Die Principessa

Erschienen: Januar 2002

Bibliographische Angaben

  • Droemer-Knaur, 2002, Titel: 'Die Principessa', Originalausgabe

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55

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Katharina Lewald
Langeweile trifft Mittelmäßigkeit

Buch-Rezension von Katharina Lewald Mai 2006

Die Illustrierte "Hörzu" rezensierte "Die Principessa" mit folgendem Satz: "Prange weiß, was Leser wünschen: Kabale und Liebe, Pest und Tod, Furcht und Leidenschaft, Stolz und Sühne." Und genau so kommt es dem Leser leider vor: Als wenn Prange lediglich alles das versuchte irgendwie in den Roman einzubinden – mit allen Mitteln.

Rom 1623: Während die Menschen auf den Straßen den neuen Papst feiern, trifft in der Ewigen Stadt eine blutjunge Engländerin ein, hungrig auf Leben und Freiheit. Umworben von zwei genialen Architekten, Lorenzo Bernini und Francesco Borromini, erliegt sie dem Zauber der Liebe und dem Zauber der Kunst. Doch bald muss sie erkennen, dass die Liebe und die Kunst eine dunkle Kehrseite haben. Denn plötzlich geht es um Leben und Tod.

Gute Recherche ist nicht alles

Prange hat für "Die Principessa" wirklich sehr gut recherchiert und es ist für den Leser auch sehr interessant etwas über Personen zu erfahren, die wirklich gelebt haben und über Bauwerke, die wirklich in Rom stehen – doch das ist ein Kennzeichen vieler historischer Romane. Ein guter historischer Roman muss diese wirklich geschehenen Ereignisse in eine spannende Geschichte verpacken und sonderlich spannend ist "Die Principessa" leider nicht. Vor allem dann, wenn es über zwei bis drei Seiten nur um irgendwelche Bauwerke geht, langweilt sich der Leser schnell, kommt völlig aus der Geschichte raus.

Die ganze Handlung ist ziemlich eintönig: Erst vertragen Bernini und Borromini sich, dann wieder nicht, dann wieder doch – jener Papst mag jenen Künstler, dann wieder nicht, dann kommt der nächste Papst, der mag wieder den anderen Künstler lieber – ein ewiges Hin und Her, dem es eindeutig an Spannung fehlt. Natürlich weiß man nicht genau, ob es in den Leben der beiden Künstler wirklich so zuging, aber wenn, dann hätte Prange sich möglicherweise ein anderes Thema für einen Roman suchen oder seine künstlerische Freiheit nutzen sollen, um die Beziehung zwischen den beiden Männern etwas flexibler zu gestalten.

Unschlüssige Charaktere, flüchtige Spannungsmomente

Ein weiteres Manko ist die nicht vorhandene Schlüssigkeit der Personen – die Künstler haben beide ein ziemlich ähnliches Wesen (stolz, eitel und eingebildet, beide lieben die Principessa usw.) und trotzdem verstehen sie sich nicht, wegen der Frau. Das klingt vielleicht noch einleuchtend, aber es geht weiter: Die Principessa selbst erscheint im gesamten Buch wie ein naives Kind, das seinen Platz in der Welt erst noch suchen muss und mit der Liebe gleich zweier Männer total überfordert zu sein scheint. Die Ereignisse am Anfang des Buches überschlugen sich so sehr, dass man es für unrealistisch hält, dass die beiden Künstler sich so schnell in die Principessa verlieben konnten – es sei denn man liebt eine Person, die man erst ein einziges Mal gesehen hat.

An manchen Stellen kam kurz Spannung auf, die dann leider genau so schnell wieder verflog. Die Leben der Personen auf deren "Höhepunkt" wurden so ausführlich in ca. 90% des Buches beschrieben, dass deren Ende (Selbstmord des Borromini, endgültiger Abgang der Principessa aus Rom) einfach zu schnell vonstatten ging.

Ein durchschnittlicher historischer Roman. Fans des Genres werden enttäuscht sein, Neulinge auf dem Gebiet historischer Roman erst recht. Lediglich den Lesern, die sehr interessiert an barocken römischen Bauwerken sind, kann man dieses Buch empfehlen.

Die Principessa

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Letzte Kommentare:
02.04.2011 13:35:58
Mag. Christine Bezemek

Ich liebe dieses Buch und habe es in meinem Bekanntenkreis mehrfach weiterempfohlen (zur Freude all dieser neuen Leser!). Man kann während dieser Lektüre geistig durch das barocke Rom schlendern, Rom erleben und liebgewinnen und schlussendlich in der Stadt selbst in S.Maria della Vittoria die herrliche Skulptur der hl.Theresia bestaunen.
Mit Hilfe von Peter Pranges Roman sind all diese barocken Sehenswürdigkeiten Roms für mich noch faszinierender geworden.

11.10.2006 07:59:55
beowulf

Das erste Positivum für mich ist, dass dieses Buch versucht, die Perspektive auf diese Zeit zu verschieben. Es gibt einige Romane aus dieser Zeit, insbesondere aus Florenz, andere in denen der Papst im Mittelpunkt steht, dann die in denen Michelangelo oder Raffael eine Rolle spielen. Bernini und Borromini sind sonst eher Randfiguren, allein deshalb war ich schon neugierig auf dieses Buch.

Kennt man Rom so wie ich, hat man die entsprechenden Könemanns Bildwälzer im Regal stehen ist das Buch eine nette Bereicherung nicht schlecht, der historische Hintergrund über die Beschreibung der Gebäude gehört nunmal zu einem Roman über Architekten und langweilt mich eher nicht. Sicher reißt die Handlung nicht vom Hocker- der Autor hat das Leben von historischen Personen versucht so darzustellen, wie es gewesen sein könnte- da hat er sich nicht die Freiheit genommen etwas reisserisches einzubauen. Der Schreibstil ist aber gut lesbar, die Geschichte erklärt viel über heute weltbekannte Ecken des barocken Rom. Eine 55 finde ich deshalb unterbewertet, eine 78 angemessen.