Der Todesengel von Florenz

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • Droemer-Knaur, 2013, Titel: 'Der Todesengel von Florenz', Originalausgabe

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Daniela Loisl
Bestialische Morde, die sieben Todsünden und eine unerlaubte Liebe

Buch-Rezension von Daniela Loisl Mai 2013

Florenz, Ende des 15. Jahrhunderts. Pater Angelico wird in die Ermittlung grausamer Todesfälle hineingezogen, denn das erste Opfer ist ein angesehenes Mitglied seines Ordens. Der Ermordete wird der Sodomie bezichtigt und Pater Angelico weiß, wie haltlos diese Anschuldigungen sind. Aber es bleibt nicht bei einem Mord und es scheint sich ein Muster abzuzeichnen, denn der Mörder hinterlässt bei jedem Opfer eine Tarotkarte, auf der eine der sieben Todsünden zu sehen ist.

Aber nicht nur die entsetzlichen Morde halten Angelico auf Trab, sondern auch das neuerliche Wiedersehen mit der schönen Patriziertochter Lucrezia…

Mehr Tempo, mehr Spannung

Ließ es Rainer M. Schröder mit Pater Angelicos erstem Fall noch etwas ruhiger angehen, so kann man bei seinem zweiten Fall mit dem Pater keinesfalls mehr von gemäßigtem Erzähltempo sprechen. Schon auf der ersten Seite wird man in ein grausames Gemetzel gezogen und was es damit auf sich hat, erfährt man erst nach und nach.

Dass Pater Angelico nicht einfach ein Pater ist, wurde ja schon im ersten Band klar. Es wird auch in diesem Buch wieder mehr aus Angelicos Vergangenheit gelüftet, obwohl man den ersten Band nicht zwangsläufig gelesen haben muss, um der Geschichte folgen zu können.

Mit gewohnt viel Liebe zum Detail führt Schröder den Leser auch in diesem Roman durch das alte Florenz. Die engen, schmutzigen Gassen, die imposanten Gebäude und die Menschen, die in der Gewandung der Renaissance durch die Stadt gehen, laufen oder auch reiten. Florenz wird lebendig und man hört förmlich den Ruf dieser Stadt, man möge – falls nicht schon geschehen – sie doch besuchen und auf Pater Angelicos Spuren wandern.

Historisch korrekt, sprachlich gehobenes Niveau

Die Morde sind grausam und Schröder nimmt kein Blatt vor den Mund, weshalb die Szenerien wohl so plastisch und lebendig wirken. Auch wechselt der Autor ab und zu die Perspektive, sodass man einen Einblick in den kranken Geist des umtriebigen Mörders bekommt, wenngleich man seine Motive nicht so einfach erfährt. Dass Angelico selbst ins Visier des hinterhältigen Schlächters gerät, erhöht die Spannung noch einmal.

Sehr positiv muss angemerkt werden, dass Schröder den Leser durch die Renaissance führt, ohne Anachronismen zu verwenden oder sich historisch zu verzetteln droht. Er achtet penibel auf Authentizität, was ihm auch absolut gelingt!

Einfallsreichtum, Witz und Sympathie

Pater Angelico ist ein interessanter und sympathischer Protagonist, der auch seine Schwächen hat. Eine davon ist Lucrezia, zu der er sich sehr hingezogen fühlt und die das auch weiß, auskostet und ihn so ständig herausfordert. Neben dem gewieften "Todesengel", muss Angelico auch der Versuchung in Form von Lucrezia widerstehen, was ihm sehr schwer fällt und so auch seine Konzentration auf den Fall beeinträchtigt.
Auch sein smarter Gehilfe Bartolo ist wieder an seiner Seite und der Prior des Klosters, Vincenzo Bandelli, ist noch immer so unsympathisch wie im ersten Band. Die Wortgefechte, die Angelico sich mit Vincenzo liefert, verleiten nicht selten zum Schmunzeln. Generell sind alle Figuren mit sehr viel Sorgfalt gezeichnet, was schon im ersten Teil positiv herausstach.

Schröder vermag es auf sehr subtile Weise, die innere Zerrissenheit Angelicos – seine uneingestandene Liebe zu Lucrezia und sein abgelegtes Gelübde - zu veranschaulichen. Er verharrt jedoch niemals zu lange in einer Szene und treibt damit die Geschichte voran.

Der Schluss wartet mit einer ungewöhnlichen Wendung auf, die sich wohl erst im Nachfolgeband klären wird. Dieser Cliffhanger wurde geschickt eingesetzt, muss man doch – will man den Ausgang dieses Ereignisses wissen – unbedingt zu Band drei greifen.

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