Das Mädchengrab

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • kbv, 2013, Titel: 'Das Mädchengrab', Originalausgabe

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Christina Wohlgemuth
Ein spannender historischer Krimi mit schwacher Auflösung

Buch-Rezension von Christina Wohlgemuth Mär 2013

Kurzgefasst:

1856 im kleinen Eifeldorf Reetz wird die achtjährige Fine nach dem Tod der Eltern das Pflegekind der Schwarzen Marjann, die im Mittelalter noch als Hexe gegolten hätte. In jenen Tagen erschüttert eine Reihe grausamer Morde das Dorf, denen ausnahmslos junge Frauen zum Opfer fallen. Der schreckliche Tod der jungen Lisbeth, die man mit durchschnittener Kehle gefunden hat, berührt Fine sehr, und sie beginnt, neugierige Fragen zu stellen. Zum Zeitpunkt von Lisbeths Tod verschwand Hannes, der Sohn der Schwarzen Marjann, von einem Tag auf den nächsten. Die Dorfbewohner glauben, dass er Lisbeths Mörder ist, doch Marjann beteuert, dass ihr Sohn auf der Suche nach einem besseren Leben nach Amerika ausgewandert sei, so wie es zu jener Zeit viele taten. Verdächtigungen und Misstrauen breiten sich im Dorf aus. Der Landjäger hat seine Not damit, den Spuren des mordenden Unholds zu folgen. Auch die wissbegierige Fine stellt zahlreiche Erkundigungen an, und erst als das nächste Mädchen einen schrecklichen Tod stirbt, beginnt sie zu ahnen, dass sie sich damit in große Gefahr begibt.

 

In Reetz, einem kleinen Dorf in der Eifel, wird im Jahre 1851 ein Mädchen tot aufgefunden. Die Polizei fahndet fieberhaft nach dem Täter, die Dorfbewohner verstehen nicht, wie in ihrem Dorf so etwas geschehen konnte. 5 Jahre später verlieren Fine und ihr Bruder Basti ihre Eltern an eine tückische Krankheit. Fine wächst nun bei der Schwarzen Marjann auf, die bei vielen Dorfbewohnern als Eigenbrötlerin verschrieen ist. Doch Fine fühlt sich wohl - bis erneut die Leiche eines Mädchens gefunden wird. Ist der Mörder zurückgekehrt?

Spannender Krimi!

Nadja Quints zweiter Roman erzählt die Geschichte von Fine Aldenhoven, die in einem verschlafenen Eifeldorf lebt. In die Stille des Örtchens brechen mehrere Morde herein - allesamt junge Mädchen auf dem Weg zur Frau.

Was nach einem Nullachtfünfzehn-Schema klingt, entpuppt sich als spannender Krimi, der zwar nicht ständig im Vordergrund steht, jedoch die Figuren und ihr Verhalten beherrscht. Fine als Hauptfigur lässt uns an ihren Gedanken zum Täter teilhaben. Gleich mehrere Personen kommen dafür in Frage, doch der Leser bleibt bis zuletzt im Ungewissen darüber.

Intensive Atmosphäre, lebendige Historie

Das Mädchengrab spielt in einem kleinen, verschlafenen Eifeldorf bei Blankenheim. In der Mitte des 19. Jahrhunderts ist das Leben von Sittenstrenge, Entbehrung und Hunger geprägt. Der Autorin gelingt es, den Zeitgeist einzufangen und ein farbenfrohes Poiträt der Epoche darzustellen. Moralische und sittliche Wertvorstellungen werden quasi im Vorbeigehen vermittelt, und schon nach kurzer Zeit weiß der Leser genau, wie Reetz und seine Bewohner aussehen.

Eng mit diesem gelungen Sittengemälde verbunden ist die dichte Atmosphäre des Krimis: die Morde schweben als drohende Gefahr ständig über allem. Wie Sonnenstrahlen an einem wolkenverhangenen Tag wirken da die Szenen, in denen Fine die Wunder der Natur und die kleinen Freuden des Lebens genießen kann. Und doch werden weder der Leser noch die Figuren das düstere Gefühl der Bedrohung je los.

Blasse Figuren und ein unglaubwürdiges Ende trüben den guten Gesamteindruck

Nadja Quints Schwäche sind die Figuren. So vielschichtig Fine gezeichnet wird, so oberflächlich bleibt die Figurenzeichnung im Übrigen. Die Dorfbewohner bedienen Klischees und sind Stereotypen, ihre Motive bleiben dem Leser verborgen. Dies mag zwar ein Stück weit der geringen Seitenzahl geschuldet sein - doch es gibt genügend Autoren, die auch in der gebotenen Kürze lebendige Charaktere erschaffen.

Das größte Manko des Krimis ist seine Auflösung. Nachdem der Leser und seine Hauptfigur bis zum Ende gerätselt haben, überschlagen sich zum Ende hin die Ereignisse. Das Mordmotiv wird nur kurz abgehandelt, das Handeln der beteiligen Figuren bleibt unglaubwürdig. So trübt eine misslungene Auflösung den durchaus guten Eindruck, den das Buch auf den ersten 200 Seiten vermittelt hat. Deshalb ist Das Mädchengrab nur mit Einschränkungen empfehlenswert.

Das Mädchengrab

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Letzte Kommentare:
06.06.2013 13:56:20
Simone Klages

Die Stärke von "Das Mädchengrab" liegt meiner Ansicht nach in seiner Atmosphärischen Dichte und der Beschreibung von Hauptfigur Fine. Sicherlich trägt positiv bei, dass die Autorin den Roman durchweg in Anlehnung an die damalige Sprache geschrieben hat. Dies findet man wohl in Historischen Romanen nicht so häufig. Ich konnte mir die Stimmung in dem Eifler Bauerndorf gut vorstellen und fand den Krimi von Anfang bis Ende spannend, insbesondere die Auflösung fand ich überraschend.