Lohengrins Grabgesang

Erschienen: Januar 2001

Bibliographische Angaben

  • Emons, 2001, Titel: 'Lohengrins Grabgesang', Originalausgabe

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Carsten Jaehner
Vermischung von Sage und Geschichte

Buch-Rezension von Carsten Jaehner Okt 2006

Dass im Mittelalter nicht alles immer alles mit rechten Dingen zuging, hat sich wohl mittlerweile herumgesprochen. Vor allem der Aberglaube und die Katholische Kirche haben ihr Gutteil dazu beigetragen, dass sich niemand wirklich sicher sein konnte und dass Gerechtigkeit immer im Auge des Betrachters liegt.

Mord in Kleve

So auch in "Lohengrins Grabgesang", in dem Edgar Noske eine Geschichte aus dem Kleve des 14. Jahrhunderts erzählt. Als auf einem Turnierfeld bei Kleve der verstümmelte Leichnam der Wirtstochter Anna Zwerts gefunden wird, macht sich vor allem einer Gedanken darum: Marco di Montemagno, der mit Anna einst ein Techtelmechtel hatte und dabei wohl nicht der einzige war. Noch am Abend zuvor hatte er sich mit ihr getroffen und nun ist er natürlich der erste Verdächtige, wenn auch niemand weiß, dass er überhaupt der Letzte ist, der sie lebend gesehen hat.

Ihm zur Seite steht erstaunlicherweise Annas jüngere Schwester Elsa, mit der Marco nun versucht, sich von dem Mordverdacht reinzuwaschen. Doch wirklich Verdächtige gibt es auch genug, wie den Sohn des Bürgermeisters oder andere Bewohner der Stadt, die gerne auf der Karriereleiter ein paar Sprossen nach oben kommen würden. Und auch Marcos Bruder Pietro scheint irgendwie mit der Sache zu tun zu haben.

In einem parallelen Erzählstrang, der fünf Jahre zuvor, im Jahr 1345 beginnt, gelingt einem Mann die Flucht aus einem Gefängnis. Diese wurde ihm ermöglicht, um ihn verfolgen zu können und dabei in seine Schatzsuche eingreifen zu können. Doch der Gefangene entpuppt sich als geschickter Flüchtling, der seine Verfolger abzuschütteln weiß und schließlich mit seinem kostbaren Schatz als weißer Ritter im Jahr 1350 in Kleve landet...

Misstrauen macht verdächtig

Mit lockerer Hand schreibt Noske seinen unterhaltsamen Roman, dessen knapp 350 Seiten man flüssig lesen kann und auch gerne wieder zur Hand nimmt. Die Personen sind sehr sympathisch porträtiert, man kann das Verhalten der Protagonisten nachvollziehen, wenngleich es etwas komisch ist, dass niemand außer Marco selbst ihn verdächtigt, da niemand weiß, dass er Anna zuletzt gesehen hat. Dies ist aber auch der einzige halbwegs unlogische Aspekt der Geschichte.

Die kleinen Machenschaften der Menschen untereinander geben einen schönen Einblick in das angeborene Misstrauen, das im Mittelalter den Alltag prägte. Wer einmal auch nur ansatzweise verdächtigt wurde, wird für den Rest seines Lebens nicht mehr froh werden, egal ob er unschuldig war oder nicht. So ergeht es hier nicht nur Marco und seiner Familie, aber so war es nun einmal in dieser düsteren Zeit.

Dorfleben in der Stadt

Die Beschreibungen des Dorflebens sind sehr realistisch und mitunter amüsant geschildert, so auch an einer Stelle, als einige Bewohner von Kleve vor einem Mob flüchten.

 

Marco war der erste, der in den Hof stürmte. Gackernd und federlassend stob eine Schar Hühner auseinander. Mit drei Sätzen war Marco an der Flechthürde, flankte hinüber und landete im Schweinetrog des Nachbarn. Eine Sau und ihre Hand voll Ferkel quiekten lautstark, währen der Nachbar mit einer Mistforke in der Hand in der Tür erschien. Dadurch zusätzlich angespornt, rappelte Marco sich hoch, setzte in Windeseile über das nächste Gatter und stand auf einmal vor der ehemaligen Stadtmauer.

Natürlich spielt auch die Liebe eine Rolle in dieser Geschichte, auch wenn Elsa und Marco zunächst nicht unbedingt auf derselben Seite stehen und es auch zwischendurch immer wieder Zweifel an der Loyalität des jeweils anderen gibt. Aber man liest das gerne, wenngleich man manchmal die Zweifel nicht nachvollziehen kann.

Alles in allem ist Edgar Noske ein schöner Roman gelungen, der ein nachvollziehbares Bild des mittelalterlichen Kleve zeigt und eine bisweilen sehr spannende Handlung vorweisen kann. Auch wenn die Auflösung der Mordes (der nicht der einzige bleiben wird) etwas müde daherkommt und der Auftritt des Ritters am Ende irgendwie unpassend zum Rest der Geschichte ist, bietet der Roman gute Unterhaltung für den kleinen Mittelalter-Hunger zwischendurch. Es ist eben nur eine Geschichte und keine Sage.

Lohengrins Grabgesang

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Letzte Kommentare:
08.10.2008 11:47:04
Katharina

Dieser Roman hat mir recht gut gefallen, ich fand ihn sehr spannend. Einzig störend für mich war dieser 2. Erzählstrang um diese Templer-Geschichte und den Ritter, den ich langatmig und langweilig fand. Die Personen und ihre Beziehungen zueinander fand ich gut beschrieben undich habe einen guten Einblick in diese Zeit erhalten. Isngesamt ein nettes und angenehmes Lese-Abenteuer zum Schnell-Weglesen, aber sicher nicht eines der besten historischen Bücher.