Die Plantage

Erschienen: Januar 2012

Bibliographische Angaben

  • dtv, 2012, Titel: 'Die Plantage', Originalausgabe

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Eva Schuster
Ambitioniertes, aber nicht ganz ausgereiftes Südstaaten-Epos

Buch-Rezension von Eva Schuster Nov 2012

Kurzgefasst:

South Carolina, 1781. Die junge Witwe Antonia Lorimer lebt allein auf ihrer vom Krieg zerstörten Plantage Legacy. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Anwesen wieder aufzubauen und einen verwundeten britischen Soldaten gesund zu pflegen: William Marshall. Dass ausgerechnet er in den Kriegswirren ihren Mann Henry erschossen hat, weiß sie nicht. Und so lässt sie sich immer mehr in den Bann dieses außergewöhnlichen Mannes ziehen. Ein Epos aus dem amerikanischen Unabhängigkeitskrieg. Die Menschen sind verwundet an Körper und Seele, das Leben ist geprägt von Verlust und roher Gewalt, aber auch von einer unerschöpflichen Aufbruchsstimmung und der Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

 

South Carolina, 1781, gegen Ende des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges: Der Krieg hat im ganzen Land seine Spuren hinterlassen, viele Plantagen sind zerstört. Auch die junge Antonia Lorimer hat es hart getroffen - ihr Mann Henry wurde erschossen, ihre Plantage Legacy am Plains River wurde von den Engländern überfallen.

Trotz dieser Rückschläge will Antonia nicht aufgeben und ist fest entschlossen, Legacy wieder aufzubauen. Als alleinstehende Frau ist dies nicht leicht, zumal ihr missgünstiger Schwager ihr immer wieder Probleme bereitet. Eines Nachts findet Antonia in den Stallungen einen verletzten britischen Soldaten. Auch wenn William Marshall eigentlich zu den Feinden gehört, fühlt sie sich verpflichtet, den schwerverwundeten Mann gesund zu pflegen.

Während Marshalls Genesung entwickeln er und Antonia ein zunächst zwiespältiges Verhältnis zueinander. Trotz seiner Verletzungen zeigt Marshall Selbstbewusstsein und Dominanz und es kommt zu Spannungen. Auf der anderen Seite fühlt sich Antonia mehr und mehr zu ihm hingezogen. Als Marshall sich als Ausgleich um den Wiederaufbau der Plantage kümmert, muss sich Antonia dem Gerede im Ort stellen. Zudem ahnt sie noch nichts von seiner düsteren Vergangenheit - und was ihn mit ihrem verstorbenen Mann verbindet ...

Dramatischer Südstaatenroman

Südstaatenromane bieten einen dankbaren Hintergrund für dramatische Handlungen und große Gefühle. Auch in Die Plantage begegnet der Leser einem zunächst durchaus reizvollen Setting, dessen Potential sich allerdings nicht ganz entfaltet.

Der ausgehende Krieg hat ein verwüstetes Land hinterlassen, wie so viele Plantagen ist auch Legacy davon betroffen. Antonia Lorimer erinnert zunächst ein wenig an Scarlett O´Hara, die seinerzeit in Vom Winde verweht Tara wieder aufbaute und sich gegen dominante Männer zu wehren wusste. Der mysteriöse William Marshall ist nicht nur für Antonia, sondern auch für den Leser eine ganze Weile schwer einzuschätzen. Obgleich lebensgefährlich verletzt, gewinnt er schnell seine bestimmende Art zurück. Schon bald ist er weniger ein Gast auf der Plantage als vielmehr ein Fädenzieher, der sich auch gegen Antonia durchzusetzen weiß. Der Roman spielt mit Perspektivwechseln, der personale Erzähler fokussiert verschiedene Charaktere, sodass der Leser deren Gedanken und Beweggründe oft früher erfährt als die anderen Figuren. Ein gewisser Reiz liegt dadurch in der Frage, wie etwa Antonia darauf reagieren wird, was Marshall ihr eines Tages über ihren verstorbenen Ehemann Henry offenbaren wird.

Der historische Hintergrund wurde offenbar sorgfältig recherchiert und wird ausführlich dargestellt, er ist eindeutig mehr als nur Staffage für eine Liebesgeschichte. Dabei sind Hintergrundkenntnisse zum Unabhängigkeitskrieg nicht erforderlich, auch wenn sie das Verständnis erleichtern. Der detaillierte Anhang erläutert zudem spezielle Begriffe von Größeneinheiten über Nahrungsmittel bis hin zu Indianerstämmen und Berufsbezeichnungen. Leider sind diese Endnoten im eigentlichen Text nicht markiert, sodass der Leser auf gut Glück nach hinten blättern muss, um zu sehen, ob es zu einem Wort eine Erklärung gibt oder nicht.

Wechselhafte Charakterzeichnung

Bei den Charakteren zeigt sich Licht und Schatten gleichermaßen. Anfangs ist Antonia Lorimer eine interessante Frau, ihr Starrsinn und ihre oft undamenhafte Art zeichnen zunächst ein recht gelungenes Bild. Mehr und mehr allerdings verliert sich dieser Eindruck und Antonia wird immer passiver, ihr Charakter wirkt zu sprunghaft, ihre Handlungen erscheinen nicht immer nachvollziehbar und motiviert. William Marshall als zwiespältige Figur und dunkler Vergangenheit strahlt durchaus einen gewissen Charme aus, kann aber nicht auf Dauer als Sympathieträger funktionieren. Vor allem im zweiten Teil des Romans offenbart er doch einige sehr zynische Züge. Überzeugend dargestellt sind dagegen Joshua, der freigelassene Sklave Antonias, der später zum Verwalter von Legacy wird, Rovena, die schöne Afro-Karibianerin mit der geheimnisvollen Voodooclan-Abstammung sowie die weise Indianerin Vier Federn, die gerne noch größere Rollen hätten einnehmen dürfen.

Die häufige Perspektivwechsel tragen zwar dazu bei, die verschiedenen Charaktere näher kennen zu lernen, sind auf Dauer allerdings etwas ermüdend, zumal dabei auch in die Vergangenheit gesprungen wird und etwa der verstorbene Henry Lorimer als handelnde Figur auftaucht. Alles in allem ist der Roman ein bisschen zu ausführlich geraten, einige Straffungen hätten ihm sicherlich gut getan. Das Ende hat sicherlich einen leicht überraschenden Charakter; Vorhersehbarkeit kann man ihm nicht vorwerfen, allerdings ist der Schluss auch ein wenig zu offen inszeniert.

Insgesamt ist Die Plantage sicherlich kein schlechter Südstaatenroman, kann allerdings die Erwartungen nicht ganz erfüllen. Vor allem die beiden Hauptcharaktere können nicht so recht überzeugen, was das Lesevergnügen schmälert - wenngleich der historische Hintergrund wiederum interessant und facettenreich dargestellt wird.

Die Plantage

Die Plantage

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Letzte Kommentare:
11.03.2015 19:54:48
Carina Zeschke

Mich hat das Buch über weite Strecken sehr begeistert und mitgenommen. Allerdings hätte ich mir im letzten Drittel mehr Einsatz von Antonia gewünscht, Marshall von ihrer Liebe zu überzeugen. Am Ende hat mich die plötzlich vorherrschende Brutalität geschockt. Das Buch hat mich reichlich verstört hinterlassen, schade!

18.01.2015 15:21:31
nati

Die Plantage
Das Buch ist der Debütroman von Catherine Tarley und beginnt im Jahre 1781. Es spielt in den Südstaaten zum Ende des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges.

Antonia Lorimer muss jetzt stark sein. Ihre Plantage Legacy ist durch einen Anschlag britischer Truppen fast unbewohnbar geworden. Durch Misswirtschaft hatte ihr Mann Henry die Plantage an den Rand des Ruins geführt. Doch nun ist ihr Mann tot und die meisten Anbauflächen liegen schon seit Jahren brach. Die Bank will ihren Kredit nicht verlängern. Bekannte wollen sie zum Verkauf der Plantage überreden, doch Antonia will Legacy behalten und kehrt zurück. Hier stößt sie nachts in ihren Stallungen auf den schwerverwundeten britischen Soldaten William Marshall. Vor Schreck schlägt sie ihn nieder und versucht dann mit Hilfe einer indianischen Heilerin ihn gesund zu pflegen. Nach dem er sich langsam erholt hat, hilft er beim Aufbau der Plantage. Antonia verliebt sich in ihn ohne zu ahnen, dass William ein Geheimnis hat.

Das Buch hat ein ansprechendes Cover und ich habe es gern in die Hand genommen. Der Erzählstil von Catherine Tarley ist sehr flüssig und detailliert ohne zu ausschweifend zu werden. Durch die bildhafte Sprache lief bei mir ein schönes Kopfkino ab. Die Protagonisten sind gut beschrieben und wirken sehr authentisch, sie geben daher ein gutes Bild der damaligen Zeit wieder. Dieses Buch hat mir den Unabhängigkeitskrieg der USA näher gebracht und die Verwicklungen mit England. Auch die Romantik kam nicht zu kurz ohne kitschig zu wirken. Bis zum Schluss stellte ich mir die Frage, gibt es ein Happyend oder nicht. Obwohl das Buch ein paar Längen hat, fühlte ich mich gut unterhalten.

05.01.2014 14:43:41
Hedwig

Ich lese oftmalig historische Romane, gelegentlich auch welche mit Handlung im früheren Amerika.
Die Geschichte hätte Potential, gibt es doch viel mehr Romane über den späteren Bürgerkrieg zwischen den Nord- bzw. den Südstaaten. Dieser Roman beschreibt im Gegensatz die Zeit während und nach dem Unabhängigkeitskrieg zwischen den Briten und den "Rebellen".
Anfänglich hatte ich das Gefühl, einen wirklich guten Roman gekauft zu haben, die Geschichte hat mich gleich interessiert, bald aber begann alles relativ unübersichtlich zu werden, erzählt wird aus der Sicht diverser Protagonisten und nicht nur das, auch die Zeitebenen werden ständig gewechselt, dies ohne den Roman in entsprechende Kapitel zu unterteilen.
Der Leser benötigt also einige Zeit, hinter dieses Verwirrspiel zu kommen und dabei nicht den Faden zu verlieren.
Die Kombination von weißen Südstaatlern, schwarzen Sklaven bzw. Freigelassenen und einer Indianerin wäre an sich interessant, aber die Einbindung eines "Wahnsinnigen", der grausame Morde begeht und dabei von Sinnen ist, hat auf mich schon eher abstoßend gewirkt und wenig zu einer Handlung eines angeblich historischen Romans gepasst.
Dass sich eine Frau in einen starken etwas eigenwilligen Mann verliebt, ist nachvollziehbar, dass sie lange eine Schwangerschaft nicht bemerkt unwahrscheinlich.
Dass sie ihn gehen lässt ohne ihn von der Schwangerschaft zu erzählen, ist für die Zeit komplett unrealistisch. Antonia ist einerseits stark und dann wieder eigentlich dumm.
Meiner Meinung nach ist es der Autorin leider nicht gelungen, diesen Roman zügig und spannend zu schreiben, immer wieder verliert sich die Handlung in mühsamen Wiederholungen und Gedankengängen der diversen Protagonisten.
Ich habe mich bis zur Hälfte durchgekämpft und dann den Rest mehr überflogen als wirklich gelesen. Mich mit voller Aufmerksamkeit bis zu Seite 852 durch zu kämpfen war mir nicht möglich.
Ich hatte mir aufgrund guter Bewertungen und dem Vermerk Tipp des Monats wesentlich mehr von diesem Roman versprochen. Nicht jede gut beworbene Neuerscheinung ist auch wirklich gut, trotzdem hat jeder Roman seine Fans, denn Geschmäcker sind bekanntlich verschieden.
LG Hedwig

05.01.2013 17:37:22
€nigma

Inhalt
Der eigentlichen Romanhandlung ist eine Legende des indianischen Otter-Stammes "Die Geschichte des Kriegers" vorangestellt, die für das Romangeschehen programmatisch ist. Es geht um einen starken Krieger, der einen schwachen Mann tötet und ausgerechnet von der Frau des Getöteten vor dem Zorn der Götter gerettet wird. Um seine Schuld zu sühnen, muss der Krieger das Leben des Getöteten erfüllen, ehe er seine Freiheit zurück erlangt.
Der männliche Protagonist William Marshall Spencer hat für die Engländer im Unabhängigkeitskrieg gekämpft. Nachdem er Henry Lorimer , einen Soldaten der amerikanischen Armee, "unehrenhaft" getötet hat, wollen dessen Freunde Algernon Reed und Oliver Roscoe sich rächen und foltern William beinahe zu Tode. Der schwerverletzte britische Colonel gelangt nach Legacy, der heruntergewirtschafteten Plantage der Lorimers und wird dort von Antonia, der Witwe Henry Lorimers, die zunächst nichts über William weiß, gesundgepflegt. Als es ihm besser geht, übernimmt er auf der Plantage das Amt des Verwalters und steht Antonia im Widerstand gegen ihren Schwager Hocksley bei, der die Plantage unbedingt in seinen Besitz bringen will. William und Antonia kommen einander näher und beginnen ein Verhältnis. Antonia wird schwanger, dennoch verlässt William sie und geht in der Hoffnung, an seine Militärkarriere anknüpfen zu können, nach London zurück. Unterdessen versucht Antonia, mit Hilfe ihres ehemaligen Sklaven und neuen Verwalters Joshua Robert, der Plantage zum Aufschwung zu verhelfen und sieht sich den Avancen von zwei Bewerbern um ihre Hand gegenüber: Andrew Tyler, der in ihrer Bank in Charleston für ihre Sache unermüdlichen Einsatz zeigt, ist in sie verliebt. Außerdem zeigt Algernon Reed, der Freund ihres verstorbenen Mannes und der reichste Plantagenbesitzer der Gegend, Interesse an ihr. Reed ist ein seltsamer Kauz, der offenbar ein Geheimnis hütet und ihr unheimlich ist. Obwohl William ihr keinerlei Zusagen gemacht hat, wartet Antonia unbeirrt auf seine Rückkehr...

Eigene Meinung
Nach der Inhaltsbeschreibung könnte man einen romantischen Liebesroman erwarten. Diese Annahme ist jedoch irrig, denn die komplizierte und keineswegs glatt verlaufende Beziehung zwischen William und Antonia entspricht weder dem Klischee eines Liebesromans noch dominiert sie die Handlung des Romans. Vielmehr sind es die Auswirkungen des Unabhängigkeitskrieges und das von William durchlittene Trauma der Folterung und Demütigung, die seine Beziehung zu Antonia und auch zu anderen Menschen prägen. Sein Leben wird vom Verlangen nach Rache an seinen Peinigern Reed und Roscoe bestimmt, durch diese Fixierung ist er beziehungsuntauglich geworden. Die Charaktere in diesem Roman sind vielschichtig und sehr faszinierend, wenn auch größtenteils wenig sympathisch. Das gilt nicht nur für den rachefixierten William, sondern auch für seine Gegenspieler Reed und Roscoe, die einerseits ziemliche Scheusale sind, andererseits aber auch Gründe für ihre unglückselige Persönlichkeitsentwicklung haben. Hier ist der Autorin die Ausgestaltung der komplexen Charaktere sehr gut gelungen. Etwas widersprüchlich und unglaubwürdig bleibt dagegen die Figur der Antonia, die einerseits durch ihre liberalen Anschauungen (z.B. Ablehnung des Sklavenhandels unter ethischen Gesichtspunkten, Widerstand gegen dominierende männliche Mitglieder der Pflanzergesellschaft, sexuelle Selbstbestimmung jenseits der Konventionen) ihrer Zeit voraus ist, andererseits aber William gegenüber als kritiklose Marionette auftritt.
Thematisch ist "Die Plantage" über das Beziehungsgeflecht der vier Hauptfiguren hinaus sehr vielseitig und informativ. Der Leser gewinnt Einblick in die menschenverachtenden Praktiken der Sklavenhaltung, die willkürlichen Grausamkeiten der weißen Plantagenbesitzer gegenüber ihren schwarzen Sklaven, aber auch ihre Angst vor Sklavenaufständen und Voodoo-Zauber, der von den Schwarzen aus Santo Domingo praktiziert wird. Auch die Hilflosigkeit von Ärzten und Mitmenschen im Umgang mit Geisteskranken wird eindrucksvoll dargestellt. Äußerst ansprechend ist der gehobene, anschauliche und anspruchsvolle Sprachstil der Autorin, der die Lektüre zu einem Genuss macht, lediglich in zwei Fällen passen die "modernen" Äußerungen der Figuren nicht in das 18.Jahrhundert.
Ein Anhang von 19 Seiten, in dem historische Fakten im Zusammenhang mit der Romanhandlung sowie Fachbegriffe und fremdsprachige Ausdrücke erklärt werden, erleichtert dem Leser das Verständnis der Zusammenhänge. Diese gut recherchierten Zusatzinformationen erheben "Die Plantage" über das Niveau eines gewöhnlichen, "nur" unterhaltsamen historischen Romans.

Fazit
Ein beeindruckendes Debüt, für das eine uneingeschränkte Leseempfehlung für Liebhaber gut recherchierter, detailreicher und farbenprächtiger historischer Romane gegeben werden kann!

22.12.2012 19:36:37
synoeve

Südstaatenepos

1781, zur Zeit es amerikanischen Unabhängigkeitskrieges versucht die Witwe Antonia Lorimer ihre Plantage, die im Krieg zerstört wurde, zu retten und wieder aufzubauen. Eines Nachts entdeckt sie in ihrem Stall einen schwer verwundeten britischen Soldaten. Es ist nicht ungefährlich für sie dem Feind Hilfe zu gewähren, doch trotzdem tut sie es und pflegt den Fremden. Sie fühlt sich zu ihm hingezogen, doch der Brite ist kein einfacher Soldat und er ist nicht unschuldig an der unglücklichen Situation, in der Antonia sich befindet.

Auf über 800 Seiten geht es um Rachsucht, Skrupellosigkeit, Gier und Liebe. In die Geschichte ist alles hineingepackt, von Homosexualität und Schizophrenie über Mord und Intrigen. Mir doch zu viel des Guten. Das Buch ist unterteilt in 11 Kapitel, wobei fast jedes einem Protagonisten gewidmet ist und auch aus deren Sicht erzählt wird, aber nicht als Ich-Erzähler. Und die Protagonisten sind zum großen Teil unsympathisch. Antonia ist naiv, vor allem was ihre Beziehung zu William und auch zu ihrem verstorbenen Mann Henry anbelangt. Sie ist aber auch mutig, denn sie versucht, entgegen aller Konventionen, ihre Plantage zu retten. Und behauptet sich als Frau in einer Männerdomäne. William ist von Rache getrieben, Oliver von Skrupellosigkeit, Hocksley von Gier und Algernon vom Wahnsinn. Und darum dreht sich die Geschichte, immer und immer wieder. Auf Seite 74 dachte ich schon, es ist nahezu alles aufgedeckt, was soll jetzt noch kommen? Ab Seite 500 fing es an mich zu langweilen und die Charaktere gingen mir auf die Nerven.

Catherine Tarley hat versucht soviel in ihr Buch hinein zu packen, dass ich sagen möchte, weniger ist mehr. Ihr Schreibstil ist manchmal holprig, was aber auch an der Übersetzung liegen kann. Zum Ende hin wusste ich nicht so genau, ob sie sich den Weg für einen zweiten Teil offen halten will, aber ich würde sagen, die Geschichte ist abgeschlossen.

Im Anhang finden sich Erläuterungen zu Wörtern oder Passagen. Mir hätte das als Fußnoten besser gefallen, dann könnte man sich das blättern sparen. Oder die Passagen hätten im Buch so markiert sein sollen, dass man weiß, dass es eine Erläuterung dazu gibt. So musste man immer auf gut Glück nachsehen, ob im Anhang eine Erklärung vorhanden ist. Auch finden sich einige Schreibfehler im Buch.

Das Cover finde ich sehr schön und passt auch gut zum Inhalt des Buches, genauso wie der Titel.

Ich hatte mir aufgrund der Leseprobe mehr erwartet und der Lesespaß hat sich, vor allem dann auf den letzten 300 Seiten, doch in Grenzen gehalten.

Zeitpunkt.
Menschen, Schicksale und Ereignisse.

Wir schauen auf einen Zeitpunkte unserer Weltgeschichte und nennen Euch passende historische Romane.

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