Das Mordkomplott

Erschienen: Januar 2012

Bibliographische Angaben

  • Sutton, 2012, Titel: 'Das Mordkomplott', Originalausgabe

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Annette Gloser
Durch den wilden Osten

Buch-Rezension von Annette Gloser Feb 2013

Kurzgefasst:

Im Frühjahr 1311 erreichen beunruhigende Gerüchte die bedeutende Templerkommende Süpplingburg an der Salzstraße. Nach der Verhaftung aller Ordensbrüder in Frankreich unter dem Vorwurf der Ketzerei steht nun ein Prozess vor dem Papst bevor. Doch was bedeutet das für die niederdeutschen Templer? Droht auch ihnen Gefahr? Stefan von Losa, obwohl noch jung an Jahren schon Fiskal des Ordenshauses und ein Veteran des Kampfes im Heiligen Land, schwant Übles. Die weltlichen und kirchlichen Herren, allen voran Graf Heinrich von Regenstein und Erzbischof Burchard von Magdeburg, werden immer dreister, sie wollen sich an die Stelle des Ritterordens setzen. Nur mit größter Not entkommt Stefan auf Burg Schlanstedt im Huy einem Mordanschlag, dem zwölf seiner Gefährten zum Opfer fallen. Mit seinem Beichtvater und der jungen Fischertochter Rena flieht er nach Osten in die aufstrebende Komturei Tempelhof südlich der jungen Doppelstadt Berlin und Cölln. Das Bollwerk der askanischen Markgrafen verspricht Schutz, doch auch dort lauern schon die Feinde.

 

Schon als Kind wurde Stefan von Losa der Obhut der Armen Brüder Christi vom Tempel Salomonis übergeben. Er erlebte den Fall der letzten Kreuzritterfestungen im Heiligen Land, kehrte zurück nach Deutschland und lebt nun, im Jahre 1311, in der bedeutenden Tempelritterkomturei Süpplingenburg. Hier hat er seine Aufgabe als Fiskal der Bruderschaft zu erfüllen.

Nachbar der Tempelritter ist Graf Heinrich von Regenstein, der einen Teil der Süpplingenburg nutzen darf und schon lange begehrlich auf den Besitz des Templerordens schielt. Zu seinem Gefolge gehört auch der ehemalige Templer Gerhard von Molde, der in Stefan einen Konkurrenten um die Gunst des Fischermädchens Rena sieht und der die Tempelritter aus verschiedenen Gründen haßt.

Aus dem fernen Frankreich dringen Nachrichten über die Verfolgung des Templerordens nach Deutschland, aber sie sind spärlich, nur nach und nach erfahren die Ordensritter, was sich unter der Herrschaft Philips des Schönen abspielt. Sie vertrauen auf den Schutz des Papstes. So schöpfen sie auch keinen Verdacht, als der Graf von Regenstein gutnachbarliche Beziehungen anbietet und dies bei einem Gastmahl auf Burg Schlanstedt besiegeln will. Dort allerdings fallen fast alle Ritter der Komturei Süpplingenburg einem Mordanschlag zum Opfer. Nur Stefan kann fliehen.

Zurück in Süpplingenburg macht er sich gemeinsam mit seinem Beichtvater Peter und dem Fischermädchen Rena auf, um den Schatz der Komturei in Sicherheit zu bringen. Ihr Ziel ist die kleine Niederlassung Tempelhof, nahe der Doppelstadt Berlin-Cölln. Schnell begreift Stefan, dass er auch Burchard III., den Bischof von Magdeburg, zum Gegner hat. Die Reise durch das weite, menschenleere Land bis nach Tempelhof ist voller Gefahren. Und Gerhard von Molde jagt den Templern nach, denn er will den Schatz und Rena für sich.

Tempelritter in Deutschland

Mattias Gerwald hat bereits Sachbücher über die Tempelritter veröffentlicht. Der Autor wird vom Verlag als ausgewiesener Experte für die Mönchsritterorden vorgestellt. Und es wird für den Leser spürbar, dass hier jemand sehr sachkundig und auch sehr detailfreudig über ein von ihm sehr geliebtes Thema schreibt. So erfährt man voller Staunen, dass ein Templer bei seinem Tod kein Geld bei sich haben durfte, sonst wurde er in ungeweihter Erde begraben. Mit derartigen Informationen erfreut Gerwald seine Leser mehrfach im Verlauf des Buches. Hier kann man sich auf ihn verlassen, das ist sein Metier. Er schildert sehr treffend und bildhaft die Situation der Templer kurz vor der vollständigen Zerschlagung des Ordens. Auch die politische Unsicherheit, das Ränkespiel einzelner Mächtiger im Land und die Interessen wichtiger Persönlichkeiten werden deutlich.

Leider kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier ein Roman vor allem deshalb geschrieben wurde. Nicht, um eine Geschichte zu erzählen, sondern um mit der Geschichte Wissen zu transportieren. Denn die Geschichte um Stefan, Peter und Rena ist zwar solide geschrieben, inhaltlich aber doch ein wenig dünn. Es kommen auch nicht unbedingt viele Emotionen beim Leser an, obwohl zum Teil hochdramatische Ereignisse geschildert werden. Gelegentlich kommt es auch zu recht unlogischen Situationen, wenn beispielsweise ein reisender Ritter den Templern berichtet, was vor vier Jahren mit den Tempelrittern in Frankreich geschah. Und die zuhörenden Templer wissen von nichts, dabei sollte man doch annehmen, dass gerade sie nach immerhin vier Jahren über die Geschicke ihres Ordens Bescheid wissen.

Auch Konflikte sind nicht immer nachvollziehbar, wie zum Beispiel der tödliche Haß Gerhard von Moldes auf Stefan von Losa, der sich vor allem in der vermeintlichen Konkurrenz um ein einfaches Fischermädchen entzündet. Überhaupt fällt diese Rena immer wieder aus dieser Fischermädchen-Rolle, sowohl in ihrer Art zu denken, zu sprechen und Fragen zu stellen als auch in ihren Fertigkeiten.

In einem Land vor unserer Zeit

Wirklich interessant ist der Roman nicht nur, wenn die Lebensweise der Templer dargestellt wird, sondern auch dann, wenn die Reise der drei geschildert wird. Kaum vorstellbar für uns Heutige das weite, menschenleere Land, in dem häufig noch heidnische Bräuche praktiziert wurden. Die Schilderung der Lebensumstände der Menschen ist bildhaft und für den Leser gut vorstellbar. Gerwald führt letztendlich tatsächlich in ein ganz und gar fremdes Brandenburg, weit vor der Abholzung großer Wälder, weit vor der Melioration ganzer Flusslandschaften. Und er führt ihn in ein Tempelhof, das für den heutigen Berliner, der Stadtautobahn und Flugplatz mit dem Ortsnamen assoziiert, tatsächlich in einem Land vor unserer Zeit liegt. Das ist spannend.

Wie schade, dass sich dabei Unaufmerksamkeiten eingeschlichen haben und beim Lesen immer mal wieder stutzen lassen. Da tauchen im Jahr 1311 Tabakpfeifen und Geldscheine auf oder man sitzt im Kloster Lehnin unter Kastanien. Auch Renas Besuch bei einer jüdischen Familie erscheint etwas seltsam. Da wird ein Essen auf den Tisch gestellt, das von seinen Bestandteilen her ganz eindeutig ein Essen für den Sederabend beim Pessah-Fest ist und das in dieser Zusammensetzung auch nur an diesen beiden Abenden auf den Tisch kommt. Zudem wird aus der Haggadah gelesen, ebenfalls ein Pessah-Ritual. Aber Pessah wird im Frühling, etwa zu Ostern gefeiert, Renas Besuch findet jedoch im Herbst statt. Ein wenig mehr Sorgfalt hätte hier gut getan.

Angenehme Lektüre

Der letzte Ritter vom Tempelhof - Das Mordkomplott ist offenbar als erster Roman einer Reihe angedacht. Eine Karte, auf der die Orte des Geschehens ablesbar sind, wäre hier sinnvoll gewesen. Selbst wenn man Brandenburg und Anhalt recht gut kennt, ist es nicht einfach, der Reiseroute zu folgen. Der Sutton Verlag hat ein nett gestaltetes Taschenbuch aus dem Roman gemacht, das dem Inhalt mit seinem Cover durchaus gerecht wird.
Insgesamt findet man mit diesem Buch unterhaltsame und auch sehr informative Lesestunden. Kein Roman, der vom Leser viel Mitarbeit erfordert, dafür einer für alle, die schon immer mehr über die Tempelritter wissen wollten. Und ein Roman für Leute, die mehr über die Geschichte der Mark Brandenburg und Berlins erfahren möchten.

Das Mordkomplott

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