Pestland

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • Acabus, 2013, Titel: 'Pestland', Originalausgabe

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Carsten Jaehner
Die Pest im Rheinland

Buch-Rezension von Carsten Jaehner Apr 2013

Kurzgefasst:

Duisburg im 14. Jahrhundert nach Christus: Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation erzittert unter dem Wüten der Pest. Die Suche nach einem Mittel gegen den Schwarzen Tod führt den Mönch und ehemaligen Tempelritter Lucien de Courogny mitten hinein in das karge Pestland, wo Tod und Gewalt allgegenwärtig sind. Seine einzigen Reisegefährten: der 16jährige Simon und dessen Hund. Gemeinsam durchqueren sie einen Landstrich, der durch die Seuche beinahe vollständig entvölkert wurde, und müssen erleben, zu welchen Taten Menschen fähig sind, die dem Tod ins Auge blicken. Doch die Gefahren des Pestlandes sind nicht die einzigen Herausforderungen, denen sich Lucien stellen muss. Schon nach kurzer Zeit holen ihn die Schatten seiner Vergangenheit gnadenlos ein, denn die Häscher des Papstes folgen ihm ins Pestland. Es beginnt ein Wettlauf gegen das Verderben, bei dem Lucien und Simon bis an ihre Grenzen gehen, seinem schlimmsten Feind jedoch kann Lucien nicht davonlaufen, denn er ist allgegenwärtig, sogar in der Zukunft. Werden Lucien und Simon der Zeit entfliehen und den schwarzen Tod besiegen? Und was hat es mit dem geheimnisvollen Klingeln auf sich, das Lucien bis in seine Alpträume folgt?

 

Der ehemalige Tempelritter Lucien de Courogny hat die Kreuzzüge überstanden und die Pest überlebt und ist im Jahr 1349 in Duisburg gelandet. Immer wieder hört er in seinem Kopf die Stimme Baphomets, dem Götzenbild der Templer und Dämon, der ihn seit seiner Rückkehr verfolgt und nicht in Ruhe lässt.

Als Arzt wird er im pestverseuchten Duisburg zu Daniel Aumann gerufen, der im Sterben liegt und der seinen Enkel Simon ausschickt, im Pestland, das im Bereich von Kleve nördlich von Duisburg liegt, einen Alchemisten in einem Laboratorium aufzusuchen, der ein Heilmittel gegen die Pest gefunden haben soll. Lucien bricht mit Simon und dessen Hund Alessio auf, um die schwierige Mission zur Rettung der Menschheit zu verfolgen.

Doch nicht nur die Pest begegnet ihnen immer wieder, sondern auch Feinde wie Pietro di Tremante, die sich Lucien in seiner Tempelritterzeit gemacht hat. Sie lernen viele zwielichtige Gestalten kennen und ein Erfolg der Mission ist nicht gesichert. In Doktor Avis finden sie einen weiteren Mitstreiter, doch können sie den Alchemisten und das Heilmittel rechtzeitig finden?

Genremix

Mit Pestland präsentiert Lars-Erik Schütz einen Roman, der schon vom Buchcover her keinen normalen historischen Roman verspricht, wenngleich dies vom Acabus-Verlag auf dem Cover so behauptet wird. Schwach schimmert eine Zeichnung des Dämons Baphomet auf dem Cover hervor, die 1854 von Éliphas Lévi gefertigt wurde, und somit deutet sich bereits ein Genremix an, das vom Autor in einer Bemerkung vor dem eigentlichen Roman bestätigt wird. Er schreibt, dass dies ein Roman über die Pest sei und nicht über die Zeit ihres Auftretens und verweist auf ein überraschendes Ende. Somit sollte jedem Leser klar sein, dass dies kein herkömmlicher historischer Roman sein soll.

Und das ist es auch nicht. Schon nach den ersten Seiten wird dem Leser klar, dass er es hier mit einem Genre-Mix aus Historischem Roman und Fantasy zu tun hat, was die irreführende Bezeichnung des Verlags auf dem Buchcover nicht vermuten lässt. Dass der Roman im Jahr 1349 spielt, muss man sich anhand weniger Hinweise selbst abzählen, hier wäre ein deutlichere Einordnung wünschenswert gewesen. Trotz dass der Autor in der Gegend von Duisburg aufgewachsen ist, ist jedoch wenig Lokalkolorit zu erkennen und die Gegend um Kleve wird auch nicht näher beschrieben.

Viele Andeutungen, wenig konkretes

Stattdessen lässt Schütz den Ich-Erzähler Lucien seine Geschichte erzählen, wobei seine Vergangenheit größtenteils im Dunkeln bleibt. Auch das Alter Luciens wird nur vage angedeutet, er muss aber mindestens in einem Alter um die sechzig sein, wie gelegentlich angedeutet wird. Nichts ist klar, man ist viel auf Vermutungen angewiesen.

Auch die Figurenzeichnung bleibt blass, nicht nur die von Lucien selbst, sondern auch die von Simon, von Dr. Avis und Pietro di Tremante bis zur jungen Anna, die er in einem Bergstollen kennerlernt, wo sich die Menschen von der Pest verstecken. Alles bleibt oberflächlich, man hat nicht die Chance, mit einer Person Mitleid zu haben oder dass deren Schicksal Mitgefühl erregt. Schütz gönnt sich nicht die Zeit, in die Tiefe zu gehen, und so bleibt vieles unpersönlich und egal.

Zwar machen die Protagonisten einiges mit, von Erdbeben, einstürzenden Bergstollen, Unwettern, der Pest sowieso, Verfolgungsjagden und Bränden, doch gelingt es dem Autor nicht, dies dem Leser so nahe zu bringen, dass richtige Spannung erzeugt wird. Dies liegt hauptsächlich am Genremix, denn immer wieder gibt Baphomet seine Kommentare zum Geschehen ab, was nicht nur Lucien, sondern bisweilen auch der Leser als lästig empfinden mag. Ein ständiges Klingeln in Luciens Ohren lässt noch andere Aspekte der Auflösung des Romans erahnen, die sich ungefähr ab der Mitte andeutet.

Knappe Formulierungen

Auch sprachlich bleibt der Autor hinter seinen Möglichkeiten, wenngleich er andeuten lässt, dass einiges Talent in ihm schlummert. Mit der ständigen Bezeichnung "Ellen" als Maßeinheit für Entfernung und "Bracken" für den Hund beispielsweise zeigt er zwar, dass er sich mit dem Genre und der Zeit beschäftigt hat, zeigt aber gleichzeitig wenig Variabilität in seiner Ausdrucksweise. Zudem nutzt er Glefen und Falchions, Waffen die heute unbekannt sind und die gerne in einem leider fehlenden Glossar hätten näher erläutert werden können.

Alles in allem formuliert der Autor recht knapp, wenn auch leicht lesbar und schafft somit eine zusätzliche Hektik, wo doch ein wenig Ruhe dem Roman in Zwischenteilen gut getan hätte. Doch dadurch entwickelt man wenig Bezug zur Hauptfigur, zur Zeit und zur Umgebung.

Eine Sache der Definition

Wenn ein Verlag auf dem Cover den Roman als Historischen Roman anpreist, muss der Roman auch als solcher behandelt werden, denn den Hinweis, dass es sich um "keinen historischen Roman im klassischen Sinn" handelt, findet man erst nach dem Kauf, wenn man das Buch aus der Folie ausgepackt hat, und wenn es vielleicht zu spät ist. Pestland ist kein historischer Roman, sondern ein Fantasy-Roman vor historischer Kulisse, doch ist dem Verlag anzulasten, dass dieser Roman wie ein historischer Roman bewertet wird. Für einen Roman über die Pest nimmt die Krankheit erstaunlich wenig Raum ein, wenngleich es eigentlich um die Heilung der Krankheit geht.

Letztlich ist der Roman flüssig zu lesen und für Freunde des Fantasy-Genres (mit einem Hauch Science-Fiction am Ende) sicherlich ein Genuss, zumal Baphomet eine zentrale Figur in dem Roman ist. Als historischer Roman ist Pestland nur bedingt zu betrachten, zumal es schwer ist, die ineinander verwobenen Erzählteile voneinander zu trennen. Wer einen historischen Roman über die Pest und ihre Zeit erwartet, wird hier sicherlich enttäuscht werden. Genremix-Freunde werden hier einen gelungenen Griff machen. Gerne würde man von dem Autor einen nicht-gemixten historischen Roman lesen, denn dass er erzählerisches Talent hat, steht außer Frage.

Pestland

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Letzte Kommentare:
20.09.2014 16:40:55
Tobias Dahlmann

Mischung...

Dies ist ebenso ein historischer, wie ein psychologischer Roman. Die Atmosphäre ist entsprechend sehr dicht. Leider leidet vereinzelt die Logik darunter. (Eine Furt durch den Rhein? - Also bitte!) Trotzdem ist er in seiner Kombination definitiv etwas eigenes, und deshalb eindeutig lesenswert.

24.05.2013 17:21:06
Slev

Eigentlich gibt es nicht schlechtes zu "Pestland" zu sagen: Das historische Setting wird gut beschrieben, die Handlungsintetion des Protagonisten ist verständlich, der Schreibstil ist, nach kurzer Eingewöhnung, eingängig. Eigentlich also ein Aspirant auf spannende Lesestunden. Eigentlich... Denn nachdem ich das Buch innerhalb weniger Tage durchgelesen habe, bleibe ich am Ende doch unbefriedigt und etwas enttäuscht zurück. Zu hektisch sind die letzten Kapitel, zu erzwungen das Ende der Geschichte. Manchem mag es gefallen, gewiss eine Geschmackssache... Schade, weil eben doch gute Ideen vorhanden sind. Die Kullissen werden immer sehr plastisch und detailreich beschrieben, sicher bedingt durch die Herkunft des Autors. Bin gespannt auf zukünftige Publikationen.

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