Eisweihnacht

Erschienen: Januar 2012

Bibliographische Angaben

  • Kindler, 2012, Titel: 'Eisweihnacht', Originalausgabe

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Rita Dell'Agnese
Etwas gar süß geraten

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Nov 2012

Kurzgefasst:

Frankfurt 1844: Der Waisenjunge Josua wird auf die Straße gesetzt. Halberfroren trifft er auf Elise Best, die allerdings eigene Sorgen hat: Ihr Vater hat soeben den Bankrott des Geschäftes verkündet. Elise soll sofort heiraten, um ihre Versorgung zu sichern. Dummerweise hat sie ein lahmes Bein, und der einzige sich anbietende Heiratskandidat ist ein alter Pfarrer. Ein Weihnachtswunder muss her, das sowohl ihr als auch dem kleinen Josua aus der Patsche hilft ... doch gibt es solche Wunder überhaupt?

 

Eine Wundergeschichte zur Adventszeit: Mit Eisweihnacht will die Autorin Ruth Berger auf Weihnachten einstimmen und zum Nachdenken anregen. An sich eine löbliche Sache, sind solch kleine Seelenwärmer doch genau das richtige, um sich von der Hektik der Vorweihnachtszeit zu erholen und sich auf die Festtage einzustimmen. Klein übrigens deshalb, weil die Weihnachtswundergeschichte gerade mal 125 Seiten hat und dabei auch noch etliche Illustrationen aufweist. Genau deshalb, weil hier kein ausgewachsener historischer Roman erwartet wird, sondern eine Geschichte, die zu Herzen geht, mag man es verzeihen, wenn der Plot etwas mit Zuckerguss verziert ist. Leider ist der Zuckerguss in diesem Fall jedoch nicht mehr nur Zierde, sondern die tragende Konsistenz. Und so ist die Geschichte etwas gar süß geraten.

Es plätschert vor sich hin

Erzählt wird die Geschichte des kleinen Waisen Josua - passend übrigens, dass Josua eine andere Form von Jesus ist - der von der arbeitslosen Magd Marie im letzten Moment vor dem Erfrieren gerettet wird. Doch ohne die schon etwas angejahrte Kaufmannstochter Elise hätten Marie und Josua in diesem strengen Hungerwinter von 1844 keine Chance. Elise nimmt gegen den Willen ihres Vaters die beiden im Haus auf und findet dabei Erstaunliches über den Waisenjungen heraus. Auch begegnet Elise ihrer einstigen Liebe neu - dabei soll sie doch gerade in diesen Tagen den Antrag eines Witwers mit fünf Kindern annehmen, um doch noch unter die Haube zukommen.

Eine Ausgangslage also, die durchaus Potenzial hat. Es kann nur vermutet werden, dass Ruth Berger - ansonsten eher für vielschichtige Romane bekannt - den Stoff zu dicht drängen musste, um den geplanten Umfang nicht zu sprengen. Jedenfalls ist der Spannungsbogen hier sehr flach ausgefallen. Schon nach wenigen Seiten ist der weitere Verlauf der Geschichte so offensichtlich, dass es ab da eigentlich nur noch darum gehen kann, wie der Plot weiter aufgebaut ist und ob sich die Geschichte tatsächlich stimmig entwickelt. Übrigens etwas, das bei "Eisweihnacht" nur bedingt der Fall ist. Die Erzählung plätschert - nicht mal besonders munter - vor sich hin.

Nett gestaltet

Letztlich ist es die liebevolle Gestaltung des Büchleins, das diese Wundergeschichte zu einem netten Präsent macht. Die Illustrationen, viele von ihnen in den Text eingestreut, geben dem kleinen Buch viel Charakter und machen die Schwächen beim Text etwas wett. Besonders schön sind die Illustrationen hinsichtlich der Atmosphäre im Frankfurt des 19. Jahrhunderts gelungen. Sie vermitteln den Eindruck, dass hier mit viel Umsicht ans Werk gegangen wurde und Illustratorin Andrea Offermann sich intensiv mit Ruth Bergers Erzählung auseinander gesetzt hat.

Der Verlag hat also, was die Präsentation betrifft, an den letztjährigen Erfolg mit der Weihnachtsgeschichte anknüpfen können und nachgelegt. Nicht aber mit dem Inhalt. Dennoch ist zu hoffen, dass die Linie beibehalten und ein weiteres Weihnachtsbuch lanciert wird. Die Idee, die dahinter steckt, ist bestechend, ebenso die Umsetzung. Und dass die Geschichte unter Umständen eine Grundlage für einen umfangreicheren - und vor allem tiefgründigeren - historischen Roman geboten hätte, zeigt, dass auch die Wahl der Autorin nicht falsch war. Zumal die beschreibenden Elemente durchaus gelungen sind. Einzig die geballte Ladung von Rührstücken auf so engem Raum hat sich nicht bewährt.

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