Flamme von Jamaika

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • Rowohlt, 2013, Titel: 'Flamme von Jamaika', Originalausgabe

Couch-Wertung:

82

Leser-Wertung

-
Zum Bewerten, einfach Säule klicken.
1 50 100

Zum Bewerten, einfach Säule klicken.

Bitte bestätige - als Deine Wertung.

Gebe bitte nur eine Bewertung pro Buch ab, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Danke!

0 x 91-100
0 x 81-90
0 x 71-80
1 x 61-70
0 x 51-60
0 x 41-50
0 x 31-40
0 x 21-30
0 x 11-20
0 x 1-10
B:68
V:0
W:{"1":0,"2":0,"3":0,"4":0,"5":0,"6":0,"7":0,"8":0,"9":0,"10":0,"11":0,"12":0,"13":0,"14":0,"15":0,"16":0,"17":0,"18":0,"19":0,"20":0,"21":0,"22":0,"23":0,"24":0,"25":0,"26":0,"27":0,"28":0,"29":0,"30":0,"31":0,"32":0,"33":0,"34":0,"35":0,"36":0,"37":0,"38":0,"39":0,"40":0,"41":0,"42":0,"43":0,"44":0,"45":0,"46":0,"47":0,"48":0,"49":0,"50":0,"51":0,"52":0,"53":0,"54":0,"55":0,"56":0,"57":0,"58":0,"59":0,"60":0,"61":0,"62":0,"63":0,"64":0,"65":0,"66":0,"67":0,"68":1,"69":0,"70":0,"71":0,"72":0,"73":0,"74":0,"75":0,"76":0,"77":0,"78":0,"79":0,"80":0,"81":0,"82":0,"83":0,"84":0,"85":0,"86":0,"87":0,"88":0,"89":0,"90":0,"91":0,"92":0,"93":0,"94":0,"95":0,"96":0,"97":0,"98":0,"99":0,"100":0}
Rita Dell'Agnese
Liebe, Sklaverei und Hexenkult

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Mär 2013

Kurzgefasst:

Er kämpft um seine Freiheit. Beide kämpfen sie um ihre Liebe. Jamaika 1831. Die exotische Karibikinsel steht kurz vor einer Sklavenrebellion, als die deutsche Kaufmannstochter Helena Huvstedt eine für sie völlig fremde Welt betritt: schwülheißes Klima, Sklavenmärkte, Vodoo-Zauber. Hier will sie den attraktiven Edward Blake heiraten, Sohn und einziger Erbe eines reichen Plantagenbesitzers. Doch ein dunkles Familiengeheimnis und Edwards sittenloses Verhalten lassen sie schon bald an ihrem Glück zweifeln. Bei dem Versuch, Edward und seinem brutalen Vater zu entkommen, gerät Lena in die Fänge einer Rebellenorganisation. Ihr Anführer ist der charismatische Jess. Lenas anfängliche Furcht, wandelt sich in Begehren. Mit Jess erfährt sie zum ersten Mal, was wahre Liebe bedeutet. Und sie trifft eine folgenschwere Entscheidung: Um ihn zu retten, kehrt sie zurück in die Höhle des Löwen ...

 

Lena Huvstedt, gut behütete Tochter eines Hamburger Kaufmanns, willigt nach kurzem Kennenlernen in die Heirat mit dem gutaussehenden und wohlhabenden Sohn eines jamaikanischen Plantagenbesitzers ein. Überzeugt, das Richtige zu tun, reist Lena im Herbst 1831 zusammen mit ihrer Gesellschafterin und Freundin Maggie zu ihrem Verlobten Edward Blake. Sie ahnt nicht, dass auf der Familie ein Fluch liegt, dem alle weiblichen Angehörigen der Familie zum Opfer fallen sollen. Schon vor ihrer Hochzeit beginnt Lena an ihrer Entscheidung zu zweifeln. Edward lässt ein Gesicht durchblicken, das ihr Angst macht. Tatsächlich stellt sich Edward schon am Tag der Hochzeit als Schuft heraus. Zusammen mit Maggie möchte Lena die Plantage so schnell wie möglich verlassen. Sie weiß, dass Edward sie nie freiwillig ziehen lassen würde. Also stehlen sich die beiden Frauen bei einem Besuch auf einer befreundeten Plantage davon. Sie laufen geradewegs einigen Rebellen in die Arme, die entlaufenen Sklaven auf ihrer Flucht helfen und einen Aufstand gegen die Weißen planen. Einer der Anführer ist der charismatische Jess. Lena fühlt sich zu diesem faszinierenden Mann sofort hingezogen. Schnell muss sie aber erkennen, dass er in höchster Gefahr schwebt und nur dann eine Überlebenschance hat, wenn sie zu Edward zurückkehrt. Aus Liebe zu Jess nimmt Lena dieses Opfer auf sich. Sie weiß, dass Edward ihr ihre Flucht nie verzeihen wird.

Die große Liebe

Autorin Martina André stellt ihren Roman auf zwei Standbeine. Das wohl etwas Stärkere davon ist die Liebe. Die noch blutjunge Protagonistin reist mit großen Idealen und Gefühlen von Hamburg nach Jamaika. Der Skepsis ihrer Freundin Maggie begegnet sie mit Unbekümmertheit. Schließlich konnte sie sich selbst vom Charme ihres künftigen Ehemanns überzeugen. Sehr schön zeigt André auf, wie sich die Freude auf Edward schnell in Verdruss wandelt. Obwohl die Autorin eine ganze Reihe von Zufällen einbaut, bleibt die Geschichte an sich stimmig. Die Handlungen Lenas entsprechen ganz ihrem noch jugendlichen Alter und ihrer Unerfahrenheit. Etwas, das sich im Laufe des Romans wandelt - und zwar parallel zu Lenas Erlebnissen. Martina André gibt ihrer Protagonistin viel Raum, sich zu entwickeln und gesteht ihr dennoch ein großes Maß an Unüberlegtheit ein. Anders bei Jess. Er hat eine bewegte Geschichte hinter sich und handelt entsprechend überlegt. Dass aus ihm und der schönen Deutschen ein Paar wird, liegt schon zu Beginn des Romans auf der Hand. Das tut dem Reiz der Geschichte jedoch keinen Abbruch.

An der Sklaverei festhalten

Die Sklaverei bildet das zweite Standbein der Geschichte. Martina André zeigt verschiedenste Facetten davon. Zum einen ist es die Selbstherrlichkeit der Weißen, die zum Ausdruck kommt, zum anderen aber auch die Angst der Plantagenbesitzer, ohne die Arbeit der Sklaven ihre Güter nicht mehr bestellen zu können. Parallel dazu laufen im Mutterland Großbritannien die Bestrebungen, die Sklaverei abzuschaffen. Diesen Konflikt stellt die Autorin überzeugend dar. Spannend ist auch die gesellschaftliche Struktur in den Lagern der Rebellen. Die straff geführten Gemeinschaften sind von der stetigen Furcht vor Entdeckung geprägt - aber auch von einem wachsenden Lebenshunger derjenigen, deren Existenz nur im Verborgenen möglich ist. Obwohl das Thema Sklaverei vom Gewicht her der Liebesgeschichte klar untergeordnet ist, macht es doch den größeren Reiz des Buches aus.

Durchschaubare Charaktere

Martina André macht es ihren Leserinnen einfach: Sie teilt ihre Charaktere klar in Gut und Böse ein und lässt sie dort auch ihren Weg gehen. Eine differenziertere Charterzeichnung wäre zwar schön gewesen, angesichts der Ausrichtung des Romans mag die schematische Einteilung aber genügen. Immerhin lassen weder Cover noch Klappentext einen Zweifel daran aufkommen, dass hier mit einer gefühlvollen Liebesgeschichte zu rechnen ist, in der alle handelnden Personen einen fest umrissenen Platz zugewiesen bekommen. Dass die Geschichte trotz allem etliche Spannungsmomente aufweist, ist auf das Können der Autorin zurückzuführen. Sie vermag ihre Leser in andere Welten zu versetzen und sie mit den Protagonisten mitleiden zu lassen.

Martina André knüpft mit Flamme von Jamaika an ihre bisherigen Erfolgsromane an. Sie weckt Emotionen und bietet solide Unterhaltung. Sehr schön ist das Zusatzangebot von Glossar und Personenverzeichnis - wobei es ein Gewinn gewesen wäre, das Personenregister nicht an den Schluss, sondern an den Anfang des Romans zu setzen.

Flamme von Jamaika

Flamme von Jamaika

Deine Meinung zu »Flamme von Jamaika«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
04.10.2013 06:29:29
hinterwald

naja, ich kann die kritik nun leider kein bißchen teilen.

eigentlich mag ich die bücher von martina andre, vor allem die templer, aber das hier ist einfach nur ein furchtbar kitschiger und schwülstiger schinken, den lesen mag, wer auf so etwas kann.

ich kann's nicht und habe es relativ schnell beiseite gelegt.

29.04.2013 13:17:48
tassieteufel

Helena Huvstedt, eine reiche Hamburger Kaufmannstochter wird in die Londoner Gesellschaft eingeführt und kann ihr Glück kaum fassen, als sich Lord Edward Blake, Sohn eines reichen jamaikanischen Plantagenbesitzers für sie interessiert und ihr sogar einen Heiratsantrag macht. Sie reist mit ihrer Gesellschafterin und Freundin Maggie per Schiff nach Jamaika um dort Edwards Frau zu werden. Doch kaum auf der traumhaften Insel angekommen, muß Lena feststellen, dass Edward in keiner Weise der Mann ist, für den sie ihn gehalten hat. Die Blakes behandeln ihre Sklaven auf mehr als unwürdige Weise und auch sonst scheint Edward sehr skrupellos zu sein, wenn es um die Durchsetzung seiner Pläne geht. Lena kommen berechtigte Zweifel an ihrer Entscheidung. Als an ihrem Hochzeitstag die Lage eskaliert, beschließt Lena gemeinsam mit Maggie zu fliehen und zu ihrem Vater zurück zu kehren. Doch ihre Flucht misslingt und Lena gerät die die Hände von aufständischen Sklaven die sich in den Bergen verstecken und dort den Aufstand gegen die weißen Sklaventreiber vorbereiten.

Bisher haben mich alle Bücher der Autorin begeistert, so dass ich auch hier wieder bedenkenlos zu gegriffen habe. Vom Cover, das eher einen reinen Liebesroman suggeriert, sollte man sich nicht abschrecken lassen, wer schon Bücher der Autorin kennt, weiß dass sie weit davon entfernt ist, schmalzige Liebesromane zu schreiben und eher dem Genre „actionreiche Abenteuergeschichten“ zu zuordnen ist. So beginnt auch „Flamme von Jamaika“ mit einem spannenden Prolog der 17 Jahre vor der eigentlichen Story stattfindet. Dann wechselt das Geschehen zunächst ins London von 1831, wenig später geht es nach Jamaika und mit dem Moment, als Lena in Jamaika ankommt, erfolgen die Ereignisse Schlag auf Schlag. Wie immer versteht es die Autorin, die Leser mit spannenden und ereignisreichen Wendungen zu fesseln und zu überraschen und man möchte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen.
Rings um die fiktive Geschichte von Lena, Jess und Edward bekommt man als Leser aber auch einen guten Einblick in die Problematik der Sklaverei. Die Autorin schildert einfühlsam und bewegend, unter welch unmenschlichen Bedingungen viele Sklaven leben mußten. Während es in England schon Bestrebungen gab, die Sklaverei abzuschaffen, hält die weiße Oberschicht in Jamaika eisern an diesem Prinzip fest, aus Angst ihre Ländereien nicht mehr gewinnbringend bestellen zu können. Parallel dazu schilder Martina Andre auch gekonnt die Situation unter den Rebellen, auch hier gibt es verschiedenen Lager, die einen die die Weißen gewaltsam und brutal vertreiben wollen und die andere Partei, die auf friedlichem Wege die Abschaffung der Sklaverei erreichen möchte. Die politischen Hintergründe sind wieder gekonnt mit der fiktiven Geschichte verknüpft und es gelingt der Autorin hervorragend, die brodelnde Stimmung auf der schwül-heißen Tropeninsel einzufangen und eine authentische Stimmung zu erzeugen, in die der Leser eintauchen und mitfiebern kann.
Die Charaktere sind detailreich und liebevoll geschildert, sicher kann man hier von Anfang an klar in gut und böse einteilen, so dass es hinsichtlich der Figuren keine Überraschungen gibt. Trotzdem machen einige Figuren, allen voran Lena, aber eine Entwicklung durch, die man gut mitverfolgen kann. Als Lena in Jamaika ankommt ist sie enthusiastisch und voller überschwänglicher Gefühle gegenüber Edward, das wandelt sich schnell als sie hinter Edwards wahren Charakter kommt und auch in Bezug auf die Sklaverei ändert sich Lenas Einstellung. Sie ist zwar von Anfang an mitfühlend und entsetzt über die Zustände auf der Plantage, aber erst als sie Jess kennen lernt, kommen andere Sichtweisen für sie in Betracht und auch Jess muß erkennen, dass nicht alle Weißen schlecht sind. Hier gibt es also auch einiges Konfliktpotential zwischen den Hauptfiguren, daß den Leser mitfiebern läßt.
Das Ende ist insgesamt eine runde Sache, mir war es einen Tick zu „gut“ um wirklich realistisch zu sein, aber natürlich ist es ein perfektes Happy End für die Hauptfiguren!
Martina Andres Schreibstil ist wie immer bildhaft, opulent und sehr farbenprächtig und man hat das Buch viel zu schnell zu Ende gelesen. Eine Inselkarte, ein Glossar und ein Personenverzeichnis runden das Buch perfekt ab.

FaziT: Martina Andre ist es wieder einmal gelungen, mich in eine andere Welt zu versetzen und mich mit ihrer spannenden und wendungsreichen Geschichte zu fesseln. Wer die anderen Bücher der Autorin mochte, wird auch hier viel Freude haben!