Rache

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • Heyne, 2010, Titel: 'The Prow Beast', Originalausgabe

Couch-Wertung:

79

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Carsten Jaehner
Wikinger auf der Flucht

Buch-Rezension von Carsten Jaehner Apr 2013

Ostgotland, 975 n. Chr. Die Eingeschworenen haben erfolgreiche Siegeszüge hinter sich, ihr Ruhm eilt ihnen voraus, und mit diesen hart verdienten Meriten wollen sie sich zu Ruhe setzen und die Früchte ihrer Raubzüge auskosten. Doch sie haben die Rechnung ohne ihren Feind Sterki gemacht, der das Dorf überfällt und auch ihr Drachenboot, die Fjord Elk, niederbrennt.

Viele der Eingeschworenen scharren schon mit den Hufen und sinnen auf Rache. Da bekommt Jarl Orm bekommt den Auftrag, die schwedische Prinzessin Sigrid zu schützen, die bereits mit dem Thronfolger schwanger ist, auf den es die Feinde abgesehen haben. Zudem trägt Orm die Verantwortung für Jarl Brands Erstgeborenen, den er an Vaters statt bei sich aufgenommen hat und für den er mit seiner Ehre in Verantwortung steht.

Die Eingeschworenen fliehen die Oder hinauf, immer verfolgt von den erbitterten Feinden. In Masuren nehmen sie ein Mädchen auf, Schwarzauge genannt, das von nun an in Orms Obhut bleibt. Kann er ihr widerstehen, wo zu Hause hoffentlich seine hochschwangere Frau Thorgunna auf ihn wartet? Derweil verbündet sich Sterki mit König Erik, der die Krone Schwedens erobern will und dafür den noch ungeborenen Thronfolger beseitigen muss. Ein unerbitterlicher Kampf findet statt, der den Eingeschworenen das letzte abfordern wird.

Für Ehre und Familie

Im vierten Teil seiner Eingeschworenen-Reihe Rache lässt Autor Robert Low wieder das Wikingerleben auferstehen, das besonders vom Ehrbegriff und von heute unvorstellbaren Moralbegriffen geprägt ist. Low schafft durch seine Erzählweise aus der Ich-Perspektive von Jarl Orm, dem Bärentöter, eine dichte Atmosphäre, die den Leser auch an den Gedankengängen des Protagonisten teilhaben lässt, wodurch man noch näher am Geschehen ist als sonst. Besonders die Ehre, auf Jarl Brands Erstgeborenen Koll aufzupassen, droht zu scheitern, denn der Junge wird entführt, und dieser Schatten fällt auf Orm und macht ihm schwer zu schaffen.

Low lässt den Leser nicht nur an Kämpfen und Schlachten teilhaben, sondern auch an Riten und Gebräuchen, die fast ebenso beeindruckend sind und für heutige Begriffe auch vielleicht unrealistisch und überzogen. Aber in Zeiten, wo nicht Geld und Besitz, sondern die Ehre das höchste Gut ist, das es zu beschützen und auszubauen gilt, wo man sich Treueeide schwört und wo das gesagte Wort gilt, sieht es anders aus als heutzutage, und so machen alle Taten Sinn, die Orm und seine Eingeschworenen vollbringen. Robert Low schafft hier durch diese Traditionen eine wirklich intensive Atmosphäre, die den Leser packt.

Intensive Erzählung

Neben altbekannten Charakteren tauchen auch in diesem Roman wieder neue Personen auf wie Schwarzauge, die junge Masurin, die Orm gehörig den Kopf verdreht, wobei er versucht, standhaft zu bleiben und seiner Thorgunna treu zu bleiben. Die Rolle von Schwarzauge bleibt aber letztlich unklar und mysteriös. Zu den altbekannten Personen gehört auch der junge Prinz Krähenbein, der mit seinen Männern tatsächlich den Eid leistet und Mitglied bei den Eingeschworenen wird. Das verpflichtet ihn zu vorher ungewohnter Treue, und inzwischen hat die Mannschaft ihn und vor allem seine Geschichten lieb gewonnen, denn sie wissen, was sie an daran haben: Unterhaltung und immer im letzten Satz eine Moral oder eine Beleidigung für den Gegenüber.

Durch Wind und Wetter und verfolgt von ihren Feinden, die das ungeborene Kind töten wollen und den Jarlssohn aus Orms Obhut entführt haben, besteht der Roman aus einer Mischung aus Suche und Flucht, und die Eingeschworenen tun ihr Bestes und kämpfen gegen neue und alte Gegner. Hier soll nicht zu viel verraten werden, aber Robert Low versteht es, den Leser bei der Stange zu halten, wenngleich sich trotz allem zwischendurch auch etwas Leerlauf breit macht und man nicht weiß, wohin die Handlung überhaupt führen soll. Der große Bogen hat Lücken, und so hat der Roman, bei aller erzählerischer Qualität, doch dramaturgische Schwächen.

Lohnenswerter Anhang

Daher hat der Roman auch wenig Überraschendes zu bieten. Hatte man beim dritten Teil schon das Gefühl, fast eine Wiederauflage des zweiten zu lesen, ist es hier zwar nicht so gelagert, aber die Eingeschworenen sind wiederholt in der Defensive und werden verfolgt, da könnten ein paar neue Ideen mal nicht schaden. Bleibt die Hoffnung, dass es im abschliessenden fünften Teil wieder innovativer wird.

Immerhin trifft der Titel Rache zu, wenngleich die Eingeschworenen nicht Rache nehmen, sondern es wird Rache an ihnen genommen. Das ist etwas völlig anderes, aber der Titel stimmt trotzdem.

Eine Karte zu Beginn des Romans und ein Glossar am Ende sowie ein vierseitiges Nachwort des Autors und eine Leseprobe für den fünften Teil ergänzen einen Roman, der ein zweischneidiges Schwert ist. Erzählerisch kann Robert Low das Niveau halten, er weiß zu formulieren und dem Leser Traditionen und Atmosphäre zu vermitteln, dass es eine Freude ist. Die Kämpfe und Schlachten werden authentisch dargestellt und das Leben der Wikinger anschaulich präsentiert. Was jedoch die Handlung des Romans angeht, wären ein paar neue Ideen der Spannung nicht abträglich gewesen. Nicht, dass der Roman langweilig wäre, das ist er gewiss nicht, aber es gibt auf jeden Fall Luft nach oben, was die Intensität angeht.

Rache

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Letzte Kommentare:
22.07.2016 04:43:07
Hannes

Auch hier ist Robert Low eine Kultur-Historische Sensation gelungen. Denn Mais war nach ihm schon im 10. Jahrhundert in Europa, zumindest an der Oder bekannt, kam also vor den spanischen Entdeckungen 500 Jahre später vor.
Sonst habe ich wohl ein anderes Buch gelesen als Carsten Jähner, denn in meiner Ausgabe waren die Eingeschworenen nicht in Masuren, sondern haben das Mädchen Schwarzauge als Sklavin der schwedischem Königin auf ihrer Verfolgungsfahrt die Oder aufwärts mitgenommen. Auch scheint er den Anfang des Buches nur quer gelesen zu haben, sonst hätte er die Person des schwedischen Köbigs anders interpretiert. Nicht der König sondern der mögliche Thronprätendent, sein Neffe, ist der Urheber der Verfolgungsgeschichte. Die Rezension ist wenig hilfreich. Ich finde auch, dass schon neue Ideen gegenüber den Vorgängerromanen eingeflossen sind. Ich möchte nur die roten Pocken erwähnen.
Im übrigen ist der vorliegende Band wiederum ein gelungener Abenteuerroman.