Die Zeit der Hybris

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • AAVAA, 2013, Titel: 'Die Zeit der Hybris', Originalausgabe

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Annette Gloser
Terence Hill im Alten Rom

Buch-Rezension von Annette Gloser Jul 2013

Rom, 71 vor Christus. Während des Spartacusaufstandes will der reiche, ehrgeizige Marcus Licinius Crassus unbedingt zum Heerführer gegen das Sklavenheer ernannt werden. Er hat selbst acht Legionen finanziert und in den Dienst Roms gestellt. Das Imperium Infinitum wird ihm auch übertragen, aber der Societas, ein Geheimbund, der die Geschicke Roms  lenkt, setzt Crassus unter Druck. Man entführt seine Frau Tertulla, um sich der absoluten Loyalität des Crassus gegenüber dem Societas zu versichern.

Crassus beauftragt den jungen Tribun Gaius Julius Caesar damit, Tertulla zu befreien. Caesar, der selbst eine Liaison mit der hübschen Dame hat, findet heraus, daß Tertulla aus Rom fortgebracht wurde und vermutlich auf der Insel Delos auf dem Sklavenmarkt verkauft werden soll. Daraufhin wendet sich Caesar an seinen alten Kumpel Manius Fabius Germanicus, der als Undercover-Pirat seinen Dienst bei der Marine versieht. Die beiden Freunde beginnen eine Verfolgungsjagd, aber wo auch immer sie ankommen, ist Tertulla schon wieder weggebracht worden. Denn der Societas hat seine beste Agentin mit der Bewachung Tertullas beauftragt. Immer ist sie den beiden Verfolgern eine Nasenlänge voraus.

Indessen muß Crassus sich dem Spartacus-Heer entgegen stellen. Der Sklavenführer hat mit seinen Truppen mittlerweile Rhegium an der Spitze des italischen Stiefels erobert und die Bevölkerung dort in Angst und Schrecken versetzt. Caesar und Fabius jedoch fahren von einem Mittelmeerhafen zum nächsten um letztendlich nahe Rhegium wieder auf italischem Boden zu landen. Dort findet Fabius seine Gattin verstrickt in eine intensive Liebesbeziehung zu einer geheimnisvollen Schönheit und auf dem Landgut des Crassus einen seltsamen Fremden, der behauptet, Spartacus zu sein.

Für Verschwörungstheoretiker

Uwe Rainer Kaufmann entwirft für seinen Roman Die Zeit der Hybris ein Szenario, das vermutlich nur bei eingefleischten Verschwörungstheoretikern ankommt. Oder bei Lesern, denen reale Geschichte nicht so wichtig ist. Da gibt es den allmächtigen Geheimbund Societas, der Rom aus dem Hintergrund heraus regiert und ohne dessen Wissen nichts geschieht. Und es gibt einen Marcus Licinius Crassus, der sich auf ein Komplott mit Sklaven einlässt, um die eigene Machtposition zu stärken. Was Kaufmann da als Idee entwickelt, ist so abstrus, daß man eigentlich nur den Kopf schütteln kann.

Dazu kommen andere Protagonisten, die unglaubwürdiger nicht sein könnten. Vor allem die Beschreibung Caesars als eine Art Terence Hill im alten Rom, ein grandioser Kämpfer mit azurblauen Augen, reizt einfach nur zum Lachen. Beim Lesen scheint es, als habe Kaufmann seine Protagonisten nach Schablonen erdacht: Immer wieder die gleichen Adjektive und Formulierungen. Es gibt auch keine Abstufungen zwischen Gut und Böse. Für den Leser ist immer sehr schnell klar, wohin welche Figur gehört, schwarz oder weiß. Das macht keinen Spaß beim Lesen, vielmehr langweilt es und nervt gelegentlich auch gehörig:

 

Eine außergewöhnlich fein gekleidete, dunkle, griechisch anmutende Schönheit stand vor ihr, die sie mit ausdrucksvollen Augen fragend anblickte und einer animalisch-erotischen Stimme weiter sprach...

 

Manchmal sind es einfach zuviel der Adjektive. Und die wirklich gelungene Beschreibung eines Protagonisten geht anders.

Kein Lesegenuß

Selbst mit viel gutem Willen fällt es schwer, die Sprache in diesem Buch zu genießen. Von der inflationären Verwendung des Wörtchens mental einmal abgesehen, gibt es noch andere Punkte, die wenig Freude bereiten. Der Autor schreibt eher steife Dialoge, die einfach nur gekünstelt klingen. Und immer wieder finden sich Satzgebilde, wie sie sich sonst nur Professoren oder Journalisten ausdenken:

 

Trotz aller taktischen Finesse und seines legendär gewordenen Führungswillens fehlt dem guten Spartacus letztendlich eins: ein Ziel! Ein Endziel, das alle heterogenen Kräfte seines multinationalen Sklavenheeres hinter ihm vereinigen würde.

 

So kommt es, daß dieser Roman eben nicht wie ein Roman, sondern wie ein Lehrbuch klingt. Dazu kommen die zahlreichen Fußnoten, in denen der Autor nicht nur ausgiebig auf seine früher erschienenen Werke verweist, sondern alle nur möglichen Worte erklärt. Manche auch drei- oder viermal. Da fühlt man sich als Leser wirklich nicht ernst genommen.

Nicht zu empfehlen

Allen Fans der Römischen Antike kann eigentlich nur von diesem Buch abgeraten werden. Es ist weder literarisch wirklich gut, noch bietet es ernst zu nehmende Fakten an. Und niemand möge sich von dem auf dem Umschlag prangenden SPQR an eine bekannte Krimi-Reihe erinnert fühlen. SPQR ist nun einmal das Siegel Roms und steht noch heute dort sogar auf den Gullideckeln.

Ein Buch, zu dem man nur greifen sollte, wenn man keinen Wert auf Realitätsnähe legt und auch mit einer steifen Sprache gut leben kann.

Die Zeit der Hybris

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Letzte Kommentare:
23.08.2017 08:25:28
Dr. Anna Maria Poloczek

...och, ich habe es mit Vergnügen gelesen, so wie Karl May als Kind.
Ein Roman darf ein Fantasiegespinst des Autors sein, der seinen Charakteren durchaus die Lebendigkeit einhauchen soll, die ihm gefällt. Wenn man historisch adäquate Bücher sucht, dann nicht im Genre Roman.
Ich persönlich hoffe, der Autor setzt seine Reihe mit den Abenteuern von Ceasar und Manius fort. Ein wenig Humor und Fantasie tut immer gut.