Der Meerkristall

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • kbv, 2013, Titel: 'Der Meerkristall', Originalausgabe

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Rita Dell'Agnese
Die Geschichte der Hebamme geht weiter

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Mär 2013

In ihrem historischen Kriminalroman Der Meerkristall nimmt die Autorin Regine Kölpin den Faden um die Hebamme und Heilerin Hiske Aalken wieder auf und spinnt die Geschichte weiter. Angesiedelt ist die Fortsetzung im Jahr 1548. Hiske hat sich in der Herrlichkeit Grödens inzwischen eine feste Position erarbeitet. Wenn es auch immer noch viele Menschen gibt, die ihr insgeheim mit Misstrauen begegnen, so bleibt sie doch unbehelligt und muss nicht fürchten, erneut als Hexe angeklagt zu werden. Doch glücklich ist Hiske nicht. Sie kann den Arzt Jan Valkensteyn nicht vergessen, der ihr Herz berührte, dann aber die Herrlichkeit Grödens wieder verlassen hat – mit dem Versprechen, bald wieder da zu sein. Seither wartet Hiske vergeblich auf seine Rückkehr. Sie ist nicht die Einzige. Auch die Marketenderin Anneke machte sich einst Hoffnungen auf den Arzt und beobachtet nun mit Genugtuung, dass sich Hiske schwer tut. Just als Jan doch in die Herrlichkeit Grödens zurückkehrt, um gegen das hier grassierende Marschfieber zu kämpfen, trifft der undurchsichtige Kaufmann Friso van Heek in Ostfriesland ein. Er trägt ein geheimnisvolles Medaillon um den Hals. Friso stellt Hiske nach, er will sie zwingen, sich ihm hinzugeben und ihn zu heiraten. Als er ermordet in einem Graben aufgefunden wird, fällt der Verdacht schnell auf die Hebamme und ihre Freunde. Voller Freude macht sich Klaas Krommenga daran, die verhasste Hebamme des Mordes zu überführen.

Wiedersehen mit bekannten Figuren

Regine Kölpin vermag ihren Roman nahtlos an den vorgängigen Teil anzuschliessen, der unter dem Titel Die Lebenspflückerin erschienen ist. Für die Leserinnen und Leser, die diesen Roman kennen, ist es ein Wiedersehen mit den bekannten Figuren. Doch dank einer guten Einführung in die Geschichte kann Der Meerkristall auch ohne Vorkenntnisse genossen werden. Die Figuren sind weitgehend schlüssig und die Konstellationen der einzelnen Charaktere erschließt sich schon nach kurzer Zeit. Es scheint auch, als hätte sich die Autorin ihren Figuren noch ein Stück mehr angenähert: Sie arbeitet die verschiedenen Charakterzüge noch intensiver heraus und schafft es dadurch, die gesellschaftliche Situation zuzuspitzen und ihr noch mehr Leben zu verleihen. Auch die Liebesgeschichte zwischen Hiske und Jan funktioniert erneut, obwohl die beiden sich immer wieder aus den Augen verlieren.

Starke Nuancierung

Mit der detaillierteren Ausgestaltung kommt Regine Kölpin allerdings dem Bereich Klischee sehr nahe. Sie zeichnet die einzelnen Charaktere etwas stark gut oder böse und lässt dadurch zu wenig Entwicklungsspielraum, als dass die Leser hier gefordert wären. Denn mit der klaren Nuancierung gibt Regine Kölpin schon früh vor, wer aus der Story letztlich als Sieger hervorgehen wird. Das, obwohl die Protagonistin Hiske einiges einzustecken hat. Die Autorin fokussiert in diesem Bereich ganz nahe, so bekommen die Leserinnen und Leser einiges davon mit, mit welchen Methoden der unsympathische Klaas Krommenga arbeitet, um den Willen der Hebamme zu brechen. Das dürfte dem einen oder anderen mitfühlsamen Gemüt etwas zusetzen.

Spannung gut aufgebaut

Dadurch, dass Regine Kölpin neue Figuren ins Spiel bringt und auch die Herstellung des geheimnisvollen Medaillons mit dem Meerkristall geschickt eingeflochten wird, schafft sie eine ideale Grundlage, um Spannung aufzubauen. Das Spiel mit den jeweils angedeuteten, aber nicht bis ins Detail ausformulierten Situationen lässt der Phantasie der Leser genügend Spielraum, um sich verschiedene Szenerien vorzustellen und darüber zu rätseln, wer denn nun der Mörder sein könnte und auch was es mit dem Medaillon auf sich hat. Die geschickte Kombination der beiden Themenbereiche lässt vieles bis zuletzt im Dunkeln, so dass nicht zu früh der Eindruck entsteht, den weiteren Verlauf der Geschichte schon ungefähr zu wissen.

Zu sehr ins Detail

Während Regine Kölpin in einige Bereichen vieles offen lässt und dadurch mit der Spannung spielt, geht sie in anderen Bereichen zu stark ins Detail. Schon bei der zweiten Aufzählung der verschiedenen Schiffe, welche die Herrlichkeit Grödens nun ansteuern, kommt das Gefühl auf, hier mit Fakten zugeschüttet zu werden, die weder besonderen Einfluss auf den Verlauf des Romans haben, noch wirklich überraschend sind. Vielmehr kommt der Eindruck auf, als wolle die Autorin mit dieser Aufzählung ihr Fachwissen unter Beweis stellen. Für unkundige Leserinnen und Leser bedeutet es aber nur, dass sie im Glossar nachschlagen müssen, um überhaupt zu verstehen, was ihnen hier mitgeteilt wird. Dadurch wird das Tempo der Geschichte leider zu stark gebremst.

Vieles offen

Der flüssig geschriebene und gut aufgebaute Roman dürfte eine weitere Fortsetzung erfahren. Denn obwohl Hiske und Jan sich wesentlich näher gekommen sind, bleibt noch zu vieles offen, um die Geschichte abzuschließen. Regine Kölpin hat allerdings unter Beweis gestellt, dass sie in der Lage ist, die Story um Hiske Aalken so aufzubauen, dass jeder Teil für sich alleine stehen kann und auch, dass der Nachfolgeband nicht zu stark auf den vorgängigen Teil aufbaut, und dadurch zu viele Wiederholungen enthält. So darf man auf die Fortsetzung der Geschichte gespannt sein.

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