Die Münze von Akragas

Erschienen: Januar 2012

Bibliographische Angaben

  • Nagel & Kimche, 2010, Titel: 'La moneta di Akragas', Originalausgabe

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Almut Oetjen
Kleiner Gegenstand - maximaler Schaden

Buch-Rezension von Almut Oetjen Mär 2013

Kurzgefasst:

Von der Zeit des antiken Sizilien bis zum Erdbeben von Messina im 20. Jahrhundert: Die Geschichte einer kostbaren und eigensinnigen Goldmünze, die ein Söldner aus Karthago im Jahr 406 vor Christus verliert. Mehr als zweitausend Jahre bleibt sie verschwunden. Im Jahr 1909 taucht die Goldmünze in einem Feld im Süden von Italien wieder auf, wandert von Hand zu Hand und bringt ihren Besitzern mal Glück, mal Unglück. Eine Geschichte einer abenteuerlichen Schatzsuche mit Dieben, Toten und Verdächtigen, von einem Mysterium der Archäologie und von der Schicksalhaftigkeit der Geschichte.

 

An einem frostigen Wintertag im Jahr 406 v. Chr. wird das mächtige Akragas, das heutige Girgenti (Agrigent), nach monatelanger Belagerung von den Karthagern eingenommen und zerstört. Dem Söldner Kalebas gelingt durch die geheimen Tunnel mit den unterirdischen Wasservorräten die Flucht aus dem Inferno. Beim Verlassen der Stollen wird er von einer Viper gebissen. Im Delirium öffnet er den Beutel mit seinen Goldmünzen und schleudert sie von sich, bevor er stirbt.

Fast zweieinhalbtausend Jahre später, im Winter 1909, stößt der Feldarbeiter Cosimo Cammaroto beim Umgraben auf eine der Goldmünzen. Er will sie dem Amtsarzt von Vigata, Dottore Stefano Gibilaro, als Dank für die Rettung seines Beins schenken. Der Doktor und Numismatiker stürzt vom Pferd, vor Aufregung, denn er weiß, dass offiziell nur zwei Exemplare existieren. Eines befindet sich in London, das andere im Besitz von Zar Nikolas. Sein Admiral schenkte es ihm, der wiederum bekam es von einem Marchese als Dank für die Rettung seiner Ehefrau bei dem verheerenden Erdbeben von Messina 1908. Die Zeitungen berichteten darüber.

Kaum geheilt, will Gibilaro die Münze bei Cosimo abholen, doch der ist verschwunden und die Münze mit ihm. Der Doktor findet Cosimo schließlich tot auf. Die abenteuerliche Suche nach dem Mörder führt den Doktor und die Polizei zu einem falschen Verdächtigen, einem falschen Toten, einem falschen Ehemann. Als der Mörder endlich verhaftet wird, verschwindet die "kleine Akragas" erneut, und ein abstruser Justizstreit über den rechtmäßigen Besitzer der Münze entbrennt, bis sich König Vittorio Emanuele III., der wichtigste Numismatiker des Landes, persönlich einschaltet.

Eine Goldmünze als Hauptfigur

Im Zentrum der Ereignisse steht eine kleine Münze aus Gold, kaum zwei Gramm schwer, auf der einen Seite ein Adler mit einem Hasen in den Klauen, auf der anderen ein Krebs mit einem Fisch darunter. Sie stammt aus einer kleinen Menge Münzen, die in Akragas geprägt wurde, kurz vor deren Fall. Der erste Besitzer ist ein Mann, der zu den eintausendfünfhundert Söldnern gehört, die Akrabas unter dem Kommando des Spartaners Dexippos verteidigen. Weil sie sich so tapfer geschlagen haben, beschließen die Karthager, ihren Mut zu belohnen und sie hinzurichten. Kalebas entkommt dem Blutbad, indem er sich stundenlang unter dem Leichenberg verbirgt. Kaum in Freiheit, stirbt er an einem Vipernbiss. Die Münze fällt zu Boden und wird im Laufe der Zeit unter der Erde begraben. Der Landarbeiter Cosimo, der sie findet, wird ermordet. Der Amtsarzt, dem er sie zum Geschenk macht, hat Glück im Pech, bricht sich nur das Bein und nicht den Hals. Der Mörder und Dieb wird gefasst und zu einer langen Haftstrafe verurteilt. Die Münze scheint jedem Besitzer nur Unglück zu bringen. Es ist beinahe, als besäße sie einen eigenen Willen und niemand könne sie wirklich jemals besitzen.

Diese Vermutung jedenfalls stellt Amtsarzt Gibilaro an, ein gebildeter, intelligenter Mann ohne nennenswerte Vorurteile und frei von Aberglauben, nach der Münze die zweite Hauptfigur der Geschichte. Gibilaro, fünfzig Jahre alt, verheiratet, Vater eines in Palermo studierenden Sohnes, laut Selbstdiagnose in körperlich und der Beschreibung nach sicher auch in geistig tadelloser Verfassung, wird durch die Münze aus seinem Gleichgewicht gebracht, im wörtlichen und übertragenen Sinne. Nicht nur stürzt er bei ihrem Anblick vom Pferd, nach ihrem Verschwinden suchen ihn Alpträume heim, er vernachlässigt seine Patienten, und seine schlechte Laune treibt seinen Sohn aus dem Haus und seine Frau zu der Drohung, sich aus dem Fenster zu stürzen. Weiteres Unheil kündigt sich an. Was tun mit diesem Danaergeschenk, fragt sich der Dottore bald besorgt.

Reale und fiktive Hintergründe

Ausgangspunkt des Romans ist ein historisches Ereignis, die Vernichtung von Akragas durch die Karthager. Auch das Erdbeben von Messina hat es wirklich gegeben. Camilleri verknüpft beide Geschehnisse mit seiner Familienlegende über einen entfernten Vorfahren, einem Arzt und Numismatiker, der als Vorbild für die Figur des Amtsarztes Gibilaro dient. Der Rest, das Schicksal des Söldners und die Mordintrige, sind allerdings reine Erfindungen, Produkte der regen Phantasie eines ganz besonderen Autors.

Camilleri verknüpft in seinem Kurzroman Historie, Legende und Phantasie zu einer amüsanten und spannenden Geschichte über eine kleine unscheinbare Münze von großer Bedeutung und Wirkungskraft.

Die Münze von Akragas

Die Münze von Akragas

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Letzte Kommentare:
11.01.2015 13:29:05
Manfred Reber

Hm, jetzt habe ich das Buch eben durch, ich muss gestehen, dass ich damit einige Mühe hatte. Es ist leider nicht von der ersten bis zur letzten Zeile spannend, wie dies der Klappentext suggeriert, auch wenn der Begriff "Spannung" natürlich zum einen inhaltlich vage erscheint, und Leser, zum anderen, auf durchaus unterschiedliche Art und Weise "gespannt" werden. Subjektiv gesprochen: Es ist eine in meinen Augen bemühte Geschichte. Der Erzähler gefällt sich in seiner Rolle, ohne dass dies auf eine humorvolle, ironisierende Weise gebrochen wird. Die Diktion hat etwas Behäbiges, anders beispielsweise als in der Novelle "Der Bahnwärter" Camilleris, die mir gerade sprachlich ausgesprochen gefallen hat. Auch der Aufbau scheint mir wenig organisch, kurz, es gibt Besseres. Wenn es aktuell und von Camilleri sein soll, dann etwa obige Novelle. Und, mich stört in Erzählungen das Präsens. Das mag zwar altbacken sein, wenn schon, ich stehe dazu.