Der Teufelsfürst

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • Bookspot, 2013, Titel: 'Der Teufelsfürst', Originalausgabe

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Christina Wohlgemuth
Spannende Unterhaltung auf mehreren Ebenen

Buch-Rezension von Christina Wohlgemuth Jul 2013

Kurzgefasst:

Edirne 1447: Die Söhne von Vlad Dracul II., dem Fürsten der Walachei, befinden sich in türkischer Gefangenschaft. Als Geiseln am Sultanshof in Edirne gehen sie durch die Hölle. Vor allem der ältere der beiden, der sechszehnjährige Vlad Draculea, wird für seinen Stolz und seinen Trotz mit harten Züchtigungen bestraft. Ohnmächtig muss er dabei zusehen, wie der sinnesfreudige osmanische Prinz Mehmed seinem jüngeren Bruder nachstellt. Mit jedem Tag, den Vlad als Gefangener am Sultanshof verbringt, wächst sein Hass auf die Osmanen. Er träumt von Flucht und sinnt auf Rache für all die Demütigungen.

Während Vlad Draculea am Hof in Edirne Fluchtpläne schmiedet, muss die vierzehnjährige Zehra von Katzenstein sich in Ulm vor Gericht verantworten. Sie wird beschuldigt, den eigenen Vater vergiftet zu haben. Falsche Zeugen beschwören ihre Täterschaft, sodass man sie für immer aus ihrer Heimatstadt verbannt. Mittellos, verzweifelt und ohne Schutz muss sie sich den Gefahren stellen, welche vor den Stadttoren lauern. Sie flieht in das von Kriegswirren erschütterte Ungarn, wo sie schon bald eine folgenschwere Entscheidung fällen muss.

 

Europa, Mitte des 15. Jahrhunderts. Der junge Vlad Draculea, Sohn des Woiwoden der Walachei, ist gemeinsam mit seinem Bruder Radu Geisel am Hof des osmanischen Sultans. In Edirne leiden die Brüder unter Willkür und Missbrauch. Vlad, der sich als Verteidiger des christlichen Glaubens sieht, muss besonders unter den Schikanen leiden. Doch sein Ziel ist klar: er will der Gefangenschaft entkommen - und Radu retten. Zur gleichen Zeit ereilen gleich mehrere Schicksalsschläge die Familie von Katzenstein in Ulm. Der Vater wird ermordet, und seine Tochter Zehra wird des Mordes und der Hexerei beschuldigt. Während Zehra sich durch ihr neues Leben kämpfen muss, entbrennen Streitigkeiten um das Erbe derer von Katzenstein ...

Mehrere Handlungsstränge als harmonisches Ganzes

Silvia Stolzenburgs erster Roman rund um das historische Vorbild für Bram Stokers Dracula erzählt mehrere Geschichten mit mehreren Protagonisten: ein Schwerpunkt der Handlung liegt in Edirne, dem Hof des Sultans. Dort müssen Vlad und Radu, die Söhne des walachischen Woiwoden, mit ihrer Geiselhaft zurechtkommen. Rund um Ulm spielt eine weitere Geschichte um zwei Familienzweige derer von Katzenstein. Zehra wird schließlich auf ihrer Reise gen Osten zum Verbindungsstück zwischen den zwei Erzählsträngen. In angenehmem Rhythmus wechseln sich die Erzählstränge ab, was auch zu einer gewissen Entspannung des Lesers beiträgt: die düsteren Episoden am Hof von Edirne wechseln sich mit dem farbenfrohen Stadtleben von Ulm ab und lassen absolut keine Langeweile aufkommen.

Ein wahrhaft historischer Roman mit interessanten Charakteren

Vlad Draculea, der "kleine Drache", der später in Bram Stokers Dracula unsterblich werden sollte, ist kein typischer Held für historische Romane. Die Autorin bindet die wenig bekannten Fakten über die Jugend von Vlad ein und erzählt eine düstere Geschichte, die sich tatsächlich so abgespielt haben könnte. Sie erklärt nachvollziehbar die Grausamkeit des späteren Woiwoden, die legendär werden sollte.

Auf der anderen Seite wird anhand der fiktiven Familie von Katzenstein eine klassische und doch eindrucksvolle Geschichte in einer aufstrebenden Stadt zur beginnenden Neuzeit erzählt. Wie die Autorin in ihrem Nachwort verrät, können viele Verhaltensweisen ihrer Figuren aus den Stadtchroniken oder sonstigen Zeitzeugnissen nachvollzogen werden. Diese Note macht Der Teufelsfürst als historischen Roman noch interessanter und unterhaltsamer.

Eine Geschichte, die Lust auf mehr macht

Schon relativ früh zeichnet sich ab, dass die Geschichten um Vlad, Zehra, Utz und all die anderen hier noch nicht zu Ende erzählt werden. Die Geschichte ist als Trilogie angelegt. Durch ihren intensiven Stil und ihre spannende Erzählweise macht die Autorin auf jeden Fall Lust auf mehr. Wer eine spannende Geschichte über den historischen Dracula lesen möchte und gleichzeitig ein wenig das Stadtleben zur beginnenden Neuzeit erleben möchte, liegt bei diesem Roman genau richtig.

Der Teufelsfürst

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Letzte Kommentare:
14.01.2015 10:09:49
Nicky_G

Vlad Draculea ist mit seinem Bruder zusammen über viele Jahre Geisel am osmanischen Hof. Dort muss er körperliche und seelische Qualen überstehen, die er nur mit Blick auf seine Heimat übersteht, die er hofft, eines Tages wiederzusehen. Bis dahin aber muss er viele Kämpfe bestreiten und in vielen Kriegen überleben.

Zeitgleich wird in Ulm Zehra der Hexerei und des Mordes an ihren eigenen Vater angeklagt. Trotz der Hilfe ihres Bruders muss sie fliehen und stürzt dabei in die Fluten des Flusses, aus dem sie von einer Sinti-Gruppe gerettet wird und mit ihnen nun gen Osten zieht.

Utz, Zehras Bruder, sucht sie verzweifelt, muss sich aber noch gegen andere Machenschaften behaupten, die ihn fast an den Rand des finanziellen Ruins bringen.

Mehrere Handlungsstränge werden hier miteinander verknüpft, ohne dass man sich verheddert. Allerdings habe ich mich am Anfang schon gefragt, was diese beiden Hauptpersonen, Zehra und Vlad, miteinander zu tun haben werden. Das wird erst ziemlich am Ende aufgelöst. Bis dahin begleitet der Leser sie über Monate und lernt die Brutalität, die menschliche Gleichgültigkeit und das einfache Leben im Mittelalter kennen.

Das wird wunderbar erzählt in einer ehrlichen und ruhigen Sprache. Auch wenn es sich wahrscheinlich nicht so zugetragen hat, so hat man doch das Gefühl, mittendrin im Geschehen gewesen zu sein. Besonders gut hat mir der Epilog gefallen, der noch mal auf die Fiktion hinweist und auch darauf, dass Wörter oder Aussprüche benutzt worden sind, die es damals nicht gegeben hat, aber die das Buch dadurch interessanter und näher gestalten.

Ein Historienroman, wie er kaum besser sein könnte: interessant und spannend formuliert, dabei aber stets so nah an den Fakten, dass man die Fiktion fast vergessen könnte.

18.11.2014 18:16:51
LenasWeltderBuecher

Cover:
Das Cover finde ich total gelungen! Es ist eher düster und somit auch total passend zum Buch. Der Mann auf dem Cover soll Vlad Dracuela darstellen.

Meine Meinung:
Als erstes ist es wichtig zu wissen, dass es hier nicht um Vampire geht! Vlad Draculea ist zwar die Vorlage für den berühmten Vampir Vlad Dracula, hier geht es aber nur um die wahre Geschichte des Vlad Draculea! Wer also eine Vampirgeschichte lesen möchte ist hier falsch, wer aber etwas über Vlad Draculea wissen möchte, ist hier genau richtig! Was Fiktion in dem Buch ist und was wirklich geschehen ist, darüber klärt die Autorin im Nachwort auf.
Das Buch umfasst zwei große Handlungsstränge, einmal den über Vlad Draculea und den über die Katzensteins.
Der erste Teil der Dilogie beschäftigt sich hauptsächlich mit der Kindheit und der Jugend von Vlad. Vlad wird entführt und in den Sultanspalast in Edirne gebracht. Dort passieren ihm viele schlimme Dinge und ich hatte wirklich Mitleid mit ihm und habe mich mit ihm angefreundet, was ich gar nicht gedacht hätte, da ich dachte, dass er von Grund auf böse war.
Gerade dieser Handlungsstrang war sehr sehr blutig, düster und grausam. Wer etwas zarter besaitet ist, sollte sich wirklich überlegen, dass Buch zu lesen.
Der andere Handlungsstrang beschäftigt sich mit den Katzensteins, die man wohl schon aus der Ulm-Trilogie der Autorin kennt. Man muss die Trilogie aber nicht gelesen haben, um die Geschehnisse zu verstehen. Ich habe die Trilogie auch nicht gelesen und hatte keine Probleme.
Der Handlungsstrang über die Katzensteins hat mir unheimlich gut gefallen. Er ist sehr spannend, es geht um Intrigen und die Geschehnisse in der Familie. Er hat teilweise dafür gesorgt, dass man sich ein bisschen von den blutigen Ereignissen im anderen Handlungsstrang erholen konnte.
Damit man nicht durcheinander kommt, mit den verschiedenen Handlungen, steht vor jedem Kapitel das Jahr und der Ort an dem es spielt. Zur noch Besserung Orientierung findet man außerdem noch eine Karte im Buch.
Der Stil der Autorin hat mir richtig gut gefallen, er ist zwar etwas anspruchsvoller und enthält auch Begriffe aus der Zeit, lässt sich aber trotzdem sehr gut lesen. Man sollte aber schon Lust haben auf solch einen Stil. Schaut euch dort am besten einfach eine Leseprobe an.

Fazit:
„Der Teufelsfürst“ ist ein sehr düsterer und blutiger historischer Roman, der sich mit der Geschichte des Vlad Dracuela beschäftigt, der die Vorlage für Vlad Dracula war. Es geht hier aber nicht um Vampire! Alle die es etwas düsterer mögen und etwas für Vlad erfahren sollten, sollten sich dieses Buch unbedingt anschauen! Auch der zweite Handlungsstrang über die Katzensteins ist klasse. So sorgt das Buch für Abwechslung und macht es schwierig, es aus der Hand zu legen.

02.11.2013 20:20:32
PMelittaM

Der junge Vlad Draculea, Sohn des Woiwoden der Walachei. lebt zusammen mit seinem jüngeren Bruder Radu als Geisel am osmanischen Hof in Edirne. Im Bemühen, Radu zu schützen, bringt er sich selbst in gefährliche Situationen und wird des Öfteren brutal bestraft. Schließlich lernt er, sich zu beherrschen, wodurch sich sein Leben extrem ändert.

In Ulm sieht sich derweil Zehra von Katzenstein als Hexe und Vatermörderin diffamiert und wird schließlich aus der Stadt verbannt. Außerhalb der Stadt gerät sie schnell in tödliche Gefahr und landet bei einer Sinti-Sippe, die sie mit auf eine Reise durch halb Europa nimmt.

Wer, wie ich, eine Art Romanbiografie über Vlad Daculea, der eine Art Vorbild für Bram Stokers „Dracula“ (aber natürlich kein Vampir) war ,erwartet, wird zunächst etwas enttäuscht sein, den Vlad taucht gerade zu Beginn des Romans nur sehr sporadisch auf. Später nimmt er eine größere Rolle ein, jedoch ist das Geschehen in und um Ulm und die Geschichte Zehras deutlich präsenter als seine Geschichte. Das liegt, laut Autorin, daran, dass seine frühe Geschichte nicht so bekannt ist, wie seine späteren Jahre, so dass wir wohl zumindest davon ausgehen können, dass die nächsten beiden Bände der geplanten Trilogie deutlich mehr über ihn erzählen werden.

Silvia Stolzenburg erzählt in gewohnt flüssigem und gut recherchiertem Stil zwei verschiedene Geschichten, die beide ihre eigene Art Spannung haben, die aber weit von einander entfernt zu sein scheinen. Lange Zeit fragt man sich, ob und wie die beiden Storylines sich treffen werden, und gegen Ende des Buches wird das dann durchaus zufriedenstellend gelöst. Durch die kurzen Kapitel und die Perspektivenwechsel wird zusätzlich Spannung aufgebaut.

Die Charaktere sind interessant gestaltet, vor allem an ihren Emotionen lässt die Autorin uns dezidiert teilhaben, selten habe ich in einem Buch so mitgelitten wie hier mit Zehra, Vlad, Sophia, Utz und Ulrich von Helfenstein. Vor allem Vlads Leiden sind sehr eindringlich dargestellt. Überhaupt beinhalten die Szenen um Vlad teilweise sehr explizite Gewalt, die sich aber aus dem Kontext ergibt und diesen Szenen durchaus auch Authentizität verleiht, und auch wenn diese Szenen historisch nicht belegt sind, kann man sich gut vorstellen, dass es so gewesen sein könnte und sie eine Erklärung für den späteren Vlad liefern könnten.

Der Roman baut teilweise auf der Ulm-Trilogie der Autorin auf, die ich noch nicht gelesen habe. Ich glaube, dass ich zum Teil ein tieferes Verständnis für die eine oder andere Person gehabt hätte, hätte ich die Bücher gekannt, z. B für Helwig von Katzenstein, die eine einfach nur abgrundtief böse Frau, deren Geschichte aber offenbar mit den Geschehnissen der Ulm-Trilogie verbunden ist oder auch Zehras Auren-Sehen, das ich in dieser Geschichte hier überhaupt nicht zuordnen konnte und auch unnötig fand, das aber möglicherweise etwas aufnimmt, dass man aus der o. g. Trilogie kennt. Ein bisschen schade, da hätte der eine oder andere Querverweis vielleicht nicht geschadet.

Mein Lieblingscharakter ist, neben Vlad, ganz eindeutig Utz, Zehras Bruder, der seine Probleme trotz seiner Jugend sehr gut gemeistert hat. Auch Ulrich von Helfenstein ist ein sehr interessanter Charakter, von dem man nie weiß, ob er nun eher gut oder eher böse ist. Zehra dagegen bleibt etwas blass, was schade ist, ist sie doch eine der wichtigsten Charaktere. Leider wurden auch die Sinti nicht besonders tiefgehend gestaltet, da hätte ich gerne mehr über ihren Hintergrund erfahren, so schienen sie eher eine Art Alibifunktion für Zehras Reise zu haben.

Wie es sich für einen guten historischen Roman gehört, gibt es auch hier einige Extras. Die Buchdeckel-Innenseiten schmückt eine Karte, mit der man nicht nur Zehras Reise verfolgen sondern sich auch Vlads aktuellen Standort vergegenwärtigen kann, auch das Namensverzeichnis ist sehr nützlich, hier sieht man u. a. auf den ersten Blick, welche Charaktere historische Persönlichkeiten sind und welche rein fiktiv. Weiterhin wird schon im Prolog, wie von der Autorin gewohnt, die damaligen historischen Gegebenheiten zusammengefasst, zudem gibt es ein Nachwort, in dem Silvia Stolzenburg uns über Fiktion und Fakten aufklärt sowie eine Bibliographie.

Insgesamt habe ich den Roman gerne gelesen und ich freue mich schon auf die Fortsetzung, denn ich bin sehr gespannt, wie die Geschichte weitergehen wird.

01.11.2013 16:37:47
unclethom

Wieder einmal ist der Autorin ein ganz bezaubernder Roman gelungen, der einen in den Orient und nach Ulm und Umgebung entführte. Bildhaft beschreibt sie ihre Protagonisten und die Schauplätze des Romans. Ich wandelte in Gedanken nicht nur durch Ulm, auch im Osmanischen Reich fand ich mich bestens zurecht.
Die Protagonisten konnte man vor seinem inneren Auge sehen, als ständen sie vor einem.
Schon zu Beginn war die Spannung auf einem recht hohen Niveau, konnte aber bis zum Ende immer weiter gesteigert werden, so dass es immer schwerer fiel das Buch aus den Händen zu legen. Einziges Manko, das offene Ende. Dies allerdings lässt sich entschuldigen, wenn man bedenkt dass es sich auch hier wieder um den Beginn einer Trilogie handelt.
Von mir 5 von 5 Sternen und, wie sollte auch anders sein, eine Leseempfehlung!

14.09.2013 11:48:44
Madita Kronenberg

Mit den Romanen dieser Autorin komme ich leider gar nicht zurecht. Es ist bereits mein 3. Versuch - und jetzt gebe ich es endgültig auf. Alles erschent mit übertrieben, wie künstlich aufgepumpt, und das betrifft leider sowohl die Handlung wie auch die Sprache. Mich bekommt auch dises Buch nicht mit ins Boot - hab entnrvt nach der Hälfte abgegeben, weil so viele bessere Romane zum Thema bereits gelesen habe.
Schade um den Kauf. Das Geld hätte ich besser anlegen können!

14.09.2013 10:16:56
LettersFromJuliet

Inhalt

Edirne, 1447. Der 16-jährige Vlad Draculea lebt als Geisel am Sultanshof und hat schwer mit Prinz Mehmed zu kämpfen, welcher ein ziemlicher Tyrann ist. Wie gerne würde Vlad Draculea wieder zu seinem Vater ins Fürstentum der Walachei zurückkehren. Sein Hass gegen den Sultan und den Prinz wird immer mehr geschürt, vor allem Prinz Mehmed seinem kleinen Bruder Radu nachstellt. Er muss einen Fluchtweg finden und schwört bittere Rache. Als er in den Krieg geschickt wird, merkt er jedoch wie er sich verändert und sein Herz scheint immer kälter zu werden, während er die Gegner abschlachtet und foltert.

Zur gleichen Zeit bricht in Ulm das Leben der 14-jährigen Zehra von Katzenstein zusammen. Ihr Vater wird eines Morgens tot in seinem Bett aufgefunden und sie wird beschuldigt seine Mörderin und eine Hexe zu sein. Sie wird aus Ulm verbannt, versucht über die Runden zu kommen und nähert sich auf ihrer Reise dem ungarischen Kriegsgebiet. Ihr Bruder Utz wird währenddessen aus seinem eigenen Haus vertrieben, da Verwandte ihm seinen Besitz streitig machen.

Meine Meinung

Ich habe schon viele historische Romane gelesen, allerdings war noch nie so ein düsteres darunter. So sind doch ein paar Szenen darunter, die recht blutig und grausam sind, was aber auch einfach dazugehört. Die Osmanischen Herrscher waren schließlich für ihre Gräueltaten bekannt, aber diese Foltermethode des Pfählens bereitet mir immer noch eine Gänsehaut.
So ziemlich jeder wird Graf Dracula kennen, der durch Bram Stroker zum Blutsauger wurde, die wenigsten wissen jedoch, dass er Vlad III. Drăculea als Vorlage genommen hat. Vlad III. war 1448, 1456–1462 und 1476 Woiwode des Fürstentums Walachei. Sein Beiname Drăculea leitet sich von der Mitgliedschaft seines Vaters Vlad II. Dracul im Drachenorden Kaiser Sigismunds ab. Dieser Beiname wurde bisweilen auch als „Sohn des Teufels“ verstanden, da das rumänische Wort drac Teufel bedeutet.
Ich finde es richtig interessant, dass Silvia Stolzenburg sich diese historische Person für ihren Roman rausgesucht hat und sein Leben einen Teil der Geschichte darstellt, zumal mich die osmanischen Kriege sehr interessieren.
Die Geschichte hat jedoch mehrere Handlungsstränge, die an manchen Stellen auseinander laufen und an anderen wieder verknüpft werden. Auf der einen Seite haben wir natürlich Vlad Draculea, aber wir haben auch noch verschiedene Personen in Ulm. Zehra von Katzenstein, die aus der Stadt verbannt wird und sich auf die Reise begibt. Utz, ihren Bruder, der von Verwandten belästigt wird, die seinen Besitz haben wollen, gleichzeitig versucht er jedoch Zehra zu finden. Dann seine Verwandten, wobei wir hier am meisten aus der Sicht Sofias (die Tochter) erfahren. Und dann gibt es noch Ulrich von Helfenstein, der ebenfalls einen Groll auf die von Katzensteins hegt und Rache üben will. So haben wir einen recht häufigen Personenwechsel, wodurch die Geschichte aber noch spannender wird.
Wir haben es mit einigen unterschiedlichen Charakteren zu tun und ich konnte mich gar nicht entscheiden, welchen Handlungsstrang ich am liebsten verfolgt habe. Zehra ist eine starke junge Frau, die sich eigentlich nicht ihrem Schicksal ergeben möchte, aber immer wieder den Glauben verliert. Utz ist ein wahrer Kämpfer und man merkt wie sehr er seine Schwester liebt. Vlad Draculea macht wohl die größte Entwicklung durch, wobei ich hier nicht zu viel vorwegnehmen möchte.
Die Kapitel gehen über ein paar Seiten und man erfährt jedes Mal wann und wo wir uns befinden.
Durch den tollen Schreibstil und die häufigen Wechsel der Sichtweisen, fiel es mir sehr schwer das Buch beiseite zu legen. Silvia Stolzenburg schafft es die vielen historischen Fakten und größtenteils auch historisch belegten Personen (bitte das Nachwort beachten) so in einen Roman zu verpacken, dass es ein fesselndes Buch entstanden ist. Ich bin sehr froh, dass es sich hier um eine Trilogie handelt, denn nach gerade mal 400 Seiten, will ich mich noch nicht von den Charakteren verabschieden müssen.
Ich bin schon sehr gespannt wie die Geschichte weitergehen wird. So gibt es zwar keinen richtigen Cliffhanger, aber es bleibt spannend. Wie gut, dass der zweite Teil “Das Reich des Teufelsfürsten” bereits nächstes Jahr erscheint.
Wie immer liefert der Bookspot Verlag ein tolles Cover, welches genauso düster wie der Roman (zumindest teilweise) ist.
Wer jetzt jedoch denkt, dass dieser Roman nur düster und teilweise brutal ist, der irrt sich. Es ist zwar vorrangig ein historischer Spannungsroman, allerdings kommt die Liebe auch nicht zu kurz, was mich sehr gefreut hat. Ich brauche eigentlich in jedem Buch eine Liebesgeschichte und hier kann man direkt zwei verfolgen und vor allem auf die eine habe ich lange hingefiebert.
Zu einem 5 Sterne/Herzen Buch hat mir noch eine Kleinigkeit gefehlt, aber ich denke, dass die beiden Nachfolgebände das schaffen werden. Ich weiß zwar nicht, wie die Geschichte weitergehen wird, da letztendlich nur eine große Frage offengeblieben ist, aber ich hatte den Eindruck, dass der erste Band nur die Einleitung darstellt.

Fazit

Ein fesselnder historischer Roman, den man sich nicht entgehen lassen sollte. Düster und packend wird u.a. die Geschichte von Vlad Draculea erzählt, welcher eine interessante, aber auch abschreckende Persönlichkeit war.

07.08.2013 20:20:38
Carmen Vicari

Erdine, Februar 1447. Der junge Vlad und sein jüngerer Bruder Radu leben als Geiseln am osmanischen Sultanshof. Während Vlad gegen die dort herrschenden Verhältnisse und Bedingungen ankämpft, fügt sich sein Bruder in sein Schicksal. Vlad wird für jede auch noch so kleine Verfehlung hart bestraft und mit jeder neuen Narbe wächst sein Hass, vor allem auf den Prinzen Mehmet. Als er dem Tod näher als dem Leben ist, fügt er sich zum Schein. Sein Gebaren wird mit Wohlwollen angenommen und man lässt ihm die Ehre einer umfassenden Kriegsausbildung zukommen. Schneller als gedacht, kann er sein Können in einer Schlacht unter Beweis stellen. Obwohl in der Krieg und seine Schrecken anwidern, beißt er sich durch und erntet Anerkennung und Respekt.

Zeitgleich in Ulm wird Zehra von einem Schrei geweckt. Ihr Vater Karl von Katzenstein wird tot in seinem Bett gefunden. Doch er starb keines natürlichen Todes. Schnell fällt der Verdacht auf seine Tochter Zehra. In einem Prozess wird sie als Mörderin und Hexe denunziert und aus Ulm verbannt. Ihr Bruder Utz will das so nicht hinnehmen und will mit allen Mitteln ihre Unschuld beweisen.
Als sich Zehra vor den Stadttoren wieder findet, wird sie gleich von mehreren Männern verfolgt, die ihren Spaß mit ihr haben möchten. Auf ihrer Flucht verunglückt Zehra. Vor den Toren Ulms lagernde Zigeuner finden sie, nehmen sie mit und pflegen sie gesund. Doch sie lassen Zehra nicht gehen. Erst muss sie ihre Schuld begleichen. Doch womit?

Utz sucht seine Schwester, kann sie jedoch nicht mehr finden. Aber das ist nicht seine einzige Sorge, denn kaum wieder zurück in Ulm, wird ihm mitgeteilt, dass sein gesamtes Vermögen beschlagnahmt und eingefroren wurde. Jemand erhebt Anspruch drauf. Utz steht vor den Trümmern seines jungen Lebens und weiß nicht recht, wo er anfangen soll zu kämpfen.

Wie man der Kurzbeschreibung schon entnehmen kann, gibt es im Wesentlichen zwei Handlungsstränge, wobei sich der Strang um die Familie von Katzenstein noch einmal weiter aufsplittert. Im letzten Drittel des Buches kreuzen sich die Stränge und ergeben ein neues Bild, welches dann im folgenden Buch fortgeführt wird.

Vlad Dracuela ist vielen Dank Bram Stoker als blutrünstiger Vampir bekannt. In diesem Buch begegnet der Leser allerdings der historischen Person und seiner Lebensgeschichte. Die Autorin hat das Leben von Vlad soweit es möglich war rekonstruiert und einen Roman daraus gemacht. Dabei kommen keineswegs nur historisch belegbare Personen, sondern auch fiktive, vor. Diese jedoch fügen sich so geschickt in die Geschichte ein, dass sie unentbehrlich werden und man nicht an ihnen zweifelt.

Vlad wird als junger Fürstensohn an den osmanischen Sultanshof geschickt. Er dient als Geisel und stößt mit seiner sturen Natur auf heftigen Widerstand. Immer wieder wird er gezüchtigt. Das Narbengebilde auf seinem Rücken wächst ebenso wie sein Hass auf Prinz Mehmet, den er als seinen Hauptwidersacher ansieht. Dieser benutzt und entfremdet auch seinen kleineren Bruder, was die Wut auf den Prinzen in Vlad weiter anstachelt. Obwohl er es nicht möchte, fügt sich Vlad in sein Schicksal und erhält eine Kriegsausbildung. Als er in einen Grenzkrieg geschickt wird, muss er sich beweisen.

Man spürt deutlich, wie Vlad gegen das sinnlose Morden ist und sein innerer Kampf, einerseits nicht mitzumachen und andererseits nicht wieder aus der Reihe zu tanzen. Er fängt an, selbst unschuldige Menschen, auch Frauen und Kinder, zu töten. Kommt mit seinem Gewissen aber nur schwer klar. Als sie dann einen Priester gefangen nehmen, versucht Vlad alles, dass dieser am Leben bleibt. Allabendlich legt er daraufhin bei dem Priester die Beichte ab. Sein Innerstes wird noch weiter zerrissen, als man ihn mit den Foltermethoden vertraut macht und ausbildet. Fortan soll er Gefangene foltern und so an Informationen kommen. Vlad fängt an, abzustumpfen und sein Herz wird zu Stein.

Dieser Kampf von Vlad wird sehr verständlich, bildhaft und nachvollziehbar von der Autorin beschrieben. Man spürt regelrecht den inneren Kampf von Vlad und man kann sich nur schwer vorstellen, wie man selbst in so einer Situation reagieren würde. Die Autorin zeichnet den Lebensweg von Vlad nach und auch, wie er zu seinem Ruf als blutrünstiger Mann gekommen ist.
Aber auch Zehra kommt in der Geschichte wie auch ihr Bruder nicht zu kurz. Die Autorin erweckt auch die von Katzenstein zum Leben und haucht ihnen verschiedene Charaktereigenschaften ein, die sie dem Leser näherbringen. So kann man mit Zehra hoffen und bangen und mit Utz um den Besitz und die Ehre der Schwester kämpfen.

Das Cover ist thematisch passen. Der düstere Hintergrund und der Mann im Vordergrund passen zur Geschichte und zu Vlad. Am Anfang und Ende des Buches findet man eine Karte von Europa des 15. Jahrhunderts, in der die wichtigsten Stationen von Vlad und Zehra eingezeichnet sind. In einer Vorbemerkung macht die Autorin noch einmal deutlich, dass das Buch kein Vampirroman ist. Das Namensverzeichnis vor Beginn der Geschichte gibt einen Überblick über alle im Buch vorkommenden Personen, wobei die historisch belegbaren kursiv gedruckt sind. Ein Vorwort stimmt den Leser auf die Geschichte und die Epoche ein. Mit 71 Kapitel und einem Epilog geht die Geschichte von Februar 1447 bis Dezember 1448. In einem Nachwort gibt die Autorin noch einen Einblick zu Wahrheit und Fiktion und endet mit Dankesworten. Eine umfassende Bibliographie sowie ein Lesebändchen runden den positiven Eindruck des Buches ab. Bei manchen Begriffen hätte ich mir zwar einen Glossar gewünscht, doch gab der Kontext in den meisten Fällen Aufschluss.

Die Autorin hat sehr gründlich zur Thematik recherchiert und sich Gedanken zum Leben von Vlad gemacht. Dies wird beim Lesen sehr schnell deutlich. Schlachten oder Folterszenen sind so detailliert beschrieben, dass man Vlads Gefühle sehr gut nachvollziehen kann. Auch Zehras Ängste und ihre immer wieder aufkeimende Hoffnung ist für den Leser deutlich spürbar.

Die Protagonisten werden nach und nach in die Geschichte eingeführt und man lernt sie sukzessive im Verlauf kennen. Bleiben sie zu Beginn etwas farblos, werden sie mit Fortschreiten der Geschichte farblicher und nehmen Gestalt an. Gegen Ende sind sie dem Leser als gute Freunde ans Herz gewachsen.
Die Geschichte beinhaltet viele Wendungen und Spannungspunkte. Einen Querverweis zur Ulm-Trilogie weckt Neugierde, da dort die Vorgeschichte der Familie von Katzenstein beschrieben wird. Für das Verständnis dieser Reihe ist eine Kenntnis der Ulm-Trilogie aber nicht zwingend notwendig. Das Ende zeigt nur ein Teilende auf, so dass man eigentlich sofort weiterlesen möchte. Doch dazu muss man sich bis zum Frühjahr 2014 erst mal gedulden.

Sprachlich ist das Buch in der heutigen Sprachgebung geschrieben und daher einfach und leicht lesbar. Als Leser ist man immer am überlegen, wie es weiter geht bzw. was es mit den einzelnen Protagonisten auf sich hat, wie sie in Bezug einander stehen und wie Zehra und Vlad wohl zusammen finden werden. So verfliegen die Seiten und ehe man es sich versieht, muss man ins 21. Jahrhundert zurückkehren.

Fazit:
Ein neuer Blick auf den berüchtigten Grafen Darculea, der den Leser fesselt und hungrig zurück lässt. Ich freue mich schon sehr auf eine baldige Fortsetzung.

Buchreihe:
1. Der Teufelsfürst
2. Das Reich des Teufelsfürsten
3. Das Ende des Teufelsfürsten

Ulm-Trilogie:
1. Die Launen des Teufels
2. Das Erbe der Gräfin
3. Die Heilerin des Sultans