Der Teufelsfürst

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • Bookspot, 2013, Titel: 'Der Teufelsfürst', Originalausgabe

Couch-Wertung:

92
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Christina Wohlgemuth
Spannende Unterhaltung auf mehreren Ebenen

Buch-Rezension von Christina Wohlgemuth Jul 2013

Kurzgefasst:

Edirne 1447: Die Söhne von Vlad Dracul II., dem Fürsten der Walachei, befinden sich in türkischer Gefangenschaft. Als Geiseln am Sultanshof in Edirne gehen sie durch die Hölle. Vor allem der ältere der beiden, der sechszehnjährige Vlad Draculea, wird für seinen Stolz und seinen Trotz mit harten Züchtigungen bestraft. Ohnmächtig muss er dabei zusehen, wie der sinnesfreudige osmanische Prinz Mehmed seinem jüngeren Bruder nachstellt. Mit jedem Tag, den Vlad als Gefangener am Sultanshof verbringt, wächst sein Hass auf die Osmanen. Er träumt von Flucht und sinnt auf Rache für all die Demütigungen.

Während Vlad Draculea am Hof in Edirne Fluchtpläne schmiedet, muss die vierzehnjährige Zehra von Katzenstein sich in Ulm vor Gericht verantworten. Sie wird beschuldigt, den eigenen Vater vergiftet zu haben. Falsche Zeugen beschwören ihre Täterschaft, sodass man sie für immer aus ihrer Heimatstadt verbannt. Mittellos, verzweifelt und ohne Schutz muss sie sich den Gefahren stellen, welche vor den Stadttoren lauern. Sie flieht in das von Kriegswirren erschütterte Ungarn, wo sie schon bald eine folgenschwere Entscheidung fällen muss.

 

Europa, Mitte des 15. Jahrhunderts. Der junge Vlad Draculea, Sohn des Woiwoden der Walachei, ist gemeinsam mit seinem Bruder Radu Geisel am Hof des osmanischen Sultans. In Edirne leiden die Brüder unter Willkür und Missbrauch. Vlad, der sich als Verteidiger des christlichen Glaubens sieht, muss besonders unter den Schikanen leiden. Doch sein Ziel ist klar: er will der Gefangenschaft entkommen - und Radu retten. Zur gleichen Zeit ereilen gleich mehrere Schicksalsschläge die Familie von Katzenstein in Ulm. Der Vater wird ermordet, und seine Tochter Zehra wird des Mordes und der Hexerei beschuldigt. Während Zehra sich durch ihr neues Leben kämpfen muss, entbrennen Streitigkeiten um das Erbe derer von Katzenstein ...

Mehrere Handlungsstränge als harmonisches Ganzes

Silvia Stolzenburgs erster Roman rund um das historische Vorbild für Bram Stokers Dracula erzählt mehrere Geschichten mit mehreren Protagonisten: ein Schwerpunkt der Handlung liegt in Edirne, dem Hof des Sultans. Dort müssen Vlad und Radu, die Söhne des walachischen Woiwoden, mit ihrer Geiselhaft zurechtkommen. Rund um Ulm spielt eine weitere Geschichte um zwei Familienzweige derer von Katzenstein. Zehra wird schließlich auf ihrer Reise gen Osten zum Verbindungsstück zwischen den zwei Erzählsträngen. In angenehmem Rhythmus wechseln sich die Erzählstränge ab, was auch zu einer gewissen Entspannung des Lesers beiträgt: die düsteren Episoden am Hof von Edirne wechseln sich mit dem farbenfrohen Stadtleben von Ulm ab und lassen absolut keine Langeweile aufkommen.

Ein wahrhaft historischer Roman mit interessanten Charakteren

Vlad Draculea, der "kleine Drache", der später in Bram Stokers Dracula unsterblich werden sollte, ist kein typischer Held für historische Romane. Die Autorin bindet die wenig bekannten Fakten über die Jugend von Vlad ein und erzählt eine düstere Geschichte, die sich tatsächlich so abgespielt haben könnte. Sie erklärt nachvollziehbar die Grausamkeit des späteren Woiwoden, die legendär werden sollte.

Auf der anderen Seite wird anhand der fiktiven Familie von Katzenstein eine klassische und doch eindrucksvolle Geschichte in einer aufstrebenden Stadt zur beginnenden Neuzeit erzählt. Wie die Autorin in ihrem Nachwort verrät, können viele Verhaltensweisen ihrer Figuren aus den Stadtchroniken oder sonstigen Zeitzeugnissen nachvollzogen werden. Diese Note macht Der Teufelsfürst als historischen Roman noch interessanter und unterhaltsamer.

Eine Geschichte, die Lust auf mehr macht

Schon relativ früh zeichnet sich ab, dass die Geschichten um Vlad, Zehra, Utz und all die anderen hier noch nicht zu Ende erzählt werden. Die Geschichte ist als Trilogie angelegt. Durch ihren intensiven Stil und ihre spannende Erzählweise macht die Autorin auf jeden Fall Lust auf mehr. Wer eine spannende Geschichte über den historischen Dracula lesen möchte und gleichzeitig ein wenig das Stadtleben zur beginnenden Neuzeit erleben möchte, liegt bei diesem Roman genau richtig.

Der Teufelsfürst

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