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Rita Dell'Agnese
Jonglieren mit drei Zeitebenen

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Dez 2012

Kurzgefasst:

Jahrelang wusste Lea fast nichts über ihre Familie, nun steht überraschend ihre tot geglaubte Großmutter vor der Tür. Claire hat ein altes Weingut erworben, dort hat sie die schönste Zeit ihres Lebens verbracht. Doch das »Haus der Schwestern« ist auch der Ort, an dem das verhängnisvolle Schicksal der Familie vor langer Zeit seinen Anfang nahm. Als ihr Briefe und Erinnerungen von damals in die Hände fallen, beginnt Lea diese lang vergessene Geschichte wie ein Puzzle zusammenzusetzen. Es ist die Wahrheit über eine große, alle Hindernisse überwindende Liebe und das Geheimnis eines erschütternden Todes.

 

Was geschah damals wirklich? Diese Frage stellt sich Lea, als ihre über 80jährige Großmutter Claire plötzlich vor ihrer Türe steht. Bis zu diesem Moment war Lea davon ausgegangen, dass ihre Mutter Rieke ein Waisenkind war. Neugierig stellt sich Lea der neuen Situation. Um ihre an sich in Australien lebende Großmutter näher kennen zu lernen, geht sie ihr bei der Instandstellung eines alten Weinguts zur Hand, das Claire vor einiger Zeit gekauft hatte. Claire ist mit dem alten Weingut stark verbunden: Hier war sie zuhause, bevor sie sich auf den Weg nach Australien gemacht hatte. Bei der Renovierung stößt Lea auf einen Packen Briefe, die die Geschichte einer jungen Frau erzählen. Sie stammen aus dem 18. Jahrhundert. Je mehr sich Lea mit der Geschichte beschäftigt, desto deutlicher wird, dass ihr Leben damit in Zusammenhang steht. Nach und nach erfährt Lea auch, weshalb alle über viele Jahre davon ausgegangen sind, dass Claire früh verstorben war und ihre kleine Tochter, Leas Mutter, alleine zurück gelassen hatte.

Dicht ineinander verwoben

Rebecca Martin erzählt ihre Geschichte aufgesplittert in drei verschiedenen Zeitebenen. Zum einen ist es die Gegenwart, in der Lea gerade versucht, ihr Leben auf die Reihe zu bringen. Ihr Freund hat sich von ihr getrennt, weil sie ein Kind erwartet, er aber nicht bereit ist, die Vaterrolle zu übernehmen. Für Lea ist das unerwartete Auftauchen der Großmutter eine ideale Gelegenheit, sich mit etwas anderem zu beschäftigen. Die zweite Ebene blendet in die Zeit zurück, in der Claire eine junge Frau war. Aufgrund verschiedener Ereignisse sah sich Claire gezwungen, ihre Tochter 1932 alleine in Europa zurück zu lassen und ihr Glück in Australien zu suchen. Doch verwinden konnte sie das nie. Die dritte Ebene schließlich blendet ins Jahr 1795 zurück, als ein junges Schwesternpaar sich in denselben Mann verliebt - ausgerechnet in einen Italiener. Für den Vater der Schwestern eine undenkbare Verbindung. Doch die ältere der beiden Schwestern, Marianne, ist von Gianluca schwanger.

Zwar trennt Rebecca Martin die drei Zeitebenen sauber durch die Einteilung der Kapitel - doch fordert das Konzept dieser Geschichte die Leserinnen stark heraus. Der jeweilige Wechsel der Zeitebene verlangt loszulassen und sich auf die neue Situation einzustellen. Zudem bringt es die Dreiteilung der Geschichte mit sich, dass viele Personen auftauchen, was es nicht ganz einfach macht, den Überblick zu behalten. Einfach einzutauchen und sich von der Geschichte davon tragen lassen ist hier nicht ganz so einfach.

Faszinierende Grundlage

Jede Zeitebene hat etwas Eigenständiges. Interessant ist es zu sehen, dass Rebecca Martin ihren Schreibstil je nach Phase leicht variiert. So erlebt Lea ihre Situation in einer modernen, recht temporeichen Sprache. Mariannes Geschichte wird hingegen in einer gesetzteren Sprache erzählt, die zwar keineswegs altertümlich wirkt, aber dennoch gut zu einer Erzählung aus dem 18. Jahrhundert passt. Das 18. Jahrhundert ist denn auch die faszinierendste Ebene der drei. Die Autorin lässt die Zeit der französischen Besetzung von Mainz auferstehen und zeigt eine zutiefst gespaltene Gesellschaft. Während es vor allem junge Menschen gibt, die vom Revolutionsgedanken, die aus Frankreich überschwappen, fasziniert sind und darauf hoffen, die französischen Besetzer möchten die verkrusteten Strukturen im eigenen Land aufweichen, fürchten andere, die Welschen könnten die alten Werte zerstören und die heimische Bevölkerung ausbluten. Diesen Konflikt greift Rebecca Martin sehr gut auf.

Mehr Tiefgang als erwartet

Nicht zuletzt durch den stimmigen historischen Teil hat Die verlorene Geschichte mehr Tiefgang, als es angesichts des Konzepts zu erwarten war. Zwar stellt sich die Frage, weshalb die Autorin einem recht starren Muster gefolgt ist, was das Schicksal der jeweiligen Protagonistin betrifft, doch bietet der Roman viel Unterhaltung und auch ein gewisses Maß an Spannung. Dennoch lässt sich kaum verhehlen, dass diese Geschichte sich wohl eher an ein weibliches Publikum richtet, das die Romane von Kate Morton und Katherine Webb liebt. Für diese Leserinnen hält Rebecca Martin einiges bereit und muss den Vergleich der "Großen" dieses speziellen Genres nicht scheuen.

Die verlorene Geschichte

Die verlorene Geschichte

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