Der Krieg am Ende der Welt

Erschienen: Januar 1986

Bibliographische Angaben

  • Suhrkamp, 1981, Titel: 'La guerra del fin del mundo', Originalausgabe

Leser-Wertung

-
Zum Bewerten, einfach Säule klicken.
1 50 100

Zum Bewerten, einfach Säule klicken.

Bitte bestätige - als Deine Wertung.

Gebe bitte nur eine Bewertung pro Buch ab, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Danke!

1 x 91-100
0 x 81-90
0 x 71-80
0 x 61-70
0 x 51-60
0 x 41-50
0 x 31-40
0 x 21-30
0 x 11-20
0 x 1-10
B:95
V:0
W:{"1":0,"2":0,"3":0,"4":0,"5":0,"6":0,"7":0,"8":0,"9":0,"10":0,"11":0,"12":0,"13":0,"14":0,"15":0,"16":0,"17":0,"18":0,"19":0,"20":0,"21":0,"22":0,"23":0,"24":0,"25":0,"26":0,"27":0,"28":0,"29":0,"30":0,"31":0,"32":0,"33":0,"34":0,"35":0,"36":0,"37":0,"38":0,"39":0,"40":0,"41":0,"42":0,"43":0,"44":0,"45":0,"46":0,"47":0,"48":0,"49":0,"50":0,"51":0,"52":0,"53":0,"54":0,"55":0,"56":0,"57":0,"58":0,"59":0,"60":0,"61":0,"62":0,"63":0,"64":0,"65":0,"66":0,"67":0,"68":0,"69":0,"70":0,"71":0,"72":0,"73":0,"74":0,"75":0,"76":0,"77":0,"78":0,"79":0,"80":0,"81":0,"82":0,"83":0,"84":0,"85":0,"86":0,"87":0,"88":0,"89":0,"90":0,"91":0,"92":0,"93":0,"94":0,"95":1,"96":0,"97":0,"98":0,"99":0,"100":0}

Brasilien, Ende des 19. Jahrhunderts: Die Monarchie ist abgeschafft, die junge Republik versucht sich zu konsolidieren. Ein Wanderprediger, Ratgeber genannt, zieht durch die von Hungersnöten, Seuchen und chronischer Armut geplagten Gegenden und verkündet das Ende der Welt. Eine Schar von Ausgestoßenen, der Ärmsten im Lande, sammelt sich um ihn, fest entschlossen den wahren Glauben gegen den Antichrist zu verteidigen, der die Menschheit verderben will. Dieser Antichrist ist - die Republik.

Sie gründen in Canudos die "Gesellschaft der Ärmsten", ein "neues Jerusalem". Mit Brüderlichkeit und Solidarität wollen sie Widerstand leisten. Die Aufständischen haben jedoch alle gegen sich: die um ihre Autorität besorgte Kirche, einen patriarchalischen Feudalherrn, zwei um die Macht kämpfende Republikaner, den Revolutionär Galileo Gall. Sie alle reagieren mit Angst auf die Gründung des "neuen Jerusalem". Die gesamten brasilianischen Streitkräfte werden schließlich aufgeboten, um die Anhänger des Ratgebers zu vernichten.

 

Der Krieg am Ende der Welt

Der Krieg am Ende der Welt

Deine Meinung zu »Der Krieg am Ende der Welt«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
21.07.2014 12:03:18
Eskinoglu Sinan

Wenn es ein paar Bücher gibt, die man gelesen haben MUSS, bevor man diese Welt verläßt, dann gehört dieses ganz bestimmt dazu. Warum? Weil es gleichzeitig das brutalste, blutigste, grausamste und intensivste, durchdringenste, erhellenste von Menschen geschaffene Werk ist. Verstehen Sie mich nicht falsch - es handelt sich nicht um ein 08/15 Splattergeschichte, in dem mit Organen geschmückte Monster harmlose hübsche Blondinen in ihre Einzelteile hacken. Der Schrecken dieses Buches beruht auf der Sprache und auf dem Stil. Llosa schreibt unglaublich intenstiv. Obwohl die Sprache bei weitem nicht so schön gestaltet ist wie in seinen anderen Werken, ist sie viel eindringlicher, einfacher, nahezu primitiver. Llosa braucht nicht in detailreichen Ausführungen eine Schlacht oder ein Geschehen zu beschreiben. Nein - er erwähnt es nur, die Ausmalung überläßt er der Phantasie des Lesers. Leichtfüßig springt er von Schandtat zu Schantat, von Schlacht zu Schlacht, vom Blutbad bis zur unglaublichstens Unmenschlichkeit. Brutalste Schlachtpläne oder Geschehnisse (das Aussetzen von Fleischfressenden Ameisen in dem gegnerischen Krankenlazarett) werden nur so nebenbei erwähnt, die Auswirkungen der Phantasie überlassen. Die ununterbrochene Aneinanderreihung von Gewalt wirkt teilweise ermüdend, abstumpfend - jedoch versteht es Llosa meisterhaft den Leser immer wieder durch neue Stichflammen aufzuscheuchen.
Dabei erschafft er eine Welt, in der Liebe nur in seiner grotesken Form, Ideale nur in Worten und hohlen Taten, Religion nur in Fanatismus und Menschlichkeit gar nicht existieren kann. Dieses Buch zeigt dem Leser eine Welt, in der die Menschheit in jeglicher Form versagt hat.
Der Leser ist irritiert. Es ist eine Welt in dem es keine Helden gibt, kein Gut, keine Seite zu der man ohne Zweifel halten kann. Alle Parteien hätten den Untergang mehr als verdient. Jedoch gibt es in Llosas Welt keine Gerechtigkeit, so dass nicht jene dominieren, deren Herzen rein ist. Denn es gibt keine reinen Herzens. Selbst die Kinder haben Blut an den Fingern! So bleibt der Leser ein passiver Zuschauer, der die Szenerie mal aus diesen mal aus jenen Augen beobachtend von einem Blutbad zum nächsten treibt.
Erschütternd wirkte auf mich die "Neuigkeit", dass dieses Buch mehr oder weniger so in dieser Form eine Tatsachenschilderung ist. All jene Sachen so oder so ähnlich sind tatsächlich passiert! Die Menschheit hat versagt! Und das macht dieses Buch zum besten Anti-kriegsbuch aller Zeiten!