Der Himmel über dem Kilimandscharo

Erschienen: Januar 2012

Bibliographische Angaben

  • Blanvalet, 2012, Titel: 'Der Himmel über dem Kilimandscharo', Originalausgabe

Couch-Wertung:

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Rita Dell'Agnese
Vom Kampf um ein selbstbestimmtes Leben

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Dez 2012

Kurzgefasst:

Ende des 19. Jahrhunderts: Charlotte Harmsen träumt von der großen weiten Welt, von Reisen in exotische Länder und hat es mit dem Heiraten nicht eilig. Sie ist 22, als ihr der weitaus ältere Christian Otten einen Antrag macht. Fasziniert von seinem Laden, in dem es exotische Gewürze, Tabak und Waren aus Übersee gibt, stimmt sie seinem Werben zu. Und bereut dies bald bitterlich. Denn Christian betrügt sie und steht bald kurz vor dem finanziellen Ruin. Charlotte weiß, dass sie nur eine Chance auf eine Zukunft haben: indem sie Deutschland verlassen und in der Ferne ein neues Leben beginnen ...

 

Für eine Frau ist es 1880 nicht leicht, ihr Leben selber in die Hände zu nehmen. Doch davon lässt sich Charlotte Harmsen nicht bremsen. Nach dem Konkurs Ihres Ehemannes, eines einst angesehenen Kaufmanns in einer friesischen Kleinstadt, flüchtet sie mit ihrem verstörten Gatten und ihrer behinderten Cousine Klara nach Ostafrika. Dort will sich die junge Deutsche mit indischen Vorfahren ein neues Leben aufbauen. Dabei stellt sich Ehemann Christian, der nicht in der Lage ist, seine eigenen Fehler zu erkennen, als Hindernis dar. Als sich Charlotte von ihm trennen will, sucht er Trost in den Armen der Kirche und unternimmt einiges, um seine Ehefrau wieder für sich einzunehmen. Charlotte indes mag sich nicht eingestehen, dass sie ihr Herz an einen anderen Mann verschenkt hat. Nur: auch der ist nicht frei.

Zahlreiche Schicksalsschläge

Leah Bach legt mit ihrem Roman Der Himmel über dem Kilimandscharo ganz schön vor. Sie steigt mit einem forschen Tempo in den Roman ein, vermag sofort zu fesseln und lässt kaum Ermüdungserscheinungen aufkommen. Vom Klappentext vorgewarnt wissen die Leser - oder hier dürften es mehrheitlich die Leserinnen sein - dass Charlotte keinen geraden Weg gehen wird. Tatsächlich scheint das Schicksal der jungen Frau nicht gar so gewogen zu sein. Immer wieder muss sie herbe Schläge einstecken und steht vor den Trümmern ihres Lebens. Das zieht sich von der Kindheit bis ins Erwachsenenleben hinein. Hin und wieder wäre man gar geneigt, bei so vielen bösen Heimsuchungen zu sagen: Na, na, hier wird denn doch etwas gar dick aufgetragen. Allerdings schafft es die Autorin, die Ereignisse immer so einzubetten, dass sie eine logische Folge verschiedener Entwicklungen sind und deshalb durchaus einem akzeptablen Muster folgen.

Exotischer Schauplatz

Natürlich hat Leah Bach einen Auswanderer-Roman geschrieben. Einen, der sich ganz gut macht in der Fülle ähnlich gelagerter Romane. Vielleicht liegt dies auch am Handlungsort Ostfafrika, der eine gewisse Exotik mit sich bringt und der Autorin die Chance bietet, von Dingen und Ereignissen zu erzählen, die nicht bereits sattsam bekannt sind. Sehr schön stellt die Autorin etwa Christians fehlende Weitsicht dar. Seine Naivität, mit der er versucht, in Ostafrika schnelles Geld zu machen, dürfte auch für eine ganze Reihe von heutigen Auswanderern typisch sein. Insbesondere seine Unfähigkeit, sich von den eigenen Wertvorstellungen zu lösen und die Gegebenheiten eines fremden Landes und einer fremden Kultur zu akzeptieren, ist sehr gut dargestellt. So ist Christian - obwohl zu keinem Zeitpunkt Sympathieträger - eine der wichtigen Schlüsselfiguren in diesem Roman. Dass die Heldin - sie wird sich sehr wohl bald in die Herzen der Leserinnen schleichen - etwas gar überzeichnet gut und stark ist, trägt dazu bei, dass der schwächliche Deutsche interessantere Aspekte bietet als Charlotte.

Es dreht sich um die Liebe

Nicht aus den Augen verlieren sollten potentielle Leserinnen - und Leser - dass dieser Roman nicht nur Auswanderer-Geschichte, sondern auch Liebesgeschichte ist. Hier setzt die Autorin eindeutig einen Schwerpunkt. Wer sich nicht so stark für Liebesgeschichten erwärmen mag, könnte daran etwas zu beißen haben. Das forsche Erzähltempo, die leichtfüßige Sprache und die gelungene Darstellung eines exotischen Schauplatzes machen den Roman zu einem unterhaltenden Leseerlebnis und erlauben es, manchmal etwas von fernen Welten zu träumen, ohne sich aber dabei auf einer rosaroten Wolke zu bewegen. Denn wer genau hinsieht, wird eine ganze Menge kritischer Untertöne finden und erkennen, dass sich die Autorin intensiv mit den Themen Kolonialismus, Auswanderung und selbstgerechte Gesellschaft auseinander gesetzt hat.

So bleibt Der Himmel über Kilimandscharo ein solider historischer Roman, der zwar keine außergewöhnlichen Höhen erklimmt, sich aber durchaus im oberen Drittel eines guten Mittelfelds bewegt. Ob die bereits im ersten Band angekündigte Fortsetzung eine glückliche Entscheidung ist, sei dahin gestellt. Zumindest dürfte dies Grund für einen Schluss sein, der etwas gar stark den Charakter eines Cliffhangers aufweist und jene Leser abschrecken dürfte, die dem derzeitigen Trend, alles in Mehrteiler zu verpacken, wenig abgewinnen können.

Der Himmel über dem Kilimandscharo

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Letzte Kommentare:
13.06.2013 11:53:07
Schneeglöckchen

>Der Himmel über dem Kilimandscharo< ist ein Roman ganz nach meinem Geschmack.
Anschaulich und flüssig geschrieben, so daß nirgendwo Langeweile aufkommt, läßt die Autorin den Leser tief in die Geschichte eintauchen. Die Figuren sind scharf gezeichnet, ihre Handlungsweisen und Überzeugungen stehen im Zusammenhang mit der Zeit, in der die Geschichte spielt. Ich stimme der Histo-Couch Rezensentin zu: Leah Bach setzt sich in diesem Roman kritisch, aber keineswegs vordergründig, mit dem Kolonialismus und vielem anderen auseinander, so daß der Leser angeregt wird, sich Gedanken darüber zu machen.
Um Liebe geht es selbstverständlich auch, ohne daß es jemals kitschig wird.
Alles in allem ist dieses ein gelungener Roman, ein spannendes Lesevergnügen.