Kinder des Feuers

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • Lübbe, 2013, Titel: 'Kinder des Feuers', Originalausgabe

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75

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Rita Dell'Agnese
Zwei, die sich trotz unüberwindbar scheinenden Hürden finden

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Jan 2013

Die Geschichte aus dem Frühmittelalter geht weiter. Autorin Julia Kröhn setzt in der Fortsetzung von Tochter des Nordens im Jahr 936 ein. Arvid wird just in jenem Kloster in der Normandie, in dem Mathilda lebt, gesund gepflegt. Die Nonnen ahnen, dass der junge Mann etwas mit der weisen Äbtissin zu tun haben muss. Gerüchte gehen um, dass er ihr Sohn sein soll. Auch Mathilda hat davon gehört, will sich aber nicht eingestehen, dass sie an Arvids Schicksal interessiert ist. Als das Kloster überfallen wird, können Arvid und Mathilda flüchten. Beide gehen aufgrund verschiedener Ereignisse davon aus, dass der Überfall im Prinzip ihm gegolten hat. Arvid weiß, dass er verfolgt wird, Mathilda hingegen hat gehört, wie sich die Männer unterhielten und nach ihr suchten. Dass sie die Sprache problemlos verstehen konnte, bringt sie ins Grübeln, denn die Männer sprachen Bretonisch. Mathilda sieht in ihren Träumen immer wieder Bilder aus ihrer frühesten Kindheit und beginnt zu ahnen, dass sich um ihre Herkunft ein Geheimnis rankt. Auf ihrer Flucht vor den Männern, die sie nach wie vor suchen, kommen sich Arvid und Mathilda für einen Moment näher. Doch sie wollen ihren Weg weiter gehen, haben sie sich doch für ein Leben im Kloster entschieden. Je mehr sie aber von dem Geheimnis begreifen, das jeder der beiden mit sich trägt, desto deutlicher wird es, dass das Kloster für keinen von ihnen der richtige Weg ist.

Verwirrend

Kinder des Feuers ist sehr tempo- und ereignisreich geschrieben. Julia Kröhn bringt eine Fülle von Fakten, Schauplätzen, Personen und Ereignissen im zweiten Teil ihres Romans unter. So viel, dass es zeitweise verwirrend wirkt. Der schnelle Wechsel vom einen zum anderen Schauplatz ist manchmal nur schwer nachvollziehbar und man hätte sich da und dort ein etwas längeres und tiefgründigeres Verweilen gewünscht. So wirkt die ganze Geschichte etwas getrieben und fordert vom Leser ein ständiges Umdenken. Dadurch ist es nicht ganz einfach, sich auf die Protagonisten einzulassen und mit ihnen mitzufühlen. Dadurch, dass es zwei Figuren mit je einer eigenen geheimnisvollen Vergangenheit sind, wirkt das Ganze etwas opulent, manchmal gar überladen. Obwohl sich die Geschichten von Arvid und Mathilda miteinander verknüpfen – dies alleine schon aufgrund ihrer Gefühle füreinander – hätte man sich gewünscht, sich auf ein Geheimnis konzentrieren zu können, statt diese Aufspaltung zu erleben.

Es ist wohl darin begründet, dass im 10. Jahrhundert noch weite Gegenden von Wald überwachsen sind, dass die Autorin erneut die Flucht durch den Wald einflicht. Dennoch reizt sie damit dieses Thema sehr aus, denn es taucht hier als Wiederholung auf und gibt dem Leser kaum neue Aspekte.

Interessante Zusammenhänge

Grundsätzlich hat Julia Kröhn aber auch mit dem zweiten Teil ihres Romans aus dem Frühmittelalter bewiesen, dass es sich hier um eine spannende Zeit handelt, in der viele Weichen gestellt wurden, die Nachwirkungen auf die gesamte Entwicklung Europas hatten. Sie nimmt einen Themenbereich auf, von dem sehr wenig bekannt ist und füttert ihr hungriges Publikum mit spannenden Fakten und guten Beschreibungen, so dass es sich ein Bild von den Gegebenheiten machen kann. Die Autorin ist eine geborene Erzählerin. Sie pflegt eine flüssige Sprache und eine angenehme Art, Szenen aufzubauen. Ihre Protagonisten sind Wesen mit Ecken und Kanten und bekommen dadurch viel Tiefe und Charakter. Zwar bleibt hier Mathilda immer etwas verhalten, doch vermag es Julia Kröhn, selbst diese eher unscheinbare Figur zu einer starken Persönlichkeit heranreifen zu lassen, der man sich nach und nach auf eine verbindliche Art und Weise nähern mag.

Leider wird nirgends darauf hingewiesen, dass es sich hier um den zweiten Teil von Tochter des Nordens handelt. Obwohl Kinder des Feuers recht eigenständig steht und nicht zu stark auf dem Vorgängerroman aufbaut, wäre es doch hilfreich, den ersten Band gelesen zu haben, um die Geschichte voll auf sich wirken lass zu können. Hier würde der Verlag den Lesern mit einem entsprechenden Hinweis einen Dienst erweisen. Sehr schön ist hingegen die Karte zu Beginn des Romans, ebenso hilfreich die Vorbemerkung, die die ganze Geschichte der Bretagne und Normandie kurz umreißt.

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