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Christina Wohlgemuth
Spannender Kriminalfall mit viel Regionalbezug und sympathischen Charakteren

Buch-Rezension von Christina Wohlgemuth Aug 2013

Kurzgefasst:

Das Moseltal im Jahre 1814. Jungbauer Joseph Brachtendorf wird erschlagen aufgefunden. Wurde er das Opfer von französischen Soldaten, die nach Napoleons Niederlage auf ihrem Rückzug von Rhein und Mosel das Maifeld unsicher machen? Doch warum traf er sich heimlich mit dem Fuhrmann aus dem benachbarten protestantischen Winningen, obwohl ein guter Katholik die "Blauköpp" meidet wie der Teufel das Weihwasser? Bei seinen Ermittlungen stößt Friedensrichter Spitzlay aus Münstermaifeld auf eine Wand des Schweigens und gerät in tödliche Gefahr.

 

Eifel, Sommer 1814: In Münstermaifeld arbeitet der stellvertretende Friedensrichter Spitzlay an seinem ersten eigenen Fall. Der Bauernsohn Joseph Brachtendorf wird tot aufgefunden. Schnell steht fest: es war Mord. Doch wer steckt dahinter? Die beiden Unbekannten, die den Leichenfund gemeldet haben? Die Verbrecher, die aus einem nahe gelegenen Gefängnis ausgebrochen sind? Steht hinter dem Mord ein dramatisches Eifersuchtsdrama oder ein innerfamiliärer Zwist Spitzlay muss in alle Richtungen ermitteln und bald zu einem Abschluss kommen, denn er selbst gerät ebenfalls in Gefahr ...

Regionales und historisches Erlebnis

Moselhochzeit sprüht nur so vor regionaler Atmosphäre. Dazu tragen nicht nur vereinzelte moselaner Ausdrücke bei, sondern auch die Schreibart der Autorin: dadurch, dass sie das einfache Volk, den Durchschnittsbauern, die Durchschnittsfrau zu Wort kommen lässt, bildet sie ein glaubwürdiges Bild einer ganzen Region ab.

Dies führt auch zu einer gelungenen historischen Untermalung: das (wenn auch nur vorläufige) Ende der napoleonischen Macht, die Unsicherheit zwischen dem Ende der Franzosenherrschaft und dem Beginn der preußischen Dominanz. Nur wenige Jahre nach der Beendigung der Leibeigenschaft sind noch lange nicht überall bessere Verhältnisse hergestellt. Und auch die Kriege, an denen viele Moselaner teilgenommen haben, haben das Gesicht der Gemeinden mitgeprägt.

Ein sympathischer Protagonist inmitten einer interessanten Charakterschar

Spitzlay, der stellvertretende Friedensrichter, ist so ganz anders als die anderen Ermittler. Er ist kein Superheld. Er ist aber auch kein alkoholkranker, depressiver und masochistisch veranlagter Kriminalbeamter in der Midlife-Crisis. Spitzlay ist ein junger Mann, der zum ersten Mal beruflich ganz auf eigenen Füßen steht und sich beweisen muss. Glaubwürdig in seiner Unsicherheit und Nervosität ebenso wie in seinem Bedürfnis nach Anerkennung. Es bleibt zu hoffen, dass wir Spitzlay wiederbegegnen werden.

Auch die anderen Charaktere sind gelungen! Vom jungen, noch immer napoleontreuen Russlandfeldzugveteran über den neugierigen, nur Milch trinkenden Sohn im Ort bis zum geselligen Arzt der Gemeinde sind die Charaktere ausnahmslos farbenfroh, dreidimensional, greifbar.

Ein spannender Krimi mit ausführlichem Anhang

Der Krimi ist spannend, deutet zwar schon früh eine mögliche Lösung an, ohne jedoch das Motiv direkt aufzudecken. Die Auflösung macht Lust, das Buch noch ein bisschen zu durchblättern, um die eine oder andere entscheidende Szene noch einmal mit Täterwissen nachzuempfinden. Die Tatsache, dass der Kriminalfall auf historischen Tatsachen beruht, rundet ihn nur noch mehr ab.

Ein ausführlicher Anhang ergänzt das Buch. Doch hier ist Vorsicht geboten, denn die Auflösung wird im Anhang gleich zu Beginn erwähnt. Ansonsten erfährt man hier viel über die realen Hintergründe des Falles und die damaligen Lebensumstände. Für diejenigen, die nicht aus der Gegend stammen, gibt es zudem einen Glossar.

Insgesamt ist Moselhochzeit ein unterhaltsamer, spannender und atmosphärischer Histo-Krimi, der für Fans des Genres und der Epoche uneingeschränkt empfehlenswert ist!

Moselhochzeit

Moselhochzeit

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Letzte Kommentare:
08.10.2018 12:34:05
Marlene Steines

Mich hat das Buch so fasziniert, dass ich es gleichb 2x gelesen habe, weil ich so gierig war und befürchtet hatte, dass ich zu Anfang oberflächlich war. Auch ich hatte den Gedenkstein entdeckt bei einer Wanderung und das Bekannten erzählt, weil mich das ergriffen hatte und die sagten mir, dass es dazu ein Buch gibt. Sehr spannend !!!

28.03.2015 20:12:16
kjz

Ein historischer Regionalkrimi; ein junger Friedensrichter muss in einem Mordfall im Maifeld (Vordereifel) ermitteln, der sich in der Epoche des Übergangs von napoleonischer zur preussischen Herrschaft abspielt. Der Roman basiert auf einem tatsächlichen historischen Kriminalfall. Die Kriminalhandlung scheint mir hier eher Nebensache zu sein, sie wird auch nicht besonders spannend entwickelt. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Schilderung von Land und Leuten in einer historischen Umbruchssituation. Da hier auch Dialekt gesprochen wird, ist der Roman eher für Leser interessant, die sich in der Region auch auskennen.

07.04.2014 15:45:15
Romi Vogels-Theuer

Auf Grund einer Buchbesprechung habe ich das Buch gekauft. Ich bin in Burgen/Mosel geboren und aufgewachsen und kenne das Maifeld und natürlich "das Lasserger Kippchen" gut. Seit 33 J. wohne ich in den Niederlanden und das Buch ist ein Stück Heimat für mich. Spannend und gut recherchiert. Haben Sienoch mehr Bücher mit historischem Hintergrung geschrieben?

28.01.2014 20:24:40
E.M.Bast

Ein interessanter Roman , "....Ein Viertel Wahrheit. 75 Prozent musste ich dazu erfinden" (Rhein-Zeitung, Nr. 219, 20 Sep 2013.
Die volle Inschrift des Kreuzes:
1814 DEN 15.
AUGUST
DES ABENDS
UM 9 UHR WURDE HIER
DER EHR UND TUGENDSAME
IUNGESEL IOSEPH
BRACHTENDORF ALT
22 IAHR VOM KERGESHOF,
VON SEINEM
BESTEN
FREUND, DEN
ER NOCH
EINIGE
MINUTEN ZU
VOR KÜSTE,
IAEMERLICH
ERMORDET.
BETET FÜR
IHN. RIP

Frage: Woher wusste der Kreuzstifter, dass sich die 2 Männer geküsst hatten ?
Wie war die moralische Einstellung auf dem konservativen, katholischen bäuerlichen Maifeld dazu ?

14.11.2013 12:21:03
Gabriele v. Winterfeld

Ein wunderbares Buch, im besonderen für mich, da ich in Hatzenport aufgewachsen bin und familiäre Wurzeln in Winningen habe.
Das Buch ist dank der guten Recherche sehr lebendig, spannend geschrieben, und die Zeit steht wieder auf, wobei manches Vergangene dann auch in vagen Erinnerungen wieder lebendig wird.
Vielen Dank für die - für mich- sehr anrührende Lektüre

08.09.2013 09:22:57
Wolfgang Wessel

Mein Schwiegervater hieß auch Leven und stammte aus der der selben Gegend wie der echte Leven im Roman – könnte es etwa sein, dass Schwiegervaters Ururururgroßvater bei der „Moselhochzeit“ …?
Regional verankerte Romane haben den ganz eigenen Reiz, dass der Leser sich in ihnen wiederfinden, Beziehungen zu Personen oder Orten entdecken kann. Petra Reategui hat das Maifeld und die Mosel und einen Gedenkstein entdeckt.
Mit akribischer Recherche, genauer Beobachtung, aber auch viel schriftstellerischer Freiheit zeichnet sie ein einfühlsames Bild von Land, Leuten und Vorkommnissen in dieser Gegend vor 200 Jahren. Und das mit Sprache und Stil, die sich wohltuend von den den ach so vielen Historischen und Regionalkrimis der letzten Jahre absetzen. Ob der Münstermaifelder Friedensrichter-Stellvertreter nicht noch weitere Untaten im Maifeld oder an der Mosel aufgeklärt hat? Reategui sollte noch mal recherchieren!