Am Fuß des träumenden Berges

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • Wunderlich, 2013, Titel: 'Am Fuss des träumenden Berges', Originalausgabe

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87

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Rita Dell'Agnese
Alles drin, was es für einen guten Schmöker braucht

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Feb 2013

Kurzgefasst:

Nach einem schrecklichen Schicksalsschlag flieht die junge Engländerin Audrey Anfang des 20. Jahrhunderts ins britische Protektorat Ostafrika. Sie rechnet mit vielem in dem wilden, heißen, unbekannten Land - nur nicht damit, sich heftig zu verlieben. Mit Matthew, Besitzer einer Teeplantage am Fuß des Mount Kenya, gründet sie eine Familie. Doch das Glück hält nicht lange. 1914 bricht der Erste Weltkrieg aus, und Matthew verlässt die Plantage, um sein Vaterland gegen die Deutschen zu verteidigen. Audrey muss allein die Felder bewirtschaften und ihre Kinder großziehen. Dann bricht im benachbarten Dorf der Kikuyu das Gelbfieber aus. In ihrer Not und Verzweiflung steht ihr nur noch der Kikuyu Kinyua zur Seite. Bald ist er ihr nicht nur auf der Plantage Trost und Stütze. Aber der Krieg erschüttert nicht nur die Kolonien in den Grundfesten, sondern bringt auch Audreys Vergangenheit zurück ...

 

Ein exotischer Schauplatz, interessante Charaktere und ein spannender Plot mit Überraschungen: Julie Peters hält für ihre Leserinnen und Leser in ihrem Roman Am Fuß des träumenden Berges alles bereit, was man sich von einem guten Schmöker erwarten kann. Peters lässt ihre Protagonistin Audrey zu Beginn des 20. Jahrhunderts von England nach Ostafrika reisen. Dort soll sie den Besitzer einer Teeplantage heiraten. Bisher hat sie Matthew nur über Briefe kennen gelernt. Skeptisch lässt sich Audrey auf die Sache ein. Denn sie trägt ein düsteres Geheimnis mit sich, das sie in England als Heiratskandidatin unmöglich gemacht hat. Die Ehe mit Matthew ist ihre letzte Chance, dem Elternhaus zu entfliehen, in dem sie seit einem schrecklichen Ereignis nur noch geduldet wird. Was sie als Ausweg angesehen hatte, entpuppt sich schnell als große Liebe. Doch da zieht Matthew in den Krieg und Audrey muss feststellen, dass auch er ein Geheimnis mit sich getragen hat. Zudem holt sie ihre eigene Vergangenheit wieder ein.

Guter Aufbau

Julie Peters geht mit ihrem Plot einen gefährlichen Weg. Zwei Protagonisten mit jeweils dunkler Vergangenheit können schnell ein Fuder überladen. Doch die Autorin hat den Aufbau gut gelöst und führt die Leser geschickt durch die Geschichte. Nie kommt der Eindruck auf, es wäre ein Zuviel an Geheimnissen. Einzig störend sind die ständigen Andeutungen in Richtung Audreys Vergangenheit. Hier kommt mit der Zeit eher Überdruss auf, als dass damit Spannung erzeugt oder gehalten würde. Dass aus dramaturgischen Gründen Audreys Geheimnis erst sehr spät gelüftet wird, ist an sich kein Problem. Die in verschiedensten Momenten auftauchenden Andeutungen hingegen schon. Wer zwischen den Zeilen zu lesen versteht, wird zwar ahnen, worum es geht, doch auch dann sind die vagen Hinweise auf die schreckliche Handlung Audreys eher lästig.

Unterschiedliche Kulturen

Sehr überzeugend stellt Julie Peters den Unterschied zwischen den Weißen und der schwarzen Bevölkerung am Fuße des Mount Kenya dar. Sie arbeitet die Eigenheiten der Kikuyu gut heraus, und lässt sie im Raum stehen. Damit kann sich die Lebensweise des Stammes von Kinyua - einem weiteren Protagonisten - seht gut entfalten. Das gegenseitige Beäugen - von Misstrauen ebenso geprägt wie von Faszination - wirkt auch im Kontext zum übrigen Verhalten der Kolonialmacht glaubhaft. Das zaghafte aufeinander Zugehen der Frauen - das unter anderem von Audreys unkompliziertem Umgang mit Menschen anderer Hautfarbe zeugt - ist nachvollziehbar und stimmig. So vermag dieser Teil des Romans in seiner ganzen, subtilen Darstellung absolut zu überzeugen.

Keine Superhelden

Wohltuend ist die Charakterzeichnung der Autorin. Sie verzichtet auf Superlativen, lässt Audrey eine normale Frau sein, die nicht durch außergewöhnliche Schönheit bezaubert, sondern vor allem durch den Umstand, eine erfrischend positive und leicht naive junge Frau zu sein - eben genau so, wie es ein in einer liebevollen Familienatmosphäre aufgewachsenes Mädchen sein würde, wenn sie ihre Schritte hinaus ins Leben macht. Matthews liebenswürdige Art, gepaart mit einer gewissen Härte, die er sich als Plantagenbesitzer zwangsläufig aneignen musste, überzeugt ebenfalls. Weder Audrey noch Matthew sind aalglatt und unbeschreiblich gut: Sie haben Ecken und Kanten, machen Fehler, zeigen auch negative Seiten und sind auf diese Weise durchaus Sympathie-Träger.

Anschluss verpasst

Haben sich die Leser mit Julie Peters´ Figuren erst mal durch das Auf und Ab der Geschichte gekämpft, kommt es zu etlichen Überraschungen. Die sind kurz vor dem Ende so dicht aneinander gereiht, dass es dem Leser vorkommt, als habe er irgendwo den Anschluss verpasst. Dieser Schönheitsfehler trübt das ansonsten überaus positive Bild geringfügig. Es macht den Anschein, als habe die Geschichte noch mitten im Geschehen zum Ende geführt werden müssen, weshalb alles plötzlich sehr schnell geht.

Julie Peters hat schon mit den vorgängigen Romanen bewiesen, dass sie es versteht, ihr Publikum an exotische Schauplätze zu führen und zu fesseln. Am Fuße des träumenden Berges scheint aber noch ausgereifter und überzeugender. Allen Lesern, die historische Sehnsuchtsliteratur mögen, kann sie wunderbare Lesestunden bescheren. Der Mix aus Spannung, Liebe, Geheimnis und fremden Welten ist absolut geglückt.

 

Am Fuß des träumenden Berges

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