Das Haus der vergessenen Träume

Erschienen: Januar 2012

Bibliographische Angaben

  • Diana, 2011, Titel: 'The Unseen', Originalausgabe

Couch-Wertung:

83

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Rita Dell'Agnese
Das Wechselspiel wäre nicht nötig

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Nov 2012

Kurzgefasst:

Als die Journalistin Leah Hickson auf zwei geheimnisvolle Briefe stößt, gerät sie bald in den Sog einer Spurensuche, die sie in das England des frühen 20. Jahrhunderts zurückführt. Es ist die Geschichte einer starken jungen Frau, eine Geschichte von Liebe und tödlichem Verrat. Und schon bald erkennt Leah, dass die Vergangenheit ihr eigenes Leben nicht unberührt lässt. Denn ihre Nachforschungen führen sie zu einem alten Haus und einem lange vergessenen Familiengeheimnis, das stärker mit ihrem Schicksal verwoben ist, als sie zunächst ahnt ...

 

Katherine Webb knüpft mit ihrem Roman Das Haus der vergessenen Träume an die Machart ihres Erstlings Das geheime Vermächtnis an: In der Gegenwart stoßen Menschen auf Briefe aus der Vergangenheit und machen sich daran, das Geheimnis zu lüften. An sich ein bestechendes Konzept, ermöglicht es doch, die Geschichte aus der Perspektive eines in der heutigen Zeit lebenden Menschen zu erleben. Allerdings ist dieses Wechselspiel hier nicht besonders glücklich: Die Gegenwart und die damit verbundenen Figuren sind lau und für die Handlung in der Vergangenheit absolut nicht nötig. Die Autorin hätte sich darauf beschränken können, die Geschichte der unglücklichen Pfarrersfrau Hester Canning, der Suffragette Cat und des Theosophen Robin Durrant zu erzählen.

Kein Recht auf eigene Meinung

Es wird nicht ganz klar, wem nun die tragende Rolle der Geschichte, die 1911 in einem kleinen englischen Ort spielt, zugedacht ist. Eine starke Figur ist ohne Zweifel die junge Cat, die nach einer verbüßten Gefängnisstrafe die Chance bekommt, sich als Dienstmagd im Haushalt des Pfarrerehepaars Albert und Hester zu bewähren. Für Cat war die Zeit im Gefängnis traumatisch. Sie war als illegitimes Kind eines wohlhabenden Gentlemans mit seiner Magd in solider Umgebung groß geworden und hatte sich den Suffragetten angeschlossen, um für die Rechte der Frauen zu kämpfen. Überzeugt, durch ihre Herkunft geschützt zu sein, muss Cat ernüchtert feststellen, dass sie im Räderwerk der Gesellschaft keinerlei Rolle spielt. Auch die Stelle im Pfarrerhaushalt nimmt Cat nur widerwillig ein. Sie ist sich zwar dessen bewusst, dass sie ohne das Helfersyndrom der Pfarrersfrau kaum mehr eine solide Stelle hätte einnehmen können, doch den Makel des Gefängnisses wird sie auch hier nicht los. Zweite tragende Protagonistin ist Hester selber. Sie muss erkennen, dass ihre Ehe mit Albert auf einem Irrtum beruht. Seit der Hochzeit vor einiger Zeit ist die Ehe noch nicht vollzogen worden. Albert behandelt sie zwar mit Höflichkeit, vermeidet aber jeden intimen Kontakt mit seiner Frau. Seit der Pfarrer in einer frühen Morgenstunde auf einer Wiese feenhafte Wesen beobachtet hatte, wendet er seine ganze Aufmerksamkeit diesen für ihn göttlichen Wesen zu. Das verstärkt sich noch durch die Ankunft des undurchsichtigen Robin Durrant. Er bezeichnet sich als Theosoph und stellt Nachforschungen über das Feenreich an. Hester kann dem smarten Gast wenig abgewinnen. Sie spürt, dass er die Entfremdung zwischen ihr und Albert voran treibt. Auch Cat steht Robin Durrant ablehnend gegenüber. Erst recht, als er sie zwingt, seine Farce aktiv zu unterstützen.

Starke Charaktere

Mit Cat und Hester, aber auch all den anderen Figuren, die im Teil von 1911 eine Rolle spielen, hat die Autorin Katherine Webb starke Charaktere geschaffen. Anders mit Leah und Mark aus dem Jahr 2011, dem einstigen Liebespaar, das sich wieder kurz zusammen gefunden hat, um dem Inhalt von Briefen nachzuforschen, die Mark bei der Untersuchung eines unbekannten toten Soldaten aus einem neu entdeckten Grab gefunden hat. Das Hin und Her der beiden Protagonisten aus der Gegenwart ist spannungslos und lediglich Trägermasse für die eigentliche Substanz des Romans. Die überzeugende Erzählweise, was den Vergangenheits-Teil angeht, bewirkt denn auch, dass der Handlungsstrang aus dem Jahr 2011 mehr oder weniger ausgeblendet wird und sich die Leser ganz auf die sozialkritische und menschlich höchst anspruchsvolle Geschichte von 1911 konzentrieren.

Klare Steigerung

Selbst wenn man in Betracht zieht, dass nicht alle Teile des neuen Romans von Katherine Webb überzeugen können, so ist doch eine klare Steigerung gegenüber ihrem Erstling auszumachen. Die Geschichte ist sehr dicht an den Menschen geschrieben und der historische Hintergrund mit großer Detailliebe skizziert. Alleine schon deshalb lohnt es sich unbedingt, sich mit dem Roman auseinander zu setzen und in die Zeit der Suffragetten einzutauchen.

Das Haus der vergessenen Träume

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Letzte Kommentare:
02.03.2013 09:49:42
maestra

Flüchtigkeitsfehler hier in der Rezension: Mark ist der Dritte im Bunde der Personen des Jahres 2011, der im alten Pfarrhaus mit Leah einiges klärt. Leahs Exfreund ist nur derjenige, der die ganze Geschichte ins Rollen gebracht hat.
Ansonsten ist in dieser Rezension das Wesentliche gesagt. Durchaus ein empfehlenswerter Roman.