Flashman - Held der Freiheit

Erschienen: Januar 1977

Bibliographische Angaben

  • Kuebler, 1971, Titel: 'Flash for Freedom', Originalausgabe

Couch-Wertung:

79

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Carsten Jaehner
Der Antiheld in den Fängen der Sklaverei

Buch-Rezension von Carsten Jaehner Mai 2013

Im Jahr 1848 könnte Harry Flashman am Ziel seiner Träume sein: Er ist anerkannt, hat eine nette Frau und beruflichen Erfolg - wäre er nicht ein völliger Versager und nur durch Zufälle berühmt geworden. Als seine Frau jedoch schwanger wird, mag er sich nicht recht damit anfreunden - und sein Schwiegervater auch nicht. Er inszeniert einen Skandal, um Flashman außer Landes zu schaffen, und so findet sich Flashman bald auf einem Schiff nach Amerika wieder.

Verdächtig beäugt von der Besatzung stellt Flashman bald fest, dass er sich auf einem Schiff befindet, das Sklaven transportiert. Der strenge Kapitän Spring hat ein Auge auf den verdächtigen Flashman geworfen, zumal Flashman strikt gegen Sklaverei ist. Nach einem Gefecht wird Flashman jedoch unerwartet zum Spion, als der eigentliche Spion Comber stirbt und Flashman seine Mission anvertraut, wichtige Dokumente nach Amerika zu einer Vereinigung gegen Sklaverei zu bringen. Flashman willigt ein und begibt sich damit auf eine Tour de Force ohnegleichen.

Unter falscher Identität trifft Flashman Abraham Lincoln, wird zum Begleitschutz eines exzentrischen Sklavenbefreiers, wird selber Sklave und kann nach einigen Abenteuern schließlich doch unzählige Sklaven befreien. So wird er zum titelgebenden Held der Freiheit.

Feiger Antiheld

Wer schon einmal einen Roman aus den Flashman-Manuskripten von George MacDonald Fraser in den Händen hatte, der weiß schon, was in dieser Romanreihe auf ihn zukommt. Und der dritte Teil der Reihe macht hier auch keine Ausnahme. Harry Flashman ist ein sympathischer Antiheld, dem man gelegentlich persönlich in den Hintern treten möchte, der von einem unglaublichen überzogenen Abenteuer ins nächste stürzt und der trotzdem ein Feigling ist und in brenzligen Situationen vor allem das eigene Heil sucht.

Vom eigenen Schwiegervater auf ein Schiff Richtung Amerika verbannt, macht Flashy, wie er sich selbst nennt, alsbald Bekanntschaft mit den zahlreichen Sklaven an Bord. Hier erweist sich Fraser als guter Beobachter, denn die Situation an Bord des Schiffes wird treffend und eindrucksvoll geschildert. Überhaupt ist der historische Anteil des Romans sehr aufschlussreich und intensiv, das Leben der Sklaven an Bord von Schiffen und die Sklaverei werden sehr nahegehend geschildert und nicht geschönt, so dass dem Leser tatsächlich ein authentisches Bild der Zeit nahe gebracht wird.

Abraham Lincoln

Dies gilt nicht nur für die Handlungen mit der Sklaverei, sondern auch alle anderen historischen Aspekte des Romans. Dies ist eindeutig die Stärke des Autors, die Historizität der Ereignisse. Dass dabei der eine oder andere Prominente wie Abraham Lincoln auftaucht, ist nur konsequent und auch treffend, dabei aber nicht überzeichnet.

Was den Rest der Handlung angeht, so sollte man nicht alles auf die Goldwaage legen. Flashman ist und bleibt ein Angeber, wenngleich er in diesem dritten Roman nicht ganz so über die Stränge schlägt wie in den beiden Vorgängern. Gerade was seine Eroberungen des weiblichen Geschlechts angeht, steht Flashman hier kurz vor der Enthaltsamkeit. Thematisch hat der Roman mit der Sklaverei eigentlich nur einen Höhepunkt, wodurch der Roman an einigen Stellen auf der Stelle tritt und man sich erhofft, dass bald mal ein anderes Thema angeschnitten werden sollte. Doch immerhin ist Flashman immer wieder für eine Weisheit gut:

 

"Die Politiker sind alle gleich; man kann ihnen nicht im mindesten trauen, nicht nur, weil sie Schurken sind, sondern weil sie noch inkonsequenter sind als Frauen und außerdem brutale Egoisten."

 

Insgesamt ist der Roman zwar genauso amüsant und an den bestimmten Stellen nicht ernst zu nehmen, wie seine Vorgänger, bleibt thematisch aber hinter ihnen zurück. Fußnoten und viele historische Anmerkungen machen den Roman gerade aus historischer Sicht interessant und lässt ihn einen Einblick in die frühe Zeit der USA geben, als die Sklaverei auf dem Höhepunkt ist und sich allmählich, nicht nur im Untergrund, Widerstand dagegen regt. Ein Abraham Lincoln hat noch nicht die Popularität und das spätere Amt, wird aber ansprechend charakterisiert. Zahlreiche Episoden um die Sklaverei runden ein erschreckendes Bild ab, von dem man sich leider immer wieder gewahr werden muss, dass die Menschen damals so miteinander umgegangen sind, und leider tun sie es an einigen Orten auf diesem Planeten immer noch.

Der Roman ist nicht der Höhepunkt der Flashman-Reihe, aber flüssig zu lesen, interessant und lehrreich. Flashman will return.

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