Die Kinder des Teufels

Erschienen: Januar 2012

Bibliographische Angaben

  • Rowohlt, 2012, Titel: 'Die Kinder des Teufels', Originalausgabe

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Rita Dell'Agnese
Spannend inszenierte Hetzjagd nach dem Teufelskind

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Dez 2012

An einen starken Roman anzuknüpfen und die Geschichte so weiterzuspinnen, dass zwar die Figuren vertraut bleiben, sich die Geschichte selber aber nicht wiederholt, ist nicht ganz so einfach. Dem Autor Roman Rausch gelingt es mit Die Kinder des Teufels jedoch auf eine überzeugende Art. Er setzt wiederum Kathi in den Mittelpunkt des Geschehens. Das Mädchen muss miterleben, wie ihre Mutter einem kleinen Jungen das Leben schenkt – doch ihr eigenes Leben bei der Geburt verliert. Verzweifelt sieht Kathi, dass das Neugeborene gezeichnet ist – und das ausgerechnet in einer Zeit, da die Hexenjagd neue Nahrung erhält. Denn über den Himmel zieht in diesem Winter 1629 ein blutroter Komet – ein böses Omen, das nach Ansicht einiger Kirchenvertreter und Gelehrter die Geburt des Antichristen verheißt. Das Teufelsmal, das Kathis Bruder trägt, soll ihn das Leben kosten. Doch die Elfjährige will das nicht zulassen. Sie will ihren Bruder vor den Gesandten des Papstes schützen, die nach Würzburg gekommen sind – und ist dabei erneut auf die Hilfe ihrer Freunde angewiesen. Der Umstand, dass sich in der Stadt eine Seuche ausbreitet, scheint die These der Kirche zu stützen. Die Menschen suchen verzweifelt nach einem Schuldigen und im kleinen Michael scheinen sie diesen gefunden zu haben.

Die Geschichte von Massenhysterie

Roman Rausch zeigt auf, wie schnell sich eine düstere Prophezeiung als Nährboden für Massenhysterie erweisen kann. Die Menschen werden manipulierbar, sobald sie Angst vor etwas haben, das sie nicht einordnen können. Dieses menschliche Verhalten nutzt der Autor, um seine Geschichte über die Kinder und ihren unbändigen Überlebenswillen zu erzählen. Obwohl er den zweiten Teil um die junge Kathi an den ersten anlehnt, gibt er ihm durch die Ereignisse rund um den Kometen eine andere Richtung – und schafft es so, eine spannende Fortsetzung zu präsentieren, die das Tempo des ersten Bandes Die Kinderhexe mitnehmen kann. Mit der subtilen Einführung in die Verzweiflung der Menschen, die um das Leben ihrer Liebsten – und um das eigene – fürchten, schafft Roman Rausch eine Nähe, der sich auch der moderne Leser mit seinem Wissen um die wahren Zusammenhänge nicht entziehen kann.

Dichte Atmosphäre

Dass der Autor nicht nur mit der Epoche, über die er schreibt, vertraut ist, sondern auch mit der Stadt Würzburg in jener Zeit, ist ein Gewinn für den Roman. So schafft Rausch viel Atmosphäre und vermittelt seinem Publikum einen tiefen Einblick in die Gesellschaft des 17. Jahrhunderts, die durch die Kirchenfürsten in ihrer Abergläubigkeit bestätigt werden, um gefügsam zu bleiben. Ebenso überzeugend ist jedoch der Kampf der Kinder, die nur durch ihre Gewitztheit und ihre große Anpassungsfähigkeit überleben können. Quasi nebenher macht Roman Rausch deutlich, wie wichtig es für die Straßenkinder ist, sich innerhalb ihrer Gruppe aufeinander verlassen zu können. Auch hier spielt wieder das Thema Gruppendynamik, allerdings auf einer anderen Ebene als bei der Massenhysterie, eine herausragende Rolle. Düster ist das Grundthema. Und wer bei Hexenverfolgung leer schlucken muss, wird hier mehr als einmal den Eindruck bekommen, das Grauen nicht mehr los zu werden.

Schöne Figurenzeichnung

So stark der geschichtliche und auch der örtliche Hintergrund auch ist – letztlich lebt der Roman doch durch die Figuren. Roman Rausch schafft es erneut, mit gut ausgearbeiteten Charakteren einen facettenreichen Roman vorzulegen. Da und dort würde man sich zwar noch ein paar Ecken und Kanten wünschen – und auch Kathi bewegt sich gefährlich am Rand zur Überheldin – doch im Allgemeinen schafft es Rausch locker, überzeugende Persönlichkeiten einzubauen, deren Handlungsweise den Gegebenheiten ihrer Zeit entsprechen und die von eigenen Ängsten geplagt, über sich hinaus wachsen müssen, um die Gefahren zu meistern.

Die Geschichte von Kathi, die sich durch die Zeit der Hexenverfolgung in Würzburg Anfang des 17. Jahrhunderts bewegt, ist auch im zweiten Band spannend aufgebaut und bietet einige unerwartete Wendungen und Entwicklungen. Roman Rausch verwöhnt die Leser mit einer ausgereiften Fortsetzung und legt einen soliden historischen Roman vor, der seinem Genre mehr als gerecht wird.

Die Kinder des Teufels

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Letzte Kommentare:
18.01.2013 09:31:34
chatty1968

STORY
Weltuntergangsstimmung im Jahr 1629: Ein Komet zerbirst am Himmel und versetzt die Menschen in Angst und Schrecken. Zeitgleich wird ein Kind geboren: Michael. Und Michael hat ein Stigma: ein seltsames Muttermal, und zeigt sich somit als vom Satan gekennzeichnet. Schnell verbreitet sich das Gerücht, dass in Würzburg der Antichrist Einzug gehalten hat. Da Michaels Mutter stirbt, übernimmt seine Schwester Kathi nun die Verantwortung. Sie möchte ihren Bruder vor der erbarmungslosen Hetzjagd der Menschen beschützen und flieht.

FAZIT
Nach "Kinderhexe" ist dem Autor hiermit wieder ein hervorragendes Werk gelungen. Detaillierte Beschreibungen, exakte Recherchen, flüssiger Schreibstil, Spannung, als das ist in diesem historischen Roman vereint. Ohne den ersten Band zu kennen, kann man sofort in die Geschichte eintauchen und wird auch direkt in ihren Bann gezogen.
Für historisch interessierte Leser kann ich dieses Buch weiter empfehlen und freue mich schon auf den 3. Band.

Zeitpunkt.
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