Die Rose von Darjeeling

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • Blanvalet, 2013, Titel: 'Die Rose von Darjeeling', Originalausgabe

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Rita Dell'Agnese
Vor allem etwas für eingefleischte Pflanzenfreunde

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Mär 2013

Kurzgefasst:

Darjeeling in den 1930ern. Kathryn, eine junge Engländerin voller Träume, lebt auf der Teeplantage ihres Vaters. Sie ist begeistert als zwei deutsche Reisende bei ihnen Halt machen: der attraktive Gustav, der Kontakte für seinen Teehandel knüpfen will, und sein bester Freund Carl, der auf der Suche nach einer neuen Rhododendrenart ist. Allem Widerstand zum Trotz folgt sie den jungen Männern auf ihre gefährliche Expedition in den Himalaya - und merkt dabei, wem ihr Herz gehört. Doch die Plantage ihres Vaters steht vor dem Ruin, und in Deutschland bricht der Krieg aus ...

 

Wer sich bis zu diesem Roman noch nie mit Rhododendron befasst hat, wird nach der Lektüre entweder zu einem Fan dieser speziellen Pflanze - oder er mag den Begriff für eine ganze Weile nicht mehr hören. Sylvia Lott widmet sich den Rhododendren ausgiebig. Dies sowohl im Erzählstrang, der die Leserinnen ins Darjeeling der 30er Jahre führt, als auch im modernen Erzählstrang, bei dem die Leserinnen den Spuren der einmaligen Rhododendron-Züchtung "Die Rose von Darjeeling" ins norddeutsche Ammerland folgen. Selbstverständlich erfahren die Leserinnen dabei alles Wissenswerte über die Herkunft, die Züchtung und die Pflege von Rhododendren. Wer allerdings nicht über ein ausgesprochenes Faible gegenüber dieser Pflanze verfügt, wird sich mit der Zeit seufzend fragen, ob er tatsächlich die passende Lektüre in Händen hält.

Abenteuer im Königreich Sikkim

Der historische Teil des Romans bietet einen vertieften Eindruck von den Besonderheiten Darjeelings und des Königreichs Sikkim. Die Protagonistin Kathryn Withwater bekommt Gelegenheit, zwei junge Deutsche auf ihrer Forschungsreise in diesem unzugänglichen Königreich zu begleiten. Für eine junge Frau ist dies keineswegs selbstverständlich - und tatsächlich spielen Kathryn ihre Gefühle auch den einen oder anderen Streich. Zum einen kann sie ihre Abenteuerlust ausleben und erfährt durch die Expedition viel über das Königreich, das ihr bisher verborgen war, obwohl sie in der Nähe aufgewachsen ist. Zum anderen muss sich Kathryn auch mit der Liebe zu zwei unterschiedlichen Männern auseinandersetzen. Eine Liebe, die zwar auf verschiedenen Ebenen stattfindet, aber sie auch vor das Dilemma stellt, mit sich selber nicht ganz ins Reine zu kommen. Hier vereint Sylvia Lott den Anspruch an einen historischen Roman mit den Wünschen der Leserinnen, die sich primär auf einen Liebesroman konzentrieren möchten. Die Autorin beweist sich als geübte Verfasserin von Reiseberichten, schafft sie es doch mühelos, ihrem Publikum die unbekannte Welt des schwer zugänglichen Königreichs Sikkim näher zu bringen - aber auch, die Leserinnen in die Welt der Botanik zu entführen. Hier spielt neben den Rhododendren vor allem Tee eine Rolle, der in Darjeeling für den Weltmarkt - besonders aber auch für den Handel in England - angebaut wird.

Ein dunkles Geheimnis

Den Erzählstrang der Gegenwart versucht die Autorin vor allem durch ein dunkles Geheimnis anzukurbeln, das die alte Kathryn vor ihrem Tod noch lüften möchte. Zwar ahnen die Leserinnen schon nach verhältnismäßig kurzer Zeit, worum es sich bei diesem Geheimnis handeln könnte, doch macht Sylvia Lott immer mal wieder eine unerwartete Wendung und lässt ihr Publikum von neuem rätseln. Auch in der Gegenwart misst die Autorin dem Thema Liebe einen hohen Stellenwert zu. Sie ist beinahe so präsent, wie es die Rhododendren sind. Dank einer soliden Leserführung zu Beginn der jeweiligen Kapitel vermag die Autorin den jeweiligen Schauplatzwechsel von der Vergangenheit in die Gegenwart und zurück sehr gut aufzufangen. Abgesehen von einzelnen kurzen Irritationen vor allem in der zweiten Hälfte des Buches, in der das Tempo gegenüber dem Einstieg merklich gesteigert ist, bekundet kaum ein Leser Mühe, dem Verlauf der Geschichte zu folgen und die Zusammenhänge zu erkennen. Dies ist auch Ergebnis einer soliden sprachlichen Umsetzung, die aber gerne noch ein paar Feinheiten mehr haben dürfte, wirkt sie doch da und dort etwas gar nüchtern.

Konsequenter Verlauf

Obwohl Kathryn die klare Hauptfigur des Romans ist, lässt die Autorin auch die beiden anderen prägenden Protagonisten nicht in der Luft hängen. Sie schildert im Verlauf des Romans unter anderem den Umgang der beiden so unterschiedlichen Freunde mit der politischen Veränderung in Deutschland, aber auch, wie sie ihr Leben meistern und was sie aus ihren Erlebnissen in Darjeeling und Sikkim gemacht haben. So besticht dieser Liebesroman durch einen konsequenten Verlauf und den Umstand, dass kaum eine Frage offen bleibt, auch wenn es doch einige sehr unerwartete Entwicklungen gibt.

Sylvia Lott hat mit ihrem Debüt einen Roman vorgelegt, der mit einigen Stärken brillieren kann, aber auch Schwächen aufweist. Allerdings vermag die Autorin ohne Frage, das Publikum zu unterhalten und mit auf eine farbenfrohe Entdeckungsreise durch unbekannte Welten zu nehmen. Die Autorin bleibt ihren Leserinnen weder große Gefühle noch üppige Exotik oder bedrückende politische Entwicklungen schuldig.

Die Rose von Darjeeling

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Letzte Kommentare:
02.01.2015 23:01:51
Walter Ahlrichs

Ich komme aus Westerstede und bin in einer Kaufmannsfamilie die ihr Geschäft am Bahnhof hatten groß geworden. Die Baumschul-besitzer waren Bekannte von uns und kauften bei uns ein. Tee wurde von uns aus Leer in großen Teekisten bezogen.Ich habe deshalb das Buch besonders aufmerkasam gelesen, besser gesagt verschlun- gen. Ich war begeistert, weil der Roman in unserer Sprache geschrieben wurde und das Brauch- tum des Ammerlandes und die Schilderung der Abeiten bei den Rhododendronzüchtern stimmen. Da ich nun in Lingen wohne und meine Rhododendren mitgenommen hatte, habe ich ein Stück Ammerland jeden Tag bei mir. So kann man die Suche nach der" Rose von Darjeeling" sehr gut nachvoll- ziehen. Das Buch kann ich sehr empfehlen.

06.05.2013 22:20:10
Mare Helen

I love love-stories. Aber nicht die doofen, sondern die, die einen realistischen Hintergrund haben. Und deshalb hat mir "Die Rose von Darjeeling" besonders gut gefallen. Sorry, wenn ich Nora Roberts hier eins auswischen muss. Die ist ja eigentlich wirklich gut ... wenn sie nicht gerade ein paar triviale Schnellschüsse von sich gibt. Und Pilcher finde ich auch gut. Aber Lott fand ich diesmal echt besser.
Ich liebe dieses Buch, das mich in ferne Länder, aber auch in die heimische Geschichte entführt. Das ist weit entfernt von Kitsch. Sprachlich gut und super rescherschiert, soweit ich das beurteilen kann. Seit ich das Buch gelesen habe, trinke ich meinen Tee in Erinnerung an ein große Liebesgeschichte und selbst meinen Gartenr-Rhodo , den ich vorher zwar dekorativ, aber langweilig fand, sehe ich in neuem Licht.
Ich hab das Buch gleich an meine Freundin weitergegeben... und die fand es auch gut.