Himmel über fremdem Land

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • Gerth Medien, 2013, Titel: 'Himmel über fremdem Land', Originalausgabe

Couch-Wertung:

88

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B:87
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Daniela Loisl
Die Einsamkeit im Haus voller Menschen

Buch-Rezension von Daniela Loisl Mär 2013

Berlin 1908. Im jungen 20. Jahrhundert heiratet die Niederländerin Tilla van Campen den  Sohn eines Großindustriellen aus Berlin. Dass sie künftig in seiner Heimatstadt leben wird, steht außer Frage. Allerdings besteht Tilla darauf, dass ihre jüngere Schwester Demy sie in nach Berlin als Gesellschafterin begleitet, obwohl diese sich heftig dagegen sträubt. Demy, erst 13 Jahre alt, wird von Tilla im Haus ihres Schwiegervaters Joseph Meindorff als 16jährige ausgegeben, damit sie den gesellschaftlichen Ansprüchen genügt.

Demy fühlt sich im riesigen Haus der Meindorffs alles andere als wohl, denn ihre Schwester ist auf Hochzeitsreise, es gibt niemanden in ihrem Alter und der alte Meindorff ist ihr ohnehin nicht wohlgesonnen. Währenddessen lebt Demys und Tillas Schwester Anki in St. Petersburg als Kindermädchen bei einer adeligen Familie.

Sechs Jahre sind es noch bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs, aber die Vorboten des Krieges sind sowohl in Russland als auch in Deutschland schon spürbar…  

Drei Spannungsbögen – drei Schwestern

Elisabeth Büchle erzählt in diesem ersten Band der Trilogie das Leben niederländischer Schwestern fern ihrer Heimat.

So begleitet man einerseits die beiden Schwestern in Berlin, erhält aber auch Einblicke in das Leben des damaligen St. Petersburgs, in dem Anki lebt. Doch es gibt da auch noch Philippe, einen Pflegesohn der Meindorffs, der viel Zeit in Afrika verbringt und so nimmt die Autorin den Leser auch mit auf den schwarzen Kontinent.

Der Perspektivenwechsel zwischen den drei so unterschiedlichen Schauplätzen verspricht nicht nur Abwechslung, sondern wird von Büchle auch gehalten und der Leser braucht sich um stete Spannung nicht zu bangen. Zeigt sich in Berlin schon die Umbruchstimmung vor dem Ersten Weltkrieg, so ist auch in Russland eine regelrechte dunkle Bedrohung spürbar. Die drei Schauplätze sind sehr stimmungsvoll und authentisch in Szene gesetzt. Ein langer Part spielt mit Philippe in Afrika und verdeutlicht, was es für die Menschen hieß, unter Kolonialherrschaft zu stehen.

Jede Menge Darsteller – unterschiedliche Milieus

Die detaillierte Darstellung der Figuren scheint der Autorin am Herzen zu liegen, denn jede noch so kleine Nebenrolle ist liebevoll gestaltet. Demy steht zweifelsfrei im Zentrum des Geschehens, auch wenn die Szenerie immer wieder zu Anki oder Philippe wechselt.

Die Meindorffs sind eine große Familie, und da es noch andere Schauplätze gibt, finden sich auch dementsprechend viele Figuren ein. Elisabeth Büchle hat es aber meisterhaft verstanden, allen Darstellern ihren Platz zuzuweisen und sie für den Leser dennoch so individuell zu zeichnen, dass einem diese nie durcheinander geraten. Das Personenregister am Anfang des Buches erleichtert dies noch zusätzlich.

So unterschiedlich die van Campen-Schwestern, so unterschiedlich sind auch die Meindorff -Brüder. Demy ist ein junger Wildfang. Lebenshungrig, wissbegierig und voller Tatendrang, fühlt sie sich in Berlin sehr fehl am Platz. Oft aus Trotz, aber mehr aus Einsamkeit, versucht sie aus dem riesigen Haus der Meindorffs zu entfliehen, um zumindest für kurze Zeit den strengen Regeln zu entkommen. So findet sie sich eines Tages in einem Viertel wieder, in dem die Armut das erste Mal für sie ein Gesicht bekommt und lernt so die Schattenseiten der Großstadt kennen.

Dadurch zeigen sich auch die verschiedenen Gesichter des gesellschaftlichen Lebens. Durch Demy vermittelt Elisabeth Büchle das wahre Leben hinter der schönen Fassade und sie scheut sich auch nicht, die Dinge beim Namen zu nennen. Ein Vater, der seine Arbeitslosigkeit und sein vermeintliches Versagen im Alkohol ertränkt und auf seine Familie einprügelt zeigt Büchle ebenso gnadenlos wie sie Frauen zeichnet, die durch das harte Leben so geprägt wurden, dass ihnen jegliches Gefühl abhandengekommen ist und sie sogar ihre Kinder im Stich lassen.

Durch die vielen Ereignisse und Themen, die Büchle streift und mit in ihre Erzählung aufnimmt, gibt es keine Spur von Längen in ihrem Buch.

Dass dieses Buch der Auftakt für einen Dreiteiler ist, wird durch so manches feine Detail in Erinnerung gerufen. So erfährt man unter anderem in dieser Geschichte auch nicht, was der wahre Grund dafür ist, weshalb Tilla Demy unbedingt von ihrer Heimat nach Berlin mitnehmen wollte.

Sprachlich ist das Buch leicht zu lesen, was ein flüssiges Vorankommen in der Geschichte erlaubt. Durch Interessante Szenewechsel und ein Reichtum an Erlebnissen, den Büchle ihren Figuren anheimfallen lässt, wird die Geschichte zu einem Lesevergnügen und lässt Vorfreude auf die Fortsetzungen aufkommen.

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Letzte Kommentare:
14.01.2017 14:08:32
tinstamp

Die erst 13-jährige Demy van Kampen, gebürtige Niederländerin, muss gegen ihren Willen ihre Schwester Tilla als Gesellschafterin nach Berlin begleiten. Um dies zu ermöglichen, gibt Tilla ihre kleine Schwester älter aus, als sie in Wahrheit ist. Die arrangierte Ehe mit dem Sohn von Joseph Meindorff senior, einem großbürgerlichen Fabriksbesitzer, soll beiden Familien von Vorteil sein.
Zum Clan der Meindorffs gehören neben Tillas Bräutigam Joseph jun. auch Sohn Hannes, der eher das unbekümmerte Leben eines Großindustriellensohnes führt, bis er sich in die Arbeiterin Edith verliebt, sowie sein älterer Ziehbruder Philippe, das schwarze Schaf der Familie. Dieser kämpft als Offizier in Deutsch-Südwestafrika, dem heutigen Namibia. Trotzdem verbindet die beiden Männer eine tiefe Freundschaft, denn Meindorff senior führt ein strenges Regiment in seinem Haus und ist ein wahrer Tyrann.
Auch Demy lebt sich nur schwer in Berlin ein. Als Gesellschafterin steht sie zwischen dem Personal und der Familie. Sie fühlt sich gänzlich fehl am Platz, nur mit Hannes verbindet sie mit der Zeit eine Freundschaft. Als Demy eines Tages die etwa gleichaltrige Lieselotte kennenlernt, sieht sie die andere Seite von Berlin, denn ihre neue Freundin lebt mit ihrer Familie im sogenannten Scheunenviertel in ärmlichsten Verhältnissen.

In St. Petersburg lebt die dritte Schwester, Anki van Campen, die als Kindermädchen in einer angesehenen russischen Adelsfamilie arbeitet. Sie fühlt sich wohl im Kreise der Familie, die mit der Zarenfamilie befreundet ist. Doch eines Abends lernt sie Grigori Jefimowitsch kennen, besser bekannt als Rasputin, der ihr riesige Furcht einflößt...

Meine Meinung:
Die bereits im Klappentext angeführten Schauplätze haben neben der Geschichte ebenfalls mein Interesse geweckt. Geschickt wechselt die Autorin von Berlin nach Windhuk oder St. Petersburg, wobei hier im ersten Band der russische Schauplatz etwas zu kurz kommt. Sehr interessant fand ich die Erzählungen aus Deutsch-Südwestafrika, wo Philippe sich in die Afrikanerin Udako verliebt und geplante Überfälle auf Diamantenfelder untersuchen soll. Noch ahnt er nicht, in welch großer Gefahr er schwebt.

Der Großteil der Geschichte spielt jedoch in Berlin, dem Dreh- und Angelplatz der Meindorffs. Was jedoch alle drei Stränge vereint ist der gesellschaftliche Unterschied und die bereits schwelende Unruhe des Arbeiterstandes gegen die Adeligen und Großbürger, sowohl in Deutschland, als auch in Russland. Ebenso ein Thema ist die startende Frauenbewegung. Es ist die Zeit der "Suffragetten" und Demys Freundin Lieselotte schließt sich den Aktivistinnen mit viel Engagement an. Auch die nicht standesgemäße Liebe der beiden jüngeren Meindorffsöhne birgt Konfliktpotential.

Elisabeth Büchle hat diese Themen hervorragend in die Geschichte einflechten lassen und sehr interessant beschrieben. Man spürt die Unruhe und Spannung....die Welt beginnt sich zu ändern. Neben den vielen neuen wissenschaftlichen Errungenschaften wollen auch die einfachen Leute ihr Leben nicht mehr hinnehmen.
Auch die Gefühlswelt der kleinen Demy wirkt sehr authentisch, die sich, obwohl umgeben von vielen Menschen im Hause Meindorff, schrecklich einsam fühlt.

Während zu Beginn des Romans der Leser in die Geschichte eingeführt wird und alle Personen und Schauplätze kennenlernt, schlich sich meiner Meinung nach in der Mitte eine kleine Länge in die Erzählung ein. Die gesellschaftlichen Verpflichtungen von Demy und ihre Einführung in die Gesellschaft fand ich etwas langweilig. Im letzten Drittel steigt allerdings die Spannung rasant und ich konnte nicht mehr aufhören zu lesen, bis ich das Buch mit einem Seufzen zugeschlagen hatte. Leider endete es mit einem etwas fiesen Cliffhanger, deswegen bin ich schon gespannt, wie die Trilogie weitergehen wird und welche Schicksalsschläge noch auf Demy, Tilla, Philippe, Hannes und Anki warten, denn der erste Weltkrieg steht noch vor der Tür....

Schreibstil:
Elisabeth Büchle schreibt sehr lebendig und einfühlsam. Es wurde gut recherchiert und viele historische Persönlichkeiten sind mit der fiktiven Geschichte verwoben.
Die Atmosphäre dieser Zeitepoche wurde von der Autorin wunderbar widergegeben. Man fühlt sich direkt vor Ort. Der Wechsel des Schauplatzes wird am Beginn des jeweiligen Kapitels angezeigt, ebenso Monat und Jahr.
Im Anhang befindet sich ein Glossar über die wichtigsten historischen Persönlichkeiten.

Fazit:
Bewegender Auftakt einer Familiensaga, die mit interessanten Schauplätzen und Figuren punkten kann. Das rasante Ende und ein Cliffhanger lassen mich nun gespannt auf den nächsten Teil warten, den wir wieder gemeinsam lesen möchten.

26.06.2015 21:47:07
histo_freak

Den Inhalt will ich nicht widergeben, dass haben andere schon getan und die Beschreibung des Verlagstextes reicht auch.

Elisabeth Büchle ist ein spannendes Werk über den 1. Weltkrieg gelungen. Ich habe alle drei Bände gelesen und empfehle sie auch alle in der Reihenfolge zu lesen.

Es ist ein Famlienroman. Der Autorin flicht geschickt die reale Zeitgeschichte vor dem Ersten Weltkrieg, mit einer fiktiven Geschichte über 2 Familien und mehrere Generationen. Der Ausdruck "am Vorband des ersten Weltkrieges" ist nicht wörtlich zu nehmen, wie ein Rezensent meinte. Das ist ein Ausdruck der meint "vor dem ersten Weltkrieg". Dieser spielt im ersten Band auch noch keine Rolle.

Die Geschichte ist sehr interessant und spannend. Die Sprache etwas zu blumig. Es werden sehr viele teils merkwürdige Vergleiche gezogen. Auch gibt es meines Erachtens zu viel Gefühldusselei. Seitenweise wird erörtet wer, was warum wie fühlte. Das hätte man deutlich kürzen können.

Geschickt wechselt die Autorin die Schauplätze. Diese sind recht ungewöhnlich. I, Deutsches Reich, Deutsch-Südwestafrika, Niederlande und sogar in Russland spielt die Geschichte.

Schön finde ich das Nachwort der Autorin, die zahlreichen Fußnoten und die Liste der historischen Personen.

Sprache = 65 %
Historizität* = 90 %
Spannung = 75 %

Ich vergebe gute 80 %.


* Soweit ich das beurteilen kann

12.03.2014 09:55:36
LettersFromJuliet

Inhalt

1908. Die Niederländerin Tilla van Campen geht eine arrangierte Ehe mit einem Berliner Industriellen ein und nimmt ihre 13-jährige Schwester Demy mit. Sie wird 3 Jahre älter gemacht und soll Tilla als Gesellschafterin zur Seite stehen. Während Tilla mit ihrem Mann auf Hochzeitsreise ist, versucht Demy sich in der fremden Stadt zurechtzufinden. Dabei eckt sie beim Hausherrn immer wieder an und Herr Meindorff beschließt, dass sie eine Gouvernante braucht, die ihr die nötige Erziehung zu teil werden lässt.
Demy fühlt sich seht unwohl und sie spürt, dass sie in diesem Haus nicht willkommen ist. Nur Hannes, der mittlere Sohn der Meindorff redet mir und versucht ihr in der Gesellschaft zu helfen. Sie hat einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und kommt mir dem Standesdünkel nicht zu Recht.
Gut, dass sie schnell Freundinnen findet, allerdings gehört eine davon zu Unterschicht. Das könnte Probleme mit sich ziehen.
Die politische Lage in Europa spitzt sich langsam zu und der 1. Weltkrieg rückt immer näher.

Meine Meinung

Der Klappentext ist ziemlich irreführend, da Tilla angeblich am Vorabend des 1. Weltkriegs heiratet. Das stimmt überhaupt nicht, denn das Buch beginnt 1908 und zieht sich dann über einige Monate. Wahrscheinlich werden wir dann im 2. Band dieser Trilogie in den Weltkrieg eintauchen.
Erstmal ein ganz großes Lob an den Verlag! Das Cover ist wunderschön und wenn ich mehr Platz in meinem Bücherregal hätte, dann würde ich es so hinstellen, dass man es auch sehen kann.
Ich habe bislang ein paar Bücher gelesen, die zur Zeit des 1. Weltkriegs spielen, aber in keinem wurde dieses Thema großartig thematisiert. Deswegen hatte ich mich auch schon sehr auf dieses Buch gefreut. Und was kam nicht? Der 1. Weltkrieg! Macht nichts, denn das Buch hat mich trotzdem nicht enttäuscht, ganz im Gegenteil, ich will unbedingt wissen wie es weitergeht mit den Meindorffs.
Wir haben es mit verschiedenen Handlungssträngen zu tun und die Geschichte wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt.
- Demys Schwester Tilla fährt auf Hochzeitsreise und lässt sie alleine in Berlin bei ihrer neuen Familie zurück. Demy fällt es sehr schwer in der neuen Umgebung zurechtzukommen, da sie ein kleiner Wildfang ist. Kein Wunder also, dass sie recht schnell eine Gouvernante bekommt, die ihr die notwendige Erziehung beibringen soll. Sie lernt zwei junge Damen aus der Oberschicht kennen, aber auch eine junge Frau aus der Unterschicht. Das bringt so ihre Probleme mit sich.
- Hannes lernt eine junge Frau kennen und weiß ganz genau, dass das seinem Vater nicht gefallen wird. Ein Meindorff lässt sich schließlich nicht mit einer Arbeiterin ein. Hannes versucht trotzdem für sein Glück zu kämpfen und zieht Demy mit hinein.
- Phillipe, der Ziehsohn der Familie Meindorff, ist das schwarze Schaaf und der Hausherr ist froh, als Phillipe seinen Dienst in Deutsch-Südwestafrika wieder antritt. Dieser ist ebenfalls froh, denn dort wartet seine Freundin auf ihn, eine Afrikanerin. Er ahnt jedoch nicht in welche Gefahr er sich begibt, als er auf der Suche nach Betrügern ist.
- Aki ist Demys und Tillas Schwester und lebt als Gouvernante in St. Petersburg. Dort spitzt sich die Lage für die Zarenfamilie langsam zu und Aki lernt Rasputin kennen, mit dem sie jedoch nichts zu tun haben will.
Die Handlung ist sehr umfangreich und spielt an verschiedenen Schauplätzen, die im 1. Weltkrieg eine große Rolle gespielt haben. Da hat sich die Autorin schon die interessantesten Orte für diese Zeit rausgesucht und ich bin sehr gespannt wie es weitergeht.
Obwohl das Buch gar nicht so dick ist, passiert unglaublich viel und man lernt die Charaktere sehr gut kennen. Es gefällt mir sehr gut, wie die Autorin das Leben der Menschen und ihre Probleme von damals mit der politischen Situation verknüpft. Zum einen verschärft sich die Lage in Europa, zum anderen aber auch die in Deutschland, denn die Arbeiter sind unzufrieden und wollen die Oberschicht abschaffen. Hier treffen also direkt zwei große Konflikte aufeinander und auch wenn wir alle aus den Geschichtsbüchern wissen, wie das Ganze ausgehen wird, so ist es sehr spannend zu lesen, wie die Charaktere mit den verschiedenen Situationen umgehen.
In den Schreibstil musste ich mich am Anfang erst ein bisschen reinfinden, was aber auch daran liegen kann, dass ich in letzter Zeit einfach zu viele historische Romane gelesen habe. Ich war aber doch recht schnell in der Geschichte drin. Wer sich übrigens Sorgen macht wegen den verschiedenen Erzählperspektiven – das ist wirklich kein Problem. Die Kapitel sind nicht zu kurz, man befindet sich also immer lange genug an einem Schauplatz, zumal vor am Anfang jedes Kapitels Ort und Datum stehen.
Im Buch finden sich einige Fußnoten, wodurch noch zusätzliche historische Informationen vermittelt werden.

Fazit

Elisabeth Büchle ist ein sehr guter Auftakt einer Familiensaga gelungen. Interessante Schauplätze, tolle Charaktere und die damalige politische Situation lassen eine spannende Geschichte entstehen.

24.02.2014 13:12:54
Spatzi79

Die Niederländerin Tilla van Campen heiratet wenige Jahre vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs den Sohn eines erfolgreiche Berliner Industriellen Joseph von Meindorff. Von Anfang an wirkt die Ehe nicht sonderlich glücklich, die Meindorffs spekulieren auf Tillas Mitgift und sie selber scheint sich auch nicht viel von der Ehe zu erwarten. Immerhin darf sie ihre jüngere Schwester Demy als ihre Gesellschafterin mit nach Berlin nehmen. Das Mädchen ist wenig begeistert, dass es sein Zuhause und die geliebten kleinen Geschwister verlassen soll, aber Tilla lässt nicht mit sich reden und gibt Demy sogar für älter aus als sie ist, damit sie ihm Hause Meindorff eine Stelle erhält. Doch Demy ist eine wohlerzogene Gesellschafterin, sondern ein noch junges und ungestümes Mädchen. Mit dem strengen Familienoberhaupt, dem Rittmeister von Meindorff, gibt es so bald erste Zusammenstöße. Demy schleicht sich aus dem Haus, wann immer sie kann, und erkundet die ihr fremde Stadt Berlin. Schnell findet die sympathische junge Frau Freunde, wobei sie keine Grenze zwischen den verschiedenen Gesellschaftsschichten zieht und sich auch mit einer jungen Frau aus der Arbeiterklasse anfreundet.

Neben Demys Geschichte gibt es noch zwei weitere Handlungsstränge. Einmal die Geschichte von Demys und Tillas Schwester Anki, die als Kindermädchen bei einer reichen adligen Familie in Sankt Petersburg lebt und arbeitet. Während die russische Gesellschaft auf den Abgrund zutaumelt, verbreitet insbesondere der unheimliche Leibarzt der Zarin, Rasputin, Angst und Schrecken bei der jungen niederländischen Frau. Ankis Geschichte wird in diesem Teil allerdings nur angerissen, sie bekommt im zweiten Band der Trilogie viel mehr Raum.

Der dritte Handlungsstrang des ersten Teils beschäftigt sich mit Philippe von Meindorff, einem Ziehsohn des Rittmeisters, der als schwarzes Schaf der Familie gilt. Während sich die anderen Meindorffs in fast allen Fragen vom Familienoberhaupt dirigieren und steuern lassen, geht Philippe seinen eigenen Weg. Er dient in Deutsch-Südwestafrika und verliebt sich dort in eine Schwarze, die er auch heiraten will. Eine skandalöse Vorstellung für die Familie in Berlin, aber Philippe kümmert sich nicht um deren Meinung und folgt seinen eigenen Wünschen und Vorstellungen.

Insgesamt zeichnet die Autorin mit diesem Auftaktband ein fesselndes Stück deutscher Zeitgeschichte nach. Es gelingt ihr vortrefflich, die Stimmung dieser Jahre vor dem Krieg einzufangen, egal ob nun in Deutschland, Russland oder Afrika.
Mich persönlich haben am meisten die Abschnitte in Berlin gefesselt, ebenso wie die in Russland, wobei diese, wie schon erwähnt, hier noch eher knapp gehalten werden. Nicht ganz so begeistert war ich von dem Handlungsstrang um Philippe in Afrika, aber gerade hier wurden mir sehr viele neue Informationen vermittelt, mit diesem Teil der deutschen (Kolonial)Geschichte habe ich mich bisher eigentlich noch nie beschäftigt.

Den zweiten Teil "Sturmwolken am Horizont" hatte ich schon vorher gelesen, was ich zwar nicht unbedingt empfehlen würde, mir aber dennoch nicht den Spaß am Lesen des ersten Teils genommen hat. Ich hatte durch meine Kenntnis der späteren Ereignisse natürlich eine etwas andere Sicht auf manche Figuren und konnte deren Handlungen besser einordnen als es wohl ansonsten der Fall gewesen wäre. Auf jeden Fall freue ich mich nun schon sehr auf den Abschluss mit "Hoffnung eines neuen Tages", der im März 2014 erscheint.

24.02.2014 13:10:12
Spatzi79

Die Niederländerin Tilla van Campen heiratet wenige Jahre vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs den Sohn eines erfolgreiche Berliner Industriellen Joseph von Meindorff. Von Anfang an wirkt die Ehe nicht sonderlich glücklich, die Meindorffs spekulieren auf Tillas Mitgift und sie selber scheint sich auch nicht viel von der Ehe zu erwarten. Immerhin darf sie ihre jüngere Schwester Demy als ihre Gesellschafterin mit nach Berlin nehmen. Das Mädchen ist wenig begeistert, dass es sein Zuhause und die geliebten kleinen Geschwister verlassen soll, aber Tilla lässt nicht mit sich reden und gibt Demy sogar für älter aus als sie ist, damit sie ihm Hause Meindorff eine Stelle erhält. Doch Demy ist eine wohlerzogene Gesellschafterin, sondern ein noch junges und ungestümes Mädchen. Mit dem strengen Familienoberhaupt, dem Rittmeister von Meindorff, gibt es so bald erste Zusammenstöße. Demy schleicht sich aus dem Haus, wann immer sie kann, und erkundet die ihr fremde Stadt Berlin. Schnell findet die sympathische junge Frau Freunde, wobei sie keine Grenze zwischen den verschiedenen Gesellschaftsschichten zieht und sich auch mit einer jungen Frau aus der Arbeiterklasse anfreundet.

Neben Demys Geschichte gibt es noch zwei weitere Handlungsstränge. Einmal die Geschichte von Demys und Tillas Schwester Anki, die als Kindermädchen bei einer reichen adligen Familie in Sankt Petersburg lebt und arbeitet. Während die russische Gesellschaft auf den Abgrund zutaumelt, verbreitet insbesondere der unheimliche Leibarzt der Zarin, Rasputin, Angst und Schrecken bei der jungen niederländischen Frau. Ankis Geschichte wird in diesem Teil allerdings nur angerissen, sie bekommt im zweiten Band der Trilogie viel mehr Raum.

Der dritte Handlungsstrang des ersten Teils beschäftigt sich mit Philippe von Meindorff, einem Ziehsohn des Rittmeisters, der als schwarzes Schaf der Familie gilt. Während sich die anderen Meindorffs in fast allen Fragen vom Familienoberhaupt dirigieren und steuern lassen, geht Philippe seinen eigenen Weg. Er dient in Deutsch-Südwestafrika und verliebt sich dort in eine Schwarze, die er auch heiraten will. Eine skandalöse Vorstellung für die Familie in Berlin, aber Philippe kümmert sich nicht um deren Meinung und folgt seinen eigenen Wünschen und Vorstellungen.

Insgesamt zeichnet die Autorin mit diesem Auftaktband ein fesselndes Stück deutscher Zeitgeschichte nach. Es gelingt ihr vortrefflich, die Stimmung dieser Jahre vor dem Krieg einzufangen, egal ob nun in Deutschland, Russland oder Afrika.
Mich persönlich haben am meisten die Abschnitte in Berlin gefesselt, ebenso wie die in Russland, wobei diese, wie schon erwähnt, hier noch eher knapp gehalten werden. Nicht ganz so begeistert war ich von dem Handlungsstrang um Philippe in Afrika, aber gerade hier wurden mir sehr viele neue Informationen vermittelt, mit diesem Teil der deutschen (Kolonial)Geschichte habe ich mich bisher eigentlich noch nie beschäftigt.

Den zweiten Teil "Sturmwolken am Horizont" hatte ich schon vorher gelesen, was ich zwar nicht unbedingt empfehlen würde, mir aber dennoch nicht den Spaß am Lesen des ersten Teils genommen hat. Ich hatte durch meine Kenntnis der späteren Ereignisse natürlich eine etwas andere Sicht auf manche Figuren und konnte deren Handlungen besser einordnen als es wohl ansonsten der Fall gewesen wäre. Auf jeden Fall freue ich mich nun schon sehr auf den Abschluss mit "Hoffnung eines neuen Tages", der im März 2014 erscheint.

09.02.2014 22:26:53
wampy

„Himmel über fremdem Land“ von Elisabeth Büchle ist als Hardcover 2013 bei Gerth Medien erschienen. Dies ist der erste Band der dreiteiligen Meindorff-Saga. Hauptfiguren sind die Söhne der Familie Meindorff und die Töchter der Familie van Campen. Durch die Heirat von Tilla van Campen mit Joseph Meindorff jnr kommt die jugendliche Demy van Campen im Jahr 1908 als Begleitung ihrer Schwester in den Haushalt der großbürgerlichen Familie Meindorff. Sie lernt dort außer dem Beziehungsgeflecht dieser Familie auch die Schattenseiten der rapide wachsenden Stadt Berlin kennen. Ein nicht unerheblicher Teil der Geschichte begleitet den jungen Offizier Philippe Meindorff bei seinen Abenteuern in Deutsch-Südwest, dem heutigen Namibia. Neben der Entwicklung des Familiengeflechts werden eine Reihe historischer und sozialer Themen angesprochen.
Elisabeth Büchle ist eine Liebesromanautorin. Dies war mir allerdings nicht bekannt, sonst hätte ich dieses Buch nicht gelesen. Mir wäre dann ein vorzügliches Buch entgangen. Mit Demy van Campen wird eine sehr sympathische Hauptfigur gezeichnet, die frei von jeglichem Standesdenken und berechnendem Vorgehen ist. Durch ihre Offenheit lernt Demy verschiedene Personen aus den unterschiedlichsten Kreisen kennen. Dies nutzt die Autorin, um soziale und historischen Themen aufzugreifen. Da Demy in der Meindorff-Villa wohnt, können die familiären Entwicklungen aus erster Hand beschrieben werden. Elisabeth Büchle charakterisiert ihre Figuren sehr ausführlich und schildert die Schauplätze sehr plastisch. Man fiebert mit den Protagonisten Hannes, Philippe und Demy von der ersten Seite an mit. Da sich längst nicht alles nach den ihren Wünschen entwickelt leidet man mit den jungen Hauptfiguren intensiv mit. Ich empfand dieses Buch nicht als einen Liebesroman, sondern als sehr spannende Beschreibung einer im Umbruch befindlichen Gesellschaft. Die Gegensätze zwischen Großbürgertum und Arbeiterschaft werden sehr eindringlich beschrieben, ebenso das beginnende Aufbegehren der Frauen gegen die ihnen zugewiesene Rolle.
Das sehr schöne Cover und die ausführlichen Register der handelnden und der historischen Figuren runden den guten Gesamteindruck ab. Wenn es vielleicht etwas zu bemängeln gibt, dann das die Hauptfigur Demy einfach zu sympathisch ist. Aus meiner Sicht kann ich das Buch uneingeschränkt empfehlen.

PS: Den zweiten Band "Sturmwolken am Horizont" habe ich mir bereits zugelegt.

06.02.2014 23:00:54
-LENA-

Dies ist das erste Buch,das ich von Elisabeth Büchle gelesen habe.
Fiktive und historische Personen und Handlungen wurden ausgezeichnet miteinander verflochten,einige davon trifft man noch heute;-).

Das Buch beeindruckt durch tiefsinnige Dialoge und Gedanken der
Protagonisten und regt zum Nachdenken an.
Eindrucksvoll wird das Leben mit all seinen Facetten vor Beginn des
1.Weltkrieges beschrieben, hier merkt man die aufwändige Recherche der Autorin.
Einige Fragen bleiben offen,da es das 1.Band einer Trilogie ist. Bd.2 und 3
warten schon!!

Ein Buch,das man allen Lesern nur empfehlen kann.

05.02.2014 18:44:33
Sagota

Das Cover ist sehr schön und ansprechend für LeserInnen historischer Romane: Dies gilt für alle 3 Bände der Trilogie um Demy van Campen und ihre Schwestern; auch dass es keinen Schutzumschlag gibt trotz gebundenem Buch, finde ich sehr gut.
Ort/Handlung:
E. Büchle entführt den Leser an so einige Orte der Geschichte anno 1908 ff - von Holland über Berlin, St. Petersburg und Deutsch-Südwest, dem deutschen Kolonialgebiet zu Kaiserzeiten, dem heutigen Namibia.
Meine persönliche Meinung:
Schnell ist man im Geschehen der Handlung, das zu Beginn von Entscheidungen der Fam. van Campen ausgeht, die älteste Tochter Tilla heiratet in eine großbürgerliche und wohlhabende Familie in Berlin ein - Meindorff Elektrik. Diese Rahmenhandlung entfaltet sich in der weiteren Beschreibung der Lebenswege sowohl der van-Campen-Schwestern als auch den der Fam. Meindorff entstammenden Söhne.
Der Autorin gelingt es, von Beginn an eine Nähe zum Leser herzustellen, die von authentisch und auch emotional sowie detaillierter Charakterzüge der Protagonisten gezeichnet ist. Der Roman liest sich flüssig und dennoch anspruchsvoll sowie mit immer mal wieder aufblitzendem Humor, der den oft düsteren historischen Hintergrund etwas aufhellt. Auch an Spannung fehlt es keineswegs - der Romanteil, der in Deutsch SW spielt, ist eher ins Genre "historischer Kriminalroman" einzuordnen bzw. würde auch dort hineinpassen.
Fazit:
Ich hatte die große Freude, gemeinsam in einer Leserunde Band 1 der Trilogie zu lesen, wobei die Autorin die LeserInnen durch dieses lebendige Buch mit den wechselnden Schauplätzen deutscher Geschichte kurz vor Ausbruch des 1. Weltkrieges zu begeistern! Der Leser nimmt am Leben der van-Campen-Schwestern und Familie Meindorff teil mit all jenen interessanten, auch traurigen historischen Themen (Kolonialismus, soziale Armut, Klassenunterschiede in der Kaiserzeit, erstarkende Arbeiter- und Frauenbewegung z.B.) eingebettet in eine Familiensaga, die menschlicher und gefühlvoller kaum zu erzählen wäre.
Sehr lese- und empfehlenswert!

02.02.2014 14:19:44
Philippa-Victoria

1908: Die 13-jährige Holländerin Demy muss gegen ihren Willen ihre ältere Schwester Tilla nach Berlin begleiten. Tilla geht in Berlin eine arrangierte Ehe mit Joseph Meindorff ein, einem reichen Berliner Industriellen. Demy ist unglücklich in Berlin. Der einzige Lichtblick ist Josephs Bruder Hannes, der sich mit Demy anfreundet. Und dann lernt Demy doch noch neue Freundinnen kennen. Aber die Zeiten sind schwierig, was auch Demy bald zu spüren bekommt. Die Kluft zwischen Arm und Reich scheint immer größer zu werden und immer mehr Unmut hervorzurufen.

Mein Leseeindruck:

"Himmel über fremdem Land" ist der Beginn einer Trilogie. Dieser erste Band hat mich schon sehr begeistern können. Die Geschichte ist spannend, durchdacht, sehr gut recherchiert, klug und mitreißend.

Die junge Demy hatte sofort meine Sympathie, und auch Hannes konnte ich in mein Herz schließen. Alle Figuren im Buch wirken sehr echt und lebendig, sehr authentisch.

Die große Kluft zwischen Arm und Reich, zwischen dem Adel und den Bediensteten, dieser ganze Standesdünkel - all das bringt Elisabeth Büchle in ihrem Roman sehr gut zum Ausdruck.

Ich konnte mich in die Charaktere sehr gut hineinversetzen und habe mit Demy gelitten, mit Philippe rebelliert, mit Hannes gefeiert und mit Tilla geweint.

Die Autorin führt uns in ihrem Roman von Berlin nach Magdeburg, nach St. Petersburg in Russland bis nach Afrika. Alle Orte konnte ich dank des intensiven Schreibstils und der guten Beschreibungen sehr gut vor meinem inneren Auge sehen.

Mir hat das Buch sehr gefallen, und nun freue ich mich auf die Fortsetzung, die ich hoffentlich recht bald lesen werde!

31.01.2014 15:28:40
Mohnblume

Elisabeth Büchle entführt uns in den Anfang des 20. Jahrhundets. Sie nimmt uns mit auf die Reise von Berlin , St. Petersburg bis ins ferne Afrika nach Windhuk.
Die Temprament volle Demy von Campen muss gegen ihren Willen ihre Schwester Tilla nach Berlin als Gesellschafterin begleiten. Dort heiratet Tilla
Joseph von Meindorff, diese Ehe von den Väter arrangiert.
Demy fühlt sich im Hause Meindorff alle andere als Wohl , ist deren Lebensstil doch ganz anders und von Standesdünkel geprägt. Ist sie doch ein Gradliniger , Warmherziger und für Gerechtigkeit geprägter der Mensch. Sie eckt oft in der Familie an , nur in Hannes der jüngste Sohn des Hauses , steht voll hinter ihr und gibt ihr Halt.
Auch Hannes hat es nicht leicht , erst recht nicht Philippe der Ziehsohn der in
Afrika in Windhuk dient. Beide lieben Frauen die nicht Standesgemäß sind,
eine ist Arbeiterin , die andere ist Schwarz.
Demy , lernt die bittere Armut und Not der Arbeiterfamilien kennen , sie setzt sich für mehr Gerechtigkeit , der Notleideten Familien ein und schließt Freundschaften , damit Eckt sie zu Hause an.
Dunkle Wolken ziehen auf am Horizont , Schiksalsschläge , nicht nur im Hause Meindorrf , auch in der Poltik , Europa steht am Abgrund.
Ob die Söhne ihr Glück finden und Demy weiterhin dem Alten Meindorff die Stirn bieten wird , wie alles ausgeht ist ungewiss........
Das muss der Leser selbst herraus finden !

Die Autorin , bedient sich einer sehr klaren und Bildhaften Sprache.
Der Roman ist flüssig , fesselnd und Spannend Lesen. Ihre Protagonisten
wirken sehr lebendig , auch ihrer einzelenen Charaktere , sin gut beschrieben. Das ganze ist Historisch sehr gut recherchiert , das damalige Zeitgeschehen , das Leben , der Umbruch , die Politik Europas das am Abgrund steht.Viele große Historische Persönlichkeiten kreuzen den Weg , darunter auch Rasputin. Aber auch die Liebe , mit ihren Höhen und Tiefen
kommt nicht zu kurz .

"Eine erstklassige Familiensaga , üppig erzählt " Ein Buch das man nicht mehr aus der Handlegen möchte ,

31.01.2014 11:02:25
Orange

„Himmel über fremdem Land“ ist der Auftakt zu einer Trilogie die zu Beginn des 20. Jahrhunderts hauptsächlich in Berlin spielt. Nebenhandlungsorte sind Russland und die ehem. Kolonie Deutsch-Südwest.
Der Roman spielt im Jahr 1908. Im niederländischen Koudekerke wächst die 13-jährige Demy zusammen mit ihren Vater und den Geschwistern behütet auf. Als ihre ältere Schwester den Industriellensohn Joseph Meindorff heiraten soll, muss Demy sie als Gesellschafterin nach Berlin begleiten.
Da sie auf diese Rolle nicht vorbereitet wurde, tappt sie in so manches Fettnäpfchen. Im Hause Meindorff herrscht der Hausherr mit eiserner Hand und sowohl die Brüder Hannes und Philippe sowie das Personal müssen sich unterordnen. Demy fühlt sich unglücklich und allein gelassen. Sie beginnt heimlich durch Berlin zu streifen und lernt auf diesen Weg Lieselotte kennen und freundet sich mit ihr an. Lieselotte ist die Tochter einer Arbeiterfamilie und lebt im Scheunenviertel. Doch auch in den höheren Kreisen findet die lebenshungrige Demy Freunde.
Durch diese bunte Mischung wird dem Leser ein Einblick in die unterschiedlichen Gesellschaftsschichten gewährt und auch das politische Geschehen in Berlin wird einen auf diese Weise nahegebracht. Die Ignoranz des Adels und Großbürgertums gegen die kleinen Leute, die Unterschiede in den Lebensweisen und die beginnenden Unruhen lassen den Leser in die damalige Zeit eintauchen.
Hannes, der jüngste Sohn findet in Edith seine große Liebe. Da Edith jedoch von niedrigem Stand ist versucht sein Vater die Beziehung zwischen den beiden zu verhindern.
In einem weiteren Handlungsstrang begleiten wir Philippe nach Deutsch-Südwest. Philippe ist ein Frauenschwarm, aber eigentlich hängt sein Herz an der Einheimischen Udako. Diese will er allen Widerständen zum trotz heiraten.
In den in Russland handelnden Teil des Buches lernen wir Anki kennen. Sie ist eine Schwester Demy´s und lebt als Kindermädchen in einen Fürstenpalast.
Auf Grund der Vielzahl der handelnden Personen haben mir die Personenregister (eins vorn für die fiktiven Personen, hinten eins für reale) einen großen Dienst erwiesen.
Diese verschiedenen Stränge verwebt Elisabeth Büchle sehr geschickt. Es kommt nie Langeweile auf und die Seiten fliegen viel zu schnell dahin.
„Himmel über fremden Land“ bietet viel Lesegenuss und da nicht alle Fragen beantwortet werden ist die Gefahr auch Band 2 und 3 lesen zu wollen enorm hoch.

30.01.2014 13:25:29
jan-costin

Der Roman beginnt in den Niederlanden wo die Familie van Campen lebt . Die Tochter Tilla wird mit dem Deutschen Joseph Meinrad verheiratet und muß in Begleitung ihrer Schwester Demy zu ihm nach Berlin (dem Hauptschauplatz) ziehen . Im Laufe der Handlung führ uns der Roman auch nach St. Petersburg (wohin die 3. Schwester zieht) und Windhuk .Die Autorin hat einen sehr guten Schreibstil mit dem sie Orte und Personen beschreibt . Durch das gute Personenverzeichnis fällt es nicht schwer der Handlung auch bei wechselnden Schauplätzen zu verfolgen . Meine Lieblingsprotagonistin war von Beginn an die 13-jährige Demy die mit ihrer unbekümmerten Art (mit Sprüchen und Taten ) immer wieder Humor in die Handlung bringt . Aber auch Hannes und Phillippe sind Protagonisten mit denen man immer mitfiebert , demgegenüber stehen die Bösewichte Rasputin und Karl Roth . Im Laufe der Handlung beschreibt die Autorin sehr gut die Lebensumstände der verschiedenen Gesellschaftsschichten der damaligen Zeit .Spannend wird das Buch durch den unaufgeklärten Prolog und die wechselnden Schauplätze (vor allem Windhuk mit dem Bösewicht Karl Roth) . Gut finde ich auch die Anmerkungen der Autorin . Da war einige dabei was mir unbekannt war .Obwohl das nicht meine bevorzugte Histo-Zeit ist und ich normalerweise keine Familiensagas lese hat mir der Roman sehr gut gefallen und ich werde ,da auch noch einiges unaufgeklärt ist , den 2. Teil lesen .