1813 - Kriegsfeuer

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • Droemer-Knaur, 2013, Titel: '1813 - Kriegsfeuer', Originalausgabe

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Eva Schuster
Die Völkerschlacht bei Leipzig - von allen Seiten beleuchtet

Buch-Rezension von Eva Schuster Mär 2013

Kurzgefasst:

Frühjahr 1813: Europa stöhnt unter Napoleons Herrschaft. Nach der dramatischen Niederlage der Grande Armée gehen Preußen und das Zarenreich zum Gegenangriff über. Im ausgebluteten Sachsen müssen die Menschen Entscheidungen treffen, die ihr Leben unwiderruflich verändern werden: eine Mutter, die verzweifelt auf die Rückkehr ihrer Söhne hofft, ein General, der seinen Kopf riskiert, damit sich Sachsen den Alliierten anschließt, eine Gräfin, die aus Liebe zur Spionin Napoleons wird, zwei Studenten, die zu den Lützowern wollen, die junge Henriette auf der Flucht vor Plünderern. Die Menschen ersehnen den Frieden, während die Herrscher insgeheim Europa längst unter sich aufgeteilt haben und so eine gewaltige Schlacht heraufbeschwören ...

 

Frühjahr, 1813: Nach seiner Niederlage auf dem Russland-Feldzug hat Napoleon eine neue Armee zusammengestellt und stellt sich der preußisch-russischen Allianz. Eines der vielen Opfer der Kriegsumstände ist die siebzehnjährige Henriette, die als Waise mit ihrem zehnjährigen Bruder Franz aus dem sächsischen Weißenfels zu Onkel Friedrich und Tante Johanna Gerlach nach Freiberg flieht. Ihre Verwandten nehmen sie auf und Jette bemüht sich, sich in der Buchdruckerei des Onkels nützlich zu machen.

Kurz nach ihrer Ankunft wiederholt der König von Sachsen den Treuebund mit Napoleon - daraufhin hält die französische Armee in Freiberg Einzug und auch das Haus der Gerlachs wird besetzt. Jette schwebt in ständiger Angst, dass der Major de Trousteau von ihrem Notwehrangriff in Weißenfels auf einen Franzosen erfährt und Rache nimmt - und zugleich fürchtet sie sich vor seinen Zudringlichkeiten. Auch der Sohn des Majors macht Jette Avancen, ebenso wie der preußische Premierleutnant Maximilian von Trepte, den sie gesund pflegte.

Aber auch viele weitere Menschen erleben ein dramatisches Schicksal in jener Zeit - so etwa die Studenten Richard und Felix, die sich in den Freikorps melden, um gegen die Franzosen zu kämpfen; so wie Lisbeth, die Köchin der Gerlachs, die verzweifelt auf die Rückkehr ihrer vier Söhne wartet, die für die französische Armee in den Krieg gezogen sind und so wie der sächsische Generalleutnant Thielmann, der in einen schweren Gewissenskonflikt zwischen seiner Loyalität zum sächsischen König und den Plan der Alliierten gerät ...

Europa im Umbruch

Sabine Ebert hat sich zweifellos ein Mammut-Projekt vorgenommen: Die Völkerschlacht von 1813 gilt als Geburtsstunde des modernen Europas und zugleich als die bis dato größte Schlacht. Pünktlich zum zweihundertjährigen Gedenken der Schlacht erscheint ihr monumentales Werk, das auf über 900 Seiten die Vorgeschichte der Schlacht und die Schlacht selbst zum Leben erweckt. Rund 30.000 Seiten Literatur von Dokumenten und Protokollen bis hin zu Tagebüchern und Biographien hat die Autorin demnach konsultiert, um diesem Ereignis gerecht zu werden - und dieses ambitionierte und anspruchsvolle Projekt ist ihr fraglos auch geglückt.

Facettenreiche Charaktere im Mittelpunkt

Das eindrucksvolle Antikriegsepos konzentriert sich auf mehrere Handlungsstränge, die eng miteinander verwoben sind und es dem Leser ermöglichen, sich in ein paar repräsentative Gestalten jener Zeit einzufühlen. Am deutlichsten sticht dabei Henriette hervor, eine sympathische und zeitgemäß gestaltete junge Frau, die sich bemüht, auch in den schrecklichsten Umständen einen klaren Kopf zu behalten und ihr Schicksal zu meistern. Die Mutter von Jette und Franz verstarb bereits vor Jahren, jetzt haben die beiden auch noch ihren Vater durch das Lazarettfieber verloren. Neben der Angst vor dem Krieg und dem neuen Lebensabschnitt belastet Jette zudem ihr Notwehrangriff auf einen französischen Plünderer, den sie mit dem Schürhaken schwer verletzte und möglicherweise tötete - Jette schwankt zwischen Verzweiflung, weil sie vielleicht einen Menschen, Notwehr hin oder her, getötet hat - und der Angst, dass jener Franzose doch überlebt haben könnte und sie für ihre Tat zur Rechenschaft gezogen wird.

Ausgerechnet in jenen schweren Tagen wird Henriette zum ersten Mal mit ihrem Wandel zur jungen Frau konfrontiert, in Gestalt gleich mehrerer Männer. Da ist zum einen der charmante, aber auch zynische und höchst gefährliche Major, der keine Gelegenheit auslässt, um Jette intensiv zu betrachten und in Verlegenheit zu bringen. Da ist sein Sohn Etienne, der Seconde-Lieutnant, seinem Vater äußerlich sehr ähnlich, aber weniger berechnend. Höher schlagen lässt Jettes Herz der preußische Premierleutnant Maximilian von Trepte, der sie als Lebensretterin betrachtet und ihr vor seinem Aufbruch verspricht, sie nach seiner Rückkehr zum Tanz auszuführen und sie schon bald per Brief an sein Versprechen erinnert. Auch der junge, etwas linkische Student Felix schwärmt für Jette, ohne zu wagen, ihr seine Gefühle zu gestehen und schließlich begegnet Jette bei den vom Major aufgezwungenen Tanzstunden auch noch dem jungen Sebastian von Treba, der Gefallen an ihr gefunden hat. Angenehmerweise verfällt der Roman niemals in plakative Erotik, sondern hält sich diesbezüglich sehr zurück; umso intensiver lässt es sich mit Jettes ersten und verwirrenden Gefühlen identifizieren, während der Leser genannt verfolgt, wie sich diese Gefühle entwickeln und welche Rolle welcher Mann in Zukunft bei ihr einnehmen wird.

Mag auch Jette sicherlich der Hauptcharakter des Buches sein, dessen Schicksal den Leser am meisten fesselt, so stehen auch die anderen Figuren dem nur wenig nach. Bewegend ist etwa die Verzweiflung der Köchin Lisbeth, die sich an die Möglichkeit klammert, dass ihre vier Söhne aus dem Krieg heimkehren werden und ihre Hoffnung mehr und mehr schwinden sieht - und deren beiden verbliebenen Söhne, der klein gewachsene Anton und der hinkende Karl, sich auch mit dem Gedanken tragen, in die Armee einzutreten. Es fällt leicht, mit diesen Charakteren zu fühlen und unweigerlich hofft man auf ein gutes Ende, wenngleich man stets damit rechnen muss, dass die eine oder andere Figur den Krieg nicht überlebt. Von Friedrich von Colomb, Rittermeister des Preußischen Husarenregiments, zeichnet die Autorin ein charmantes Porträt, das Bild eines gewitzten und zugleich tapferen Mannes, der schon bald zu einer der Lieblingsfiguren des Lesers wird. Auch weitere historische Gestalten erscheinen klar und facettenreich vor Augen, seien es der machtbesessene Napoleon, der Preußenkönig Friedrich Wilhelm III, General Blücher, Fürst von Metternich oder die glühende Napoleon-Verehrerin und Spionin Gräfin von Kielmannsegge, bei der Lektüre bleibt stets das Gefühl zurück, einen treffenden Eindruck von ihnen gewonnen zu haben.

Ausführliche Beschreibungen

Natürlich bleibt es bei einem solchen Werk nicht aus, dass auch über viele Seiten lang Verhandlungen und Schlachten geschildert werden. Angenehmerweise verfällt der Stil dabei nie in reines Dozieren und es gelingt der Autorin, auch bei diesen teils etwas trockeneren Passagen den Leser bei der Stange zu halten. Die ausgiebige und intensive Recherche wird auf jeder Seite offenkundig und bei vielen Lesern wird das Bedürfnis geweckt werden, sich anschließend auf die Lektüreempfehlungen zu stürzen. Vorkenntnisse über die politischen und historischen Verhältnisse sind hilfreich, aber nicht zwingend notwendig, um die Entwicklungen in ihrer Tragweite zu begreifen. Besonders intensiv und bewegend geraten die Schilderungen der Schlachten und der Zustände in den Lazaretten, die die Schrecken des Krieges annähernd erahnen lassen. Dabei wird glücklicherweise stets von voyeuristischen Szenen Abstand genommen - weder sexuelle Schilderungen noch ausführliche grausame Details bekommt der Leser präsentiert, stattdessen setzt die Autorin auf wirkungsvolle Andeutungen. Hoffnung und Schrecken, zarte Liebesbande, romantische Momente, Diskussionen, Erlässe und Verhandlungen wechseln sich miteinander ab, stets sind die positiven und dramatischen Augenblicke gut gegeneinander abgewogen. Das Ende beantwortet zwar nicht alle offenen Fragen, das ist allerdings ohnehin nicht notwendig, denn die Fortsetzung ist bereits in Arbeit und bietet viel Stoff für einen weiteren Schmöker.

Eindrucksvolle Ausstattung

Die Klasse des Romans wird durch die aufwendige Gestaltung unterstrichen und ergänzt: Der Schutzumschlag lässt sich aufklappen und enthüllt dabei ein farbenprächtiges Poster der Schlacht bei Leipzig im Oktober 1813 von Vladimir Ivanovich Moshkow sowie eine detaillierte Karte zu "Europa unter Napoleon". Im Innenteil befinden sich Karten zum Frühjahrs- und Herbstfeldzug 1813 bis zur Völkerschlacht und zu Leipzig und Umgebung in der damaligen Zeit. In einem mehrseitigen Nachwort gibt die Autorin zudem einige interessante und bisher wenig beachtete Informationen zum Hintergrund preis, weitere Literaturempfehlungen zum Thema, eine Aufstellung der wichtigsten Personen mit Kennzeichnung der historischen Persönlichkeiten und schließlich noch ein Glossar zu zeitgenössischen Begriffen.

Entstanden ist schließlich ein monumentales Antikriegsepos mit faszinierenden Charakteren, eindrucksvoller Hintergrundrecherche und umfangreicher Ausstattung - ein würdiges Werk zur Gedenkfeier zweihundert Jahre nach der Völkerschlacht bei Leipzig.

1813 - Kriegsfeuer

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Letzte Kommentare:
04.10.2017 12:17:08
Steffen Widmaier

Was mich aber massiv an den Romanen stört ist Henriette. Die Hauptperson des Romans hat soviel Tiefe, wie eine Pfütze in seichtem Regen. Und das obwohl die Autorin nichts unversucht lässt, kein Klischee auslässt, um mit Henriette eine emotionale Person zu kreieren. Doch es wirkt einfach nicht echt, ja vollkommen realitätsfern und auch unrealistisch.

Dieses Mädchen und ihr Bruder haben im Roman vor einigen Jahren ihre Mutter und vor kurzem ihren Vater verloren. Warum erfährt man nicht wirklich. Und auch sonst scheint Henriette sich über wirklich alles Gedanken zu machen, nur nicht darüber. Dass die Autorin etwas so naheliegendes schlichtweg vergessen hat, macht es schwer sich mit ihr zu identifizieren. Es scheint ihr noch weniger Lust bereitet zu haben über Henriette zu schreiben, als es mir bereitet, über sie zu lesen und an diesem Punkt fragt man sich, warum sie überhaupt im Roman erscheint...

Naja. Was positiv war ist, ist der Geschichtsbezug, der unterhaltsam, in Romanform daherkommt. Das ganze Thema eher unbekannterer deutsche Geschichte ist ein Bereich, der m.M.n. eine Art Marktlücke ist, den Frau Ebert erschlossen hat, was man ihr wiederum zugute halten muss. Auch wenn man sich mit den ganzen pseudo-emotionalen Passagen des Buches gequält hat, hat man am Ende doch noch das Gefühl unterhalten worden zu sein und etwas über deutsch-europäische Geschichte gelernt zu haben.

Von mir kriegen beide Bücher (1813 und 1815) 5 von 10 Punkten.

27.06.2017 17:38:04
Marcel Seeland

Leider nein. Der Autorin gelingt es nicht, eine an sich spannende Thematik packend zu erzählen. Das Buch ist eine vorbiedermeierliche Sozialstudie, der Fokus liegt eindeutig auf fiktiven, zwischenmenschlichen Beziehungen. Der historische Fokus kommt zwischendurch immer wieder gut rechcheriert zum Tragen, aber den Löwenanteil haben Charakterstudien fiktivier Persönlichkeiten.
Auf den Punkt gebracht: Das Buch ist für mich als Historiker, der ich in dieser Zeit weniger bewandert bin, schlicht langweilig. Zwei von fünf Sternen.

15.01.2017 11:21:22
Mary

Ich habe bereits Sachbücher über die Völkerschlacht gelesen. Diese ermüden irgendwann wirklich, wenn man nicht gerade Schlachten liebt. Deshalb war ich gespannt auf dieses Buch, zumal ich alle Hebammen Bücher gelesen habe. Ich fand ihn sehr spannend da die realen Handlungen (Schlachten , Hindergründe zu realen Personen) und die erfundenen Handlungen (Jette und ihre Familie) gut mit einander verbunden waren. Die meisten Personen im Roman sind Zeitzeugen gewesen und haben der Nachwelt Briefe und Berichte hinterlassen. Daraus ein Buch entstehen zu lassen, finde ich besser als sich alles auszudenken. Wenn man wirklich an Geschichte interessiert, ist hält man sowas aus.Meiner Meinung nach ist Sabine Ebert eine Autorin, die generell peinlichst genau recherchiert und auch gern in die Tiefe geht. Lieber so, als ein oberflächlich geschriebener historischer Roman, wo schon der Laie erkennt hier passt vieles gar nicht zusammen.

02.11.2016 16:36:02
Thomas Fechner

Ich bin immer wieder auf der Suche nach interessanten, gut recherchierten, historischen Romanen, seit ich vor 35 Jahren "Ich, Aras, habe erlebt" gelesen habe.
Zu diesem Roman von Sabine Ebert habe ich mehr aus Verzweiflung und mangels Alternativen gegriffen. Auch weil diese Geschichtsepoche interessant ist. Ich wurde allerdings mehr als überrascht. Hervorragend recherchiert, mit viel Liebe zum Detail, aber auch spannend und packend erzählt. Ich finde es wichtig, wenn der Autor in der Lage ist, mich mitfühlen zu lassen. Wenn ich mich als anwesender Beobachter der Geschichte fühle, und ich das Empfinden der Romanfiguren nachempfinden kann. Das hat Sabine Ebert geschafft. Dafür ein ganz großes Lob. Dieser Roman hat mich bis zum Schluss gefesselt. Und ich habe gerade den Folge-Roman "1815" begonnen.

14.10.2016 19:27:23
Claudia Stosik

Ich kann die Begeisterung nicht teilen. Die ersten ca. 50 Seiten hätte man auf 5-6 Seiten zusammenfassen können. Wirklich nur nichtssagendes Geplänkel. Auch die geschichtlichen Dinge sind durcheinander dargestellt. Warum man fast 1000 SEiten schreiben muss, verstehe ich nicht. Auch die Details z.B. wie die Klamotten beschaffen sind, nerven. Einfach langweilig. Und Liebesgeschichten - das ist doch nichts Neues! Schade eigentlich, dass viele Leser meinen, ein Geschichtsbuch wäre nur eine trockene Faktensammlung. Dem ist nicht so.

17.07.2016 17:33:14
Steffi

Es ist zwar ein gut recherchierter Roman- ohne jeden Zweifel.
Nur habe ich mich sehr oft gefragt, ob sich die Autorin vielleicht einfach nicht entscheiden konnte, eine reine Faktensammlung wie in einem Geschichtsbuch abzuliefern, oder doch einen Roman mit einer gut ausgebauten Geschichte.
Die Romanhandlung um die Hauptprotagonistin Henriette ist wirklich gut geschrieben- mit all ihren Ängsten, Hoffnungen und Zweifeln.
Doch durch die reine Ansammlung geschichtlicher Fakten tritt diese eigentliche Hauptfigur leider massiv in den Hintergrund.
Fakten sollten Fakten bleiben und ein Roman ein Roman.

17.07.2016 14:34:10
Steffi

Es ist zwar ein gut recherchierter Roman- ohne jeden Zweifel.
Nur habe ich mich sehr oft gefragt, ob sich die Autorin vielleicht einfach nicht entscheiden konnte, eine reine Faktensammlung wie in einem Geschichtsbuch abzuliefern, oder doch einen Roman mit einer gut ausgebauten Geschichte.
Die Romanhandlung um die Hauptprotagonistin Henriette ist wirklich gut geschrieben- mit all ihren Ängsten, Hoffnungen und Zweifeln.
Doch durch die reine Ansammlung geschichtlicher Fakten tritt diese eigentliche Hauptfigur leider massiv in den Hintergrund.
Fakten sollten Fakten bleiben und ein Roman ein Roman.

24.04.2015 16:47:10
Maddin90

Dieses Buch ist wirklich ein Historien-Epos. Perfekt recherchiert und spannend bis zur letzten Seite. Es ist ein typisches Buch von Sabine Ebert, die die kleinen Leute; also die Bürger und Bauern; in den Vordergrund stellt, sondern nicht nur den Krieg, das viele Blut und die Schlachten.
Es ist ein Stück Zeitgeschichte.
Ein grandioses Buch, wirklich lesenswert.

11.04.2015 20:57:09
Jutta N

Endlich ein Buch, das auch historische FAKTEN bringt, wenn es sich schon mit dem Thema beschäftigt !
Nicht nur Liebeskram und Schmalz, seichte Unterhaltung und Fantasie, sondern z. T. harte Realität (sehr schonend verpackt) grenzen dieses Buch von den unzähligen "historischen" Romänchen ab;
dennoch kommt die Unterhaltung nicht zu kurz.
Es lässt sich gut lesen, verständlich auch militärische, politische und wirtschaftliche Zusammenhänge, die man braucht, um diese Zeit zu verstehen - mit ihren Folgen bis heute !
Alles andere wäre nicht einmal Halbwissen und davon haben wir zu viel.
Reine Fakten und Dokumentationen sind oft trocken. Kriegsfeuer verbindet beides jedoch ganz gekonnt und die romanhafte Erzählung überwiegt so stark, dass es Spaß macht zu lesen -und anregt sich die Region vor Ort anzusehen und sich mit Deutscher Geschichte zu beschäftigen, die leider immer nur auf EINE "gewisse" kriegerische Zeit festgelegt und bis zur Ermüdung breitgetreten wird.
Fazit:
Unbedingt lesenswert.

07.11.2014 20:22:10
Rainer

Rainer aus Erlangen. Danke für dieses wundervolle Buch. Es ist ein anti Kriegsbuch wie man es besser nicht schreiben kann. Ich habe mitgelitten, mit gehungert und gefroren. Auch hatte ich richtig Angst um Henriette. Da ich Chemnitzer bin und diese ganze Region gut kenne, konnte ich mühelos das ganze Geschehen sehr gut verfolgen. Auch habe ich herzlich über den Nabbolion gelacht. Nochmals Danke. Es grüßt von Herzen Rainer.

06.11.2014 19:09:20
Sylvia

Ich fand das Buch toll. Nie war Geschichte so spannend und verständlich beschrieben. Man fühlt sich regelrecht in diese Zeit versetzt. Ich finde die Figuren sind sehr gut dargestellt. Ich stehe eigentlich auch nicht so auf das Kriegsgeschehen. Aber es sind Menschen mit ihren Stärken und Schwächen. Ich kann nachvollziehen, was diese Menschen bewegt hat. Ich freue mich schon sehr auf das neue Buch und kann es kaum erwarten zu erfahren, wie die Geschichte weiter geht.

22.10.2014 14:36:57
cherrylady

Ich habe mich durch dieses Buch gewunden. Für meinen Geschmack waren zu viele geschichtliche Fakten enthalten. Die vielen Kriegstaktiken und Kriegshandlungen überwiegen leider, sodass die Geschichte um die Protagonistin Henriette stark in den Hintergrund rückt. Auf zu viele Seiten über Napoleon, seine Anhänger sowie deren Gegner folgten extrem kurze Kapitel über Henriette und ihr Leben. Kaum war man in ihre Welt eingetaucht, folgten wieder und wieder Fakten und Kriegsgeschehnisse. Für einen Roman einfach zu viel davon. Und nach all den Seiten hat die Geschichte ein offenes Ende, sodass man sich indirekt gezwungen fühlt, die Fortsetzung zu lesen, nur damit man weiß, wie es mit Henriette weiter geht. Frustrierend. Positiv anzumerken ist, dass die Autorin wirklich Mühe und Zeit investiert hat. Die Gestaltung des Einbandes ist sehr gut gelungen.

10.10.2014 12:50:45
Puggione

Ich hatte mich ebenfalls sehr auf dieses Buch gefreut. Da ich mich für Geschichtsromane und -realitäten interessiere war ich insbesondere nach dem Lesen anderer Kritiken gespannt, wie Frau Eberts den Absprung von den mehr gefühlsbetonten in sich abgeschlossenen "Hebamme"-Romanen zu einem recherchierten "Historienroman" schafft. Das ist bei der Recherche ausgezeichnet geglückt, bei der erfundenen Geschichte "nebenbei" im Hinblick auf Folgeromane nicht. Insbesondere der Schluß ist für mich zu offen. Das ist enttäuschend. Aber gut, in der heutigen Welt muss man natürlich auch an das Finanzielle denken.... Schade

12.09.2014 20:06:27
Sabine Melanie

Ich kann "Murmel81" nur 100% zustimmen. Ich habe mich sehr auf dieses Buch gefreut, aber ich hatte das Gefühl, dass ich mich durch ein Geschichts-oder Sachbuch quäle. Es ist zwar perfekt recheriert, aber man wird von Fakten und Daten förmlich erschlagen , die Unterhaltung kommt für meinen Geschmack zu kurz. Schade

29.03.2014 13:09:28
karatekadd

Sehr gespannt bin ich, was die angekündigte Fortsetzung betrifft.
Das Buch hat meinen Erwartungen entsprochen. Die Recherwut der Autorin wurde sichtbar. Sicherlich hat beim Erfolg auch die "Werbung" beitgetragen, denn schließlich war 1813 lim letzten Jahr DAS historische Thema. Nicht zuletzt, weil Sabine Ebert auch mit Yadegar ASISI zusammenarbeitete und sie auf diesem Panometerbild mit abgebildet ist in der Rolle ihrer Hauptfigur im Roman. Aber das ändert ja nichts daran, dass dieses Buch auch ohne jegliche Werbung erfolgreich gewesen wäre, denn Sabine Ebert hat eine Menge Fans.

10.02.2014 15:08:42
Ingrid

Ich habe den Roman gelesenund fand ihn sehr spannend und gut rechechiert geschrieben.
Ich hatte das Gefühl .ich bin mittendrin in dieser Zeit.Für mich war es ein Stück Geschichte.
Man konnte Menschen und ihr Handeln sehr gut nach vollziehen.
jetzt liest mein Mann und wir haben einen interresanten Gesprächsstoff.
Ich freue mich schon auf die Fortsetzund der Geschichte.

20.01.2014 19:46:07
Martin Mrodzinsky

Ich habe ihren Roman mit großem Interesse gelesen und bin begeistert.
Ich bin Lehrer für Geschichte und auch in " Living History " unterwegs und bei der Völkerschlacht 2013, als Lützower Husar mitgeritten.
Falls ihr Buch verfilmt werden sollte, würde ich gerne mitmachen, da ich mich in der Uniformierung und Bewaffnung sehr gut auskenne.
In meinem Erstberuf bin ich Pferdewirtschaftsmeister/Reitausbildung mit dem Hobby Geschichte der Reiterei, da stößt man automatisch auf die Kavallerie.
Außerdem bin ich in regem Kontakt mit der Frankfurter Filmgruppe, die Interesse daran hat deutsche Filmprojekte auch an deutsche Darsteller zu vergeben.
Über eine Nachricht an meine email-Adresse würde ich mich sehr freuen.
Mit freundlichen Grüßen
Martin Mrodzinsky

15.07.2013 08:25:14
venatrix

Sehr gut recherchierter Roman! Pulverdampf und Schlachtenlärm lassen sich gut nachempfinden. Besonders eindrucksvoll finde ich die Schilderungen der "gewöhnlichen" Bevölkerung. Die Zerrissenheit in den einzelnen Familien; pro/kontra zur Revolution, die scheinbare Unbeschwertheit, wenn das Bürgertum seine Feste feiert während wenige Kilometer entfernt Brüder, Väter und Ehemänner sterben.

27.06.2013 10:20:06
Volkmar

Sabine Ebert ist schon lange meine absolute Lieblingsautorin! Mit dem Roman "1813-Kriegsfeuer" hat sie wieder einmal bewiesen mit welcher Intensität sie tiefgreifende, für so viele Menschen geradezu Lebens-einschneidende und -bedrohende Umstände, vor allem für das "einfache" Volk, beschreiben kann, die die "reichen und mächtigen" einfach nicht wahrnehmen wollen.

26.06.2013 22:19:12
-LENA-

Ich kann mich dem Kommentar von
JoyRider nur anschließen.
Sehr gute Recherche der Autorin.
Das "menschliche" fehlte mir bei diesen Roman nicht, würde auch zum Thema nicht passen.
Das Leid der Zivilbevölkerung,das Hin und Her der Mächtigen hat die Autorin sehr gut beschrieben.
Für alle, die keine "seichte" Unterhaltung mögen empfehlenswert.

19.06.2013 15:55:52
Murmel81

Ich habe die anderen Bücher von Frau Ebert mit Freude gelesen und sie nahezu verschlungen, durch dieses musste ich mich leider regelrecht quälen. Leider erinnert es beim Lesen mehr an ein Sachbuch als an einen Roman.Es wurden Daten und Fakten aufgezählt und immer wenn ein bißchen was menschliches durchblitzte, und ich mich jedesmal schon freute, dass es jetzt besser wird, wurde es leider nach kurzer Zeit wieder durch eine Aufzählung von Daten und Fakten durchbrochen. Leider konnte ich mich in keinen der Protagonisten hineinversetzten, dafür waren zuviele Daten vorhanden und es war kein zwischenmenschliches Wirken da, sehr schade.

2 Sterne gibt es von mir für die wirklich unglaubliche Fülle an Fakten und Daten (weniger ist manchmal mehr) und weil ich weiß, dass Frau Ebert es besser kann (Hebammen-Reihe oder Blut und Silber). Ich hoffe die Vorsetzung des Romans wird wieder in dem üblichen Stil von Frau Ebert und nicht ein fast reines Sachbuch.

24.04.2013 19:15:24
JoyRider

Diese Buch ist ein Muss für alle Geschichtsinteressierten und für die Lerser der anderen Sabine-Ebert-Bücher. Ich finde, dieser Roman ist der Beste von allen. Hin und wieder hatte ich in den Hebammenromanen einpaar Durststrecken zu erleiden - Beim "Kriegsfeuer" gab es das nicht. Die Figuren sind sehr gut beschireben. Und Bestimmt 80% von ihnen haben wirklich gelebt.
Die intensive Recherche der Autorin hat sich schon dadurch gelohnt, dass sie die Figuren so genau zeichnet. So gut gibts selten.
So pefrekt, aufwändig und liebevoll wie das Buch geschrieben ist, so gut ist auch die Gestaltung.