Die Toten des Meisters

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • Ammianus , 2013, Titel: 'Die Toten des Meisters', Originalausgabe

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85

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Jörg Kijanski
Lesenswerter Kriminalfall aus Andernach

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Jul 2013

Kurzgefasst:

Die Namen stehen alle auf seiner Liste ... Der erste Mord war nur der Anfang. Der Meister ist in die Stadt gekommen. Im Jahre 1476 sorgt der brutale Mord an dem Andernacher Ratsherrn Hermann Wilhelm von Grevenrath für Aufregung. Der vermeintliche Täter ist schnell gefasst. Noch in der Nähe des Tatorts läuft der blutbesudelte Gregor Kreuzer der Bürgerwache in die Arme. Stadtrat und Schöffen drängen auf einen schnellen Prozess. Andernach erwartet die Delegationen von Habsburg und Burgund: Ein ermordeter Ratsherr, ohne einen verurteilten Mörder, würde kein gutes Licht auf die Stadt werfen. Ein Mann aber hat Zweifel daran, dass Gregor wirklich der Täter ist - Konrad. Keiner in der Stadt kennt seinen vollen Namen oder seine Herkunft. Als weitere Todesfälle die Stadt erschüttern, muss Konrad sich entscheiden: Er ist der einzige, der die Pläne des Mörders, des Meisters, durchkreuzen könnte. Doch dann gerät er selbst auf dessen Liste. Die Todesliste des Meisters.

 

1476. Im Gasthof "Zum Hirsch" geraten der hitzige Gregor Kreuzer und der einflussreiche Ratsherr Hermann Wilhelm von Grevenrath aneinander. Nur wenig später wird von Grevenrath ermordet aufgefunden, offenbar erstochen mit Gregors Dolch. Als dieser auch noch mit blutenden Händen der nächtlichen Bürgerwache in die Arme läuft, scheint der Fall schnell geklärt. Stadtknecht Josef Schmittges, kurz Jupp genannt, sitzt mit seinem Freund Konrad beim Abendessen, als ihn die Nachricht vom ermordeten Ratsherrn ereilt.

 

"Die Nachtwache hat in der Korngasse einen Toten gefunden. Ich soll dich so schnell wie möglich hinbringen."

"Mich?", Jupp hob fragend die Augenbrauen. "Habt ihr sie noch alle? Was soll ich denn anders machen als die Nachtwache?"

Gemeinsam untersuchen sie den Leichnam, wobei Konrad einige Besonderheiten auffallen, die ihn daran zweifeln lassen, dass Gregor, der Bruder seiner Vermieterin, ein Mörder sein soll. Doch die Stadtoberen sind zufrieden und wollen ihre Ruhe haben. Ein womöglich noch frei umherlaufender Mörder käme in Andernach gerade jetzt zur denkbar ungünstigsten Zeit, denn eine Delegation von Habsburgern und Burgundern will sich hier in Kürze treffen, um über eine wahrlich große Hochzeit zu verhandeln. Karl der Kühne, Herzog von Burgund, will seine Tochter mit dem Sohn von Kaiser Friedrich III. verheiraten, doch beide Seiten sind sich nicht gerade wohlgesonnen.

 

"Welcher Schwachkopf schickt denn so jemanden zu einer vertraulichen Verhandlung, wenn doch klar ist, dass sich da Todfeinde gegenüber sitzen?"

"Ich fürchte, du sprichst da gerade von unserem Kaiser."

Pünktlich zum Beginn der Verhandlungen kommt es erneut zu einem Verbrechen und Konrad, dessen Namen und Herkunft in dem kleinen Städtchen niemand kennt, muss eine wichtige Entscheidung treffen, denn offenbar kann nur er den Mörder aufhalten...

Kurzweiliger Erstling

Die Toten des Meisters ist ein kurzweiliger und spannender Roman von Andreas Schulte, dem es nur zu Beginn ein wenig an Tempo fehlt. Zwar ist Konrad klar, dass Gregor kaum der Mörder des Ratsherrn sein kann, doch aus den genannten Gründen gibt es keine weiteren Ermittlungen. Konrad selbst hat erst vor einigen Monaten seine Frau und seine Tochter verloren, sich seitdem zurückgezogen und kehrt nun langsam wieder in die Realität zurück. Doch ihn umgibt ein großes Geheimnis hinsichtlich seiner Herkunft, dass selbst seine besten Freunde, der Stadtknecht Jupp und Pastor Heinrich, nicht kennen. Auch Pastor Heinrich umgibt ein kleineres Geheimnis, denn bevor er zum Glauben fand, war er einst als Söldner aktiv, was die ein oder andere unflätige Bemerkung erklärt.

 

"Pest und Satansrotz", schimpfte Heinrich, "die lahmen Säcke von Schöffen denken auch nur bis zur Spitze ihrer Schnabelschuhe. Ah, ich weiß schon, es ist ja so viel bequemer, einen Täter im Kerker zu haben, als sich einzugestehen, dass das der Falsche sein könnte und man den wahren Mörder erst noch finden muss."

Zunächst fehlt es ein wenig ein Spannung, da nicht ermittelt wird und der Mörder, der titelgebende "Meister", von Beginn an bekannt ist. Daher stellen sich hier - mehr beiläufig - die Fragen, ob und wann er denn gefasst wird, wie viele weitere Opfer bis dahin zu beklagen sind und welches Motiv dahinter steckt? So rückt zunächst das Alltagsleben des Protagonisten und Ich-Erzählers Konrad in den Vordergrund, ohne den Krimiplot voranzutreiben. Zunehmend stellt sich vor allem die Frage, wer dieser geheimnisvolle Konrad sein möge, denn nach und nach offenbart dieser erstaunliche Fähigkeiten. Hier ist dem Autor übrigens eine listige Finte geglückt.

Umfangreicher Anhang

Das Leben im Mittelalter wird im Verhältnis zum Buchumfang angemessen geschildert und auch der politische beziehungsweise historische Hintergrund (Habsburger gegen Burgunder) wird ordentlich beleuchtet. Ein lesenswerter Roman, bei dem nicht zuletzt der satte 45 (!) Seiten umfassende Anhang überzeugt. Hier erfährt man viel über den historischen Hintergrund sowie welche Figuren und Teile der Handlung wahr oder fiktiv sind. Außerdem gibt es einen bebilderten Rundgang durch Andernach, an dem einige Orte der Handlung mit Fotografien des Autors vorgestellt werden. Allein der vorbildliche Anhang verdient die volle Punktzahl, bei dem Roman müssen ein paar abgezogen werden.

Die Toten des Meisters

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Letzte Kommentare:
23.09.2014 20:18:01
Tobias Dahlmann

"Krimi" - naja. Zeitweilig hatte ich den Eindruck eines mittelalterlichen Agentenromans. Ein Hauptcharakter entpuppt sich etwa als geheimer Ritter Seiner Majestät mit der Lizenz zum Rechtsprechen... Bei der Auflösung zu einem Hauptbösewicht entpuppt sich dafür dieser eher als Diabolus Ex Machina. Man hätte vorher erheblich mehr zum Thema andeuten sollen. Aber der Anhang ist wirklich außergewöhnlich gut ausgearbeitet und recherchiert.

25.01.2014 08:56:28
Catherine

Unterhaltsam, schön geschrieben, historisch fundiert. Klein klassischer Krimi, anders, mit eigenem Charakter ohne Lokalpatriotismus, wohl aber mit Mittelrheinkolorit. Das Buch hat mir eine Nacht doch sehr verkürzt - ich musste es fertig lesen. Absolut empfehlenswert, kommt ab sofort auf meine Geschenkeliste (neben Moselweine und Schweizer Schokolade)

31.10.2013 13:10:12
Alex

Ich habe dieses Buch verschlungen und kann es nur weiterempfehlen. Spannend, stimmungsvoll, abwechslungsreich, glaubwürdige Charaktere, toller Plot. Ich mag historische Romane und stelle fest: Das Buch muss sich (für meinen Geschmack) nicht hinter Romanen renommierterer Autoren verstecken. Neben der Identifikationsfigur des Konrad, gefällt mir besonders Heinrich, die beiden sind liebevoll gezeichnet und ich musste wegen der großartigen Dialoge mehr als einmal laut lachen. Die beiden sind ein großartiges Team. Ich freue mich schon auf eine mögliche Fortsetzung!

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