Madonna

Erschienen: Januar 2012

Bibliographische Angaben

  • Aufbau, 2012, Titel: 'Madonna', Originalausgabe

Couch-Wertung:

84
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Daniela Loisl
Spannender Abschluss der Krimi-Trilogie im Nürnberg des 15. Jahrhunderts

Rezension von Daniela Loisl Nov 2012

Nürnberg 1493. Grausame Morde geschehen; ein Mörder schneidet seinen Opfern die Kehle durch und ein Zusammenhang der Taten ist nicht erkennbar. Die verwitwete Katharina Jakob führt ein Haus, in dem Frauen Zuflucht finden, was bei manchen Leuten in der Stadt Unmut auslöst. Katharina erfährt durch Zufall von den grausigen Geschehnissen und hat nicht vor, sich einzumischen. Als aber Richard Sterner, den Katharina schon lange liebt, neben einer Leiche aufwacht, beginnen sich die Ereignisse zu überschlagen. Denn kein geringerer als Heinrich Institoris, der Verfasser des Hexenhammers, ist nach Nürnberg gekommen, um das Böse auszutreiben und auf Katharina scheint er es auch abgesehen zu haben&

Spannung wie schon in den Vorgängerromanen

Der dritte Band der Trilogie steht in Spannung und flotter Erzählweise seinen Vorgängern in nichts nach - wenngleich man sich am Schluss leise fragen wird, wie eine Frau so viele entsetzliche Geschehnisse psychisch unbeschadet überstehen kann, so ist die einzig erklärende Antwort wohl: Es ist ein Roman.

Die Autorin erzählt ihre Geschichten nicht nur sehr anschaulich, sondern auch kurzweilig. Schnell ist man mitten im Geschehen und nach wenigen Seiten hat man das Gefühl, mitten im Nürnberg der Renaissance zu stehen und die Protagonistin Katharina auf ihren täglichen Wegen zu begleiten. Es ist nichts Neues, nichts Außergewöhnliches und Ähnliches hat man wohl schon oft in anderen Romanen gelesen und doch hat diese Geschichte etwas, was vielen anderen Geschichten fehlt: Authentizität.

Kathrin Lange versteht es, mit wenigen Sätzen ein Loch in die Vergangenheit zu reißen, durch das man ohne Probleme hindurchschlüpfen kann, um im nächsten Moment in einer anderen Welt zu sein. Lange gibt sich viel Mühe, ihren Lesern nicht nur eine Kulisse aus vergangenen Zeiten zu bieten, sondern sie auch wirklich mitzunehmen in eine andere Epoche und ihnen das Leben, die gesellschaftlichen Hierarchien und Regeln hautnah näher zu bringen. Wie schon in den ersten beiden Bänden Cherubim und Seraphim ist auch der Abschlussband sehr feinfühlig, aber kitschfrei erzählt. Denn, wie könnte es anders sein, auch hier treffen Katharina und Richard wieder aufeinander. Doch so einfach ist das alles nicht, denn sowohl Richard als auch Katharina selbst stehen plötzlich als Verdächtige da und müssen eine komplexe Geschichte lösen, um den wahren Täter zu finden.

Eine wirklich böse Figur

Als Highlight in ihrem Abschlusswerk gewährt Lange einer ganz besonderen Figur einen Auftritt. Keinem geringeren als dem Verfasser des Hexenhammers selbst, Heinrich Institoris, wird die Ehre zuteil, gegen Katharina vorzugehen.

Die Autorin verwischt die Spuren zum wahren Täter sehr geschickt und Krimifans werden voll auf ihre Kosten kommen. Lange geht nicht zimperlich um mit ihren Figuren und führt man sich vor Augen, dass es sich so wohl auch in der Realität abgespielt haben könnte, wird einen dies wohl nochmal ganz anders berühren.

Mit ihrem dritten Band ist Kathrin Lange ein würdiger Abschluss mit ihrer Trilogie gelungen, der den ersten beiden Bänden weder an Spannung noch in der Erzählweise nachsteht.

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