erzählung mit einer Prise Erotik

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Sep 2013

Kurzgefasst:

Piet Barol kommt 1907 als Hauslehrer nach Amsterdam. Mittellos, aber gesegnet mit außergewöhnlich gutem Aussehen, scharfem Verstand und unwiderstehlichem Charme erobert er die Familie des reichen Hoteliers Vermeulen-Sickerts im Sturm. Vor allem Jacobina, die Frau des Hausherrn, entdeckt schon bald Piets Talente der besonderen Art. Sein eigentliches Ziel aber ist es, in Amerika sein Glück zu machen - und das stellt den ehrgeizigen jungen Mann vor manche unerwartete Herausforderung.

 

Piet Barol kennt nur ein Ziel: Er möchte dem freudlosen Dasein seiner Jugend entfliehen und zu den "Großen" gehören. Und dazu möchte er nach Amerika auswandern. Doch so einfach fällt es dem jungen Mann zu Beginn des 20. Jahrhunderts nicht, die Gesellschaftsschicht zu wechseln und sich das nötige Geld für einen Start im fernen Amerika zu verdienen. Er lässt sich in Amsterdam von der angesehenen Unternehmerfamilie Vermeulen-Sickerts als Hauslehrer für den einzigen Sohn der Familie anstellen. Egbert ist ein schwieriges Kind, das sich ganz und gar in innere Zwänge verstrickt hat und nicht in der Lage ist, ein normales Leben zu führen. Keinem Lehrer ist es bis dahin gelungen, zu ihm durchzudringen. Die Psychologie ist noch nicht so weit entwickelt, dass die Erkrankung des Jungen durch einen Fachmann hätte festgestellt werden können. Zunächst scheint auch Barol an der Aufgabe zu scheitern, denn sein Augenmerk gilt von Beginn an eher den Damen des Hauses: Der schönen und vernachlässigten Hausherrin Jacobina sowie den beiden selbstbewussten Töchtern der Familie. Dem Hauslehrer kommen dabei sein gutes Aussehen und sein unbezwingbarer Charme zugute. Doch nicht bei allen im Haushalt stößt Piet Barol auf Wohlwollen. Erst recht, als sich am Finanzhimmel düstere Wolken zeigen und die Familie vor dem finanziellen Bankrott zu stehen scheint, scheint Barols Zukunft ungewiss.

Charmanter Protagonist

Autor Richard Mason scheut vor Klischees nicht zurück. Seinen Protagonisten Piet Barol stattet er als gutaussehenden Tausendsassa aus und schenkt ihm die glückliche Hand, alles zum Erfolg zu führen, was er anfasst. Oder zumindest fast alles. Hier stecken so viele Übertreibungen in einer einzigen Person, dass der smarte Protagonist bereits wieder sympathisch wird. Man mag mit dem ehrgeizigen jungen Mann mitfiebern und wohlwollend den Kopf schütteln, wenn er die Dame des Hauses in höchste Wonnen versetzt. Hier weiß sich Mason durchaus Zurückhaltung aufzuerlegen. Die erotischen Szenen sind so beschrieben, dass sie zwar keinen großen Deutungsspielraum lassen, niemals aber ins Schmuddelige abgleiten oder langweilig werden. Damit schafft der Autor eine wichtige Hürde. Die Übertreibungen bei den Zufällen, die Barol zu Hilfe kommen - und einem mehr oder weniger aus Gewitztheit gewachsenen Können, was die psychischen Probleme von Barols Schützling Egbert betrifft - geraten etwas in den Hintergrund.

Unnötiger Cliffhanger

So witzig sich die Geschichte um den hochstapelnden Barol auch liest, sie hätte in diesem einen Roman durchaus einen Abschluss finden dürfen. Doch Richard Mason hat sich die Türe zu einem Folgeroman mit einem unnötig plumpen Cliffhanger weit offen gelassen. Gerade diese programmierte Fortsetzung wirkt störend und nimmt dem Roman einiges von seinem Pfiff. Es ist bei näherer Betrachtung allerdings nur die Folge einer ganzen Reihe von Entwicklungen, die am zunächst sehr hohen erzählerischen Niveau langsam kratzen und den Roman vom Spitzentitel ins solide Mittelfeld bugsieren. Schade, dass es Richard Mason nicht geschafft hat, den anfänglichen Schwung durch die ganze Geschichte weiterzuführen und mit dem bestechenden Charme des Beginns auch ein überraschendes Ende herbeizuführen.

Gutes Gesellschaftsbild

Schön gelungen ist Richard Mason die Darstellung eines wohlhabenden Haushalts, wie er im Jahr 1907 in Amsterdam anzutreffen war. Die unterschiedliche Stellung der Dienstkräfte wie auch die wachsende Auflehnung gegen die soziale Ungerechtigkeit sind - manchmal nicht ganz offensichtlich, aber immer vorhanden - eine wichtige historische Basis für die Erzählung. Die Leser vermögen sich dank einer bildlichen Schilderung ein gutes Bild von den Verhältnissen zu machen und können sich mühelos in die soziale Struktur der Unternehmerfamilie einleben.

Wäre Richard Mason bei der Ausgestaltung seiner Hauptfiguren etwas zurückhaltender gewesen oder hätte er dem Protagonisten das eine oder andere Wunder versagt, so hätte er einen bemerkenswert erfrischenden und sich von der breiten Masse abhebenden Roman präsentieren können. Die Erotik, die dem Werk etwas Würze gibt, ist hingegen gut dosiert und wirkt nirgends störend. So bleibt letztlich ein etwas anderer, aufschlussreicher Roman, der unterhaltsame Momente garantiert.

Die geheimen Talente des Piet Barol

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