Die Insel der Orchideen

Erschienen: Januar 2012

Bibliographische Angaben

  • Droemer-Knaur, 2012, Titel: 'Die Insel der Orchideen', Originalausgabe

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Rita Dell'Agnese
Die Welt der ganz großen Gefühle

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Nov 2012

Kurzgefasst:

Schiffe aus aller Herren Länder, ein Gewirr von Stimmen, faszinierende Farben und berauschende Düfte - als die Schwestern Leah und Johanna 1856 in Singapur eintreffen, ahnen sie in ihrer Begeisterung nicht, dass die schillernde Löwenstadt ihr Schicksal bestimmen wird: Johanna nimmt den Antrag des jungen Geschäftsmannes Friedrich von Trebow an und übersieht die tiefen Gefühle, die ein anderer für sie hegt - ein folgenschwerer Fehler. Ihre wilde Schwester Leah verliert ihr Herz an einen jungen Chinesen, eine Beziehung, die nicht sein darf. Als man die Liebenden trennt, flieht Leah und begibt sich auf eine gefahrvolle Reise auf der Suche nach Anerkennung, Glück und nach sich selbst.

 

Liebe, Schicksalsschläge, exotische Welten: Tessa White hält für ihre Leserinnen - hier dürften die Leser deutlich in der Minderheit bleiben - eine ganze Fülle von gefühlvollen Momenten bereit. Der Roman nimmt seinen Anfang im Jahr 1855, als die beiden Schwestern Johanna und Leah mit ihren Eltern - einem Pfarrerpaar - in den fernen Osten reisen. Ziel der Reise sollte China sein, doch der schlechte gesundheitliche Zustand der Mutter lässt die Familie zunächst in Singapur stranden. Auf der Reise verliebt sich Johanna in den jungen Geschäftsmann Friedrich von Trebow, der ihr auch prompt einen Heiratsantrag macht. Die etwas jüngere Schwester Leah - getrieben von unbändigem Drang nach Freiheit - wendet sich derweil fasziniert der exotischen Welt zu, in die sie geraten sind. Als die Familie von einigen schweren Schicksalsschlägen gebeutelt wird, müssen die beiden jungen Frauen gegen ihre wahren Gefühle entscheiden und viele Kompromisse eingehen.

Sehr schön geschrieben

Tessa White führt eine flotte und gut lesbare Feder. Sie erzählt die Geschichte der beiden Schwestern so geschickt, dass auf den über 560 Seiten keine Langeweile aufkommt. Im Gegenteil: Fast packt die Autorin zu viel in die Geschichte hinein. Dadurch schlägt sie an manchen Stellen ein etwas forsches Tempo an, das den exotischen Zauber, der über der ganzen Geschichte schwebt, etwas in den Hintergrund drängt. Und doch macht genau dieses pralle Paket, das Tessa White hier geschnürt hat, die Stärke des Romans aus. Die Ereignisse sind so ineinander verwoben, dass es kaum möglich wäre, die eine oder andere Sequenz hinaus zu lösen und den übrigen Erzählungen mehr Raum zu gewähren.

Zwei gleichwertige Schicksale

Tessa White hat sich gleich auf zwei Hauptprotagonistinnen festgelegt. Da ist die vernünftige Johanna, die ihre eigenen Bedürfnisse oft zurück nimmt, um die Wünsche der Mutter zu erfüllen. Mit leisem Neid betrachtet Johanna die Kompromisslosigkeit, mit der die etwas jüngere Leah ihre Gefühle und Bedürfnisse auslebt. Als sich Johanna verliebt, handelt sie zum ersten Mal klar gegen die Wünsche der Mutter - und landet prompt in einer ausweglosen Situation. Auch Leah kann sich auf Dauer nicht gegen die Konventionen der Gesellschaft stellen. Ihre tiefe Liebe zu einem jungen Chinesen ist für die weiße Gesellschaft in Singapur undenkbar. Schweren Herzens muss Leah einen anderen Weg einschlagen und sich von ihrer Unabhängigkeit zum Teil verabschieden. Immer wieder fließen die beiden Schicksale der Schwestern gegenseitig in sich hinein, um dann wieder eine Weile eigenen Wegen zu folgen. Da bleibt Tessa White wunderbar am Ball. Auch die sehr unterschiedlichen Charaktere der Schwestern - und die Gemeinsamkeiten, von denen es einige gibt - wirken glaubwürdig und geben dem Roman Tiefe.

Nicht ganz Klischeefrei

So spannend die Geschichte von Tessa White auch ist, ganz klischeefrei ist sie leider nicht. Die Handlung folgt immer mal wieder dem, was man an sich erwartet. Große Überraschungen bleiben aus. Die Autorin serviert den Leserinnen das, was die sich von einem Roman dieser Ausrichtung erwarten. Es sind sehr viele intensive Gefühle dabei, es gibt die unglücklich Liebenden und diejenigen, die mit der ihnen entgegen gebrachten Liebe nicht umgehen können. Natürlich kommen auch all die gegenseitigen Vorbehalte gegen die anderen Völker zum Tragen, ebenso der Snobismus der englischen Adligen. Alles in allem wird also das geboten, was die großen Gefühle ausmacht und dazu einlädt, mitzufühlen und mitzuleiden. Sehr schön gelungen sind der Autorin die Passagen, in denen sie die exotischen Schauplätze näher beschreibt. Hier mag man sich manches Schmunzelns nicht erwehren und genießt die liebevollen und detailreichen Schilderungen ebenso wie die herrliche Unverblümtheit Leahs.

Tessa White hat mit Die Insel der Orchideen den Beweis erbracht, dass auch "Auswanderer"-Romane Tiefgang haben und wunderbare Geschichten vermitteln können. Das angeschlagene Tempo und die ineinander verwobenen Schicksale fordern die Leserinnen heraus, geben ihnen aber einige großartige Lesestunden zurück. Die Autorin legt einen Roman vor, der dazu einlädt, darin abzutauchen und erst wieder in die Wirklichkeit zurück zu kehren, wenn die letzte Zeile gelesen ist.

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