Der letzte Getreue der Königin

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • Rowohlt, 2012, Titel: 'The Bone Thief', Originalausgabe

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Birgit Borloni
Knochenjagd im Mittelalter

Buch-Rezension von Birgit Borloni Mär 2013

Kurzgefasst:

Der Frieden hat England verlassen: Alfred der Große ist tot, sein Sohn Edward besteigt den Thron von Wessex und spinnt ein dichtes Netz von Allianzen. Das benachbarte Königreich Mercien hat mehr als einen Grund zur Sorge: Der Herrscher liegt im Sterben, die Königin befürchtet einen feindlichen Angriff. Sie weiß, wozu der Gegner fähig ist - König Edward ist ihr Bruder. Heil und Zukunft Merciens hängen davon ab, Adeligen und Verbündeten einen Schwur abzuringen: auf die Knochen des Heiligen Oswald. Doch die müssen erst aus dem Norden geborgen werden: Wikingerland. Wulfgar, Priester und Sekretär der Königin, ist überrascht, dass man ausgerechnet ihn für die gefährliche Mission auswählt. Doch die Königin hat ihre Gründe. Zusammen mit Ednorth, einem jungen Adeligen, begibt er sich auf die Reise ins Feindesland ...

 

Das Vereinte Königreich von Großbritannien und Nordirland wird seit über sechzig Jahren von Elizabeth II. regiert, eine Zeitspanne, die momentan nur noch von der Regierungszeit ihrer Ururgroßmutter Queen Victoria übertroffen wird. Doch eine so lange Regierungszeit war nicht immer eine Selbstverständlichkeit, ganz zu schweigen von einem "Vereinten" Königreich Großbritannien. Anfang des 10. Jahrhunderts war noch nicht einmal England wirklich geeint, es gab mehrere eigenständige Königreiche, die eifersüchtig auf ihre Selbständigkeit pochten und doch immer Gefahr liefen, vom Nachbarn "geschluckt" zu werden. In dieser Zeit spielt V. M. Whitworths Debütroman Der letzte Getreue der Königin.

Ostern 900 n. Christus: Alfred der Große ist seit ca. einem halben Jahr tot und sein Sohn Eduard ist ihm auf den Thron von Wessex gefolgt. Das ruft im benachbarten Mercien einiges an Unruhe hervor, da der dortige König von einer geheimnisvollen Krankheit niedergestreckt wurde und unklar ist, ob er wieder genesen wird. Seine Ehe mit Æthelflæd, einer der Töchter Alfreds des Großen, ist kinderlos geblieben und natürlich streckt der Nachbar Wessex seine begehrlichen Finger nach Mercien aus. Der Bischof von Worcester entwickelt deshalb den Plan, die lang verschollen geglaubten Gebeine eines Heiligen aus dem von Dänen besetzten Gebiet zurückzuholen und somit Mercien wieder eine Bedeutung zu verleihen.

Die Wahl fällt auf Wulfgar, einen jungen Mönch und Vertrauten der Königin, der ihr zutiefst ergeben ist, für so ein Unternehmen auf den ersten Blick allerdings wenig geeignet erscheint: Schüchtern, unsicher, von Selbstzweifeln geplagt, weltfremd und von schwächlicher Konstitution. Ihn begleitet ein junger Adliger, Ednoth Sodbury, dem diese Reise als Buße auferlegt wurde. Zusätzlich erhält er von dem undurchsichtigen Aetheling Athelwald Seiriol, einem Cousin Königin Æthelflæds, den Auftrag, einigen Dänenherrschern eine Nachricht zu überbringen, wenn er schon mal auf dänischem Gebiet unterwegs ist.

Gekonnter Spannungsaufbau

Whitworth bereitet aus diesen Zutaten ihren Lesern eine spannende Geschichte, deren Spannungsbogen zunächst sanft, dann immer steiler ansteigt und bis zum Schluss aufrecht erhalten wird. Die Suche nach den Gebeinen gestaltet sich als gar nicht so einfach, vor allem, da Wulfgar und Ednoth nicht die einzigen sind, die nach ihnen suchen. Geschickt baut die Autorin immer wieder Hindernisse und Wendungen ein (einige überraschend, manche vorhersehbar), die die Geschichte vorantreiben und den Leser fesseln.

Dabei liegt das Hauptaugenmerk eindeutig auf den Figuren und der Handlung und nicht auf den historischen Begebenheiten. Natürlich erfährt man einiges über den Konflikt zwischen Wessex und Mercien, über die damalige Rechtsprechung, das Verhältnis zu den Dänen, deren Lebensweise und Gewohnheiten und die Intrigen, die sowohl bei den Dänen als auch bei den "Engländern" gesponnen werden. Doch das wird nebenbei erzählt, als zusätzliche Informationen geschickt in die Geschichte eingeflochten.

Gefällige Persönlichkeiten

Die Figuren und deren Zeichnung sind hervorragend gelungen. Neben Wulfgar und Ednoth, deren Verhältnis nicht immer ungetrübt ist, kommen noch Vater Ronan, ein sehr weltlicher Priester, der auch mit dem Schwert umzugehen versteht und Gunnvor "Katzenauge" Bolladottir, eine äußerst gerissene und geschäftstüchtige Dänin, dazu.
Alle Personen sind abgerundet und mehrdimensional, wecken das Interesse und die Sympathie der Leser und verstehen zu fesseln.

Von allen Charakteren macht Wulfgar die stärkste Entwicklung durch. Außerhalb der ihn beschützenden Klostermauern wird er mit der rauen Wirklichkeit konfrontiert und er wächst daran anstatt zu zerbrechen, auch wenn er des Öfteren auf eine wirklich harte Probe gestellt wird. Doch er lernt, sich den Problemen und Anforderungen zu stellen und seine Sicht auf die Dinge verändert sich, er erkennt, dass er einige Vorurteile überdenken muss.

Auch die anderen Figuren machen Veränderungen durch und durch ihr Zusammenspiel, ihre unterschiedlichen Stärken und Schwächen, ihre Gegensätze machen sie das Buch zu einem Lesevergnügen, das einem herrliche Lesestunden beschert.

Es bleibt zu hoffen, dass es nicht nur mit Wulfgar sondern auch mit den anderen ein Wiedersehen in der Fortsetzung gibt, die auf Englisch bereits bei Ebury Press unter dem Titel "The Traitors´ Pit" erschienen ist. Man darf gespannt sein!

Der letzte Getreue der Königin

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