Marcellus - Graf von Arduena

Erschienen: Januar 2012

Bibliographische Angaben

  • Ammianus , 2012, Titel: 'Marcellus - Graf von Arduena', Originalausgabe

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Eva Schuster
Marcellus´ dramatisches Schicksal setzt sich fort

Buch-Rezension von Eva Schuster Mär 2013

Westeuropa Anfang des 6. Jahrhunderts n. Chr.: Das Imperium hat sich aufgelöst, der fränkische König Chlodwig tritt seinen Siegeszug in Gallien und Germanien an, wenngleich die Alamannen, Westgoten und Burgunden ein letztes Aufbäumen demonstrieren. Zehn Jahre zuvor hatte Marcellus eine wichtige Schlacht bei Zülpich gewonnen - doch beim König ist er in Ungnade gefallen und lebt seither im selbstgewählten Exil.

Mittlerweile verbringt der Romane Marcellus im beschaulichen Arduena an der Mosel gemeinsam mit seiner Frau Hilka und Sohn Pippin ein ruhiges Leben. Der Schein trügt jedoch - sein Feind, Chloderich, der Thronfolger des Königs der Rheinfranken Sigibert, hat ihn nicht vergessen.

Nachdem Chloderich Marcellus in Remis Rache geschworen hat, deutet sich an, dass er sie nun vollziehen will. Die Befürchtungen bewahrheiten sich, als Chloderich schon bald darauf mit seinen Kriegern auf seinem Anwesen auftaucht. Chloderich nimmt Hilka und Pippin als Geiseln. Der verzweifelte Marcellus muss versuchen, seine Familie zu retten ...

Das Frühmittelalter unter König Chlodwig

Zehn Jahre sind seit den letzten entscheidende Ereignissen vergangen, doch zur Ruhe kann sich Marcellus noch nicht setzen. Das beschauliche Leben mit seiner kleinen Familie endet jäh, als der alte Erzfeind wieder in seinem Leben erscheint und fortan muss Marcellus um das Leben seiner Lieben bangen. Schon im ersten Band deutete sich dem Leser an, dass das Kapitel um Chloderich noch nicht abgeschlossen ist und seine Rache eines Tages vollzogen wird. Der Roman verzichtet auf ein langes Vorgeplänkel und präsentiert rasch dramatische Entwicklungen. Marcellus fürchtet nicht nur um seine Familie, sondern muss sich auch in Chlodwigs Auftrag im Kampf gegen die Alamannen bewähren, der dringend beendet werden muss.

Dramatische Entwicklungen

Der Handlung mangelt es wahrlich nicht an turbulenten Ereignissen und ist nicht vorhersehbar. Dafür sorgt bereits die Hauptfigur selbst, denn Marcellus ist ein ausgesprochen ungestümer Charakter, der nicht immer die richtigen Entscheidungen trifft. Nicht immer ist sein Handeln nachvollziehbar für den Leser, allerdings kann gerade diese Unberechenbarkeit auch ihren Reiz haben. Zu den interessantesten Figuren gehören zweifelsohne Silinga, Chloderichs Frau, und Rotrudis, ihre enge Freundin. Während Rotrudis als geradezu diabolische Intrigantin erscheint, kann Silinga wie bereits im ersten Band durch eine Mischung aus Intelligenz und Selbstbewusstsein bestechen. Blasser erscheint dagegen Hilka, die nur wenig Profil zeigt und auch bei Frankenkönig Chlodwig wäre sicherlich eine vielschichtigere Darstellung möglich gewesen. Die Handlung fokussiert sich meist auf Marcellus und seine Freunde, immer wieder aber richtet sich der Fokus auch auf Chlodwig, Silinga, Sigibert oder Hilka. Im Laufe des Romans geschehen durchaus einige überraschende Wendungen und der Leser muss auch mit unvorhergesehenen Todesfällen unter den sympathischen Charakteren rechnen.

Komplexer historischer Hintergrund

Zu den schwächeren Aspekten des Werkes gehört der teilweise etwas hölzerne Stil, der es nicht immer leicht macht, sich in das Geschehen einzufinden. Hin und wieder geraten Formulierungen etwas zu umständlich und reißen aus dem Lesefluss heraus, gerade in dramatischen Szenen. Zudem empfiehlt es sich, als Leser gewisse Vorkenntnisse über die Zeit der Franken mitzubringen. Auch mit der Lektüre des Vorgängerbandes gestalten sich einige Entwicklungen sehr komplex. Wer sich nie zuvor mit Chlodwig und der Geschichte der Franken auseinander gesetzt hat, wird hier vor eine anspruchsvolle Aufgabe gestellt. Eine gewisse Hilfe bieten gewiss die angehängte Zeittafel sowie das Glossar mit den wichtigsten Ausdrücken, dennoch ist es ratsam, sich auch außerhalb des Romans mit den Hintergründen zu befassen, um mehr Nähe zu den historischen Figuren aufzubauen.

Die angegliederte "Spurensuche" führt an die Handlungsorte des Romans wie Köln oder Trier und präsentiert Relikte aus der Welt der Merowinger, die einen kleinen Einblick in jene Zeit des frühen Mittelalters gewähren und die detailgenaue Recherche der Handlung unterstützen.

Insgesamt erwartet den Leser hier eine solide Fortsetzung der Marcellus-Reihe, die eine fiktive Geschichte mit dem Leben und Wirken des Frankenkönigs Chlodwig verknüpft. Zu den Höhepunkten des historischen Romans kann das Werk nicht gezählt werden; wer sich für jene Zeit interessiert, stößt hier jedoch zumindest auf angemessene Unterhaltung auf einem umfangreich recherchierten Fundament.

Marcellus - Graf von Arduena

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