Die Geisel des Löwen

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • Lübbe, 2013, Titel: 'Die Geisel des Löwen', Originalausgabe

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Rita Dell'Agnese
 Süffige Geschichte um die Christianisierung Rügens

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Jul 2013

Kurzgefasst:

Rujana (Rügen), 1163: Magnus, ein junger Knappe und Neffe des Dänenkönigs Waldemar, bangt um sein Leben. Die Inselbewohner haben sein Schiff gekapert und ihn gefangen genommen. Nun soll er ihrem Gott Svantevit geopfert werden. Nur die junge Amra stellt sich gegen ihr Volk und riskiert ihr Leben, um Magnus zu retten. Tatsächlich kann Magnus fliehen, doch kann er seine Lebensretterin ebenso wenig vergessen wie Amra den jungen Edelmann. - Ihre Wege kreuzen sich wieder, als Amras Wagemut sie erneut in Gefahr bringt. Und nun ist es an Magnus, Amra vor dem Schlimmsten zu bewahren ...

 

Amra lebt auf Rujana und betet zur Gottheit Svantevit, als sie Magnus begegnet. Der junge Knappe eines Templers soll zusammen mit seinem Herrn der Gottheit geopfert werden - so hat es der König auf Druck der Priesterschaft bestimmt. Obwohl vor Jahren schon vom dänischen König zum Christentum gezwungen, ist Rujana jetzt, im Jahre 1163, längst zu ihrer Gottheit zurück gekehrt. Für die Priesterschaft ist Svantevit einträglich: Die Gottheit verlangt stets nach Opfergaben. Durch Zufall erkennt Amra, dass es mit dem Heiligtum nicht weit her sein kann: Die Priester manipulieren das Orakel und lassen so die Menschen von Rujana - Rügen - in die gewünschte Richtung laufen. Das Mädchen nimmt ihren ganzen Mut zusammen und befreit Magnus, bevor das Opferschwert ihn töten kann. Vom zwielichtigen Vaclav beobachtet, muss Amra für die Befreiung büßen. Der König nimmt sie als Sklavin an den Hof. Jahre später wirbt Vaclav um die zur Schönheit heran gereiften Amra. Doch die junge Frau mag den rücksichtslosen Verwandten des Königs nicht und weicht seiner offenen Werbung aus. Als Rujana erneut vom dänischen König erobert wird, scheint Amra die Lösung gefunden zu haben: Sie tauscht heimlich mit einer der Geiseln, die der Eroberer von der Bevölkerung verlangt, den Platz. Amra wird von ihrem neuen Herrn dessen Verbündeten Heinrich dem Löwen zum Geschenk gemacht. So reist die junge Frau nach Deutschland, wo sie eine völlig neue Welt kennen lernt.

Flott geschrieben

Ricarda Jordan weiß zweifelsohne, wie man die Leser in eine Geschichte hinein ziehen kann. Der Roman ist flott geschrieben und bedient alle Wünsche. Die Autorin setzt zwar eine strahlende Heldin in den Mittelpunkt ihres Romans und trägt da auch ein wenig üppig auf. Amra ist nicht nur gewitzt, sie ist auch wunderschön und entspricht dem gängigen Heldinnen-Schema. Ebenso Magnus, der sich vom Knappen zum holden Ritter entwickelt und alles daran setzt, die von ihm angebetete Amra vor einem tragischen Schicksal zu bewahren. Das bringt den Ritter allerdings in einen Loyalitätskonflikt, denn Heinrich der Löwe ist sein Herr. Diesen Konflikt stellt Ricarda Jordan wunderbar dar. Er wiegt auch das etwas zu positiv geratene Bild der beiden Protagonisten auf und verleiht dem Geschehen viel Tiefe. Zwar entspricht auch Magnus´ Gegenspieler Vaclav dem Klischee des Antihelden, doch hat sich die Autorin hier nicht dazu verleiten lassen, die tiefsten Abgründe zu bemühen. So bleibt die Geschichte spannungsreich.

Gute Einblicke ins 12. Jahrhundert

Ist die Geschichte um die Protagonisten unterhaltsam und süffig, so ist der historische Hintergrund des Romans gehaltvoll und spannend. Ricarda Jordan hat das Geschehen in eine Zeit verlegt, die in den historischen Romanen nicht häufig geschildert wird. Auch die Schauplätze vermögen zu überzeugen. Sowohl Rujana und dessen Christianisierung wie auch später das Geschehen rund um Heinrich den Löwen und dessen kindliche Ehefrau Mathilde eignen sich ausgezeichnet als Handlungsort eines Romans. Ricarda Jordan geht mit den historischen Fakten optimal um: Sie erzählt viel von den tatsächlichen Ereignissen, ohne je schulmeisterlich oder langweilig zu wirken. Um den Verlauf des Plots zu beschleunigen, beugt sie einige wenige Fakten - im Anhang geht sie darauf aber detailliert ein und erklärt die tatsächlichen historischen Zusammenhänge. Diese leichte Veränderung der historischen Abläufe kann also verziehen werden. Sehr aufschlussreich ist auch das Leben im Kloster, das Amra kennen lernt. Hier schafft es Ricarda Jordan, eine sehr intensive Atmosphäre zu schildern, die nicht nur von solidem Handwerk der Autorin zeugt, sondern dem Leser eine wunderbare Welt eröffnet.

Die Geisel des Löwen ist ein historischer Roman, der seinem Namen in jeder Hinsicht gerecht wird. Die temporeiche Geschichte lebt auch von den spannenden Schauplätzen und der gekonnten Umsetzung durch die Autorin. Sie bietet viel Lesegenuss.

Die Geisel des Löwen

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