Todeswalzer

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • Gmeiner, 2013, Titel: 'Todeswalzer', Originalausgabe

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Dirk Jaehner
Endlich stimmt das Rezept. Inspektor Nechyba auf Erfolgskurs

Buch-Rezension von Dirk Jaehner Aug 2013

Als der österreichische Thronfolger Franz Ferdinand am 28. Juni 1914 von einem fanatischen Serben in Sarajevo erschossen wird, muss Kriminalinspektor Nechyba seine Kur abbrechen. Doch nicht, weil Europa einem Weltkrieg entgegen taumelt, sondern weil zeitgleich in Wien der Sohn eines Hofrates erstochen in seiner heruntergekommenen Dachwohnung aufgefunden wird. Vielleicht hätte auch jeder andere die Ermittlungen aufnehmen können, doch Nechybas Frau Aurelia ist Köchin im Schmerda'schen Haushalt und kennt den Sohn der Familie sehr gut. Bald stellt sich heraus, dass Alphonse alles andere als ein gehorsamer Sohn seines Vaters ist. Der möchte seinen Sohn die gleiche Karriere machen sehen wie er selbst und sein Vater und Großvater. Doch Alphonses Sinn steht eher nach dem Theater - eine Berufswahl, die dem jähzornigen und standesbewussten Hofrat Schmerda gar nicht passt. Also flüchtet Alphonse in die unstete Welt der Bühne und will nach einigen Misserfolgen ein eigenes Theater eröffnen. Das benötigte Geld besorgt er sich bei Wucherern, bei im wahrsten Sinne alten Freundinnen und jungen Geliebten, die er auf den Strich schickt. Die Probleme sind also vorprogrammiert.

Inspektor Nechyba ermittelt die Geschichte des jungen Schmerda und kommt der Aufklärung seiner Ermordung nicht einen Schritt näher. Jede Spur verläuft im Nichts, endet mit der Entlassung eines Verdächtigen aus der Untersuchungshaft - oder mit einer neuen Leiche. Denn der Mörder schlägt mehrfach zu, immer auf dieselbe Weise, aber trotzdem rutscht der Täter dem Ermittler immer wieder durch die Finger.

Echte Ermittlungen

Endlich tut Loibelsberger das, was er Nechyba schon von Anfang an hätte tun lassen sollen: ermitteln. War in den drei vorangegangenen Nechyba-Fällen der Zufall der wichtigste Assistent, entspringt die Lösung dieses Falles zum Großteil der Kopf- und Nachforschungsarbeit des Inspektors. Freilich ist er auf Hilfe angewiesen - Zeitungsredakteur Goldblatt trägt wesentlich zur Lösung des Falles bei, es erfolgen mehrere Verhaftungen mit zum Teil handfesten Befragungen und wertvollen Ergebnissen. Am Ende findet Nechyba aber den roten Faden und kann die Verdächtigen eingrenzen. Die Lösung des Falles ist zwar wieder dem Zufall überlassen, doch bei einer 50:50-Chance ist es ohnehin nur eine Frage der Zeit.

Doch die Verhältnisse...

Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges ist der historische Hintergrund der Geschichte. Fast parallel mit der langsamen Auflösung der bisherigen gesellschaftlichen Ordnung dreht sich die Gewaltspirale. Alles taumelt dem Abgrund entgegen, das Staatengefüge aus Kaiser- und Königreichen ebenso wie die Moral und die Fähigkeit Schuld zu empfinden einzelner Personen. Der österreichische Kaiser kann schon lange sein Reich der vielen Völker nicht mehr zusammenhalten. Je mehr er an die Moral der Bürger appelliert, desto mehr verfällt sie. Kein Wunder also, dass die Geschichte zum Teil im Theater- zum Teil aber auch im Hurenmilieu spielt. Und ebenso kein Wunder, dass der Hauptverdächtige, ein stadtbekannter Zuhälter, der ausgerechnet als "der Gute" bekannt ist, sich am Ende als unschuldig herausstellt. Verkehrte Welt, und das macht nicht nur Nechyba zu schaffen. Der namensgebende Todeswalzer ist die Allegorie darauf - ein Bild, gemalt von der neuen Geliebten des Redakteurs Goldblatt.

... sie sind nicht so

Die sorgfältig konstruierte Geschichte ist mit den üblichen Loibelsberger-Zutaten gewürzt. Nechyba ist wie immer gemütlich und einem guten Essen nicht abgeneigt. Das eine oder andere Rezept lässt sich aus dem Text extrahieren. Wie immer spaziert ein zeitgenössischer Komponist durchs Bild. Diesmal ist es Franz Lehár, der einen Theaterdirektor vor Ungemach bewahrt. Und wie immer macht sich über allem der Wiener Schmäh breit, der selbst den dramatischsten Ereignissen mit nonchalanter Arroganz die Schärfe nimmt. Alles zusammen war der Autoren-Vereinigung "Homer - Historische Literatur" immerhin den zweiten Preis in der Kategorie Historischer Krimi wert. Eine Geschichte, die endlich so rund ist wie Inspektor Nechybas Bauch.

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