Am Horizont das rote Land

Erschienen: Januar 2012

Bibliographische Angaben

  • Ullstein, 2012, Titel: 'The Silver Thread', Originalausgabe

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Als die junge Irin Rhia 1840 nach London kommt, stirbt kurz nach ihrer Ankunft ihr einziger Verwandter in der Großstadt. Sie glaubt nicht an seinen Selbstmord und beginnt, Fragen zu stellen. Damit sticht sie in ein Wespennest. Man verurteilt sie wegen Diebstahls und schickt sie auf einem Gefangenenschiff nach Australien. Wer hat ihr das angetan? Obwohl alle Hoffnung verloren scheint, gibt es einen Mann, der um Rhia kämpft. Reicht seine Liebe bis ans andere Ende der Welt?

 

Am Horizont das rote Land

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29.12.2012 23:45:55
allegra

Inhalt

Rhia Mahoney muss miterleben, wie der Textilbetrieb ihres Vaters, „Mahoney Linen“, in Flammen aufgeht und damit auch die wirtschaftliche Grundlage für den Reichtum ihrer Familie in Schutt und Asche liegt. Rhia, die sehr stark verankert ist in der keltischen Sagenwelt, reist von Irland nach London, um eine Stellung als Gouvernante zu suchen. Ihr Onkel Ryan bringt unter bei seiner Bekannten, Antonia Blake, die kürzlich ihren Mann verloren hat. Antonia ist Quäkerin und engagiert sich bei den Damen des Convict Ship Committees, das von Elizabeth Fry gegründet wurde als Folge der Gefängnisreform. Sie wohnt zusammen mit dem Cousin ihres Mannes, der Porträts erstellt mit Hilfe der neuen Technik der fotogenen Zeichnung.

Kurz nach Rhias Ankunft in London findet man ihren Onkel Ryan tot in seinem Lagerhaus. Es handelt sich augenscheinlich um einen Selbstmord, aber es fällt Rhia sehr schwer, das zu akzeptieren. Ein befreundeter Journalist beginnt Fragen zu stellen, während Rhia beruflich Fuß fasst. Sie ist eine begabte Zeichnerin und hofft, einige Entwürfe an den Seidenhändler Montgomery verkaufen zu können. Dieser scheint ernsthaft interessiert zu sein und stellt Rhia vorerst als Verkäuferin in seinem Ladengeschäft ein.

Schon bald wird Rhia von einem neuen Schicksalsschlag getroffen. Sie wird verdächtigt ein wertvolles Stück Stoff im Hause ihres Arbeitgebers entwendet zu haben und wird verurteilt. Sie soll für 7 Jahre nach Australien deportiert werden. Ihrer Freundin Antonia Blake gelingt es nicht, rechtzeitig Berufung einzulegen, so dass Rhia mit dem Gefangenenschiff „Rajah“ in Richtung Sydney ausläuft. Das Convict Ship Committee der Quäker engagiert sich sehr für die gefangenen Frauen und versorgt sie mit Stoffresten und Nähzeug, damit sie auf der Reise Quilts für den Verkauf anfertigen können. Dadurch können sie sich etwas Geld verdienen und durch die Näharbeit haben die Frauen eine Aufgabe, was sich beruhigend auf ihr Gemüt auswirkt.

Auf der „Rajah“ beschließen die Frauen einen besonders schönen Quilt anzufertigen und ihn den Quäkerfrauen als Zeichen ihrer Dankbarkeit zu schenken. Dabei handelt es sich um den „Rajah Quilt“, die einzige noch erhaltene Arbeit der Gefangenenschiffe, der in der National Gallery of Australia in Canberra aufbewahrt wird.

Die 10 Monate lange Überfahrt auf der „Rajah“ bildet das Herzstück des Buches und ist so ausführlich und anschaulich beschrieben, dass ich selber manchmal das Gefühl hatte, der Boden schwankte unter meinen Füßen.


Meine Meinung

Die Handlung wird langsam und sorgfältig aufgebaut und durch die abwechslungsreichen Beschreibungen der Orte und des Textilhandels, der beginnenden Industrialisierung, die die Handweber in Irland in ihrer Existenz bedrohen und nicht zuletzt der Technik der Kalotypie, einer Urform der heutigen Fotografie, wird die Spannung immer hoch gehalten. Sehr interessant sind auch die politischen Aspekte um den Opiumhandel, den England zwischen Indien und China betrieb.

Das Buch besteht aus drei größeren Teilen, die wiederum in zahlreiche kürzere Kapitel unterteilt sind. Die Kapitelüberschriften tragen jeweils die Namen von Stoffarten, Farben oder Mustern, die im betreffenden Kapitel eine Rolle spielen. Ich wusste nicht, dass es für so viele Mischgewebe eigene Namen gibt.

Vom Inhalt und von der Schreibweise her, hat mir das Buch ausgesprochen gut gefallen. Der Schreibstil ist flüssig. Die Geschichte wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt, was für Abwechslung sorgt. Rhia fühlt sich eng verbunden mit ihrer verstorbenen Großmutter, der sie Briefe in Form eines Tagebuches schreibt, was den Leser direkt in die Gedanken und Gefühlswelt von Rhia schauen lässt.

In der deutschen Übersetzung habe ich einige wenige Fehler gefunden. So richtig übel fand ich nur einen „das-dass“ Verwechsler auf S. 563.

Nicht so ganz einverstanden bin ich mit der Art und Weise, wie der Ullstein Verlag das Werk präsentiert. Vom Titel und vom Klappentext her würde ich einen typischen Auswandererroman erwarten mit dem Schwergewicht Liebesroman in Australien. Das ist es aber ganz und gar nicht. Zwar kommt die Liebe immer wieder vor, aber als Liebesgeschichte kann man diesen Roman nicht bezeichnen. Wenn man ihn in ein Genre einteilen möchte, dann würde ich ihn am ehesten als historischen Krimi oder als historischen Reiseroman sehen. Australien ist zwar Ziel der Reise, kommt aber am Ende nur in vergleichsweise wenigen Kapiteln zum Zuge.
So wenig wie der Klappentext passt das Cover. Wir sehen eine junge Frau mit langem Haar in grünem Kleid mit Spaghettiträgern vor einem Sonnenuntergang. In der linken oberen Ecke ragt der für das Genre „Love&Landscape“ inzwischen typische Zweig ins Bild. Diesmal handelt es sich um eine braune Beere mit per Photoshop zusammengefügten Blättern, bei denen die Blattstiele nicht stimmen. Der Kleidungsstil der Dame passt überhaupt nicht ins Jahr 1840 und das würde ich bei einem Buch, das zum Großteil von der Geschichte der Textilindustrie handelt, doch erwarten. Ich finde die unglückliche Titelwahl ganz besonders schade, weil sich angesichts der Träume, die die Frauen in die wunderbar farbenfrohen Quilts genäht haben, bestimmt passende Titel gefunden hätten. Kaum ein Thema hat unsere Sprache mit soviel Vergleichen durchdrungen, wie Stoffe, Fäden, Stiche, verwebte Garne, versponnene Stränge und vieles mehr.

Zeitpunkt.
Menschen, Schicksale und Ereignisse.

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