Steels Entscheidung

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • Lübbe, 2009, Titel: 'Brothers in Arms', Originalausgabe

Couch-Wertung:

82

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Carsten Jaehner
Jack Steel in geheimer Mission

Buch-Rezension von Carsten Jaehner Aug 2013

Kurzgefasst:

1708. Captain Jack Steel ist wieder dort, wo er hingehört: auf dem Schlachtfeld und unter den Männern des Duke von Marlborough. Doch die Engländer benötigen einen tieferen Einblick in die Französische Strategie, um die Schlacht von Oudenaarde zu gewinnen. Da er als Marlboroughs bester Mann gilt, wird Steel als Spion nach Paris geschickt. Dort erkennt er: Manchmal ist es weitaus gefährlicher, sich gegen Intrigen und Verrat zu behaupten, als auf dem Schlachtfeld zu stehen ...

 

Frankreich, 1708. Von einer Anhöhe aus beobachten die Truppen des Duke of Marlborough das Geschehen in der unteren Ebene. Zu den Soldaten gehört auch Jack Steel mit seiner Einheit, die sich bereits in vorherigen Schlachten durch ihren Mut und ihren Einsatz hervorgetan haben.

Nach der erfolgreichen Schlacht wird Jack mit einer Mission betraut, die ihn auf der Beförderungsliste nach oben bringen würde und zugleich sein Gehalt emporschnellen lassen würde. Gerade dies ist nicht uninteressant, da Steel, inzwischen mit Henrietta Vaughn verheiratet, aus gerade diesem Grund Geld benötigt, pflegt seine angetraute doch einen hohen Standard.

Steel geht also als Spion allein nach Paris, um den höchsten Kreisen eine Botschaft zu überbringen. Nicht alles läuft glatt, und es besteht die Gefahr, enttarnt zu werden, zumal sein jüngerer Bruder Alexander auch vor Ort ist und für die Franzosen kämpft. Nachdem er sich neue Feinde gemacht hat, kehrt er an die Front zurück und muss sich beweisen, bis ihn seine Vergangenheit und seine Gegenwart einholen. Schließlich ist nicht nur Henrietta in Gefahr...

Mehr stille Momente

Mit seinem dritten Roman um Captain Jack Steel knüpft Iain Gale nahtlos, wenn auch zwei Jahre später, an seine beiden Vorgänger an und entführt den Leser in die Zeit der Spanischen Erbfolgekriege. Es ist der Beginn des 18. Jahrhunderts, wo in der Armee noch Ordnung und ein gewisser Stil herrschen. Disziplin ist gefragt, auch wenn das bedeutet, dass man herannahenden fliegenden Kanonenkugeln nicht einfach ausweicht, nein, die geordneten Reihen bleiben bestehen, und wenn sich eine Lücke ergibt, rückt man eben einfach von hinten nach.

Die Engländer und Iren haben ihr Taktik verfeinert, indem sie sich in drei Reihen hintereinander aufstellen und in einer Kanonade abfeuern, d.h. die erste Reihe feuert, anschließend in einem Abstand von 20 Sekunden die nächste, wo dann die erste Reihe Zeit bekommt zum nachladen. So kann man ein Dauerfeuer halten, wohingegen der Gegner, der dieses System nicht hat, immer ausrechenbare Schusspausen zum Nachladen braucht. Man fragt sich allerdings unweigerlich, warum der Gegner, in diesem Fall die Franzosen, dieses System nicht einfach auch übernimmt.

Jack Steel fragt sich das ebenfalls, und da er inzwischen mit Henrietta verheiratet ist, der ein vorigen Roman kennen gelernt hat und die gerne einen Lebensstandard knapp an Steels Einkommensgrenze pflegt, sinniert Steel in diesem dritten Teil mehr als zuvor über Sinn und Zweck von sinnlosen Gefechten und kleinen Gemetzeln, über sinnlose Taktiken und Soldaten, die nur Kanonenfutter sind. Dieser leicht philosophische Ansatz sollte jeden Soldaten nachdenklich stimmen und passt gut zu Steels Persönlichkeit.

Steel als Spion

Neben den üblichen Gefechten (denn um nichts anderes geht es letztlich in diesen drei Steel-Romanen) wird Steel dieses Mal auf eine Mission geschickt, nach derer erfolgreichen Abschluss eine Beförderung und somit auch eine spürbare Gehaltserhöhung winken. Es gibt Strömungen, die besagen, dass der französische König Ludwig XIV. nicht mehr gewillt ist, endlos Heere gegen England zu schicken und bereit ist, den Konflikt auf einer diplomatischeren Ebene zu beenden. Natürlich gibt es auch Gegenströmungen, vor allem aus Seiten der Armee, die dies verhindern wollen. Steel soll nun eine Nachricht nach Paris bringen, durch die ausgelotet werden soll, inwieweit dieses Ansinnieren des Sonnenkönigs den Tatsachen entspricht und man das sinnlose Kriegsführen vielleicht in absehbarer Zeit beenden kann.

Erstmals auf sich allein gestellt, macht sich Steel auf nach Paris und trifft dort auf seinen jüngeren Bruder Alexander, der in Diensten Frankreichs steht. Die beiden treffen sich später heimlich und sinnieren darüber nach, was passieren könnte, sollten sich die beiden im Gefecht plötzlich gegenüberstehen. Hier bekommt der Roman eine persönliche Note, wie insgesamt dieser dritte Band mehr privates über Jack erzählt und so sein Schicksal als Beispiel für viele Soldatenschicksale erzählt, die Familie auf beiden Seiten haben, was nicht unüblich war.

Hierin liegt ein grosses Pluszeichen des Romans, nicht nur das Kriegsgeschehen wie in den anderen Teilen zu vermitteln, sondern auch eine private, persönliche Ebene aufzuzeigen und letztlich das ganze Morden und Metzeln in Frage zu stellen. Doch keine Angst, es wird nicht rührselig oder auf die Tränendrüse gedrückt. Als Jack aus Paris zurückkehrt, findet er sich wieder direkt an der Front wieder, und das Schiessen und Taktieren geht weiter wie bisher.

Soldatenleben

Gales Charaktere sind, bis auf einige Ausnahmen, aus den beiden Vorgängern bekannt, und es freut den Leser, die alten Kameraden gesund und munter in den Schützengräbern wiederzufinden. Mit einer gehörigen Portion Humor und Sarkasmus geht es da zu, man kennt sich und hat schon gemeinsam so manche brenzlige Schlacht überlebt. Das Zusammengehörigkeitsgefühl der Truppe wird gut und lebendig dargestellt, und man erfreut sich an den Sprüchen, die gelegentlich hin- und hergeworfen werden. Einzelne Soldaten werden mehr beschrieben als andere, aber insgesamt ergibt sich ein schlüssiges Bild der Zeit und ihrer Möglichkeiten, vor allem was Waffen, Traditionen, Werte und Ansichten angeht. Damals tötete man scheinbar noch mit Stil und nach Regeln.

Insgesamt ist Steels Entscheidung ein gelungener Abschluß der Reihe, wobei das Ende durchaus die Möglichkeit offen lässt, vielleicht einmal einen oder mehrere weitere Teile folgen zu lassen. Der Krieg ist noch nicht vorbei, und das Leben schlägt immer noch seltsame Kapriolen, also wäre dies aus der Leserschaft durchaus möglich und wünschenswert. Warum der Lübbe-Verlag den deutschen Titel Steels Entscheidung gewählt hat, bleibt hingegen rätselhaft, denn er selbst entscheidet eigentlich gar nichts, denn er führt nur Befehle aus.

Ein historisches Nachwort und ein paar Danksagungen runden einen Roman ab, der nicht so sehr von seinen Beschreibungen überzeugt, wie es seine Vorgänger getan haben, sondern eher durch seine nachdenklichen Aspekte, die mehr auf die negativen Seiten der Kriegsführung abzielen. Dennoch lesenswert, teilweise spannend und gerade für Fans der Reihe unabdingbar.

Steels Entscheidung

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