Die Dirne vom Niederrhein

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • Gmeiner, 2013, Titel: 'Die Dirne vom Niederrhein', Originalausgabe

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Daniela Loisl
Ein zweiter Band, der sämtliche Fehler des ersten ausmerzt

Buch-Rezension von Daniela Loisl Mär 2013

Niederrhein Mitte des 17. Jahrhunderts. Elisabeth und Maximilian führen beide unabhängig voneinander ein trostloses Leben. Beide fühlen sich für den Tod von Antonella, Elisabeths Schwester, und Lorenz, Maximilians Bruder, verantwortlich und die Schuld lastet schwer.

Elisabeth verdingt sich gezwungenermaßen als Trosshure und Maximilian kommt bei seinen ziellosen Wanderungen in den Ort Viersen zu einem Kloster, in dem er für Kost und Logis als Knecht unterkommt. Der Zufall will es, dass die hessischen Soldaten, denen sich die Huren und so auch Elisabeth angeschlossen haben, auch durch Viersen ziehen. Elisabeth und Maximilian, durch die Beziehung von Lorenz und Antonella einander alles andere als wohl gesinnt, treffen nun nach langer Zeit wieder aufeinander&

Atmosphärisch dicht und authentisch

Diesen nun zweiten Band zu Die Hexe vom Niederrhein durfte man mit Spannung erwarten. War der erste Band gleichzeitig der Debütroman des Autors, erzählerisch und von der Darstellung der Figuren wirklich gelungen, so hakte es doch gewaltig an der Recherche, gab es doch eine Unzahl an Anachronismen und Logikfehler, die für einen Leser, der großen Wert auf historische Genauigkeit und auch auf Authentizität legt, ziemlich ärgerlich waren.

Doch nichts von diesen Unstimmigkeiten finden sich in diesem Buch. Sebastian Thiel hat sich die Kritik so mancher Leser wohl zu Herzen genommen und mit dem zweiten Band sämtliche Ungereimtheiten und Fauxpas ausgemerzt.

Von Beginn an ist die Erzählung flüssig und kurzweilig. Thiel führt mit zwei Erzählsträngen sowohl durch Elisabeths wie auch durch Maximilians Erlebnisse und Gedanken. So begleitet man Elisabeth bei den Huren und derer nicht immer einfachen "Arbeit", trifft auf Soldaten, Offiziere und Majore und erfährt, wie schwer das Leben für Frauen damals war, wenn sie allein und ohne familiären Schutz ihr Leben meistern mussten. Maximilian hingegen scheint endlich Glück zu haben, denn im Kloster trifft er nicht nur auf Schwester Agathe, die ihn aufnimmt, sondern auch auf Vikar Weisen, der ihm nicht nur wohlgesonnen ist, sondern ihn auch noch fördert.

Wie schon im ersten Band hat der Autor ein Erzähltalent, sodass man nicht nur schnell mitten im Geschehen ist, sondern sich sofort in der Zeit des Dreißigjähigen Krieges wähnt, so dicht und atmosphärisch leicht bedrückend wirkt das Szenario.

Gelungene Figurenzeichnung

Nicht nur die beiden Protagonisten sind feinfühlig mit Stärken und Schwächen des jeweiligen Charakters dargestellt, sondern auch viele Nebenfiguren sind sorgfältig und detailliert herausgearbeitet. Die innere Zerrissenheit der beiden Hauptdarsteller ist nachvollziehbar und glaubhaft, dafür sollte man aber zum besseren Verständnis auch den ersten Band gelesen haben.

Darsteller gibt es viele an der Zahl und jeder scheint sein eigenes Süppchen zu kochen. Der stets freundliche und Maximilian zugetane Vikar hat aber noch ein anderes, nicht so freundliches Gesicht. Rosi, die Hurenmutter kämpft für ihre Schützlinge und gerät schon mal zwischen die Fronten. Ob Bela, eine junge Hure, die Elisabeths Schwester wie aus dem Gesicht geschnitten ist, Schwester Agathe, die unfreundlich und gebieterisch wirkt oder auch der zwielichtige Doktor Sylar, alle Figuren wurden so geschaffen als kenne man sie schon lange.

Die etwas düstere Atmosphäre ist letztendlich auch der damaligen Zeit geschuldet, denn der Autor hat es gut verstanden die Folgen des Krieges und die dadurch entstandenen Entbehrungen für die Bevölkerung nachvollziehbar und glaubhaft darzustellen und wie schon  im ersten Teil endet auch dieses Buch anders als erwartet.

Ein gelungener zweiter Band. bei dem man hoffen darf, weitere historische Romane dieser Qualität noch von Sebastian Thiel lesen zu können.

Die Dirne vom Niederrhein

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