Der Thron der Welt

Erschienen: Januar 2012

Bibliographische Angaben

  • Wunderlich, 2012, Titel: 'Hawk Quest', Originalausgabe

Couch-Wertung:

89

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Carsten Jaehner
Mit weißen Falken durch die halbe Welt

Buch-Rezension von Carsten Jaehner Dez 2012

Kurzgefasst:

Man schreibt das Jahr 1072 nach Christi Geburt. Der fränkische Krieger Vallon hat nichts mehr zu verlieren. In den Alpen begegnet er dem jungen Gelehrten Hero, unterwegs mit seinem Meister. Als dieser stirbt, bittet Hero Vallon um seine Begleitung nach England, wo er einem normannischen Ritter die Lösegeldforderung des türkischen Sultans für seinen Sohn überbringen soll. Doch der Preis für die Freiheit des jungen Sir Walter Olbec ist unermesslich hoch: vier weiße Gerfalken, kostbare Vögel, die überaus selten sind. Nur hoch im Norden, im ewigen Eis, hat man schon Exemplare davon gesehen. Für Vallon, Hero und ihre Gefährten beginnt eine atemberaubende Odyssee durch die entlegensten Länder der Welt - von Grönland über Russland bis nach Konstantinopel, über das tobende Nordmeer und blutgetränkte Schlachtfelder. Grausame Wikingerkrieger und rachsüchtige Normannen stellen sich ihnen in den Weg, wilde Flüsse und unweg­same Pfade gilt es zu überwinden, bis sie endlich ans Ziel kommen - und die Welt plötzlich nicht mehr so ist, wie sie einmal war ...

 

Im Jahr 1072 begegnet der Franzose Vallon in den Alpen dem jungen Gelehrten Hero, der gerade seinen Meister verloren hat. Hero bittet Vallon, sein neuer Meister zu sein und mit nach England zu kommen, wo er dem normannischen Ritter Olbec die Lösegeldforderung des türkischen Sultans für seinen gefangen genommenen Sohn Walter überbringen soll. Vallon willigt ein, und wie sich herausstellt, sind die Forderungen sehr hoch. Entweder will der Sultan viel Geld, das der Ritter nicht hat, oder er will vier weisse Gerfalken, die allerdings erst noch in Island gefangen werden müssen. Die Wahl fällt auf die Falken, und Vallon macht sich auf den Weg.

Gemeinsam mit Hero, seinem Hund und dem jungen Falkner Wayland sowie dem Bruder des Entführten, Richard, macht sich Vallon an seine beschwerliche Aufgabe, die ihn zunächst über die See nach Island und Grönland führt, wo es Wayland gelingt, acht Falken einzufangen, in der Hoffnung, es würden wenigstens vier die strapaziöse Reise überstehen. Unterwegs treffen sie auf die verfolgte Syth, die sie fortan begleitet und in die sich Wayland verliebt. Allerdings werden sie auch verfolgt, und der Feind ist ausgerechnet der dritte Bruder im Bunde, Drogo, der der Erbe sein würde, sollte der gefangene Walter nicht wiederkommen.

Doch statt verfeindet zu beleiben, ist man auf der Fahrt und der Verfolgung auf Zusammenarbeit angewiesen, und der Weg führt schließlich über das Nordkap und Norwegen ins Weisse Meer Richtung Süden durch das Land der Rus, ehe man über das Schwarze Meer nach Anatolien gelangt. Der Weg ist gesäumt von vielen Gefahren und noch mehr Feinden, die den Fremden mit der unglaublichen Geschichte ans Leben und ans Silber wollen, und Sklaven können auch immer gebraucht werden. Und dazu kommt immer die Sorge um die Falken, die am Leben erhalten werden müssen, damit sich die Strapazen auch lohnen ...

Gelungener Debütroman

Auf stattlichen 950 Seiten kommt Robert Lyndons Debütroman daher, entführt den Leser in das Mittelalter vor der Zeit der großen Kreuzzüge und beschreibt eine abenteuerliche Reise, die die Protagonisten durch fast die halbe damals bekannte Welt führt. Seine Hauptcharaktere sind Vallon, ein Franzose, und Hero, der gerade seinen Herrn verloren hat und sich mit Vallon einen neuen Herrn wählt, was an sich schon eine ungewöhnliche Ausgangssituation ist. Gemeinsam ziehen sie nach England, wo Heros ehemaliger Herr eine Botschaft abgeben sollte, nämlich eine Lösegeldforderung des türkischen Sultans, bei dem der Sohn Walter von Olbec in Gefangenschaft geraten ist.

Robert Lyndon lässt seinen Protagonisten keinen Moment der Ruhe, von Anfang an sind sie unterwegs und hüten auch jeder so seine eigenen Geheimnisse, die auch bis zum Ende nicht unbedingt gelüftet werden. So bleibt bis zum Ende eine gewisse Spannung erhalten, die mit einer kräftigen Portion Abenteuer gewürzt ist. Den Leitfaden bildet hierbei zunächst die Suche nach den Falken, die als Lösegeld für Walter gebraucht werden. Lyndon nimmt sich viel Zeit, die Reise der Figuren nach Island und Grönland zu beschreiben und schafft hierdurch eine gelungene Atmosphäre, die den Leser unweigerlich in den Bann zieht.

Interessante Details zur Falknerei

Kann die Erzählung an sich schon als gelungen bezeichnet werden, so liegen die Stärken des Romans eindeutig in den Szenen, in denen die Falken vorkommen. Hier merkt man die Erfahrung des Autors als Falkner und Kletterer, und er versteht es, diese in packende Situationen zu übertragen und dem Leser glaubhaft zu schildern. Der Leser kann viel über die Falknerei lernen, wenngleich die Vögel zwischendurch über einen längeren Zeitraum der Reise nicht erwähnt werden und man sich fragt, wie die acht Falken die Strapazen der Fahrten unbeschadet mitmachen. Aber sie fügen sich und werden ebenso schön beschrieben wie die Landschaften, die durchwandert und durchfahren werden.

Lyndons Personal ist dabei eine bunte Mischung aus Charakteren, die teilweise geheimnisvoll, teilweise aber auch klar im Wesen sind. Neben Vallon und Hero sind es vor allem der junge Falkner Wayland, dessen Freundin Syth und der Begleiter Waylands, Raul, die für Unterstützung sorgen. Waylands Umgang mit den Falken sorgt dabei immer wieder für ruhige Momente im Roman, wenn er sie füttert oder trainiert. Begleitet werden sie dabei von einem namenlosen Hund, der so intelligent ist, dass man sich tatsächlich fragt, warum er keinen Namen bekommen hat.

Bunte Schar an Charakteren

Ebenso begleitet werden sie von zwei Brüdern des entführten Walter. Dabei hat sich Richard ihnen freiwillig angeschlossen, da er der jüngste ist und zu Hause für sich keine Perspektive sieht. Drogo hingegen ist eigentlich ein Gegner, der aber gezwungen ist, mit ihnen zusammenzuarbeiten, wenn er die Strapazen überleben will. Und dann ist da noch die geheimnisvolle Prinzessin Caitlin, die ziemlich undurchsichtig ist und wohl die hübscheste Frau ist, die man jenseits der Grenzen Englands und Skandinaviens je gesehen hat. Grund genug für manche Stammesfürsten, sie als Tauschmaterial zu betrachten ...

Robert Lyndon versteht es, den Leser durch seine Erzählkunst bei der Stange zu halten, was schon erstaunlich ist für einen 950seitigen Debütroman. Und auch wenn nicht alle Geheimnisse der Figuren gelüftet werden, so ist ja vielleicht Raum hierzu in einer Fortsetzung, an der Lyndon bereits arbeitet und auf die man schon gespannt sein darf. Eine Karte, ein paar Anmerkungen und eine Chronik der Ereignisse bis zur Handlung ergänzen einen gelungenen Roman, der es durchaus verdient gehabt hätte, auch als Hardcover zu erscheinen. Der deutsche Buchtitel Der Thron der Welt hat mit dem originalen "Hawk Quest" nichts zu tun und suggeriert eine Verwandtschaft zu den Mittelalterromanen eines Ken Follett. Dass diese nichts miteinander zu tun haben, sei hier ergänzend erwähnt, weder sprachlich noch inhaltlich. Immerhin ist das Coverbild ansprechend und passend und originell gewählt.

Einzig ärgerlich ist allerdings, dass das Lektorat den einen oder anderen Schnitzer an Rechtschreibung und Satzstellung nicht beseitigt hat. Dies muss leider erwähnt werden, da es gerade auf den ersten 300 Seiten häufig vorkommt und den Lesefluss hemmt und stört. Hier hätte sorgfältiger gearbeitet werden müssen. Bleibt zu hoffen, dass dies bei einer Neuauflage und bei der Fortsetzung nicht der Fall sein wird.

Der Thron der Welt

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Letzte Kommentare:
25.05.2015 11:36:25
Littletortoise

Inhalt:
Völlig unterschiedliche Gefährten brechen auf, um Gerfalken zu fangen, die als Lösegeld dienen sollen. Jeder startet diese Reise aus unterschiedlichen Beweggründen.
Die Reisenden geraten immer wieder vor neue Probleme, die sie aber nicht daran hindern, ihr Ziel zu erreichen

meine Meinung:
ich lese gerne historische Romane, aber dieser hat mich doch etwas enttäuscht. Die Leseprobe war in meinen Augen sehr vielversprechend, allerdings hielt der Rest des Buches dieses Versprechen nicht.
Es lief immer nach dem gleichen Schema ab: die Reisegruppe kommt in GROßE Schwierigkeiten, die sie doch immer wieder meistert. Ein paar Verluste müssen sie natürlich hinnehmen.
Das Einzige, was ich ein wenig spannend fand, war das EInfangen der Gerfalken durch Wayland, weil mich diese Tiere aber auch einfach faszinieren.
Manche Szenen musste ich ein wenig belächeln: der große böse Wikinger, von Zahnschmerzen geplagt, lässt sich plötzlich ganz handzahm von seinem Feind einen Zahn ziehen. Irgendwie sehr klischeehaft.
Und ich weiß nicht, ob ich da schon sehr unaufmerksam war, aber Wayland konnte ja eigentlich nicht mehr sprechen und dann spricht er auf einmal wieder? Ich habe mich irgendwie gefragt, ob ich da eine Erklärung überlesen habe, hatte aber auch keine Lust, nochmals zurückzublättern und neu zu lesen und habe es dann doch hingenommen.

Fazit:
lange Durststrecken und wenig fesselnd, leider. Schade.

24.01.2014 20:14:20
Simon Mond

Robert Lyndons Erstling startete stark, ließ aber genau so stark wieder nach. Lyndon hat versucht zu viel in ein Buch zu stecken. Der Autor hätte seine Stränge besser voneinader trennen sollen. Der eine Strang hätte vielleicht einen passablen historischen Roman abgegeben und die Nebenhandlung hätte er für Dan Brown-Leser aufheben und umschreiben können. Alles in allem fand ich es langweilig und hätte mich furchtbar geärgert, wenn ich das Buch gekauft und nicht als Leseexemplar bekommen hätte. Außerdem befürchte ich, dass Herr Lyndon plant eine Reihe daraus zu machen.

10.02.2013 00:40:08
M.Reinsch

Im Jahr 1072 treffen in den Alpen der französische Söldner Vallon und der Gelehrte Cosmas (der in Begleitung seines Schülers Hero ist) aufeinander. Als Cosmas stirbt, überredet Hero, den Franzosen ihn bei einer sehr schwierigen Aufgabe zu helfen. Bei der Schlacht von Manzikert hat der Emir Suleiman den englischen Ritter Sir Walter gefangen genommen und Cosmas hatte die Pflicht auf sich genommen, das geforderte Lösegeld bei Walters Familie in England aufzutreiben. Hero fühlt sich verpflichtet das ausstehende Geld oder 4 weiße Falken an den Emir zu überbringen.
In England angekommen schließen sich weitere Gefährten an, doch zugleich schaffen sich die Reisenden Feinde, die Ihre Mission zu verhindern hoffen. Da sich die benötigte Summe nicht auftreiben lässt, macht sich die Gruppe auf die seltenen Gerfalken zu finden und diese in Anatolien gegen den Gefangenen ein zu tauschen ...

Robert Lyndon kommt auch nicht ohne Klischees aus! So ist sein Held ein verfehmter Mörder, und eigentlich jeder der Reisenden hat ein Geheimnis mit sich herum zutragen, die Frauen sind schön und die Feinde böse ...
Was auffällig ist, sind die kantigen Charaktere, die er erschaffen hat und mit zu erleben, wie aus einer wild zusammengewürfelten Truppe eine Gemeinschaft wird. Geschickt baut er seine eigenen Interessen ein (Falknerei, Bergsteigen) und lässt viel Fachwissen in seine Geschichte einfließen. Auch die Informationen zu den verschiedenen Volksgruppen und Stämmen deuten auf eine sehr gute Recherche hin.
Durch viele Landschafts- und Gegebenheitserläuterungen wirkt der Roman manchmal langatmig aber nie langweilig!
Und je weiter man der Erzählung folgt, desto mehr Wahrheiten tun sich auf, sodass man am Ende eigentlich alle Beweggründe der einzelnen Reisenden nachvollziehen kann und sich ein gutes Bild über die Gefühle und persönlichen Gründe der einzelnen Protagonisten machen kann.
Auch das Einbeziehen, des Schismas zwischen westlicher und östlicher Kirche (gerade auf den letzten 20 Seiten in einer sehr interessanten Diskussion dargelegt), zieht sich durch den Roman wie ein roter Faden.
Herr Lyndon legt mehr wert auf das Ambiente und die Figuren als auf heroische Schlachtgemälde, so das Leser eines Robert Low eher enttäuscht sein werden - auch wenn es an manchen Stellen recht brutal zugeht.
So findet man genug Bruderzwist, Hinterlist, Heldenhaftigkeit, Forscherdrang und Protagonistentode um das Bild eines guten historischen Romans abzuschließen.
Bis auf kleine historische Fehler hat mich nur ein fehlendes Personenregister gestört, da eine gute Weltkarte am Buchanfang vorhanden ist.
Fazit:
Alles in allem eher ein "Reisebericht" wie man ihn von Karl May oder Fritz Steuben kennt, angereichert mit viel Fachwissen und der "Schreibfreude" des Autors.

07.02.2013 23:06:27
RH

Ich bin eben fertig geworden mit dem Buch.
Nein, es ist kein guter Roman. Die Geschichte ist platt, dass es platter nicht geht. Die könnte von einem Sechzehnjährigen stammen, der nach einem Skiunfall ein paar Wochen zu Hause bleiben muss und sich im Fernsehen Mittelalterfiilme anguckt. In der üblichen Sichtweise englischprachiger Schreiberlinge werden gute und böse Charaktere erdacht und Seiten geschunden, denn ein Mittelalterroman muss ja wenigsten 1000 Seiten haben, darunter geht nichts. Da wird seitenweise erzählt, wie Leute über ein Dach kriechen oder ein Schiff reparieren oder einen Falken suchen. Lange, langweilige Dialoge sind besondes beliebt, weil sie schön die Seiten füllen. Wenn dem Autor nichts mehr einfällt, taucht eine Herde wilder Tiere auf oder eine Art Monsterwelle verschluckt die Bösewichter. Gereicht hätten für die dünne Story 50 Seiten.
Ich habe aus Verdruss nach dem ersten Viertel des Buchs ganze Kapitel überbättern müssen.
Das alles ist natürlich persönlicher Eindruck. Unbesteitbar sind aber zwei Dinge:
Der deutsche Buchtitel hat mit dem Inhalt absolut nichts zu tun, aber man muss ja den Leser dazu bringen, Geld auszgeben.
Eine echte Frechheit ist die Behauptung am Ende des Buches, der Autor hätte sich schon seit seiner Jugend mit Geschichte beschäftigt. So jemand lässt dann Häuser einfacher Leute im 11. Jahrhundert aussehen wie heute, mit Treppen ins Dachgeschoss, Schlafzimmer, Kinderzimmer und vielen Fenstern. Überhaupt scheint die genze Szenerie eher ins 17. oder 18. Jahrhundert zu passen. 400 Jahre vor Kolumbus stehen Säcke mit Mais in der Ecke und die Leute trinken Maisbier!
Aber Leser, die "Säulen der Erde" mochten, werden auch Gefallen an diesem Buch finden.